Sternentanz

30.10.2007 um 06:45 Uhr

Zauberhafter Tag

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Voller Dankbarkeit


(c) berwis/pixelio

Nach einem eher anstrengenden, lästigen Pflichtwochenende war der gestrige Tag einfach rundum gelungen. Am Nachmittag unsere erste Konzeptbesprechung: Zwei Stunden konzentrierte, produktive Arbeit. Ein Kreis aus kompetenten und engagierten Menschen, die innerhalb kürzester Zeit eine Fülle fruchtbarer Ideen hervorbringen. Wie konnte man das Potential dieses Teams nur so lange Zeit brachliegen lassen? Was für eine Verschwendung! Nach der Sitzung spüre ich zwar die Anstrengung konzentrierter, geistiger Arbeit, doch ich fühle mich auch beflügelt und reich beschenkt von all den wunderbaren Aussichten, die wir heraufbeschworen haben. Eine Boyesen-Massage glättet meine Gedanken und lässt meinen Körper herrlich weich und schwer werden. Tief entspannt und innerlich wie auf Wolken entschwebe ich in den Feierabend, den ich seit langer Zeit mal wieder mit meiner lieben C. verbringe. Ein wunderbarer, wohlig vertrauter Freundinnenabend. Sie fragt mich, ob ich Patin ihres ungeborenen Sohnes werden möchte. Was für ein Geschenk! Ich freue mich sehr über diese Bitte. Allerdings gibt es da ein kleines Problem: Ich bin schon seit vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten. Von daher komme ich als Taufpatin nicht in Frage. Gerne übernehme ich jedoch eine symbolische, nicht-christlichen Patenschaft. Vielleicht finden wir ja ein geeignetes Ritual, das diese Bindung besiegelt.

25.10.2007 um 21:06 Uhr

Katzenkinder

von: Nimien   Kategorie: Anders leben

Stimmung: Sehnsüchtig

 (c) pixelio 

"Würde denn zu deinem neuen Leben nicht noch eine Katze passen?", fragte meine Schwester mich gestern am Telefon. Ihre Molly hat kürzlich Junge geworfen, und drei davon suchen noch eine Heimat. Schwarz-grau gestreift sind sie und zweifellos überaus putzig. Gesehen habe ich sie noch nicht, aber heute Nacht habe ich prompt geträumt, dass zwei Katzenkinder durch meine Wohnung toben. Mein Liebster wäre sicher begeistert. Er liegt mir schon seit den Anfängen unserer Beziehung damit in den Ohren, dass wir uns irgendwann mal ein Haustier anschaffen müssen. Doch im Augenblick lebe ich noch alleine, bin berufstätig, bis zu zehn Stunden täglich außer Haus und auch an den Wochenenden oft nicht da. Außerdem weiß ich nicht, ob ich es gelassen hinnehmen könnte, wenn ich am Abend nach Hause käme und ein munteres Katzenkind seine Krallen an meinem Sofa geschärft, meine Zimmerpflanzen zerkaut und meine Göttinnenskulpturen umgestoßen hätte. Ich fürchte, ich wäre eine schlechte Katzenmutter. Nicht umsonst hat mir der Tickle-Test einst auf die Frage nach dem idealen Haustier das Vogelhäuschen im Garten zugewiesen. Ich kann mich nun einmal nicht übermäßig für Tiere begeistern. Meine Liebe gilt eher der Flora als der Fauna. Dabei zweifle ich keineswegs grundsätzlich daran, dass ich mich für eine Katze erwärmen könnte. Es ist dies nur leider ein durch und durch ungünstiger Zeitpunkt. Solange ich - rein praktisch gesehen - immer noch Single bin, kann ich die Verantwortung, die mir durch ein Haustier erwüchse, nicht guten Gewissens übernehmen. Und zu allem Überfluss kommen im nächsten Jahr noch neue berufliche Verpflichtungen auf mich zu. Nein, ich fürchte, es wird ein Traum bleiben müssen.

21.10.2007 um 12:11 Uhr

Nimienologie

von: Nimien   Kategorie: Stöckchen & Co.

Stimmung: Sonntäglich
Musik: Abba - Waterloo


(c) S. Hofschlaeger/pixelio

Den folgenden Fragebogen habe ich bei Stina entdeckt, die sich auch die Mühe gemacht hat, ihn aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Und da mir gerade nach leichter Unterhaltung war, habe ich mich hingesetzt und die Fragen beantwortet.

Mouthology

Was ist dein Lieblings-Salatdressing?
Ich experimentiere noch. Kürzlich habe ich folgendes Rezept ausprobiert und für köstlich befunden: Je 1 1/2 TL süßen und scharfen Senf, 1 1/2 EL Essig, 3 EL süße Sahne, 3 EL Öl, Pfeffer und Salz. Aber am liebsten mag ich immer noch die improvisierten Salatdressings meiner Schwester.

Was ist dein liebstes Fast Food-Restaurant?
Pizza Hut. Die "Garden Lover's" finde ich ausgesprochen lecker.

Was ist dein liebstes "normales" Restaurant?
In der Isarvorstadt gibt es einen sehr feinen Inder mit gemütlichem Ambiente. Mit meinem Liebsten gehe ich gerne in den "Dicken Mann", und mit meiner besten Freundin treffe ich mich hin und wieder im "Rothmund".

Wie viel Trinkgeld gibst du durchschnittlich?
Rund 10% vom Endbetrag, wobei ich bei Bedarf und je nach Service auf- oder abrunde.

Welches Essen könntest du jeden Tag für zwei Wochen essen, ohne seiner überdrüssig zu werden?
Gebackene Kartoffeln mit Kräuterquark.

Was ist dein liebster Pizzabelag?
Viel Gemüse, gerne auch Artischocken, Sauce Hollandaise, evtl. Hähnchenbrust- oder Putenstreifen.

Womit bestreichst du deinen Toast am liebsten?
Je nach Laune mit Erdbeer- oder Marillenmarmelade, Apfel- oder Quittengelee, Samba oder einem dieser leckeren vegetarischen Brotaufstriche von alnatura.

Technology

Welches Desktop-Wallpaper hast du zur Zeit?
"They stole the moon" von Vladstudio, weil mich das Bild beim Durchklicken spontan angesprochen hat.

Wie viele Fernseher gibt es bei dir?
Einen. Und auch der ist meist nur in Betrieb, wenn mein Liebster hier ist. (Obwohl ich zugeben mus, dass ich ihn in letzter Zeit auch hin und wieder mal benutzt habe.)

Biology

Rechts- oder Linkshänder?
Rechtshänderin, ganz unspektakulär. Und beim Tippen Beidhänderin.

Wurde von deinem Körper etwas operativ entfernt?
Meine Weisheitszähne. Ebenfalls unspektakulär.

Welchen schweren Gegenstand hast du zuletzt gehoben?
Zusammen mit meiner Mutter einen Bottich mit Steinen, die wir beim Anlegen neuer Beete aus der Erde gesiebt hatten.

Wurdest du schon mal bewusstlos geschlagen?
Nein, aber mein Kreislauf hat mir schon mal den Dienst versagt und mich in die Knie gehen lassen.

Bull(crap)ology

Wenn es möglich wäre, würdest du dein Todesdatum wissen wollen?
Nein. Ich würde nichts dadurch gewinnen.

Wenn du deinen Namen ändern könntest, in was würdest du ihn ändern?
Gar nicht. Ich mag meinen Namen. Er ist zwar für sich genommen nicht besonders klangschön, aber es ist meiner. Selbst der Gedanke, womöglich eines Tages meinen Nachnamen zu ändern, kommt mir merkwürdig vor.

Was glaubst du, welche Farbe dir am besten steht?
Zarte, verwaschene Pastelltöne mit bläulichem Unterton. Rosa, helles Lila, Graublau, Blaugrün, Graubraun. Die Sommerpalette eben.

Hast du schon mal aus Versehen einen Gegenstand verschluckt?
Nicht, dass ich mich erinnern könnte.

Hast du schon mal jemandem das Leben gerettet?
Nein. Ich habe zwar schon Menschen, die sehr verzweifelt und unglücklich waren, Halt gegeben und Trost gespendet, aber ich glaube nicht, dass sich einer von ihnen ansonsten umgebracht hätte.

Wurde dir schon mal das Leben gerettet?
Das Leben nicht. Aber der Mann, den ich liebe, hat auf wunderbare Weise mein Herz geheilt.

Dareology

Würdest du für 100 Euro eine Frau küssen?
Kommt ganz auf die Frau an.

Würdest du dir für 200.000 Euro einen kleinen Finger abschneiden lassen?
Niemals. Auch nicht für 20 Millionen.

Würdest du für 50.000 Euro auf das Bloggen verzichten - für immer?
Schwer zu sagen. Solange ich weiter Tagebuch schreiben dürfte, wäre es für mich durchaus denkbar, aufs Bloggen zu verzichten. Aber "für immer" ist eine verdammt lange Zeit. Außerdem mag ich es nicht, wenn mir jemand vorschreiben möchte, was ich zu tun und zu lassen habe - auch dann nicht, wenn dabei Geldscheine winken.

Würdest du für 250.000 Euro nackt in einem Magazin posieren?
Kommt ganz auf das Magazin und die Rahmenbedingungen an. Für einen Artikel über die wunderbare Vielfalt weiblicher Körper in der "Emma" würde ich mich eher ausziehen als für den Playboy. Vor dem Hintergrund meines Berufes müsste ich mir das aber gut überlegen. Daher wohl eher nicht.

Würdest du eine Flasche Chilisauce für 1000 Euro trinken?
Auf keinen Fall.

Würdest du, ohne Strafe befürchten müssen, für 1 Million Euro einen Mord begehen?
Ganz sicher nicht.

Dumbology

Was ist in deiner linken Tasche?
Da ist gar keine linke Tasche.

Ist "Napoleon Dynamite" ein guter Film?
Keine Ahnung. Wer ist Napoleon Dynamite? "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" ist ein guter Film. Oder "Ronja Räubertochter". Oder "Billy Elliot". Zufrieden?

Hast du Parkett oder Teppich?
Parkett. Und im Wohnzimmer liegt darauf ein Teppich von IKEA.

Sitzt oder stehst du in der Dusche?
Ich stehe. (Gibt es wirklich Leute, die in der Dusche sitzen?)

Könntest du in einer WG leben?
Ich könnte schon. Es wäre sicher nicht meine bevorzugte Wohnform, aber wenn's sein muss, kriege ich das schon hin. Allerdings wäre es alles andere als einfach. Wesentlich lieber würde ich mit meinem Schatz zusammenziehen. (Auch das wäre eine Herausforderung, aber wir haben mittlerweile schon Übung darin, uns zusammenzuraufen.)

Wie viele Paar Flip-Flops hast du?
Ein Paar. Von Timberland. Wahnsinnig bequem. Das wohlig weiche Gefühl beim Gehen übertrifft alles, was ich bisher ausprobiert habe.

Wann bist du das letzte Mal mit der Polizei aneinander geraten?
Ich kann mich gar nicht erinnern, dass ich jemals mit der Polizei aneinander geraten wäre.

Was möchtest du sein, wenn du groß bist?
Ich bin schon groß. Und ich bin genau das, was ich immer sein wollte. Nur Kinder habe ich keine. (Die waren früher immer fester Bestandteil meiner Zukunftsvisionen, sind heute aber keine unabdingbare Voraussetzung für mein Lebensglück mehr.)

Lastology

Der letzte Freund, mit dem du geredet hast?
Zählen Schwestern auch als Freunde? Dann war es meine jüngste Schwester, gestern Abend am Telefon. Falls Familienmitglieder nicht zählen, war es mein Liebster, ebenfalls gestern, via Skype. Und wenn der auch nicht zählt, war es C., eine liebe Freundin und Mitbloggerin, ebenfalls gestern am Telefon.

Die letzte Person, die dich angerufen hat?
Meine Schwester.

Die letzte Person, die du umarmt hast?
Meine Mutter. (Ich habe schon seit Donnerstag niemanden mehr umarmt. Traurig, traurig.)

Favoritology

Lieblingszahl?
9 ist eine tolle Zahl. Und 13.

Jahreszeit?
Herbst. Und gleich danach Frühling.

Currentology

Wen vermisst du gerade?
Meinen Liebsten.

Was guckst du gerade?
Auf meinen Bildschirm.

Worüber machst du dir gerade Sorgen?
Gar keine. Momentan bin ich sorgenfrei.

Randomology

Der erste Ort, an den du heute Morgen gegangen bist?
Das Bad. Wie originell.

Was kannst du nicht abwarten?
Die Ankunft meines Liebsten zu Allerheiligen. Und das Erscheinen der deutschen Übersetzung des siebten Harry-Potter-Bandes. (Obwohl ich mich danach noch ein paar Tage werde gedulden müssen, bis ich ihn lesen kann.)

Der letzte Film, den du gesehen hast?
Uff! Keine Ahnung. Den Sommer über waren es zu viele, und seit der Abreise meines Liebsten habe ich gar keinen mehr gesehen.

Lächelst du oft?
Oh ja.

Bist du freundlich?
Im Allgemeinen ja. Nur in Menschenansammlungen kann ich schnell mal gereizt reagieren.

Lieblingssuppe?
Im Augenblick Kürbissuppe.

Was denkst du über deine Online-Freunde?
Ich habe keine Online-Freunde. Alle Freunde, die ich über das Internet kennen gelernt habe, sind mittlerweile zu realen Freunden geworden.

20.10.2007 um 23:55 Uhr

Ungeordnete Verhältnisse

von: Nimien   Kategorie: Familiengeschichten

Stimmung: Leise Sehnsucht
Musik: Herbert Grönemeyer - Mensch

 (c) EmmaN/pixelio

Heute Morgen habe ich mir ein Programm aus dem Internet heruntergeladen, mit dem man Genogramme erstellen kann. Spaßeshalber habe ich mich einmal an meiner eigenen Familie versucht und mir damit bewusst gemacht, aus was für komplexen Familienverhältnissen ich stamme. Zwar bin ich selbst in einer rundum geordneten, harmonischen Familie aufgewachsen, doch in der Generation meiner Großeltern war allerhand geboten: Scheidung, Adoption, kindliche Todesfälle, Seitensprünge, uneheliche Kinder und zerbrochene Familien. Es fasziniert mich, mir vorzustellen, welche Dramen sich im Leben meiner Ahnen abgespielt haben mögen, und ich empfinde es als ungemein anrührend, mich in dieses Netzwerk menschlicher Schicksale eingesponnen zu sehen, verwoben und verbunden mit den Geschichten jener, die vor mir da waren.

19.10.2007 um 20:01 Uhr

Beflügelt

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Glücklich und beschwingt
Musik: Clannad - Sinil A Run


(c) Jörg Trampert/pixelio

Beruflich stehe ich derzeit vor großen Veränderungen. Alte Strukturen weichen und machen ungeahnten Möglichkeiten Platz, festgefügte Abläufe verflüchtigen sich und geraten ins Fließen. Das Bestehende wird gründlich geprüft, und nur das, was sich wirklich bewährt hat und auch künftig fruchtbar erscheint, werden wir am Ende beibehalten. Alles andere darf sich wandeln und neu werden. Das Schöne daran ist, dass mir eine wichtige Rolle in diesem Prozess zukommt und ich ihn aktiv mitgestalten darf. Schon seit Wochen sprudelt meine Kreativität. Zahlreiche Ideen und Visionen tanzen durch meinen Kopf - Entwürfe, die schon lange in mir lebendig waren, die aber niemals Gestalt annehmen durften, weil es die alten Strukturen nicht erlaubten. Doch nun ist die Zeit dafür gekommen. Ich fühle mich auf eine wunderbare Weise inspiriert, beschwingt und befreit. Der süße Hauch der Musen erfüllt unsere Büroräume. Das lange Warten hat sich gelohnt. Unsere Geduld trägt Früchte. Zwar befinden sich all diese Wandlungsprozesse noch in der Vorbereitung, und ich bin mir bewusst, dass es einiges an Kraft und Mühe kosten wird, sie Wirklichkeit werden zu lassen. Doch allein die Aussicht auf das, was auf einmal möglich erscheint, erfüllt mich mit tiefer Freude. Ich strahle aus allen Knopflöchern. Ach, ich liebe meinen Beruf!

17.10.2007 um 07:06 Uhr

Vita activa

von: Nimien   Kategorie: Pflicht und Berufung

Stimmung: Heiter, sprudelnd, glücklich

 (c) Anika Lehnert/pixelio

Im Augenblick finde ich wenig Muße, um ausführlich zu bloggen. Mein Leben spielt sich sehr stark in der irdischen, greifbaren Welt ab. Es gibt viel zu tun, und ich bin rundum eingespannt, sowohl beruflich, als auch privat. In den Momenten der Ruhe schreibe ich dann lieber in mein "echtes" Tagebuch, als Blogeinträge zu verfassen. Das sinnliche Schreiben mit Feder und Papier liegt mir derzeit mehr als die Tastatur. Davon habe ich in meiner Arbeit schon genug. Doch trotz der vielen Aufgaben, um die ich mich kümmern muss, genieße ich meine Tage sehr. In mir sprudelt und brodelt es nur so vor Lebendigkeit. Ich fühle mich reich beschenkt und empfinde es als äußerst wohltuend, meinen Verpflichtungen nachzukommen und meine Beziehungen zu pflegen. Von daher bitte ich um Nachsicht, wenn ich hier im Blog derzeit wenig präsent bin. Es gibt für alles eine Zeit, und diese ruft mich eher in die Welt hinaus.

07.10.2007 um 20:30 Uhr

Fastentag

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Wohlig


(c) Christina Maderthoner/pixelio

Innerhalb meines Ayurveda-Programms war heute mein Fastentag. Ich habe nur flüssige Nahrung zu mir genommen: Zitronen-Honig-Wasser, Ingwerwasser, Tee, selbst zubereitetes Mango- und Bananenlassi, sowie zwei Suppen. Die Vorgabe, dass man mittags und abends auch eine (pürierte) Gemüsesuppe essen durfte, kam mir sehr entgegen, denn im Allgemeinen bin ich für Fastentage nicht sonderlich gut zu haben. Spätestens am frühen Nachmittag bekomme ich riesigen Hunger, und das Fasten wird zur Qual. Der heutige Tag hingegen war überaus angenehm. Wann immer mein Magen zu knurren begann, gab's entweder Lassi oder Suppe, und schon war er zufrieden.

Auch sonst war es ein rundum schöner und wohltuender Tag. Er begann am frühen Morgen mit einer Dreiviertelstunde Walking im Ostpark, einem heißen Bad und einer Atemmeditation. Tagsüber war ich dann hauptsächlich im Garten beschäftigt, nahm mir aber auch immer wieder Zeit für kleinere Ruhepausen auf meinem Balkon, um ein wenig Tagebuch zu schreiben, etwas zu trinken und mir die Sonne auf die Nase scheinen zu lassen. Ich konnte förmlich spüren, wie meine Seele sich schnurrend im goldenen Sonnenlicht räkelte. Am Nachmittag kümmerte ich mich noch ein wenig um meinen Haushalt, telefonierte mit einer lieben Freundin und hörte meine Lieblingsmusik. Und auch heute werde ich - ganz ayurvedisch - früh ins Bett gehen. Zauberhafte Träume wünsche ich euch. Gute Nacht!

06.10.2007 um 08:04 Uhr

Gestalten und vertrauen

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Im Einklang
Musik: Barbra Streisand - A Love Like Ours


(c) Hans Däschner/pixelio

In vielerlei Hinsicht empfinde ich mich als Gestalterin meines Lebens. Ich verfolge meine Ziele mit großer Klarheit, gehe sorgsam mit meinen Kräften um, verstehe es, mich zu organisieren und meine Zeit gut einzuteilen, und beobachte mit wohliger Zufriedenheit, wie das, was ich tue, mehr und mehr zum Ausdruck dessen wird, was ich bin. Mein Dasein fühlt sich rundum stimmig an, und ich bin in meinem Leben, so wie es ist, ganz und gar zu Hause. Deshalb fällt es mir auch schwer, damit umzugehen, wenn andere Menschen sich treiben lassen, einfach in den Tag hinein leben, ihre Pflichten vernachlässigen und Herausforderungen weiträumig umgehen. Ich verstehe einfach nicht, wie jemand dauerhaft davor zurückweichen kann, sein Leben in die Hand zu nehmen.

Doch wenn ich ehrlich bin, ist mein Glück bei weitem nicht allein die Folge meines eigenen Handelns. Vieles wurde mir geschenkt und in den Schoß gelegt, und seien es auch nur die Fähigkeiten und Begabungen, über die ich verfüge. Gewiss, ich habe mit meinen Talenten gewuchert und das Beste daraus gemacht. Aber die günstigen Rahmenbedingungen, unter denen ich das Abenteuer meiner Existenz antreten durfte, waren ein Geschenk. Zudem hat in den entscheidenden Momenten meines Lebens immer irgendeine gute Fee ihre Hand über mich gehalten. Natürlich habe auch ich schon dunkle Stunden erlebt. Ich kenne Ängste, Trauer, Einsamkeit und Verzweiflung, genau wie andere Menschen auch. Aber meine Erfahrung war bisher, dass sich am Ende stets alles zum Guten wandte und im Rückblick sogar karge und bittere Erfahrungen ihren Sinn und ihre Bedeutung hatten.

Von daher bedarf meine Gestaltungsfreude einer Verbündeten: der Hingabe an den Fluss des Lebens, des Vertrauens in die Wandlungskraft meiner Seele und in eine Weisheit, die so viel größer ist als das, was mein bewusster Verstand sich auszudenken vermag. Denn so manches, das ich, hätte ich die Macht dazu gehabt, am liebsten verändert und ausgeräumt hätte, erwies sich im weiteren Verlauf geradezu als Segen. Es ließ mich wachsen und reifen und versetzte mich überhaupt erst in die Lage, späteres Glück zu erkennen und zu ergreifen.

Auch heute gibt es natürlich Dinge in meinem Leben, an denen ich mich reibe und stoße, Dinge, die ich mir anders wünschen würde und die meine Frustrationstoleranz immer wieder auf die Probe stellen. Doch manche davon kann ich einfach nicht ändern. Ich kann sie nur hinnehmen und lernen, damit zu leben. Und wenn es mir gelingt, sie in vertrauensvollem Licht zu betrachten, dann wird mein Herz auf einmal ganz weich und weit. Denn woher weiß ich denn, dass nicht gerade diese Wackersteine sich eines Tages in kostbare Diamanten verwandeln werden?

03.10.2007 um 18:00 Uhr

Schwesternfeierntag

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Wunschlos glücklich
Musik: Barbra Streisand & Bryan Adams - I Finally Found Someone


(c) kunstart.net/pixelio

Was für ein zauberhafter Tag! Da ich seit Anfang der Woche eine Ayurveda-Kur mache und infolgedessen früh schlafen gehe, war ich heute Morgen schon um halb sechs wach und konnte den Tag ganz geruhsam mit heißem Ingwerwasser, einer Massage mit Sesamöl, einem entspannenden Bad, ein paar Yoga-Übungen und einigen Minuten der Meditation beginnen. Anschließend war ich so motiviert, dass ich mich gegen neun Uhr aufmachte, um eine Runde durch den Ostpark zu walken. Walking habe ich diesen Sommer für mich entdeckt. Mein Liebster wollte gerne mit mir joggen gehen, doch schon nach wenigen hundert Metern bestätigte sich für mich, was ich im Grunde schon vorher gewusst hatte: Jogging und ich, wir passen einfach nicht zusammen. Ich hasse es, schnaufend durch die Gegend zu rennen, so absorbiert von der Anstrengung, dass ich gar nicht mehr die Muße habe, die Umgebung um mich herum zu genießen oder meinen Gedanken nachzuhängen. Das schnelle Gehen, das unter dem Namen "Walking" bekannt geworden ist, erlebe ich hingegen als geradezu meditativ. Ich kann völlig versinken in der Bewegung, meinen Atemzügen, meinem Herzschlag - und habe dennoch Augen für all die herbstliche Schönheit um mich herum. Vielleicht habe ich hier tatsächlich eine Sportart entdeckt, die meinem Wesen entgegenkommt.

Wieder daheim wollte ich mich eigentlich der Gartenarbeit widmen, doch nach all der Bewegung an der frischen Luft befiel mich urplötzlich eine enorme Müdigkeit und so gönnte ich mir ein Nickerchen auf dem Sofa, aus dem ich eine Dreiviertelstunde später ganz erfrischt erwachte. So blieb mir noch genug Zeit zum Kochen, denn meine Schwester hatte sich zum Mittagessen angesagt. Ich entschied mich für ein ayurvedisches Menü: Die Vorspeise bildete ein Salat mit Sprossen und Birnen und als Hauptgang gab es gedünstetes Gemüse mit Rahmsauce, dazu Dhal, Basmatireis und ein Mango-Chutney. Für den Nachtisch hatte meine Schwester gesorgt: Sie brachte Muffins mit. Dieses köstliche Feiertagsessen war der Auftakt zu einem wunderschönen Nachmittag. Wir saßen gemütlich auf dem Balkon, spielten Frisbee und Federball und schmiedeten Pläne für zukünftige Unternehmungen. Ich liebe diese gemeinsamen Schwesternstunden! (Und ich danke meinem Schatz, dass er im Sommer die Frisbeescheiben und die Federballschläger besorgt hat.)

Den Abend werde ich nun noch ganz behutsam ausklingen lassen - vielleicht mit einem Telefonat mit meinem Liebsten, mit Kerzenschein, leiser Musik und meinem Tagebuch. Was für ein wundervoller Tag!