Mission Prinz

29.09.2008 um 11:58 Uhr

Nach dem Telefonat...

Eigentlich sollte ich ernsthaft arbeiten, aber ich muss zuerst mal meinen Kopf frei bekommen.

Am Freitag habe ich zum ersten Mal mit C. telefoniert. Ich war wahnsinnig aufgeregt, und habe versucht dem Gespräch durch banales Verhalten die Wichtigkeit zu nehmen. Ich habe nebenbei gebadet, meine Beine rasiert, eine Maske aufgetragen... ganz alltägliche Dinge. So hatte ich auch was zu tun, ansonsten wäre ich während des Gesprächs unruhig durch die Wohnung getigert. Das Gespräch selbst lief ganz gut. Wir haben uns nett unterhalten, etwas rumgealbert, Informationen ausgetauscht.  Aber ich habe auch schon Dinge bemerkt, die mich stören (könnten): Er redet manchmal zu viel, und lässt mich gar nicht zu Wort kommen. Das habe ich aber schon beim Chatten bemerkt. Und manchmal drückt er sich sehr gestelzt aus. Auch das ist mir schon beim schriftlichen Kontakt aufgefallen. Aber ich denke, das sind Kleinigkeiten. Vor allem sind es vermutlich Dinge, die sich im Laufe der Zeit und des Kennenlernens verflüchtigen. Die gewählte Ausdrucksweise - möglicherweise gehört das zum Anfangsprogramm des "Sich-von-der-besten-Seite-zeigens". Und das viele Reden... sicher Unsicherheit. Um diese zu überspielen. Nervosität. Ich rede auch viel, wenn ich unsicher bin und nicht so richtig weiß, was ich von einer Situation halten soll. Auf jeden Fall sind das Dinge, die nicht sofort zu einem "nein" führen. Sowas zeigt sich erst im persönlichen Aufeinandertreffen. Außerdem hat er eine angenehme Stimme. Heute abend telefonieren wir wieder. Ich denke, ich freu mich darauf.

Wir haben auch schon ein erstes Treffen ausgemacht, also das Wo und Wie geklärt. Das Wann allerdings nicht, denn damit wollen wir uns noch etwas Zeit lassen. Wir haben beide Angst davor. Er hat Angst, er könnte meine, seiner Meinung nach hohen, Erwartungen nicht erfüllen. Und ich habe in erster Linie Angst, dass es nicht klappt. Dass das gute Gefühl, welches ich jetzt bei ihm habe, beim persönlichen Kennenlernen weg ist. Warum muss das alles so schwer sein? Es ist einfach blöd, dass er so weit weg wohnt. Man kann sich eben nicht spontan auf einen Kaffee verabreden und gucken, wie's läuft. Man muss sich schon relativ sicher sein, und die Erwartungen steigen immer mehr. Heute morgen hatte ich eine kleine Panikattacke, als mir bewußt wurde, wie weit er weg ist. Sollte es funken beim ersten Treffen, wie soll das dann laufen? Keiner von uns kann es sich wirklich leisten, ständig zum anderen zu fahren. Und die nächsten drei Monate wird sich weder an meiner, noch an seiner örtlichen Situation etwas ändern. Bei J. war das alles so praktisch... Wenn man sich am Anfang eher selten sieht, kann dann überhaupt die notwendige Nähe entstehen? Dann ist mir aber das Wochenend-Ticket eingefallen, und außerdem, dass ich die Sache entspannter angehen muss. Einfach erstmal sehen, was passiert, wenn wir uns treffen. Und bis dahin lernen wir uns per Telefon und Chat besser kennen. 

Gestern habe ich meiner besten Freundin von C. erzählt. Sie sieht die Sache genau wie ich: das persönliche Treffen ist entscheidend. Was davor war, zählt in dem Moment nicht mehr. Aber sie hat mich ermutigt, die Sache erstmal langsam so weiterlaufen zu lassen. Und ganz entspannt zu bleiben. Das sagt sich so einfach...

Ach so, der nette junge Mann, der mir eine längere Mail geschrieben hatte... Ich hatte nicht sofort geantwortet, weil ich ja noch Bedenken hatte. Nach zwei Tagen (!) bekam ich eine zweite Mail von ihm. Er war sauer und schmollt, weil ich nicht geantwortet habe. Kindskopf. Ich habe mich natürlich sofort angegriffen gefühlt und ihm geantwortet. Ich habe ihm erklärt, dass ich momentan nicht soviel Zeit habe und außerdem mit jemand anderem in engem Kontakt stehe. Dass er sich noch etwas gedulden soll. Daraufhin hat er mich von seiner "Favoriten-Liste" gelöscht. Gut, dann werde ich ihm wohl nicht mehr antworten.

Was mir noch Sorgen macht... Ich denke nach wie vor sehr viel an J. Ich glaube nicht, dass ich ihn noch liebe. Naja, ich hoffe es zumindest. Aber ich vermisse ihn immer noch sehr. Oder zumindest die gemeinsame Zeit. Und ich habe sehr große Angst, dass ich nur mit C. anbandele, weil ich J. eins auswischen will. Als Trost, und aus Verzweiflung. Weil ich solche Angst habe, allein zu bleiben. Ich hoffe sehr, dass es nicht so ist, bin mir aber nicht hundertprozentig sicher. Auch das ist etwas, was sich erst beim ersten Treffen zeigen wird. Wir sollten damit wirklich nicht mehr allzulange warten...

24.09.2008 um 17:01 Uhr

Update oder Das Wunder der Liebe

Es ist wiedermal Zeit für ein Update.

Die Sache in der Partnerbörse entwickelt sich gut, besser als erwartet. Nachdem wir uns zwei Wochen lang fast täglich seitenlange E-Mails geschickt hatten, haben wir gestern das erste Mal gechattet. Über zwei Stunden, und wir hätten auch noch länger durchgehalten. Es war sehr interessant, vor allem da wir wieder neue Übereinstimmungen entdeckt haben. Es ist schön, jemanden so nach und nach kennenzulernen. Sympathie ist auf jeden Fall da, und auch Interesse, mehr über den anderen zu erfahren. Natürlich brenne ich darauf, den Mann persönlich kennenzulernen, denn meine letzte Erfahrung in diesem Bereich hat mir eins gezeigt: Fotos können täuschen. Und auch schriftliche Sympathie. Wirklich entscheidend ist die persönliche Begegnung. Die kann alles kaputt machen, oder aber es funkt. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass es dieses Mal bei der Begegnung funkt. Denn eins ist nach all den Mails und dem Chatten klar: C. und ich passen ziemlich gut zusammen. Wir könnten sogar richtig gute Freunde werden. Aber ich wollte es ja langsam angehen lassen. Deshalb ist der nächste Schritt erstmal ein Telefonat. Die Stimme verrät ja auch sehr viel. Und dann... wer weiß... Ich denke schon sehr viel an ihn, stelle mir manchmal vor, wie es wäre, mit ihm zusammenzusein. Ich habe sogar schon eine Idee für ein Treffen. Verdammt, ich steigere mich da schon wieder ganz schön rein. Die Hoffnungen und Erwartungen werden riesengroß... Langsam. Abwarten. Den Ball flach halten. Das sage ich mir immer wieder. Warten wir also erstmal das Telefonat ab. Vielleicht wird das morgen mal was... Ich freue mich auf jeden Fall sehr darauf. Und warte inzwischen sehnsüchtig auf eine Antwort auf meine nächtliche E-Mail. Hoffentlich schreibt er bald. Ich bin ungeduldig.

Meinem heimlichen Schwarm habe ich zu seinem Geburtstag eine nette, freundschaftliche Mail geschickt. Bisher kam keine Reaktion. Vielleicht ist er ja gar nicht da, sind ja schließlich noch Semesterferien. Manche Leute machen da Urlaub. Ist ja auch egal, es war ja nur ein Test. Wenn er nicht reagiert weiß ich wenigstens, dass ich diese Baustelle schließen kann, sozusagen.

Oh, und nochwas. Nach einer kurzen ruhigen Phase, läuft es jetzt wieder rund in der Partnerbörse. Seit ich gesteigertes Interesse an C. entwickelt habe, melden sich auch wieder andere Männer. Ich bekomme Bussis und Anfragen. Auf die Bussis reagiere ich natürlich nicht, denn ich finde es sehr unkreativ, jemandem sowas zu schicken. So völlig ohne jeden Kommentar oder persönlichen Gruß dient das nicht wirklich der Kontaktaufnahme. Und auch Mails à la "Hallo, wie geht's denn so?" wirken eher so, als würde derjenige das jeder schreiben. So unpersönlich und standardisiert. Dann schon eher die sehr nette und lange Mail eines jungen Mannes, der mich vor ein paar Tagen kontaktiert hat. Er klingt ganz nett, und normalerweise hätte ich längst geantwortet, schon allein, weil er sich soviel Mühe gemacht hat. Wäre da nicht die Sache mit C. Ist es nicht unfair und gemein, gleichzeitig mit mehreren zu flirten? Hintergehe ich ihn dann nicht schon irgendwie? Vielleicht sollte ich ihn fragen, wie er dazu steht. Andererseits würde diese Frage schon wieder eine Stellungnahme seinerseits oder gar den nächsten Schritt forcieren. Und das will ich ja auch nicht. Es soll sich ganz langsam und ganz von allein entwickeln. Im Moment beschäftigt mich am meisten die eine große Frage: Kann man sich in jemanden verlieben, den man noch nie gesehen hat? Und verliert die erste Begegnung dann an Bedeutung, d.h. kann man den anderen dann nur noch mögen, weil man sich ja schon verliebt hat? Also, hat man dann bei der ersten Begegnung sozusagen schon die rosarote Brille auf?

Überhaupt ist das eine interessante Frage: Wie verliebt man sich in jemanden? Kann man sich in jeden verlieben? Aus meiner bisherigen Erfahrung weiß ich nur, dass das ganze nicht steuerbar ist. Ich habe mich zwar noch nie auf den ersten Blick in jemanden verliebt, aber auch noch nie, weil ich es wollte. Bei mir war es bisher immer so, dass ich jemanden zuerst kennengelernt habe, völlig neutral, und dann irgendwann gemerkt habe, hoppla, da ist mehr als Sympathie. Normalerweise kam dieses Gefühl im Laufe der persönlichen Begegnung. Und bei meinem letzten Ex, dem einzigen Mann, den ich bisher wirklich geliebt habe? Wir kannten uns mehr oder weniger flüchtig, durch eine Freundin. Wir haben einen Abend zusammen verbracht, in einer Gruppe von Freunden. Wir haben nicht viel miteinander geredet. Aber ich fand ihn vom ersten Moment an interessant. Ich wollte ihn schon irgendwie näher kennenlernen. Und ich wollte ihn in meiner Nähe haben. War das schon die Vorstufe von Verliebtsein? Dann haben wir miteinander getanzt, eher zufällig, und es war ein sehr schönes Gefühl. Wir waren beide sehr nervös, aber ich habe mich dabei wohlgefühlt. Und dann haben wir doch noch ein gemeinsames Thema gefunden und stundenlang geredet. Als wir uns für die Nacht verabschiedet haben, wollte ich eigentlich lieber weiter bei ihm bleiben. Und habe mich wahnsinnig auf den nächsten Morgen gefreut, wo ich ihn wiedersehen würde. Aber die Vertrautheit vom Vorabend kam nicht wieder, als alle anderen dabei waren. Und dann haben wir uns relativ emotionslos voneinander verabschiedet. Ich dachte schon, ich hätte mich getäuscht, bis er mich per E-Mail kontaktiert hat - noch am selben Tag! Wir haben uns eine Woche lang mehrmals täglich geschrieben, der Ton war freundschaftlich aber auch oft doppeldeutig. Seine schnellen Antworten, sein Interesse... ich habe geahnt, dass er mehr will. Und ihn nach einer Woche darauf angesprochen. Weil auch ich das Gefühl hatte, dass wir mehr sein könnten, als Freunde. Aber war ich da schon verliebt? Oder habe ich mich nur geschmeichelt gefühlt, weil sich jemand für mich interessierte? Vor der ersten Verabredung haben wir telefoniert, stundenlang. Es war etwas schleppend, aber wir haben das Gespräch am Laufen gehalten. Ich hatte ein komisches Gefühl, wollte aber unbedingt wissen, wie's weitergeht. Das erste Date... Katastrophe. Wir haben es zwar geschafft, uns zu unterhalten, aber körperlich kamen wir uns überhaupt nicht näher. Ich wußte einfach nicht, wie ich meine Empfindungen deuten sollte. Und bin deshalb wohl auf Abstand gegangen. Gleichzeitig wollte ich ihm aber nahe sein. Und wollte mehr Zeit mit ihm verbringen, deshalb haben wir gleich das zweite Date ausgemacht - mit Übernachtung. War ich da schon verliebt? Oder hatte ich nur Interesse an ihm? Seine Aufmerksamkeit hat mir geschmeichelt, sein Interesse war schön. Wollte ich ihn deshalb wiedersehen? Ich fand ihn nett, ja, aber mehr? Ich wußte es wirklich nicht. Und das zweite Date... Wir haben geknutscht und mehr, aber ich habe mich die ganze Zeit komisch gefühlt. Einerseits war es schön, andererseits wollte ich nur ganz schnell weg. Was in dieser Nacht lief, war rein körperlich. Die Nähe war mir irgendwie unangenehm. Und er wirkte so verliebt. Doch kaum war ich ihn los, wollte ich ihn schon wiedersehen. Da war etwas zwischen uns, aber es war noch ganz klein, kaum spürbar. Es hat sich erst im Laufe der Zeit entwickelt. Die ersten Wochen mit ihm habe ich ständig zwischen Wohlfühlen und Wegwollen geschwankt. Aber ich habe mich immer wieder für ihn entschieden. Ich denke, in dieser Zeit habe ich mich verliebt. Aber die Frage ist, warum habe ich mich in ihn verliebt? Ist es durch den ständigen Kontakt entstanden? Durch die (körperliche) Nähe? Durch seine Aufmerksamkeit, weil er es so sehr wollte? Hätte ich mich auch verliebt, wenn wir uns nicht immer wieder gesehen hätten, er mir weniger Aufmerksamkeit geschenkt hätte, wir weniger Körperkontakt gehabt hätten? Hätte ich mich so oder so in ihn verliebt, weil es so sein sollte? Ich weiß es nicht. Ich denke, die Liebe wuchs mit der Nähe - die sich am Anfang für mich schon irgendwie erzwungen und unangenehm anfühlte. Was bedeutet das für C.? Ich weiß schon, dass wir uns gut verstehen. Wir können offensichtlich stundenlang reden. Seine Einstellung, sein Wesen, sein Charakter gefallen mir. Also das, was ich bisher davon kenne. Wenn wir uns also treffen, und ich wieder dieses Gefühl habe, eigentlich weg zu wollen, soll ich dann trotzdem bleiben? Soll ich mich auf ihn einlassen, auch wenn ich nicht gleich überzeugt bin, in der Hoffnung, dass sich alles genauso entwickelt wie bei J.? Dass Nähe durch Nähe entsteht? Verliebt man sich denn automatisch in jeden Menschen, mit dem man sich gut versteht und viel Zeit verbringt? Bisher war das bei mir oft so... Ich sollte mich wohl einfach darauf einlassen und sehen, was passiert. Immerhin weiß ich schon, dass wir ganz gut zusammenpassen würden. Das ist immerhin ein Anfang. Und wenn der Funke nicht gleich überspringt, abwarten. Das war bei mir schließlich noch nie so!

14.09.2008 um 12:15 Uhr

Neues aus dem Partnerbörsenland...

Ich habe mein Blog ganz schön vernachlässigt in letzter Zeit, aber ich gelobe Besserung. An sich ist das aber auch ein gutes Zeichen, denn das Schreiben ist für mich so eine Art Therapie - meine Art, Gefühle rauszulassen, die mich belasten. In letzter Zeit hatten diese Gefühle in erster Linie mit meinem Ex zu tun, und wenn ich nicht mehr ständig das Bedürfnis habe, zu schreiben, bedeutet das auch, dass ich wohl langsam über J. hinwegkomme. Natürlich, momentan denke ich noch mehrmals täglich an ihn. Ich frage mich was er macht, wie es ihm geht, wie wohl seine Neue so ist, wie oft sie sich sehen (Fernbeziehung!), was sie zusammen unternehmen... Klar, alles nur Selbstquälerei, aber ich kann auch nicht wirklich damit aufhören. Obwohl Ablenkung inzwischen ganz prima hilft. Bei der Arbeit, auch wenn ich mich noch so langweile, schaffe ich es zum Beispiel über mehrere Stunden nicht an J. zu denken. Das ist ein echter Fortschritt! Ich denke, es wird peu à peu besser werden, bis ich irgendwann nur noch, sagen wir mal, einmal im Monat an J. denke. Und dann vielleicht gar nicht mehr. Ich werde ihn nicht mehr vermissen...

 

Das wird schön, wenn endlich dieses Gefühl weg ist, das etwas fehlt. Immerhin tut es nicht mehr weh, an ihn zu denken. Und die Vorstellung, dass er mit einer anderen zusammen ist, schmerzt auch nicht. Ich denke nur wehmütig an die gemeinsame Zeit zurück, vermisse mehr die Zweisamkeit als solche, als diesen bestimmten Mann. Deshalb hoffe ich auch fast schon verzweifelt darauf, endlich wieder jemanden kennenzulernen. Ich will mich wieder verlieben!!! Natürlich tu ich auch was dafür. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt, schaue mir die Männer um mich rum wirklich an, und weiche vor allem nicht jedem Blick sofort aus. Und dann ist da ja noch die Internet-Partnerbörse... Da habe ich auch schon wieder jemand nettes kennengelernt. Aber ich wollte ja dieses Mal langsamer an die Sache rangehen, deshalb steigere ich mich da nicht zu sehr hinein. Er wirkt sehr nett, sehr normal, und schreibt mir sehr ausführliche, angenehm lange Mails. Und ich schreibe genauso ausführlich und lang zurück. Das geht so seit etwa einer Woche. Wir tauschen uns über die wirklich wichtigen Sachen aus: Pläne für die Zukunft, mögliche Auswanderungsziele, Einstellung zu Haustieren, die Vorteile des Landlebens... Es scheint ganz gut zu passen. Witzigerweise habe ich über genau diese Dinge auch mit J. in den ersten Mails diskutiert. Damals hat das auch alles so gut gepasst. Man muss ja dieselben Vorstellungen vom Leben haben, sonst kann man die ganze Sache gleich vergessen. Ich erwische mich auch schon dabei, dass ich auf die nächste Mail dieses Mannes warte. Mal sehen, ich forciere nichts. Ich antworte brav, gehe auf seine Fragen ein, stelle auch welche, und warte ansonsten ab. Sollte er den nächsten Schritt gehen wollen, wird er mir das schon mitteilen. Für mich wäre der nächste Schritt telefonieren. Da kann man schon eine Menge mitbekommen. Hätte ich zum Beispiel mit R. nur einmal telefoniert, statt mich gleich mit ihm zu treffen, hätte ich schon gewußt, dass ich mir das Treffen sparen kann. In dieser Hinsicht habe ich schon aus meinen Erfahrungen gelernt: ein Treffen ist erst der letzte Schritt, und kommt auch erst nach einer ganzen Weile in Frage. Aber, wie gesagt, ich will nicht zu weit in die Zukunft schauen. Erstmal genieße ich dieses Hin- und Herschreiben, wobei wir immer mehr Gemeinsamkeiten entdecken. In gewisser Weise erinnert mich dieser C. an meine erste Liebe. Ja, sogar in sehr vielen Punkten. Witzig.

Und dann wäre da ja noch dieser Mann aus meinem Freundeskreis, den ich schon immer toll fand. Er ist intellektuell mit mir auf einer Höhe, auch Geisteswissenschaftler und sehr interessiert an Geschichte, sehr gepflegt, sportlich, einfach nur nett. Er hält mich für wahnsinnig clever und hat sich bei den letzten Gelegenheiten, als wir uns bei Parties sahen, freiwillig und sehr ausdauernd mit mir unterhalten. Über die berufliche Zukunft etc. Und bei diesen Gelegenheiten haben wir auch teilweise ziemlich heiß miteinander getanzt. Dazwischen hatten wir dann immer kurz Mailkontakt, allerdings ist das sehr schnell wieder eingeschlafen. Ich kann nicht wirklich einschätzen, ob er sich für mich interessiert oder nicht. Bei unserem letzten Aufeinandertreffen hat er ein paar eindeutig sexuelle Bemerkungen gemacht, sowas hatte ich bei ihm vorher noch nie erlebt. Gut, er war etwas betrunken, vielleicht hat er nur im Suff ein paar blöde Bemerkungen gemacht. Ich weiß auch nicht. Jedenfalls werde ich mich da langsam wieder herantasten und herausfinden, wie er zu mir steht. Ich werde den Kontakt wieder aufnehmen! Ich wollte ihm eine harmlose "Hallo wie geht's denn so?"-Mail schicken, habe es dann aber gelassen. Nächste Woche hat er Geburtstag, das ist der perfekte Anlass, ihm mal wieder zu schreiben. Wir werden sehen. (Das ist mein neues Motto.)

Heute morgen wurde ich übrigens wiedermal unsaft geweckt. Sonntag morgen, 7 Uhr, haben meine Nachbarn wohl amoureuse Anwandlungen. Dieses Mal habe ich aber nicht das Bett gehört - das wäre ja noch angenehm gewesen, sondern die Frau. Sie war seeeehr laut. Ich bin ja immer etwas skeptisch, wenn Menschen beim Sex so übertrieben rumstöhnen. Mir ist noch niemand begegnet, der so laut ist, und mir kommt sowas immer gespielt vor. Es erinnert mich an Pornos. Ich lasse mich in dieser Hinsicht aber gern belehren. Und wo ich schon beim Thema Sex bin...

... ich habe einer sehr guten Freundin von meinem Erlebnis mit R. berichtet. Sie war etwas skeptisch, vor allem, weil ich sofort mit ihm in die Kiste gegangen bin. Das sei zwar meine Sache, aber sie meinte, wenn ich gleich beim ersten Treffen Sex mit ihm habe (und das schon vorher mehr oder weniger einplane), kann er doch nicht der Mann für's Leben sein. Diese Bemerkung hat mich ins Grübeln gebracht: Warum hat, zumindest der Ansicht vieler Menschen nach, eine Beziehung keine Chance, wenn man zu früh Sex hat? Wenn ich mich mit jemandem treffe, der anziehend auf mich wirkt, und das in jeder Hinsicht, warum soll ich dann warten? Wenn ich das Gefühl habe, dass es geistig ganz gut passt und derjenige mich auch noch körperlich anspricht, und sich die Gelegenheit für Sex bietet - warum soll man sie nicht nutzen? Ich bin ja mehr ein "Carpe diem"-Mensch. Ich habe schon mehrmals erlebt, wie schnell sich das Leben komplett ändern kann. Von einer Minute auf die andere kann alles ganz anders sein, Dinge passieren... Pläne, die man vorher hatte, sind dann hinfällig. Deshalb warte ich nicht gern ab. Wenn ich etwas will, zum Beispiel Sex mit diesem Mann, dann schiebe ich das nicht auf, nur weil ich denke, das könnte eine Beziehung verhindern. Wer weiß, ob die Gelegenheit nochmal kommt? Natürlich muss in dieser Situation klar sein, dass es nicht nur um eine Nacht geht. Aber sowas merkt man doch, oder? Während des Treffens merkt man doch schon, ob man sich mehr vorstellen kann, als nur einen One-Night-Stand. Und im Zweifelsfall klärt man das eben vorher. Mit J. bin ich beim zweiten Date ins Bett gegangen. Wir hatten eine Fernbeziehung, ich musste bei ihm schlafen. Wir haben in einem Bett geschlafen, aber er hat mich nicht angerührt. Erst am Morgen ist es passiert. Und uns war beiden klar, dass es keine einmalige Sache ist. Weil wir ja vorher schon über eine Beziehung gesprochen hatten. Ich glaube auch nicht, dass es uns geschadet hat, dass wir "es" so schnell getan haben. Ganz im Gegenteil. Also, warum glauben so viele Menschen, vor allem Frauen, dass man mit dem Sex warten muss, wenn es einem ernst ist? Wenn man es gern tun will, sollte man es tun - meine Meinung. Aber die Fronten sollten klar sein.

So, genug philosophiert. Ich habe auch noch ein paar andere Dinge zu tun heute. Ich werde aber versuchen, jetzt wieder öfter zu schreiben. Es tut schon irgendwie gut, weil man sich über ein paar Dinge klarer wird.

06.09.2008 um 13:44 Uhr

Erfahrungen

So, nachdem mein Blog nun umgezogen ist, sollte ich auch endlich mal wieder etwas schreiben.

Angefangen hatte ich dieses Blog auf einer dieser Partner-Such-Seiten, wo man sein Profil durch ein Blog ergänzen konnte. Ich fand die Idee ganz verlockend, dort sozusagen direkt von meinen Fortschritten was die Männersuche angeht, zu berichten. Allerdings kamen mir schnell Zweifel, ob dies die richtige Plattform ist, schließlich konnte ich dort nicht ganz objektiv berichten. Und nachdem ich mich nun mit dem ersten Herrn getroffen habe, fiel mir der Entschluss zum Umzug leicht. Denn nur zu gern würde ich über dieses Treffen schreiben, im bisherigen Blog ging das aber nicht, da ER ja mitgelesen hat. Jetzt aber:

Angefangen hatte der Kontakt durch die Kommentare, die er zu meinem Blog abgegeben hatte. Er war der einzige Leser, soweit ich das beurteilen kann. Und seine Kommentare gefielen mir - also schrieb ich zurück. Schnell bemerkten wir beide, dass wir auf einer Wellenlänge liegen, zumindest schriftlich. Das Foto war vielversprechend, sein Profil sprach mich an... kurzum, ich ließ mich auf ein Treffen mit R. ein. Mit Übernachtung, da sonst die Fahrt nicht gelohnt hätte.

Vor einigen Tagen war es dann soweit und ich war furchtbar aufgeregt. Mein Ex-Freund hat mal die Theorie entwickelt, dass er nur ein Wegweiser zum Traummann sei, da alle seine Freundinnen nach ihm den perfekten Partner gefunden hatten. Er sagte, er habe auch große Hoffnungen für mich. Mal abgesehen davon, dass ich weder an Traummänner noch an perfekte Partner glaube,  dachte ich wirklich einige Tage lang, er könnte recht haben. R. schien perfekt. Dieser Eindruck verflog aber sofort, als ich ihn traf. Schon als er mich begrüßte, wußte ich, ich hätte mir die Fahrt sparen können. Er war viel dünner als auf dem Foto und dazu riesig. Er sah aus wie ein Asket, ziemlich abgehärmt. Ich bin ein Genussmensch. Außerdem war er nicht sehr gesprächig - jedenfalls nicht so, wie ich es nach seinen Mails vermutet hatte. Ich versuchte vergeblich, ein Gespräch aufzubauen, aber es klappte nicht so richtig. Die nächsten Stunden waren anstrengend: während ich pausenlos plapperte, um dieses Schweigen zu umgehen, starrte er mich an. Er schleppte mich in eine Kirche - ich habe aber mit Religion absolut nichts am Hut. Er sprach von Meditation und Erleuchtung als Lebensziel - auch mit diesen Dingen kann ich nicht viel anfangen. Meine Lebensziele sind ein Beruf, der mich ausfüllt und eine Familie. Ihm sind materielle Werte nicht wichtig, ich strebe schon einen gewissen Wohlstand an. Ihm kann eine Stadt nicht groß genug sein, ich mag den Kleinstadtcharme und sogar das Landleben. In meiner Freizeit habe ich es lieber ruhig. Kurzum: es gab nicht viele gemeinsame Nenner. Und körperlich zog er mich auch nicht an. Ich habe fieberhaft überlegt, ob ich nicht direkt wieder zurückfahren soll. Als ich ihn darauf ansprach, dass es ja nun nicht so gut laufe, wollte er trotzdem, dass ich bei ihm schlafe. Und fragte mich direkt, worauf ich im Bett so stehe. Ich war sehr überrascht. Klar, auch ich hatte an Sex gedacht, allerdings eher in dem Fall, dass wir uns richtig gut verstehen. Ich hatte nicht darüber nachgedacht was ist, wenn es nicht so gut läuft. Ich überlegte hin und her, mein Bauch sagte "Hau' ab!", mein Kopf auch... ich wollte trotzdem nicht so schnell aufgeben und ließ mich auf die Übernachtungsgeschichte ein. Ich spare mir die Details, nur soviel: natürlich kam es bis zum Letzten. Es war auch ganz gut - was mich selbst am meisten überraschte.

Mit meinem Ex-Freund J. hatte ich nach der Trennung zunächst eine Freundschaft begonnen, die sich recht schnell in eine Freundschaft plus entwickelte - eine handfeste Affäre. Wir versicherten uns immer wieder gegenseitig, dass es natürlich rein körperlich sei. Für mich stimmte das aber nicht so ganz, denn natürlich empfand ich noch sehr viel für ihn. Und hoffte innerlich, dass er sich doch wieder in mich verlieben würde. Ganz nach dem Motto, wenn man nur genug liebt... wir wissen alle, dass das nicht funktioniert. J. bekam dann auch irgendwie mit, dass ich wohl doch etwas mehr erwarte, und beendete die Sache. Ich hatte mich aber bis zum Schluss mit dem Gedanken getröstet, dass doch niemand mit jemandem guten Sex haben kann, ohne etwas für diesen Menschen zu empfinden. Und jetzt verbrachte ich eine gar nicht so schlechte Nacht mit diesem R., den ich weder besonders mochte, der mich nicht mal interessierte, und den ich sogar etwas abstoßend fand. Ich ekelte mich vor mir selbst. Vor allem weil ich wußte, dass er gern mehr hätte. Aber wenigstens war ich ehrlich, und habe ihm gleich gesagt, dass das eine einmalige Sache ist.

Mir ist in dieser Nacht noch etwas Bemerkenswertes passiert: ich habe beim Sex geweint.  Ob es war, weil die verdrängte Trauer um J. durch die ganzen körperlichen Reaktionen wieder hochkam, oder ob ich mich einfach so schlecht gefühlt habe, weil ich mit dem einen schlief und an einen anderen dachte... ich weiß es nicht. Aber es war mir sehr peinlich. Das allein machte aber schon klar, dass aus mir und R. niemals etwas werden konnte. Dementsprechend schnell wollte ich am nächsten Tag wieder weg. Das gelang auch ganz gut, trotz R.s relativer Anhänglichkeit.

Danach habe ich mich noch ein-zwei Tage blöd gefühlt wegen der ganzen Sache, inzwischen verbuche ich es aber unter "Erfahrungen". Natürlich war ich so dumm, oder auch schlau, J. von dieser Geschichte zu schreiben. Nachdem er unsere Affäre beendet hatte, hatte er jemanden kennengelernt. Wir wollte aber weiterhin den Kontakt irgendwie halten. Naja, ich wollte das, weil ich mir ein Leben völlig ohne ihn einfach nicht vorstellen konnte. Und er fand es in Ordnung. Nun schrieb ich ihm also von meiner neuesten "Erfahrung". Er hatte sich in den letzten Wochen wieder sehr komisch verhalten, mich beim chatten ignoriert und meine Mails nicht beantwortet, deshalb wollte ich nun eine Reaktion von ihm erzwingen. Oder eine Entscheidung. Ich wollte, dass er sich entweder wie ein Freund verhält oder mir endlich klipp und klar sagt, dass er den Kontakt beenden möchte. Dieses "In-der-Luft-hängen" hatte ich so satt. Und er hat sich entschieden. Gestern abend kam eine Mail von J.: Er wolle das alles gar nicht wissen, er sei wieder in einer Beziehung und ich sollte doch einfach loslassen. Er hätte es in Ordnung gefunden, wenn ich mich ab und zu gemeldet hätte um ihm zu sagen, wie's mir so geht, aber dass ich mich "fast täglich mit meinem Problemchen melde", damit könne er nicht mehr umgehen. Der Arme! Womit kann er denn nicht umgehen? Damit, dass ich andere Männer treffe? Dass ich ein Sexleben nach ihm habe? Oder damit, dass ich ihn immer wieder daran erinnere, was für ein Idiot er ist? In einem Punkt hat er aber Recht: der Kontakt zu ihm hilft mir nicht mit mir ins Reine zu kommen. Und dies ist die Voraussetzung um wieder glücklich zu werden und meinen "Traummann" zu treffen. Wieder so ein Wort von ihm: Traummann. Wie gesagt, ich glaube nicht an sowas. Aber er offensichtlich. Natürlich habe ich noch einmal zurückgeschrieben, ihm gesagt, dass er zwar etwas übertreibt, da ich NICHT "täglich" geschrieben hätte, er aber ansonsten Recht habe. Ich habe ihm von Herzen alles Gute für die neue Beziehung gewünscht, und es sogar so gemeint. Momentan kämpfen in mir drin noch ein kleiner Engel und ein kleiner Teufel: Ersterer wünscht J., dass er glücklich wird. Letzterer will, dass J. endlich auch mal das Herz gebrochen wird. Ich hoffe, der Engel gewinnt irgendwann. Und noch mehr hoffe ich, dass mir das alles irgendwann egal sein wird. 

Damit ist das Kapitel J. also endgültig abgeschlossen. Ich bin ein bißchen traurig, aber ich weiß, dass es so besser ist. Ich hätte nicht wirklich gewollt, dass er mir von seiner neuen Beziehung vorschwärmt. Und was die Partnersuche angeht: die lege ich wohl erstmal auf Eis. Die Sache mit R. hat mir gezeigt, dass ich vorsichtiger und langsamer sein muss. Ich werde also nichts forcieren, aber wenn mir ein scheinbar netter Mann schreibt, werde ich vorsichtig antworten. Vielleicht bin ich auch einfach noch nicht so weit. Nur weil J. sich schon wieder bis über beide Ohren verliebt hat, heißt das nicht, dass ich auch dafür bereit bin. Bei manchen dauert das eben etwas länger. An sich bin ich ja auch ganz glücklich mit mir allein. Wenn da nur nicht dieser Druck von außen wäre und die geheime Angst, nie jemanden zu finden. Auf Dauer bin ich eben nicht gern allein.

03.09.2008 um 10:45 Uhr

Erste Dates

Aus aktuellem Anlass, und um meine Nervosität zu bekämpfen, werde ich heute mal über erste Dates sinnieren. 

Erste Dates... was fällt mir dazu ein? Mein letztes ist gar nicht sooo lange her. Und es war schrecklich. Drei Stunden haben wir es miteinander ausgehalten, und danach dachte J. ich hätte mich geirrt und er würde nie wieder was von mir hören. So widersprüchlich war meine Körpersprache. Dabei war ich eigentlich total scharf auf ihn. Aber, wie gesagt, ich war viel zu nervös um normal zu agieren. Trotzdem gab es ein zweites Date, was in einer ersten Nacht gipfelte. Und dann in einer sehr schönen Beziehung. Möglicherweise gilt bei Verabredungen ja das alte Generalprobenprinzip: Ist das erste Date furchtbar, wird die Beziehung gut.

Mal sehen, fallen mir noch mehr Beispiele ein? Da muss ich weit zurückdenken. Oh ja, mein allererstes erstes Date. Ich war 12, M. in meiner Klasse und wir hatten auf der Klassenfahrt beschlossen, miteinander "zu gehen". Also hat er mich eines Nachmittags zu sich eingeladen. Ich weiß noch, dass ich ganz furchtbar aufgebrezelt war. Jeans-Mini, Lippenstift (wahrscheinlich zum ersten Mal)... ein Alptraum. Wir haben dann mit seinen Eltern Kaffee getrunken (!) und danach Computer gespielt (!!). Weitere Dates gab es nicht, da ich zwei Wochen später in eine andere Stadt gezogen bin. Ob es gut lief, dieses erste Date... keine Ahnung. Ich habe M. nie wieder gesehen, da ich dem einzigen Grundschul-Klassentreffen aus gesundheitlichen Gründen fern blieb. (Weissheitszahn-OP, mit der dicken Backe wollte ich da auf keinen Fall auftauchen!)

Dann kam eine ganze Weile nix, ich habe mich auf andere Dinge konzentriert. Und als die Männer dann wieder in mein Leben traten... gab es alles, nur keine Verabredungen. Kurz überlegen... nein, nicht wirklich, nein, definitiv nein. Hat sich irgendwie nie ergeben. Situationsbedingt ging bei mir immer alles Knall auf Fall. Tja, und letztes Jahr dann endlich mein erstes richtiges erstes Date. Was schrecklich war. Aber aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei, man darf also gespannt sein.

Oh, Beauty-Session gab's heute natürlich auch schon. Was für eine Arbeit, aber ein metrosexueller Mann... das macht ganz schön Druck. Den kann frau nicht mit Duschen und Haare waschen beeindrucken. Da muss schon das ganze Programm her. Damit bin ich jetzt auch fast durch. Nur die Kleiderfrage ist bisher nur oberflächlich geklärt. (Das kann man ruhig wörtlich nehmen ; )  )

Nochwas. Ich bin Musik-hörig. Ich liebe Musik und glaube ganz fest daran, dass es ein gutes Zeichen ist, wenn im Radio zufällig ein Lied läuft, mit dem ich positive Sachen verbinde. Als ich das Radio heute morgen eingeschaltet habe, lief ein sehr positives Lied, das mich schon lange begleitet. Ich glaube, es wird ein guter Tag.

02.09.2008 um 18:43 Uhr

Wort zum Dienstag

Was man nicht alles tut, für Geld. Heute war es wiedermal soweit, ich habe meinen Körper verkauft! Naja, zumindest Teile davon. Plasma. Und das schöne Geld dann gleich im Supermarkt komplett auf den Kopf gehauen. Wie verschwenderisch... Dafür besitze ich jetzt einen zumindest etwas gefüllten Kühlschrank und ein neues Bettlaken. Ich sollte sagen, ein drittes Bettlaken! Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten! Ich kann endlich Besuch in meinem Bett schlafen lassen und danach direkt das Bett abziehen. Ohne dann auch gleich zu waschen. Luxus! Ja, wenn man von heute auf morgen von 100x200 auf 140x200 Bettgröße umsteigt, muss man sich erst wieder mühsam nach und nach so profane Dinge wie Bettlaken zulegen. 

Irgendwie fühle ich mich heute unkreativ. Wetter? Schlecht geschlafen? Ja, das auch. Einerseits zu viele Gedanken in meinem Kopf, andererseits aber auch NACHBARN! Eigentlich sind es gar nicht meine Nachbarn, sondern das Pärchen über mir. Er ist ziemlich korpulent und das Bett scheint recht altersschwach. Es ächzt und knarrt schon beim "normalen" Schlafen, aber wenn die beiden die Leidenschaft packt... An Schlaf ist dann auch bei mir nicht mehr zu denken. Einerseits wegen des Lärms, andererseits... das muss ich wohl nicht erklären. Jedenfalls bin ich jetzt unausgeschlafen und trantütig und muss meine treuen Fans enttäuschen, weil das Blog heute so langweilig ist. Ich bitte um Verzeihung. Auf Knien.

Ich bin nicht mal in der Stimmung, Klamotten anzuprobieren. Ja, heute kam er endlich, der Paketbote. Es war ein älterer Herr, dick und schnaufend und schwitzend. Kurz: sexy. Und ich war ausnahmsweise schon komplett vorzeigbar hergerichtet, weil ich kurz danach los musste. Und jetzt liegt auf meiner Couch ein Päckchen mit T-Shirts und verführerischer Unterwäsche und ich bin nicht mal in der Stimmung das Zeug probehalber anzuziehen. Ein Jammer. Vielleicht ändert sich das heute noch, der Tag ist ja gerade mal zur Hälfte rum. Und manche Dinge wirken sehr motivierend. Etwa, wenn ich nachher meine Wäsche aus der Maschine hole und nach der gewagten Zusammensetzung alles noch seine ursprüngliche Farbe hat. Das wäre ein echtes Erfolgserlebnis.

Oh, da fällt mir nochwas ein. Bei der Plasmaspende habe ich die neueste Brigitte gelesen, [Mache ich ja sonst nur beim Friseur ; )] und mir ausnahmsweise auch mal die Horoskope angesehen. Meins war nicht so toll: ich soll einen Gang zurückschalten und nicht alle mit meiner Bugwelle überrollen. So in etwa. Das mit der Bugwelle stand da aber wirklich. Jedenfalls ist das eine gute Entschuldigung/Begründung für mein heutiges Durchhängen. Weil ich noch was positiveres lesen wollte, habe ich mir dann ein anderes Sternzeichen vorgenommen. Und mich ganz spontan für Waage entschieden. Beneidenswerte Waage-Menschen: da stand, die sollen zupacken. Der Moment wäre jetzt gerade günstig. Waage müsste man sein.

Also, an alle Waagen da draußen: nur Mut. Zupacken heißt die Devise. Ob jetzt im Job oder bei einer Frau/einem Mann stand da nicht. Gilt wahrscheinlich für beides. Und auch im Supermarkt, vor dem Joghurtregal.

Das war das Wort zum Dienstag, ich werde jetzt noch ein bißchen durchhängen.

01.09.2008 um 16:32 Uhr

Frustabbau

Mein Badeabenteuer verdient einen zweiten Eintrag heute. Frustabbau, sozusagen.

Eigentlich war es schön. Mein Spiegel hat mir bestätigt, dass ich momentan im Bikini eine ganz gute Figur mache und dann habe ich den See auch noch gefunden! Allerdings nach ewigem Suchen. Ich war nämlich seit ungefähr hundert Jahren nicht mehr da, und hatte auch keinen Stadtplan. Wer hat schon einen Plan von seiner Heimatstadt? Lächerlich. Und überhaupt? Wieso hat diese Stadt kein anständiges Freibad wie jede andere, sondern nur mehrere versteckte Baggerseen und ein überteuertes, supermodernes Spass-Bad? Ich liebe ja Spass-Bäder, weil ich zwar eine Wasserratte bin, aber auch eine schlechte Schwimmerin. Dafür hat Gott, oder wer auch immer, ja Rutschen, Wildwasserkanäle, Wellenbäder etc. geschaffen. Ich liebe das auch alles. Aber ich weigere mich, soviel Eintritt zu bezahlen, wenn ich mich nur kurz abkühlen und ansonsten in der Sonne dösen will. Also, zurück zum See. Das Wasser war eisig, also doch lieber Plan B - sonnen. (Sorry, R.) Und da es angenehm leer war, konnte ich das sogar oben ohne tun. Die lüsternen Blicke der Opas habe ich ignoriert, meine Mädels sollen schließlich auch mal die Sonne sehen. Es gab auch ein paar durchtrainierte Nacktbader, die sich ungeniert an den Eiern gekratzt haben. Bäh! Diese Mittvierziger im Broiler-Look... Und, natürlich, gab es auch das Vorzeigepärchen. Wie sie da rumgelegen haben. Rumgelöffelt trifft's eher. Und er so ganz sanft ihren Bauch gestreichelt hat, und ihre Brüste... Da will ich doch nur schreien! Sowas will ich auch! (Genau, einen Mann, der am Strand meine Möpse streichelt.) Ich will auch andere Leute neidisch machen, frustrierte Single-Frauen zum Beispiel. Und dann werde ich ganz sauer, vor allem auf die Tussi, weil ich mich frage, was sie anders gemacht hat, dass sie diesen Typen da hat. Und was ich falsch mache, natürlich. Am Ende gibt man sich dann immer selbst die Schuld und sucht nach seinen Fehlern. Teufelskreis. Und jetzt sitze ich zu Hause und esse Schokoladenkuchen. Nein, kein Frustessen, sondern Prophylaxe. Ich will doch auf keinen Fall abnehmen. Obenrum nehme ich nämlich IMMER zuerst ab, und das wollen wir doch nicht, gell Mädels?

Oh, und dann war da noch diese unheimlich süße Mail, die mich den Kuchen glatt vergessen lässt : )

01.09.2008 um 10:41 Uhr

Snoopy und andere Peinlichkeiten

Ich wünsche mir ganz dringend einen Morgenmantel! So ein ganz schickes Teil aus Seide! Ach so, ich sollte schreiben, wie ich jetzt darauf komme...

... Heute Morgen. Ich lag noch selig schlummernd im Bett, als mich die Türklingel plötzlich aus den Träumen riss. Erster Impuls: ignorieren, wird irgendwas Unwichtiges sein. Zweiter Impuls: vielleicht ist es ja doch wichtig. Möglicherweise meine Bestellung von H+M. Oder die Fensterbauer. Also doch aufstehen. Zum Anziehen blieb natürlich keine Zeit und ich war einen Moment lang froh, dass ich mir das nackt schlafen wieder abgewöhnt hatte. Andererseits... der Snoopy-Schlafanzug, den ich stattdessen trug, war auch nicht gerade vorzeigbar. Ich schlurfte also zur Tür: im verbeulten Snoopy-Outfit, mit verquollenen Augen und zerzausten Haaren... Good morning, sunshine! In dem Moment habe ich mir einen Morgenmantel gewünscht. Den hätte ich ganz lässig übergeworfen, die Haare einmal durchgewuschelt und dann ganz nonchalant die Tür geöffnet. Ohne Morgenmantel war's natürlich etwas peinlicher. Es war ein Typ von den Wasserwerken, auch noch jung und gut aussehend. Ich hatte mir so sehr einen halbblinden Paketboten gewünscht! Wahrscheinlich war dem Typen egal, wie ich aussehe. Aber mir eben nicht! Warum eigentlich? Warum machen sich Frauen immer solche Gedanken darüber, wie sie aussehen? Ein Mann hätte die ausgebeulte, wahrscheinlich sogar kaputte, Unterhose zurechtgezogen und wäre stolz zur Tür marschiert. Ganz nach dem Motto: "Mein Revier! Da ist es egal, wie ich rumlaufe und die anderen können froh sein, wenn ich sie überhaupt rein lasse!" Beneidenswert! Für's nächste Mal wünsche ich mir also entweder einen Mann, den ich zur Tür schicken kann, oder wenigstens so einen tollen Morgenmantel.

Zu dem Thema fällt mir auch noch was anderes ein. Letztens habe ich ein Interview mit diesem... oh, das muss ich jetzt schnell mal googeln... Rainer Langhans gelesen. Der hat gesagt: Emanzipation hin oder her, wenn eine Frau vor einem Mann steht dann wird sie ganz klein und bekommt eine piepsige Stimme - sie will gefallen. So in der Art. Leider muss ich ihm Recht geben. Wir sind zwar selbstbewußt und emanzipiert, aber es ist doch so: im Grunde wollen wir nur Männern gefallen. Deshalb rasieren wir uns die Beine (obwohl sich das wirklich gut anfühlt), tragen unbequeme Unterwäsche und Schuhe, machen abends unsere Situps, haben ein schlechtes Gewissen bei jedem Stück Schokolade, gehen alle drei Monate zum Friseur, schminken uns und geben für das Zeug 'ne Menge Geld aus. Überhaupt, diese ganzen Kosmetik-Produkte: schweineteuer! Und wozu das alles? Damit Männern das Gesamtpaket gefällt! Von wegen, innere Werte und so. Gut, wir sind nicht anders. Auch wir mögen gutaussehende Männer, mit einer ordentlichen Frisur, gepflegtem Erscheinungsbild, sportlichem Körper, gut angezogen, gut riechend (Ganz wichtig!). Nicht zu vergessen, mit sexy Unterhosen ; ) Ist das nicht alles total oberflächlich? Ja. Aber solange alle mitmachen, klappt es doch. Und selbst hier drin... Haben Leute ohne Foto wirklich eine Chance? Klar, so ein Profil kann viel verraten, aber nur, wenn man die Standardangaben durch eigene, möglichst originelle, Interesse weckende, Kommentare ergänzt. Natürlich verliebt sich niemand in ein Foto, aber es hilft und ist eine nette Ergänzung zu einer vielversprechenden E-mail. Man will doch wissen, mit wem man es zu tun hat. Und wenn einem jemand optisch gefällt, lässt man sich doch viel leichter auf den Kontakt ein. Schreibt einem jemand ohne Foto, denkt man sofort: Oh, der sieht bestimmt total scheiße aus. Ungerecht, ja. Vielleicht hat derjenige einfach keine Digitalkamera. Oder ist total unfotogen. Aber so ist das eben, in der Wildnis. Die Starken überleben, in dem Fall, die mit Foto. Die signalisieren ein gesundes Selbstbewußtsein. Das Single-Leben ist ein Dschungel!

So, und jetzt werde ich mich in meinen Bikini werfen und baden gehen. Gebräunte Haut soll ja sehr anziehend wirken...