Boys don´t cry

19.05.2009 um 23:35 Uhr

Comeback

von: Ryan

Ich hab ewig nicht geschrieben - es passieren schon diverse Dinge in meinem Leben, aber zur Zeit ist die Couch attraktiver als der Platz vorm PC und wenn ich dann richtig angefressen bin oder irgendwas ist, verkrichen ich mich entweder unter meiner Kuscheldecke oder nölle meine neue Mitbewohnerin alias Lebensgefährtin die Ohren voll anstatt mich in meinem Blog darüber auszulassen. Alles hat Vor- und Nachteile.

Was gibts neues? Zum einen haben wir die Einweihungsfeier hinter uns gebracht. Von mir war die Feier lang erwartet aber auch gefürchtet - da ja meine Ex-Affäre (von der Schatzi nichts wissen durfte) auch auftauchen wollte, bzw. noch mal speziell von Schatz eingeladen wurde, da sie nen Fabil für schwule Männer, insbesondere für schwule HÜBSCHE Männer hat. Aber - Gott sei Dank - alles gut gelaufen. Niemand hat sich verplappert, nur ein dummer Satz von ner Freundin alla: "Ryan und er hockten ja so oft zusammen, dass man schon fast dachte, die seien ein Paar!" Beifall und Gelächter aber niemand dachte annähernd an was schmutzig.

Ansonsten bin ich psychisch gesehen mal wieder an einem Punkt, an dem ich mich überfordert fühle - zumindest was meine Arbeit angeht. Ich arbeite zwar nicht öfter als sonst, aber es sammeln sich im Moment viele Kleinkeiten an, die ich frustrierend finde. Sei es Fehlverhalten von Kollegen, besonders der Ärzte - meine derzeitige Stationsärztin lässt mich verzweifeln. Zum einen untergräbt sie in einer Tour meine Kompetenz gegenüber der Patienten, gleichzeitig muss ich aufpassen wie nen Schießhund, dass die junge Doktorin keinen Mist macht. Ich hab heute alleine 2 Stunden meiner wertvollen Zeit damit zugebracht mit dem diensthabenden Arzt das nachzuarbeiten, was Frau Doktor alles vergessen oder "übersehen" hatte. Wenn das Theater morgen so weitergeht wie heute, hab ich beschlossen mit meinen Kolleginnen, dass ich sofort den Oberarzt anrufe und mich bei dem rückversichere. Das ging echt soweit, dass heute nen Patient keinen Plan davon hatte, dass er morgen nen invasiven Eingriff hat, weil Frau Doktor ihn vergessen hatte das mitzuteilen, bzw. aufzuklären. Ich hab heute echt schon wieder mit Türen geknallt wegen so nem Mist.

Und solche Situationen sind so (unnötig) anstrengend. Und das macht mich dann auch so unzufrieden. Ich versuche als Pfleger mein bestes zu geben und auf der anderen Seite sehe ich aber, dass von anderen Kollegen das in keinster Weise wertgeschätzt, bzw. wahrgenommen wird (zum Beispiel: Bett neu bezogen, Frau Doktor nimmt ne halbe Minute später Blut ab, kommt augenklimpernd auf mich zu und säuselt: "Tut mir sooo leid!" und da ist handteller großer Blutfleck im frischen Bettlarken) - und gleichzeitig muss ich noch aufpassen, dass keiner um mich herum Mist macht. Im Moment isses wirklich wieder ganz schlimm mit meiner Unzufriedenheit - ich fühl mich auch schon wieder ausgelaugt und ich hab schon wieder das Gefühl, egal wie sehr ich mich anstrenge und wie sehr ich mir Mühe geben, ich fang morgen wieder an genau der gleichen Stelle an, weil um mich herum sich kein anderer Mühe gibt. Klar weiss ich ganz genau, dass sich auch andere den Ar*** aufreissen, aber mir kommt´s halt so vor.


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