Boys don´t cry

06.03.2007 um 20:39 Uhr

Ich brauch Urlaub von meinem Leben

von: Ryan

Stimmung: abgenervt
Musik: The Fratellis

Auf der einen Seite fühle ich mich *mal wieder* furchtbar ungeliebt und unbeliebt - auf der anderen Seite schaue ich meinen Terminkalender an und kann mich kaum retten. Und in jeder freien Minute sitzt ich am Schreibtisch und klopp mir Anatomie oder Krankheitslehre rein für´s Examen.

Ich fühl mich total überfordert und zerrissen. Auf der einen Seite ungeliebt, auf der anderen Seite tanze ich mal wieder auf viel zu vielen Hochzeiten gleichzeitig und muss wirklich Abstriche mache, was ich wann zu erledigen hab und was ich verschieben kann, weil der Tag nun mal nur 24 Stunden hat. Ich halte mich weiterhin mit schwarzen Tee und Cola wach, und trotzdem fühle ich mich furchtbar schlapp, müde und könnte einfach nur mal 12 Stunden am Stück wie tot durch schlafen. Und ich rauche wie in Bekloppter. Und ich huste auch noch dementsprechend. Eigentlich sollte ich gar nicht rauchen, aber irgendwie muss man ja durch den Tag kommen, der so schon hart genug ist.

Was mir auch mal wieder aufgefallen ist: ich versuche allen gerecht zu werden, nur mal wieder nicht mir selbst. Ich versuche alle meine Freunde gleichzeitig und gleichgut unter einen Hut zu kriegen (und ich habe viele Freunde ...), mit großartigen Leistungen auf der Arbeit zu glänzen und mein Leben muss natürlich auch perfekt sein.

Und ich habe bemerkt, dass mich alles anfängt zu nerven. Das Aufstehen, morgens duschen, die Frage Kaffee oder Tee - selbst damit bin ich schon überfordert, weil ich keine Lust habe mich mit sowas zu beschäftigen. Aber irgendwie muss man ja seine Flüssigkeitszufuhr sichern oder? Dann geh ich zur Arbeit, die gleichen Menschen, die gleichen Sprüche, die gleichen Leute mit den gleichen Macken. Und man selbst wird ja nicht resistenter in Zeiten wie diesen. Nein, man wird sensibler und gaaanz schnell gereizt und reagiert dann dementsprechend. Ich hab mich heute selbst über mich erschrocken, über was für Kleinigekeiten die blanke Wut in mir hochstieg und wie böse ich einige meiner nettesten Kollegen angefahren hab. Ich neige ja leider dazu Dinge zu sagen, ohne vorher nachzudenken, ob sie in dem Moment so gut angebracht sind, oder ob man sie nicht vielleicht auch netter formulieren könnte. Oder einfach mal die Schnauze halten. Ich bin froh, dass ich heute nicht alles ausgesprochen hab, wo ich schon dabei war den Mund zu öffnen und in der letzten Milisekunde noch dachte: "Oh, das könnte böse ausgehen."

Ich bemühe mich sehr das Beste in den Menschen zu sehen - aber irgendwie mag mir das im Moment nicht gelingen. Das ist irgendwie ne ganz üble Mischung zwischen permanenter Anspannung und ausgelaugt sein. Irgendwie muss mal wieder was richtig schönes passieren. Irgendwas woran man sich auch noch Monate später erinnern kann und sagen: "Das war richtig gut."

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenGalahad schreibt am 06.03.2007 um 20:55 Uhr:tja - eigentlich steht in der Überschrift schon alles drin!

    Wenn du so weitermachst... Ernährung, Rauchen, nicht genug Schlaf, bist du in Kürze im Arsch - und dein Examen mit dir! Deine Nerven liegen ja jetzt schon blank.

    Mann, schalt nen Gang zurück und setz dir Prioritäten, und zwar zügig!!! Denk jetzt mal nur an dich... an das, was du erreichen willst, an das, was dir im Moment gut tut - Ryan, Freunde, die das nicht kapieren und akzeptieren, sind eh keine guten Freunde! Aber wahrscheinlich würden die dir alle dasselbe raten.

    Es wird nix Schönes "passieren" - du selbst musst dir was Gutes tun! Na los... good luck! ;-)

    Lieber Gruß
    Danny

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