Boys don´t cry

26.02.2005 um 13:28 Uhr

Auf der Suche nach meiner beruflichen Idendität

von: Ryan

Ich frage mich irgendwie in letzter Zeit oft, was der Rest der Menschheit über Krankenschwestern/-pflegern denkt.

Ein angesehener Beruf scheint es nicht zu sein, oder doch? Was stellt man sich als normal Sterblicher vor, was wir den ganzen Tag so machen im Krankenhaus?

Und was denken sie, wen man sagt: "Ich bin Krankenpfleger."?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenYnnette schreibt am 26.02.2005 um 14:05 Uhr:Mein Berufswunsch war auhc mal Krankenschwester zu werden. Wärend eines Praktikums sah ich das dann aber doch recht realistisch, das man gar nciht die Zeit für Patienten hat, die man gerne haben möchte. Ich dneke eigentlich ist ein ein shcöner Job, wenn auch wahnsinnig anstregend.
  2. zitierenRosi schreibt am 26.02.2005 um 14:37 Uhr:Bin Krankenschwester. In dem Beruf bekommt man wenig Anerkennung. Wenn, dann durch die Patienten, aber noch nicht mal das, wenns nicht sein muss.

    Im sozialen Bereich wird man oft ausgenutzt. Weil zu wenig Personal eingestellt wird und das Stammpersonal dann einspringen muss, wann immer es möglich ist. In Zeiten von Krankheitsausfall oder sonstiges.

    Hatte mal soviele Überstunden, dass ich am Stück 8 Wochen lang auf Urlaub fahren konnte. Toll was ? (zynisch gemeint)

    Es soll sogar Leute geben, die unseren Beruf mit \"Arschabputzer\" assoziieren. Asozial was ?
  3. zitierenKruemelchen schreibt am 01.03.2005 um 16:34 Uhr:Ich war schon recht häufig in Krankenhäusern. Über das Pflegepersonal hab ich keine besonderen Gedanken. Die kommen erst, wenn ich \"blöd\" behandelt werde.



    Da wo ich herkomme, ist es auch noch üblich, auf Station eine Kleinigkeit zurück zu lassen wenn man entlassen wird. In Großstädten gibt es das wohl nicht so, oder?



    Grüßle
  4. zitierenrollblau schreibt am 01.03.2005 um 18:40 Uhr:Vor 9 Jahren hatte ich leider etwas ausführlicher mit einem Krankenhaus zu tun (als kleines Kind aus anderen Gründen auch schon). Meine Erfahrungen mit dem Pflegepersonal waren hocherfreulich. Es gab einen guten persönlichen Kontakt zu fast allen (bis auf zwei, die eine beruflich - neutrale Distanz wahrten, vermutlich um nicht allzu viel mit nach Hause nehmen zu müssen). Es waren durchweg sehr liebe, bemühte Menschen, die ihren Job mit Engagement und Freude machten, allerdings auch zunehmend an die Grenzen des finanziell belasteten Systems stießen. Ich denke, sie haben mir die Auseinandersetzung mit der Krankheit und den Heilungsprozess wesentlich erleichtert. LG rollblau
  5. zitierenRosi schreibt am 01.03.2005 um 18:50 Uhr:Arbeite seit 15 Jahren in der Krankenpflege.

    Rückblickend muss ich sagen, dass die Arbeitsbedingungen immer schlechter werden.

    Teilweise wird jetzt aus den Tarifverträgen ausgestiegen, was heisst, dass man noch weniger verdient.

    Zeit für die Patienten bleibt so gut wie nicht mehr.

    Habe meine letzte Arbeitsstelle gekündigt. Es war wirklich unerträglich geworden.

    Hab auf einer Krebsstation gearbeitet, wo auch fast alle über kurz oder lang gestorben sind.

    Der medizinische Aufwand war in keinem Verhältnis mehr zum Pflegepersonal gestanden.

    Wie gesagt, wenn da wer gestorben ist, hatte man nicht mal Zeit, oft genug nach demjenigen zu schauen.

    Hab mir was anderes gesucht, aber auch da wird an allen Ecken und Enden am Personal gespart. Zum Glück noch nicht am Gehalt. Wird aber auch bald kommen.
  6. zitieren_Ariane_ schreibt am 02.03.2005 um 16:40 Uhr:spontan fällt mir (als außenstehender) dazu ein:



    ein beruf, der viel idealismus verlangt. stressig, unterbezahlt und psychisch belastend.
  7. zitierenRosi schreibt am 02.03.2005 um 17:19 Uhr:Stimme dir zu!

    Habe jetzt einen Job in einem Wohnpflegeheim für Behinderte. Gefällt mir gut diese Arbeit. Obwohl sie mit meinem eigentlichen Job nicht mehr soviel zu tun hat.

    Aber sie ist vielseitig. Ich muss waschen, auch putzen, jedoch nicht so viel. Fahre mit den Bewohnern zum einkaufen, auf Urlaub oder zum Tanztee.

    Manchmal geht es zu wie im Kindergarten, aber ich hatte schon nervenaufreibendere Jobs.

    Alles in allem: Es gibt im sozialen Bereich auch noch ganz gute Stellen. Musste jedoch lange suchen und ausprobieren.

  8. zitiereneulchen schreibt am 06.03.2005 um 21:54 Uhr:Ich kann dazu als Außenstehende eigentlich auch nur sagen, dass ich mir früher immer vorgestellt habe, dass man da sehr einfühlsam und liebevoll ist und den Patienten psychisch mitunter auch hilft und so. Nya, jetzt arbeitet meine Ma in \'ner \"Seniorenresidenz\" (nennt sich so...) und meint, dass da morgens, mittags und abends wirklich pro person nur 20 min. anfallen und dass das für das Personal sehr viel Streß ist und kaum persönlicher Kontakt zustande kommt...

    Ich find das eigentlich schade... immerhin sind einige von diesen älteren Menschen wirklich auf das Pflegepersonal angewiesen =(

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