Reise zu den Sternen

31.10.2017 um 08:01 Uhr

Grenzen

von: mijoni   Stichwörter: Abgrenzung, Rückzug, NichtImmerSchlecht

Stimmung: Entspannt den Morgen begrüßen

Grenzen ... Ein Wort, das seit einiger Zeit ja recht negativ behaftet wurde. Und doch, Grenzen sind durchaus sinnvoll und damit alles andere als negativ.

In meinem Leben gab es bisher nur "leichte" Grenzen, die ich für selbstverständlich hielt und bei meinen Mitmenschen akzeptierte und nicht abkratzen oder übertrat. Es überraschte mich immer wieder, wie respektlos hingegen die Mitmenschen meine Grenzen übertragen und so taten, als seien sie nicht da. Machte man das bei Ihnen, folgte ein Theater vom feinsten mit Geschrei und all dem anderen widerlichen Treiben. Verteidigte ich hingegen meine Grenzen wurde mit Wort und Taten gezeigt, das diese nicht angemessen seien und ich nicht das "Recht" hätte, darauf zu bestehen. Durch entsprechende Repressalien und Konsequenzen machten mich die Mitmenschen gefügig. 

Wenn also meine Grenzen nicht wert sind respektiert zu werden, geachtet oder gar von mir verteidigt zu werden, was bleibt denn dann?

In meinem Fall kam erst ein Graben, dann lange gar nichts und am Ende stand diese Mauer. Und hinter dieser Mauer habe ich mich geschützt vor den Übergriffe einer Welt, deren Regeln mir so dämlich und kindisch vorkamen. Es schützte mich vor der ewigen Ambivalenz von Sprache und Taten. Der Disharmonie in den Worten an sich, die toll verpackt waren und doch nur Schrott enthielten. Den vielen komischen Gefühlen da draußen, die eh immer unangetastet waren.

Inzwischen bin ich da raus. Das Leben hinter der Mauer mag einen zwar schützen, aber es macht einsam und es ist trist.

Schön wäre es zu sagen, das man die Mauer abgerissen, die Öde begrünt und den Graben zugeschüttet hat und dann in Frieden und Harmonie gelebt hat ... schön, aber völlig illusorisch.

Bei mir hat es jetzt schon gut drei Jahre gedauert und noch immer findet man Reste der Mauer, kahle Flecken und der Graben ist auch noch nicht zu. Zudem wurde ich neben dem Rückbau auch wieder mit dem Phänomen konfrontiert, das ich eine Art Grenze brauche, noch immer. Und ich muss sie noch immer verteidigen ... 

Leicht ist es mir nicht gefallen und oft wurde die Grenze dennoch überschritten, aber es wurde besser. Die meisten Menschen haben kein Gespür dafür, wie zart eine Grenze sein kann, sie verstehen sie erst, wenn sie massiv ist und sie ihnen als Hindernis im Weg steht. Und auch nicht weicht, wenn man Theater macht.

Ich finde das Prinzip noch immer kindisch, aber ich habe für mich verstanden, das ich dem folgen muss, wenn es mir gut gehen soll. Also fange ich an meine Grenzen zu befestigen und zu verteidigen.

Schön ist, das es nur dämliche, dumme Mitmenschen abhält. Den die, die es sehen und fühlen, benutzen die Tür, um mich zu besuchen und fallen nicht über mich her. Aber ... Einige, die die Tür benutzen, dürfen sich dennoch nicht frei bewegen. Auch hier gab es Menschen, die die Tür benutzten und dann Bomben legten.

So ist das eben und für mich ist inzwischen okay. Es fällt mir nicht mehr schwer, solche Leute rausgeworfen und den Schaden zu beheben. 

27.10.2017 um 20:37 Uhr

Gedanken zum Netzfund

von: mijoni   Stichwörter: BeiSichSein, ZuViel, ZuWenig

Stimmung: Abgetaucht ...

Vor einigen Wochen fand ich diesen Text. Diese Ode an die Zu-Viel-Frau und es kam mir so vor, als würde ich bei jedem Wort, jedem Satz mich selbst dort finden, in einen Spiegel schauen und das hat viel mit mir gemacht.

Zum einem hat es mich tief berührt, weil es so genau diesen Zustand beschreibt, das es weh getan hat. Und es hat mich erfreut und glücklich gemacht, weil ... Da war jemand der endlich die Worte gefunden hat, um es auszudrücken. Und es tat gut zu erfahren, das es noch viele andere gibt, die einfach "Zu viel" sind.

Dieser Text ließ mir keine Ruhe und immer wieder dachte ich darüber nach. Und was ich fand, war entweder "Zu viel" ... Reden, Schweigen, Fühlen,Lieben, Einsatz, Fürsorge ... Es gab immer etwas, das war zu viel. Wenn ich aber weniger zeigte, mich zurücknahm, dann war ich plötzlich gleichgültig, egoistisch, desinteressiert oder beschränkt, kleinkariert und ein besserwisserischer Kotzbrocken oder Zicke ... ??? ...

Nun ... Ich werde keine Gedanken mehr darauf verschwenden, ob andere meinen es wäre zu viel oder zu wenig, denn für mich ist es weder zu viel, noch zu wenig, sondern genau das, was für mich richtig ist zu diesem Zeitpunkt, in dieser Situation, mit diesen Menschen.

Was sicher auch bedeutet, daß Menschen mein Leben verlassen werden, weil sie damit nicht zurecht kommen, aber dann wird es eben so sein. Es werden andere kommen, die damit umgehen können.

Ich mag mein zu viel, denken, fühlen, reden, lachen und sich glücklich fühlen, weil ... Die Sonne scheint, man Zeit mit Menschen verbringt, die einem nah sind ... Natürlich liebe ich stets zu viel, mit ganzem Herzen und natürlich ist auch der Schmerz überwältigend, wenn die Liebe gegangen ist und man vor Scherben und Asche steht ... Und doch ... Diese Erfahrungen möchte ich nicht vermissen. 

Ich lebe, ich liebe ... Mein "Zu Viel" ist mein Antrieb, mein Licht ... Und ja, es gab viele, die sich daran bedienten, es ausnutzen, kurz, sich an meinem "Zu Viel" bereicherten und es wird sie auch in Zukunft geben. Aber auf jeden von diesen, kommen zwei, die mir auch viel dafür zurück gaben und auch noch geben.

 

27.10.2017 um 19:44 Uhr

Zu viel ...

von: mijoni   Stichwörter: Netzfund

Stimmung: Nachdenklich ...

EINE ODE AN DIE ZUVIEL-FRAU Und natürlich weiß sie, daß es an ihr liegt. Sie weiß, wenn sie weniger wäre, weniger fühlen würde, weniger kompromisslos wäre, weniger fordernd, weniger extrem... würde sie in einer Beziehung sein oder bleiben. Wäre es nicht schwer eine Partnerschaft einzugehen. Würden ihr Freundschaften leichter fallen, wäre sie eine angenehmere Angestellte und eine angenehmere Tochter und Geliebt von irgend einem verheirateten Mann. Da wäre dann mehr Toleranz, mehr Akzeptanz, mehr Gelassenheit, mehr Genügsamkeit, mehr Harmonie. Natürlich weiß sie, daß es an ihr liegt... Sie weiß, daß sie hochsensibel ist, dramatisch, leidenschaftlich, temperamentvoll, ungezügelt und von allem ein wenig zuviel und zwischendurch noch hysterisch.. immer dann wenn etwas nicht ganz ehrlich ist, wenn etwas nach lüge riecht, wenn etwas nicht ganz ausgesprochen ist, wenn etwas nicht ganz transparent ist, wenn etwas nicht ehrlich kommuniziert wird, aus dem Herzen heraus und nicht aus dem Kopf oder aus dem Schützengraben. Natürlich weiß sie, daß es an ihr liegt... Sie weiß, daß sie kaum Konflikte vermeiden kann, sie weiß daß sie nur durch ihre Präsenz andere triggert, dann wenn sie zu laut, zu schön, zu fröhlich, zu eigensinnig, zu dominant, zu gross, zu besitzergreifend, zu abhängig .... zu zu zu zu ist. Sie weiß, daß sie es niemandem leicht macht, auch sich selber nicht. Und doch dadurch besticht sie, dadurch lebt sie ihre Talente, dadurch hinterfragt sie, dadurch bricht etwas auf, dadurch heilt etwas in ihr und im Umfeld, dadurch erweitern sich die Grenzen, dadurch bebt die Erde, dadurch kommt mehr Licht an dunkle Ecken, dadurch kann nicht mehr alles unter den Teppich gekehrt werden, dadurch entsteht Veränderung, Wandel, dadurch werden andere Inspiriert aufzuwachen, Mut zu haben, Risiken einzugehen. Viele wenden sich von ihr ab. Andere wenden sich ihr zu. Vielleicht vielleicht nicht immer die, von denen sie es sich wünschen würde. Doch sie weiß, in dem was zuviel an ihr ist liegt das Geschenk, denn ja sie hat ZUVIEL.. darum ist es leicht für sie, sich zu verschenken, sich hinzugeben, sich zu öffnen, sich zu ergeben. In ihrem Hunger liegt die Kraft über sich selber hinauszuwachsen, eigene Grenzen zu überschreiten, nicht stehen zu bleiben. Da liegt viel Bewegung und auch die absolute Stille die sich freisetzt und in die sie sich hineinfallen lässt. Du magst zu den Frauen gehören, die zuviel sind. Doch sei nicht starr damit, verbittere nicht, versteck dich nicht dahinter, bleib weich, bleib zärtlich, bleib liebevoll und verletzlich.. brich alles auf, was einst zugemüllt wurde, dich hart gemacht hat, dehn das zuviel sein noch mehr aus, bewege es in eine neue Dimension hinein.... Ja du weißt, es liegt an dir, du bist zuviel. Mach es dir nicht zum Vorwurf und auch anderen nicht, daß sie nicht damit können. Denn du hast begonnen, es zu integrieren. Deine Reife schenkt dir mehr Erdung, mehr Weisheit, mit deinem zuviel einfach zu sein. Stehen zu bleiben. Zuzuschauen und es auch zu lenken. Du hast dich vom Trotz heraus befreit in ein klares liebevolles Selbstvertrauen hinein. Sei zuviel. Und komm in Frieden mit den Konsequenzen, nein mehr noch feiere sie/dich. AHO Komplizin Moksha Devi 

22.10.2017 um 07:59 Uhr

Ruhe ...

von: mijoni   Stichwörter: Stille, ImInnerstenAngekommen

Stimmung: Schon wieder zu früh ...

Gestern war ich also bei Mini und in der alten Heimat. Auf der Hinfahrt war ich noch mit all dem Kram beschäftigt, der mich schon seit Tagen aufwühlt und mich im Kreis drehen lässt.

Aber all das war weg, als Mini aus der Tür stürmte und mich umarmte. Die Zeit mit ihr war kostbar, unvergleichlich und hat den Schlüssel letztlich umgedreht.

Mini geht es sehr gut, sie passt sich immer an, kommt immer besser zur Ruhe, legt ihre Zwänge und Kontrollen ab. Sie wird dort so angenommen, wie sie ist, im guten und im schlechten. Ihre Bezugsbetreuerin sagt, ja, es ist schwierig, aber es geht täglich besser. In der Schule sind ihre Leistungen durchgängig gut.

Sie hat ihren Ort gefunden und kann dort wachsen. Auch wenn es zum Abschied Tränen gab, bin ich mit dem Gefühl gefahren, das sie dort gut untergebracht ist, viel Zuneigung erfährt und sehr viel für sich daraus mitnehmen kann.

Auf dem Rückweg blieb ich noch an einem Rastplatz stehen. Ließ die Landschaft auf mich wirken und stellte für mich fest, das es mir ganz warm ums Herz wurde, als ich die so typische Landschaft sah. So viele Gefühle für die Region, in der ich geboren und aufgewachsen bin. Ich rauchte eine. Wieder im Auto und auf dem Weg, drehte sich ein weiterer Schlüssel.

Ich bin nach Hause gekommen und es tat gut. Was blieb von dieser Fahrt? Ich bin noch immer mit meiner alten Heimat verbunden und es tut gut, sie zu sehen, zu riechen, wahrzunehmen. Sie erdet mich und beruhigt.

Es gibt Dinge, die sich im Laufe des Lebens verändern. Sei es die Moral und die Vorstellung dessen, was wir, ich, als moralisch vertretbar halten. Werte, die einem wichtig sind und quasi das Fundament des Handelns bilden. Sicher gehört es dazu, sie in Frage zu stellen und vielleicht ist es nötig, manches auszutauschen, weil es sich als nicht passend herausstellt. Das habe ich getan, mit vielen Zweifeln, unsicher. Gestern ist mir nun klar geworden, das das, was ich für mich gewählt habe, genau das ist, was mir und meiner Person entspricht. Diese Punkte werden für mich nicht mehr zur Diskussion stehen.

Es fühlt sich gut an keine Fragen zu haben. 

19.10.2017 um 06:37 Uhr

Alles von vorn?

von: mijoni   Stichwörter: Null, Gescheitert, WiederAllesVonVorn

Stimmung: Irgendwas dazwischen ...

Eigentlich sollte der Urlaub dazu da sein, zur Ruhe zu kommen, den Kopf frei zu bekommen und jetzt entwickelt sich das Ganze zu einem Gedankenkarusell und schlägt hohe Wellen.

Ist das, was bleibt, wenn ich die Situation betrachte, das alles nur eine Illusion war? Das allein ist schon ... Erschreckend (?), traurig (?), schmerzhaft (?) ... irgendwie alles zusammen.

Gescheitert ... Also wieder von vorn. Neuer Job, neue Wohnung, neues ... Was? Leben?

Im Gegensatz vor drei Jahren, wo ich mich darauf freute und voller Neugierde in das Abenteuer startete, ist es jetzt eher so ... Muss ich das wirklich? Warum? Ich will aber nicht ...

Und doch werde ich müssen, weil es vernünftig ist. Der neue Job muss sein, weil der alte ... In erster Linie tut er meiner Gesundheit nicht gut, auch wenn mir das, was ich mache Spaß bereitet, wenn es nicht wieder aus dem Ruder läuft und man mir permanent mit doofen Kommentaren oder Extra -Arbeiten im Nacken sitzt. Und natürlich die Bezahlung ist ein Punkt. 

Die Wohnungsfrage steht ja schon länger im Raum, aber dadurch wird es nicht besser. Ich will hier nicht weg, ich fühl mich hier zu Hause. Nach langer Zeit ein Ort, an dem ich mich wohl gefühlt habe und wohl fühle, eintauschen gegen was?

Mir fehlt momentan die Freude in dem ganzen Neuen was tolles zu sehen. Dein Lieblingsthema, Zwischenweltler ... Loslassen ...

Ein Neustart, aus rein vernünftigen Gründen erscheint mir so ... Dämlich. Aber was soll's. Das was bleibt ist die Gewissheit, das irgendwann der Punkt kommt, wo es dann "sinnvoll" war ... Nur eben nicht jetzt und nicht morgen.

Und im Gegensatz zu dem, was ich bisher hinter mich gebracht habe, ist das jetzt eigentlich ein Kinderspiel, aber mir erscheint es als das schwerste, was ich bisher entschieden habe, weil Verstand und Gefühle so gar nicht zusammen kommen ... 

 

14.10.2017 um 20:36 Uhr

Begrenzung

von: mijoni   Stichwörter: Grenzen, Struktur, Orientierung

Stimmung: Aufgeräumt ... 👌

Ich würde mich zu sehr begrenzen, einengen. Eine Feststellung, der ich zu stimmte. 

Seit dieser Feststellung ist viel passiert. Ich habe die selbst gezogenen Grenzen erweitert, geöffnet. Was zur Folge hatte, das ich mich verloren habe in der grenzenlosen Weite.

Es brachte mich in eine Situation, in der ich erkannte, das ich nicht damit leben kann, wenn es keine Struktur, keine Orientierung, keinen Plan gibt. Ich verliere mich dann in Nebensächlichkeiten, neige zu Vermeidungs - und Aufschiebeverhalten, verliere den Überblick und verstricken mich. Für mich das schlimmste daran, das ich den ganzen Tag mit irgendwas beschäftigt bin, aber abends feststelle, das ich nichts geschafft habe.

Ich ahne, nein, ich bin mir sicher, wo dafür die Ursache liegt und in ein paar Wochen werde ich es bestätigt bekommen. Ich habe einen Termin in der Erwachsenenambulanz und lasse mich auf ADHS testen. Der Selbstversuch mit dem Methylphenidat hat mir schon zu denken gegeben.

Aber bis dahin werde ich das tun, was ich für richtig halte. Ich sorge wieder für Struktur und Orientierung in meinem Leben. Dieses Mal aber in der nötigen Balance zwischen dem, was getan werden muss und dem, was der Erholung dient.

Mancher mag das lächerlich finden, das ich mir, z.B. alles aufschreibe und auch penibel einen Kalender führe. Mir hilft das, mich nicht noch weiter zu verlieren. Es hilft mir, den Überblick zu behalten. Wichtiges von Unwichtigen zu trennen. Es hilft den Fokus auf die Aufgabe zu legen und nicht abzuschweifen.

Wenn ich das nicht mache, komme ich vom 100stel zum 1000stel. Oder ich träum einfach vor mich hin und die Motivation überhaupt irgendwas zu tun oder anzufangen ist verschwindend gering.

Im Gegensatz zu früher, wo mir die Begrenzung oft von außen ausdiskutiert wurde, bestimme ich diese nun selbst. Manch einer wird sicher sagen, häh? Ist doch das gleiche ... Nein, ist eben nicht. Wenn man einen Moment darüber nachdenkt, wird einem auch der Unterschied klar.

Ich stecke meine Grenzen ab, in denen ich dies frei von mir aus entscheide und mich in diesem Rahmen frei entfalten kann. Grenzenlos zu sein, hemmt mich. 

 

 

12.10.2017 um 05:29 Uhr

Bahnhof

von: mijoni   Stichwörter: Begleiter, TicketZiehen

Stimmung: Entspannt ...

Der Vergleich mit dem Bahnhof hat mir gut gefallen. Ist ja auch nichts anderes, das Leben.

Momentan schau ich mich nach Begleitern um und das ist spannend. Dazu gehören natürlich die Kids. Auch wenn es nicht der gleiche Zug ist, so verlaufen die Bahnen parallel zueinander und es gibt immer Stationen, an denen wir uns treffen. Das ist sehr beruhigend.

Andere die mich begleitet haben, stehen jetzt auf anderen Bahnsteigen und auch das ist gut so. Einige von denen haben sich schon vor langer Zeit verabschiedet und können jetzt endlich ihr Ziel erreichen. Ich brauche sie nicht mehr, weil es einen Abschluss gab und ich behalte die Erinnerung.

Wieder andere sind mir einfach fremd geworden und es dauerte, dies zu akzeptieren. Aber auch hier ist kein Groll mehr, nur der Wunsch, das sie ihren Weg, das Ziel erreichen.

Dann sind da die, die nicht auf dem Bahnsteig auftauchen, von denen ich aber weiß, das ich sie früher oder später wieder an einer anderen Station treffen werde. Diese zwei sind mir lieb und teuer, die eine ist das einzige Familienmitglied zu dem ich noch engen Kontakt habe. Der andere mein bester Freund.

Und natürlich sind da die, die gerade jetzt, momentan um mich herum sind und deswegen auf dem Bahnhof rumhängen. Sie stehen weiter weg und das sagt wohl auch schon alles. Sie warten auf ihren Zug, der nicht mehr meiner sein wird. Ein oder zwei von denen, werde ich bestimmt noch mal sehen, aber das ist noch nicht sicher.

Mein Gepäck ist recht übersichtlich geworden und das macht mich schon stolz. Es ist zwar noch etwas da, was man aussortieren und zurück lassen könnte, aber es hält sich hartnäckig und auch das ist okay. Es wird auch hier die Zeit kommen, wo es entweder von selbst verschwindet oder ich es einfach stehen lassen werde.

 

10.10.2017 um 05:52 Uhr

Erinnerungen

von: mijoni   Stichwörter: ReiseZurück, FastVergessen

Stimmung: Keine ...

Es gab keinen Anlass, ganz plötzlich stand mir eine Kindheitserinnerung vor Augen und die damit verbundenen Gefühle.

Ich bin ohne Geschwister aufgewachsen, was mir nie etwas ausgemacht hat. Allerdings haben ab und an die Kinder meiner Patentante bei uns übernachtet und das war okay. Weniger okay war das Verhalten meiner Mutter und auch meines Vaters. Meine Mutter hat aus so einer Übernachtung immer ein riesen Event gemacht.

Was ich bei diesen Gelegenheiten erlebte, hat mich ganz schön ... mhh, erst erstaunt und dann verletzte. Meine Mutter nahm sich Zeit für die Besuchskinder und überschüttete sie mit Aufmerksamkeit. Ich habe mich dann erst recht zurück gesetzt gefühlt. Vor allem, weil ich bei solchen Besuchen eher beiläufig mal zur Kenntnis genommen wurde.

Mit der Zeit hasste ich es, wenn Schlafbesuch auf dem Programm stand, weil ich die spärliche Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit nicht nur teilen musste, sondern gänzlich verlor. So zumindest sah und empfand ich es.

Wenn ich was sagte, hieß es, ich solle mich nicht so anstellen, ich sei schließlich schon groß.

Und ich erinnere mich, das ich aus Wut und Hass, wenn man das so nennen kann, dafür sorgte, das gemalte Bilder aus Versehen ruiniert wurden, Haare ziehen und Bein stellen, ganz aus Versehen. Nichts offensichtliches, was mir Ärger eingebracht hätte. Eher ungeschickte Unfälle ... Meine Mutter hat, so glaube ich, geahnt, das es nicht einfach nur Missgeschicke waren, aber sie sagte nie was dazu. Und ich war schlau genug, nie offen zu operieren ...

Das hat mich ganz schön erschreckt.

Als ich erwachsen war, sprach ich das mal an und meine Mutter, die sich sofort angegriffen fühlte, sagte mir, was ich denn hätte. Ich hätte doch immer alles gehabt und bekommen ...

Ich ließ das Gespräch damals. Ja, ich hatte ein Dach über den Kopf, Kleidung und Essen. Später ein großzügiges Taschengeld und wenig Verbote ...

Wie hätte ich ihr deutlich machen können, was mir gefehlt hat? Zeit ...

 

07.10.2017 um 21:16 Uhr

Ist mir egal ...

von: mijoni   Stichwörter: Gleichgültig, GehtMirAmArschVorbei

Stimmung: Minimi .... ✌

Manche Menschen verstecken hinter einem "Ist mir egal." Dinge, die ihnen doch sehr wichtig sind. Sie gehen davon aus, das andere, sofern dieser Satz überzeugend vorgebracht wurde, es als Tatsache annehmen.

Ein Verhalten, das mir schon immer Brechreiz verursachte, genau wie so vieles anderes. Das sind Situationen, wo ich immer denke, das ich einen falsch synchronisierten Film sehe.

Wenn ich sage, das es mir egal ist, dann sage ich es, weil es mir tatsächlich gleichgültig ist oder geworden ist. Und die Liste der Dinge, die mir immer egal er werden, wächst stetig an. Gut für mich und nur für mich.

Schwer ist es, sich von Verhaltensweisen zu trennen. Aber auch hier werden mir sehr viele Dinge so nach und nach gleichgültig. Und wenn ich heute sage, ist mir egal, dann ist es mir egal.

Die letzten Tage waren in dieser Hinsicht sehr lehrreich. Zum einen, waren meine Reaktionen darauf für mich heilsam, weil sie mich überraschten und sehr emotional waren.

Was davon geblieben ist? Ich habe nächste Woche Urlaub und der Rest ist mir egal. 

03.10.2017 um 19:18 Uhr

Mein Lieblingsmensch

von: mijoni   Stichwörter: GanzVielLiebe, Ironie, Dankbarkeit

Stimmung:

Mein Lieblingsmensch ...

Einige, die schon länger mitlesen, wissen, das ich einen Lieblingsmensch habe, einer, der neben meinen Kindern diesen Begriff als wertvolle Bezeichnung in meinen Gedanken und dem, was ich schreibe trägt.

Und, wer fleißig mitgegelesen hat, weiß auch, das es Höhen, Tiefen und eben all das gab, was jenseits von "Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage ..." zu finden ist.

Dennoch liebe ich diesen Menschen und das, weil er schlicht und einfach er ist. Ich mag seine Ecken, Kanten und seine Macken. Auch wenn das etwas war, was ihn überraschte und verblüffte. Alles, was er mir erzählte, was so furchtbar und abschreckend an ihm sein sollte, stellte sich für mich im Laufe der Zeit als, ja, merkwürdig und vielleicht auch sonderbar heraus, aber ich fand nichts, um "schreiend davonzulaufen" ...

Auch wenn ich mir manchmal gewünscht habe, eben solche Sachen zu finden, weil jemanden zu lieben eben nicht immer einfach ist ... Vor allem, wenn man selbst noch nicht in der Mitte angekommen ist.

Mein Lieblingsmensch ist jemand, der mich zum Lachen bringt und ich mir dann denke, "Lass das, du ruinierst meine schlechte Laune!" ...

Der, dem es diebisches Vergnügen bereitet, mir ungläubige Blicke und Mimiken zu entlocken und er wird nicht müde, mich immer wieder zu überraschen.

Der, der still beobachtete, wie ich ganz versunken und staunend die Schönheit um mich herum betrachtete und alle Worte überflüssig waren.

Der, der mir Komplimente macht, die für andere wohl sehr seltsam klingen ... "Keine schnarcht so schön wie du!" ... 

Der, dem ich sagen kann, das ich ihn widerlich und abstoßend finde und überhaupt nicht verstehe, warum ich Zeit mit ihm verbringe ... Der, der dann trocken sagt, das auch er mich widerlich und abstoßend findet ...

In vielen Punkten sind wir uns ähnlich und doch sind wir grundverschieden.

Mein Lieblingsmensch ist vor allem ein Spiegel. Er zeigt mir, wo ich selbst noch mal für mich hinschauen muss. Auch wenn die Wahl der Mittel für mich zeitweise fragwürdig ist. Anders herum scheint es aber auch des öfteren zu Erschütterungen zu kommen.

Auf andere wirkt diese Verbindung irritierend und löst sicher auch Unverständnis aus, allerdings muss das auch kein anderer verstehen.

Du bist mein Wunder Punkt ... Alles nur eine Frage der Betrachtung ❤ 

01.10.2017 um 21:38 Uhr

Herbst ...

Stimmung: Minimi ....

Ich mag den Herbst. Also, die Tage im Herbst, wenn die Sonne scheint und man draußen unterwegs sein kann. Die Bäume bunt eingefärbt sind und langsam zu fallen beginnen ... Der Geruch von der Erde und auch von all den Pilzen, die man wirklich riechen kann.

Och, ernten, was mangesäet hat? 😂😂😂 ... Ich würde verhungern, wenn ich darauf angewiesen wäre ... 🤔😂😂😂 ... Ich bin eher so die Grille, die aus der Fabel mit der Ameise. Obwohl mir klar ist, das es als Ameise leichter wäre und ich mir ja auch Mühe geben, eine zu sein ...

Woops ... Da fällt mir gerade ein, das genau das, eine Überschrift meines Lebens wäre. Der Satz schlechthin, der mein Leben in einem Satz zusammenfasst ... "Sie war stets bemüht ... " oder auch "Könnte bei mehr Fleiß und Einsatz ..." 🤔

Ich war stets darum bemüht, den Anforderungen anderer gerecht zu werden. Bemüht ... Und all das Mühen war umsonst (?), vergebens (?) ... Das traurige Resultat meines Lebens ... 🤔

Auf meinem Grabstein wird wohl auch stehen " War stets bemüht ..." ...

Und soll ich Euch mal was sagen?

Ich stelle mit sofortiger Wirkung mein "Bemühen" ein ... ✌

Wozu auch? Warum sollte ich mich bemühen? In einer Welt in der mehr Schein, als Sein gelten ... och, geht alle weg mit damit.

Ich bin wer ich bin. Ich bemühe mich nicht mehr, jemand zu sein, der ich nicht bin. Was mich auch dazu führt, das ich lieber in die Isolation gehe, als weiter irgendeinem Zirkus anzugehören.

Ich mag zwar Zirkus, aber die Art von Zirkus, die ich bevorzuge, werden von der Gesellschaft eher abgelehnt und verurteilt. Von mir aus ...

Aber wie bin ich eigentlich bei diesem Thema gelandet? ... 🤔 ...

Ach, egal ... Wie so vieles andere auch. Ich mag den Herbst. Und ich mag es ab und an, mir einSchwips anzubringen uns dummes Zeug zu schreiben.

 


P.S. ... Niva  ... Ich denke, manchmal liest du hier ja mit. Ich weiß, es tröstet dich nicht und es hilft dir auch nicht. Aber ich verstehe dich und das, was du gerade erlebst nur zu gut ... 😔 ... Ich würde dir gern helfen ...