Boys don´t cry

04.11.2006 um 05:04 Uhr

Scheiss Tag

von: Ryan

Lieber Danny,

klar sind sie tot. Irreversibel komatös, sie werden nie wieder aufwachen - und würde man nicht die Organe entnehmen, dann würde man die Maschinen innerhalb von 12 Stunden abstellen. Hirntote sind IMMER intensivpflichtig, nur leider gelten sie als TOT, also bezahlt das weiterbeatmen keine Krankenkasse in Deutschland.

Hirntote, deren Organe entnommen werden, werden bis zu 48 Stunden noch weiter beatmet, sogar reanimiert. Ich verstehe sehr gut, dass sie rein menschlich gesehen sehr tot sind. Sie werden sich nie wieder BEWUSST bewegen, sie werden nie wieder etwas denken ... und ich würde so auch nicht weiter leben wollen.

Aber den Menschen, den wir heute aufm Tisch hatten - ein 23 Jahre alter sehr hübscher junger Mann - der hat zu dem Zeitpunkt noch nen Herzschlag gehabt - er war warm, er hatte einen Puls, er hatte KEINE Leichenflecken und er hat sich BEWEGT. Wir hatten zwar 2 Mal abgeklärt, dass er völlig hirntot war. Aber für uns Schüler haben die Ärzte nochmal Schmerzreize gesetzt - und dieser Mensch hat sich bewegt und er hat gezuckt unter jedem Schmerzreis - gut, das läuft angeblich nur über die Wirbelsäule - kann ich auch nachvollziehen mit meinem medizinischen Fachwissen. Aber es war echt erschreckend, einen "Toten" zu sehen, der mit dem gesamten Oberkörper nochmal hochkommen kann.

Dann hat man uns erklärt, dass man Hirntote vor Organentnahme NICHT in Nakose setzt und KEINE Schmerzmittel gibt, weil sie ja tot sind. Wäre Verschwendung, sie würden es eh nicht fühlen. Und als ich im OP neben dem Tisch stand, HAT der Anästhesist Schmerzmittel gegeben. Er hat es, ich habs genau gesehen ... warum? Und ich hab ihn dann auch leise gefragt warum und er meinte, um sein eigenes Gewissen zu erleichtern. Keiner weiss wirklich ob sie keine Schmerzen haben nur weil sie hirntot sind. Und er wüsste auch nicht wieso er das macht und eigentlich wäre es viel zu teuer für nen TOTEN ... aber wenn nur die leisteste Ahnung besteht, dass der Mensch trotzdem Schmerzen hat, dann will er ihm das nicht antun ... aha ... ab dem Zeitpunkt war mir schlecht.

Mein großes Problem war einfach, dass da in den OP ein Mensch geschoben wurde, der einen eigenständigen Puls hatte, der einen Blutdruck hatte, ein bildschöner Mann, rosig, als würde er schlafen, zwar beatmet aber irgendwie sehr lebendig scheinend. Der Operateur beginnt dann, macht einen Bauchschnitt um die Organe freizulegen und zu beurteilen. Im Hintergrund machen die Monitore ihre Piepsgeräusche und es ist eigentlich wie bei jeder OP auch. Wenn der Operateur entschieden hat welche Organe er nimmt (nehmen darf), stellt man eine Infusion an, die genau 4 Grad Celsius hat - um den Körper zu kühlen und das Blut hinauszuspülen. Das geht in die Arterien und Venen - der Mensch wird völlig blutleer. Gleichzeitig kühlt der Körper herunter, um die Organe zu erhalten ... und nebenbei spült man den freien Bauchraum mit Eiswasser. Wir haben so ca. 18 Liter Eiswasser in den Bauch geschüttet, teilweise 3 Liter auf einmal. Das schafft der Sauger aber nicht ... letztendlich standen wir 4 Stunden lang in ner riesigen Fütze aus Blut und Eiswasser und haben Organe entnommen.

Ich hab eigentlich sehr detailierten Redebedarf, aber ich finde, ich kann diese Bilder keinem anderen antun. Das ist echt schon nen halbes Trauma, was ich da heute erlebt hab. Nicht nur nen halbes ... naja - das mit dem tot oder nicht ... das hat sich mir halt nur aufgeworfen, weil ich das ein sehr seltsamer Vorgang war. Es kommt ein Mensch rein, der warm ist, Reaktionen zeigt, hübsch ist oder war, einen Puls hat und er hat sich eigentlich nicht von einem komatösen beatmungspflichtigen Patienten unterschieden ... außer eben die Ansage, dass er hirntot sei. Und DAS was aus dem OP rauskam, war ein eiskalter, völlig kalkweisser verstümmelter Leichnahm, bzw. die Reste. Die Ärzte haben alles geholt was sie holen konnten. Nicht um sonst, sollen Angehörige ihre Toten nicht mehr nach der Entnahme sehen ... ich weiss jetzt auch warum.

Und du nimmst irgendwann die Klemme von den Infusionsschläuchen, damit diese eiskalte Flüssigkeit durch die Gefäße laufen kann und das Blut abgesaugt wird und das Herz hört auf zu schlagen und die Monitore zeigen eine Nullinie an ... und du weisst: jetzt isser richtig tot. Und du kannst es gar nicht realisieren, für einen Bruchteil einer Sekunde sind alle super still, schauen nur auf die Nullinie und der Anästhesist sagt: "Okay, ist vorbei, fangt an." und dann beginnt man sehr schnell die kalten Organe zu entnehmen.

Auf der anderen Seite war ich heute auf einer Homepage von einem kleinen Mädchen, dass Mukovizidose hatte, eine unheilbare Lungenkrankheit, die zum Tod führt ohne Spenderlunde ... und sie hat ein Spenderorgan erhalten und da waren Fotos wie sie durch den Strand tobt wie ein gesundes Kind.

Ich muss meine Brüder anrufen, zwei von denen haben Organspenderausweise - gute Sache, man kann Menschen retten - aber ich will nicht, dass mit meinen Brüder sowas gemacht wird nach ihrem Tod wie mit dem jungen Mann heute vormittag. Ich will nicht dass sie so aussehen, wenn sie beerdigt werden. Das ist total unwürdig. Ich hab soviele Leichen gesehen ... selbst nach Verkehrsunfällen ... aber das war die schlimmste Leiche heute. Und WIR haben das angestellt. Es ist echt unbegreiflich ... ich hab diese Bilder im Kopf ... ist saß vorhin mit Freunden inner Kneipe auf St. Pauli ... und alle am lachen und feiern, und ich hatte diese Bilder im Kopf. Und sehe die Leute um mich herum feiern und lachen und ich sehe nur diese Organentnahme vor meinem inneren Auge. Ich hab echt Angst, dass ich heute Nacht davon träume.

Das ist wirklich das erste Mal in meinem Beruf, wo ich wirklich böse an meine Grenzen geraten bin. Als ich im OP stand und mir alles erklärt wurde, hab ich alles versucht zu verstehen und nur die medizinische Seite betrachtet. Aber zuhause ... nee, das geht gar nicht.

Ich bin total fertig.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenGalahad schreibt am 04.11.2006 um 09:11 Uhr:Hi Ryan,

    ein schwieriges Thema! Es geht hier um Grundsatzfragen, um Ethik, Glauben und noch viel mehr. Und wie du dich gefühlt hast während dieser Prozedur, kann ich nur so ungefähr ahnen, da ich es selbst nie erlebt hab.

    Ja, "ihr alle" dort im OP habt das gemacht mit dem Kerl, das ist richtig. Und das, was zum Schluss von ihm da war, sah nicht mehr gut aus.

    Du magst es kitschig finden, aber ich sehe es so: Teile von ihm leben jetzt noch woanders weiter - sie ermöglichen jemand anderem weiteres Leben, anstatt irgendwo vergraben zu werden und zu vermodern. Und seine Seele (falls du daran glaubst) war zu der Zeit eh schon woanders...

    Die Sache mit dem Anästhesist... wir werden wohl nie erfahren, ob jemand bei dieser Prozedur Schmerzen hat. Aber ist es nicht so, dass uns unser Gehirn erst Schmerzen bewusst macht? In diesem Fall hatte er keine - nur noch Reflexe.

    Mach die Augen zu, denk an ihn, wie er vorher aussah und wünsch ihm, dass er dort, wo er jetzt ist, glücklich ist. Das werden seine Familie und seine Freunde auch tun. Und irgendwo werden wildfremde Menschen ihm auch jeden Tag danken und vielleicht für ihn beten, weil er ihnen großes Leid erspart hat. Zumindest war sein Tod nicht völlig unnütz.

    Liebe Grüße
    Danny
  2. zitierenWatersoul schreibt am 04.11.2006 um 09:47 Uhr:ich war auch einige jahre in der medizinischen Reha tätig und kenne "die zwei Formen von tot", (wie ich es immer genannt) habe sehr gut. schon erstaunlich, dass man zwar bereits vor der entnahme sagt, sie seien tot....dieses tot aber wirklich so anders aussieht, als wenn sie später rauskommen..
  3. zitierenPavelina schreibt am 04.11.2006 um 18:54 Uhr:Hi Ryan!
    Ich kann nachfühlen, das es schwer für dich war, damit klar zu kommen. Ist gut, das du darüber redest - Verarbeitung. Ich glaube an die Wiedergeburt. Es ist nur die Hülle gewesen, auch wenn sie sehr schön war und nachher so schrecklich kalt. Er war schon in der Zwischenwelt und es hat ihn nicht mehr interessiert, was mit seiner Hülle passiert. Organspende ist so wichtig und viel zu wenig Menschen sind, gerade aus solchen Gründen nicht bereit dazu. Mit deinen medizinischen Kenntnissen weisst du, das es nur so aussieht als wenn er noch lebt. Ein Gefühl des Zweifels bleibt ...
    LG Pavelina
  4. zitierenMacolonia schreibt am 22.08.2007 um 09:54 Uhr:Hallo Ryan,bin durch Zufall auf deiner Seite gelandet. Diesem Thema stand und stehe ich sehr kritisch gegenüber. Du bestätigst eigentlich meine Zweifel. Normale Bürger bekommen ja von sowas garnichts mit,es wird dann alles schön geredet.Klar,hat man ein Kind das dringend auf ein Organ wartet,dann hofft man,dass es Menschen gibt,die ihre spenden wenn sie tod sind. Aber ich bin nicht betroffen,also denke ich egoistisch. Auch wenn es nach dem Tod nur noch die Hülle ist die da verstümmelt in der Erde liegt..ich bin Mutter, der Gedanke so seinen Sohn zu wissen wäre dann das I-Tüpfelchen. Andere sehen das anders,ich so. Und dann eben diese Frage ob der Mensch da schon richtig tod ist oder nicht. Solange noch ein Puls da ist ist der Mensch doch nicht tod. Das macht mich fassungslos. Ich beneide dich nicht um diesen Job. Kann nur erahnen was für grausame Bilder du täglich mit in Gedanken nach Hause nimmst. Wie gesagt, ich würde nichts von mir und meinen Angehörigen spenden. Die Befürworter für Organspenden werden mich zwar in der Luft dafür zerreissen,aber ich bin ehrlich. Solange es keinen von uns betrifft wird nichts gespendet!
  5. zitierenLilli schreibt am 04.12.2009 um 22:34 Uhr:Eine gute Freundin von mir wartet auf eine Niere.
    Sie geht zur Dialyse, aber sie wird bald sterben wenn sich kein Spender findet.
  6. zitierenMilka schreibt am 04.12.2009 um 22:56 Uhr:
    Macolonia:Solange es keinen von uns betrifft wird nichts gespendet!


    *Ironie an* Genau diese Einstellung können alle, die auf ein Spenderorgan warten, gut gebrauchen. *Ironie aus*

    So etwas egoistisches habe ich lange nicht gehört... Wenn du wenigstens konsequent dagegen wärst, okay... Aber so ein: naja grad wie mir's passt... nee ... da kann ich nur mit dem Kopf schütteln!!!
  7. zitierenMarion schreibt am 28.10.2010 um 21:05 Uhr:Meine Tochter, 18, auch sehr hübsch, wenn nicht gerade mal wieder alles aufgequollen ist, weil das Herz nicht mehr kann,wenn sie sich traut, sich hübsch anzuziehen obwohl man ihren Kunstherzausgang sehen kann, wenn sie sich überhaupt mal unter Menschen traut, weil das Gefühl, durch eine Pumpe am Leben gehalten zu werden ihr ganzes Selbstvetrauen zerstört hat, dieses junge lebenshungrige Mädchen wird sich jetzt noch einmal dieser ganzen Tortur einer Herzoperation aussetzen müssen weil es Menschen wie dich gibt die mit ihren eigenen Ängsten verhindern, dass es genug Spenderherzen gibt! Du solltest dir die vielen Kinder und Jugendlichen einmal ansehen, die mit all ihren Todesängsten darauf warten endlich wieder leben zu können!
  8. zitierenAnnette schreibt am 10.11.2010 um 16:09 Uhr:In den letzten Tagen informiere ich mich mehr und mehr über die Vorgehensweise von "Organ-Explantationen";...und zwar seit einem gehörten Vortrag des bitteren Berichtes der Mutter eines explantierten Jungen.
    Ich bin zutiefst berührt von dem vorgetragenen und erlebten Leid, den niemals endenten "Selbstvorwürfen" der betroffenen Mutter, fühle mich dieser Frau so sehr nah , da sie mir mit ihren Schilderungen die "andere Seite der Medallie" nahe brachte, nämlich was bei einer Explantation im med. Bereicht (Krankenhaus) vorausgeht, bis zu einer Zustimmung.
    Ryan, aus diesem Grund war es mir ein Bedürfnis, Deinen Bericht zu lesen und mir erneut die Situation der Explantation nahe zu bringen. "Hirntod"...was bedeuted dies für uns "hinterbliebene", emotional geprägte Menschen? Für mich war diese Bezeichnung immer nur tragend bei einem Menschen, der an der Beatmung auf Intensivstation verstarb. Der Hirntod bei meinen Eltern auf der Inneren war nie definiert, da sie nicht an der Beatmung "hingen" und somit alle Funktionen ihres Körpers augenblicklich aufhörten zu funktionieren nach dem Ausbleiben der Hirntätigkeit und des Herzens.
    Nun zu mir: ich bin seit mehr als 19 Jahren transplantiert.Da ich selbst Krankenhauspersonal war zu der Zeit "damals" , habe ich die Akte meiner "Spenderin" eingesehen und mit großem Schrecken erfahren, dass diese junge Frau ihr Erdenleben selbst beenden wollte und hatte...tausende Gedanken habe ich mir um das "Warum" gemacht und das Grauen der Eltern empfunden (selbst Mutter). Eine nie endente Dankbarkeit und Hochachtung davor erfüllte meine Seelenraum, dass sich die Eltern von A.zu dieser grauenvoll-schweren Stunde dafür entschieden, und eine Explantation gestatteten!!! ....Ich lebe bis heute in großer Dankbarkeit! Vom ersten Augenblick an, als ich die Todesursache "meiner" Spenderin laß, hatte ich das große Bedürfnis in absolutem Bewußtsein mein "geschenktes Leben" aus ganzem Herzen in unsrer Seelenverbundenheit (=die von A. und mir) zu gestalten und als wahrer Mensch zu leben. A.`s Niere und die Vertrautheit mit ihrer Seele hat mich 1 1/2 Jahre nach der Transplantation Mutter eines gesunden Mädchens werden lassen. Dieses wunderbare lebensfrohe und lebensdankbare Mädchen ist jetzt fast 17 Jahre alt und seit ihrem vierten Lebensjahr ist A. auch ein Teil ihres Lebens !
    Die Erzählung von meiner Transplantation..und daraufhin die Reaktion des damals 4-jährigen Mädchens, berührte mich so tief, dass ich seit diesem Tag in noch erfurchtsvollerer und demütiger Freude mein Leben und Seelenleben mit der Seele von A. teile. Meine kleine Tochter sah mich mit strahlenden Augen über den Tisch an und sagte damals: "Dann habe ich ja zwei Mamas!".....Ohne die Nierenspende von A. wäre ich niemals mehr Mutter geworden!!! Und dass ein "Transplantierter" mit Angst nur auf die Abstoßung wartet, sich mit Pilzinfektionen und Mikrobenverseucht durch sein Leben quält, in lebenslanger Medikamentenabhängigkeit, um eine Abstoßung des Organes zu verhindern, ist nicht richtig! Ein jeder Mediziner lernt, dass sich unsere genialer menschlicher Körper in jeder Sekunde seines Daseins erneuert!...Diese Genialität schafft es jedoch nicht, die zelluläre Erneuerung des gespendeten Organs mit der körpereigenen Eiweißzusammensetzung des Spenders zu erhalten oder gar zu reproduzieren!!!! Nach max. 7 Jahren hat sich spätestens jedes Organ unseres Körpers komplett erneuert..ist also völlig neu entstanden...das Blut erneuert sich z.B. alle 3 Monate..
    Ich nehme absolut keine Immunsuppresiva mehr ein, d.h. keinerlei pharmazeutische Mittelchen!!! Die Transplantation war und ist für mich und meine Familie ein unbeschreibliches
    Geschenk. Das Größte, was ich in meinem Leben allerdings erleben durfte war, die Situation, welche die Ärzte "Nahtod-Ereignis" nennen! Ich glaube nicht, sondern ich weiß, dass ich immer mit dem Seelenwesen verbunden sein werde, das hier auf Erden A. hieß und deren Niere mich weiterhin auf dem Lehrpfad meines Lebens begleiten wird..... Mein Körper ist hier auf unsrem Planeten mein "Tempel"...ebenso empfindet dies meine Familie so in Freude und Dankbarkeit.
    Meine Kinder, sowie mein Ehemann sind zukünftige Organspender und ich selbst hoffe, jetzt seit Jahren ohne jegliche Medikamente, auch eine Organspenderin sein zu dürfen !!! Ich empfinde Hochachtung gegenüber jedem einzelnen Menschen, der sich zur Organspende entschließt und ebenso große Hochachtung jedem einzelnen Menschen, der sich an der Explantation von Organen beteiligt !!! Man sollte in großer Dankbarkeit dem heimgekehrten Seelenwesen und seinen Angehörigen nahe sein--auch bei der Explantation !!!
    Der "gehörten" Mutter möchte ich von Herzen wünschen, ihren Sohn jeden Tag in Freude so zu sehen und zu empfinden, wie er an ihrer Seite gemeinsame Jahre verbringen durfte und nicht in der unerträglichen Vorstellung, was "man mit seinem Körper" hinter verschlossenen OP-Türen angerichtet hat.
    Die Qualen der Selbstvorwürfe dürfen nicht ein Leben lang anhalten, man sollte auch sich selbst vergeben, kommt man zu der Erkenntnis, dem aktuellen Anschein nach, falsch gehandelt zu haben...
  9. zitierenAngelika schreibt am 31.05.2012 um 22:12 Uhr:

    Ich sitze hier und habe Herzklopfen und frage mich weshalb, wovor habe ich Angst? Angst jemanden weh zu tun, mit dem was ich schreiben will?
    Angst vor den Folgen...
    Vor vielen Jahren standen mein Mann und ich vor der Frage:
    "Wollen wir auf den Tod eines anderen Säuglings warten, damit unsere
    Tochter leben kann? Oder lassen wir unsere Tochter gehen?
    Ich habe gebetet und die Antwort kam in Form eines Buches.
    In diesem Buch wurden Fälle geschildert wie kranke Menschen ein fremdes Organ sehen. Ganz besonders die Berichte der Kinder hat mich bestärkt bei meiner bereits schlummernden Meinung zu bleiben.
    Trotz der Bestürzung unserer Verwandtschaft und der Freunde haben wir uns gegen eine Transplantation entschieden.
    Ich habe unsere Tochter wieder in "die Hände Gottes" gelegt...
    ...und ein Wunder geschah.
    Tief in mir kam der Satz
    "Homöopathie kann über Leben und Tod entscheiden"
    Gott hat mich daran erinnert, dass ich diesen Satz einmal in einem
    Homöopathischen Buch gelesen hatte. Trotz des Risikos aus dem Krankenhaus geworfen zu werden, bzw. die Ärzte könnten ihre Drohungen wahrmachen, mir das Sorgerecht entziehen, habe ich meiner Tochter heimlich Homöopathische Mittel (die mir natürlich ein erfahrener Homöopath empfahl)gegeben. Innerhalb weniger Stunden ging es meiner
    kleinen Tochter rapide besser. Sie konnte aus dem künstlichen Koma geholt werden, täglich konnte die Sauerstoffzugabe verringert werden,
    ein Antibiotikum nach dem anderen reduziert und innerhalb 14 Tagen konnte ich sie endlich mit nach hause nehmen. Die Ärzte waren ganz erstaunt und wir wurden mit den Worten entlassen, dass sie nie gedacht hätten das unsere Tochter lebend das Krankenhaus verlassen würde.
    Aber, selbst wenn unsere Tochter nicht überlebt hätte, hätte ich meine
    bzw. unsere Entscheidung nicht bereut. Ich bin nach wie vor gegen Organtransplantationen von sog. Hirntoten. Sollte eine meiner Töchter oder mein Mann, eine Niere brauchen, durch einen Unfall, wäre ich bereit eine Niere zu spenden, natürlich auch umgekehrt.
    Aber ich möchte kein fremdes Organ!!!!
    Woher will ich wissen,
    ob der Spender wirklich bereit war sein Organ zu spenden?
    ob er wirklich wusste was mit ihm passiert, wenn man ihm die Organe entnimmt?
    ob der vermeintlich Tote gar wieder aufgewacht wäre...?
    was mit der Seele des Spenders passiert?

    Und`: Haben wir nicht auch das Recht auf ein würdevolles Sterben?


    Außerdem sollten wir unseren Körper als Tempel der Seele betrachten,
    als etwas ganz wertvolles, was beachtet werden will. Unsere Seele will uns durch unseren Körper etwas sagen, schauen wir hin!!
    Was verleiben wir uns ein? Welche Nahrungsmittel, Gifte muten wir unserem Körper zu?
    Er ist doch keine Maschine, an der man alles austauschen kann...

    Ausserdem sollten endlich die "5 Naturgesetze von Dr. R. Hamer" auch hier in Deutschland verifiziert werden. Wie viel Schmerz und Leid soll
    uns noch zugemutet werden. Alle Menschen haben das Recht endlich zu
    erfahren, das jeder Krankheit ein Konflikt voraus ging. Wenn dieses
    Wissen für alle Menschen zur Verfügung stehen würde, ohne Hetzkampagne gegen Hamer
    und seiner Anhänger.
    Schaut hier im Internet steht alles, lest es, prüft es und erst dann
    urteilt, denn nur wer die 5 NG anwendet kann auch wissen, dass sie stimmen.
    Auch ich hatte nach der langen Krankheit meiner Tochter
    Krebs. Dank dieser Entdeckung Dr. Hamers und meines Glaubens lebe ich noch. Ohne Op. ohne Chemo.

    "DANKE Dr. Hamer!!!!!!!!
    Ich bete für Sie, dass die Wahrheit endlich an´s Licht kommt...
    und sie wieder in ihr geliebtes Deutschland kommen dürfen!"

    Gott hat uns aber auch unseren Verstand gegeben, unsere Tatenkraft,
    deshalb schreibe ich nun hier diesen Bericht, weil ich möchte, dass
    alle Menschen aufwachen...
    Hören wir auf unseren Körper, unser Herz, unseren Verstand lassen wir
    endlich unsere Seele die Erfahrungen machen, die sie wirklich möchte.
    Übernehmen Sie die Verantwortung für sich und Ihr Leben!!!!!!!
  10. zitierenEin Christ schreibt am 19.08.2012 um 04:33 Uhr:
    Marion:Meine Tochter, 18, auch sehr hübsch, wenn nicht gerade mal wieder alles aufgequollen ist, weil das Herz nicht mehr kann,wenn sie sich traut, sich hübsch anzuziehen obwohl man ihren Kunstherzausgang sehen kann, wenn sie sich überhaupt mal unter Menschen traut, weil das Gefühl, durch eine Pumpe am Leben gehalten zu werden ihr ganzes Selbstvetrauen zerstört hat, dieses junge lebenshungrige Mädchen wird sich jetzt noch einmal dieser ganzen Tortur einer Herzoperation aussetzen müssen weil es Menschen wie dich gibt die mit ihren eigenen Ängsten verhindern, dass es genug Spenderherzen gibt! Du solltest dir die vielen Kinder und Jugendlichen einmal ansehen, die mit all ihren Todesängsten darauf warten endlich wieder leben zu können!



    Hallo Marion,

    ich finde deine Worte unverschämt, denn der Blogger Ryan handelt nur nach seinem Gewissen und das Gewissen ist, da es von Gott gegeben wurde (siehe Bibel NT), IMMER rechtleitend. Wer gegen das Gewissen handelt, der handelt falsch.

    Nun zu deiner Tochter und den vielen Kindern und Jugendlichen, deine fiese Aussage die dem Blogger ein schlechtes Gefühl vermitteln soll und deine darin ausgedrückten Ängste um deine Tochter sind nichts anderes, als ein Ausdruck für mangelnden Glauben.

    Du könntest deiner Tochter etwas viel besseres bieten, als diese schlechte Ersatzhoffnung auf ein Ersatzorgan, dass sowieso nie richtig im Körper funktionieren wird und die Lebensqualität deiner Tochter, durch die dann notwendigen Medikamente, auf die eines AIDS Patienten mit schwachem Imunsystem herabsetzt und dazu auch noch seelische als auch psyschologische Probleme bei deiner Tochter verursachen würde.

    Die wesentlich bessere und mächtigere Hilfe für deine Tochter, an die kein Ersatzorgan herankommen kann, ist der tiefe christliche Glaube an Gott.
    Denn eines ist klar, es gibt sowohl die Hölle als auch den Himmel und somit auch ein Leben nach dem Tod und ich weiß hier wovon ich rede.
    Deine Ängste und das klammern an diese Welt sind somit unbegründet und wie ich bereits schrieb, ein Ausdruck für mangelnden Glauben.
    Ich empfehle dir daher, daß du dich einmal mit Nahtoderfahrungen auseinandersetzen solltest.

    Warum habe ich bei Atheisten immer nur das Gefühl, daß es sich hier um einfache Personen, einfacher Bildung mit einem einfachen Gemüt handelt?
    Mangelnde Bildung, insbesondere in den Bereichen der Naturwissenschaft und Christlichen Religion sind leider all zu oft der Grund für ein atheistisches Leben.






  11. zitierenAnne schreibt am 09.09.2012 um 05:59 Uhr:
    Milka:*Ironie an* Genau diese Einstellung können alle, die auf ein Spenderorgan warten, gut gebrauchen. *Ironie aus*

    So etwas egoistisches habe ich lange nicht gehört... Wenn du wenigstens konsequent dagegen wärst, okay... Aber so ein: naja grad wie mir's passt... nee ... da kann ich nur mit dem Kopf schütteln!!!


    Ich denke da dachte Macolonia an eine Lebendspende zwischen Familienangehörigen.
    Manche Leute sind halt nur mit einer solchen Spende einverstanden.

    Man sollte sich mal klarmachen, dass der Begriff des Hirntodes umstritten ist, neben anderen Dingen weil da so manche Hirntote doch wieder aufgewacht sind. Mahc eine Suche doch auf YouTube oder Google...

    Keiner soll einem vorwerfen, sich am lebendigen Leib nicht ausweiden lassen wollen. Die meisten Zustimmungen zur Organspende kommen so zu Stande, dass Angehörige, die keine Peile haben was mit dem Sterbenden bei der Explantation geschehen wird, unter Zeitdruck ihre Einwilligung geben.


  12. zitierenAnne schreibt am 09.09.2012 um 06:32 Uhr:
    Marion:Meine Tochter, 18, auch sehr hübsch, wenn nicht gerade mal wieder alles aufgequollen ist, weil das Herz nicht mehr kann,wenn sie sich traut, sich hübsch anzuziehen obwohl man ihren Kunstherzausgang sehen kann, wenn sie sich überhaupt mal unter Menschen traut, weil das Gefühl, durch eine Pumpe am Leben gehalten zu werden ihr ganzes Selbstvetrauen zerstört hat, dieses junge lebenshungrige Mädchen wird sich jetzt noch einmal dieser ganzen Tortur einer Herzoperation aussetzen müssen weil es Menschen wie dich gibt die mit ihren eigenen Ängsten verhindern, dass es genug Spenderherzen gibt! Du solltest dir die vielen Kinder und Jugendlichen einmal ansehen, die mit all ihren Todesängsten darauf warten endlich wieder leben zu können!


    Man denkt hier wohl, dass man eine ANRECHT auf die Organe jener Menschen hat, die durch eines UMSTRITTENEN Todesbegriffes (sog. "Hirntod") für Organlager erklärt worden sind.

    Alle Marions sollten sich mal vergegenwärtigen, dass Organspende eine SPENDE ist also ein GESCHENK!

    Wenn der Spender bzw. seine Familie überhaupt im Klaren waren was auf den Spender da eigentlich zukommt, dann ist die Organspende eine SEHR mutige und SEHR großzügige Sache denn wenn sich der Anästhesist mal denkt das ist ja nur ein Toter und wieso dann Schmerzmittel geben dann kann der Spender schön durch die Hölle gehen bevor er endlich sterben darf (ganz am Ende der Organentnahme).
    Klar möchte Marion, dass manche Sachen über die Explantation nie den Tageslicht erblicken... und versucht aus diesem Grund, dem Blogger hier ein moralisches Maulkorb zu verpassen.

    Ich halte so eine moralische Keule für unethisch, egoistisch, verlogen, manipulativ und schamlos.
    Sind wir eigentlich Menschen oder Geier, die auf den Tod unsere Mitmenschen warten..?

    Wenn man sich klarmacht, was ein Spender durchmachen muss, dann wird sicherlich einigen der Mut vergehen. Aber wenn man sich die Marion anhört, dann vergeht einem die Hilfsbereitschaft, jene Überzeugung, die einem Mut machen könnte...


  13. zitierenRyan schreibt am 12.09.2012 um 22:56 Uhr:Wow, was für ´ne Diskussion - nach so langer Zeit.
    Ich muss zu meinem Blog-Eintrag sagen - von damals - als ich das schrieb, war ich grade Zeuge, bzw. "Mit-Schlächter" gewesen. Ich fühlte mich schuldig und ich glaube, auch traumatisiert.
    Es ist toll, wenn ein totkrankes Kind die Chance bekommt zu leben. Das ist klasse, es gibt wohl nicht schöneres als Erleichterung nach so einer langen, harten Zeit. Ich weiss das nicht, mir ist das noch nie passiert, ich kann darüber nichts schreiben.
    Über was ich aber schreiben kann, ist die Erfahrung, die ich als unwissender, unreifer, sehr emotionaler Azubi damals hinter einer OP-Tür machen musste. Ich stand bis zu den Knöcheln in Blut und Knochensplittern und es ging mir danach nicht gut. Ich möchte irgendwen sehen, dem es danach gut geht. Das war meine Erfahrung, nichts anderes. Kein Manifest gegen Organspende.

    Heute - 6 Jahre später - hat sich meine Meinung nochmal komplett geändert. An dem Tag habe ich meinen Organspendeausweis zerissen. Seit 3 Jahren habe ich wieder einen, aber mit Einschränkungen und Bedingungen - weil ich mich auskenne. Ich will Leben retten, wenn meines nicht mehr zu retten ist, aber es gibt Dinge hinter OP-Türen, die gehen nicht.

    Wie Anne sagte: Ein Organ zu bekommen, ist ein Geschenk. Kein Anrecht. Ich finde es schade, grade mit Blick auf das neue Organspendegesetz, dass sich einfach zu wenig Menschen damit auseinander setzen und damit viele Organe, die gespendet werden wollen, verloren gehen, weil es keine eindeutige Ansage gibt.
    Und die meisten Menschen sind Geier, sie wissen es nur nicht.
    Wie gesagt, mittlerweile habe ich wieder eine Organspendeausweis mit Einschränkungen: Bauch- und Brustorgane sind okay, alles andere nicht. Keine Haut abhobeln, keine Augenlinsen, keine Knochen. Ich habe die Medikamente aufgeführt mit denen ich narkotisiert werden muss und mein Hirntod wird anders festgestellt, nämlich genauer. Und zum Schluss: Meiner Mutter möchte, dass wenn ich tot bin, ich aufgebart werden kann im offenen Sarg. Das kann man bei gewöhnlichen explantations-Leichen nicht. Das ist wie bei einem Auto was ausgeschlachtet wird - es bleibt am Ende nicht viel über, denn jeder kann irgendwas davon gebrauchen. Und so ist es beim menschlichen Körper auch.
  14. zitierenOrganspendekritiker schreibt am 19.11.2012 um 15:59 Uhr:Ich bin kein Gegner der Organspende. ABER auch kein Befürworter! Ich habe in letzter Zeit sehr viel über dieses Thema gelesen und mir mein eigenes Urteil gebildet. Ich finde es in unserer geldgierigen Gesellschaft sehr schlimm, dass keine ehrliche Aufklärung stattfindet. Wem hilft die Organspende wohl mehr? Dem der das Organ braucht oder DER, der an den Medikamenten "danach" verdient. Mit Menschen, denen es mit einem Fremdorgan nicht gut geht wird auch keine Propaganda betrieben! Es wird so vieles tot geschwiegen ...

    http://m.faz.net/aktuell/politik/inland/organspende-hirntod-11860677.html
  15. zitierenOrganspendekritiker schreibt am 19.11.2012 um 16:07 Uhr:Schaut euch das ruhig mal an:
    http://webtv.bundestag.de/player/macros/_v_f_514_de/od_player.html?singleton=true&content=18083 1

  16. zitierenMarylou15 schreibt am 27.01.2013 um 02:27 Uhr:Hi Ryan,
    Nachdem Du weißt durch Deinen Beruf, bitte um Mitteilung...

    "Ich habe die Medikamente aufgeführt mit denen ich narkotisiert werden muss und mein Hirntod wird anders festgestellt, nämlich genauer."

    Liebe Grüße

    Marylou
  17. zitierenThomas schreibt am 29.01.2013 um 13:19 Uhr:Ich finde, Hans Jonas hat seiner Zeit schon alles dazu gesagt. Menschen mit Puls und Herzschlag sind nicht tot. Das Gegenargument, man könne ja stillstehende Herzen wieder zum schlagen bringen finde ich unwissenschaftlich, da solche Herzen nicht endgültig still sind, sondern kurzzeitig gelähmt. Ein totes Herz schlägt nie wieder.

    Leichschändung lässt mehr Würde übrig als solche Lebendschlachtungen. Ich finde es widerwärtig. Auch die dahinter stehenden Moralismen (zb. Alkoholiker bekommen keine Organe - ich dachte, Alkoholismus ist eine Krankheit? Ist es jetzt doch wieder Sünde?) finde ich so bigott wie die allzuperversen Beispiele des Geiertums nach dem Motto: Seit wann hast DU das Recht, über die Weitergabe DEINER Organe selbst zu entscheiden? Ebenso pervertiert sind die "aber denk doch mal an Kinder, die ein Organ brauchen!"-Argumente. Gerade bei Kindern (vorher muss erstmal eins gestorben sein, damit ein anderes gerettet werden kann...) finde ich das zutiefst fragwürdig.

    Für mich steht hinter der Organspende schlicht eine gewaltige Angst vor dem Tod (auch, weil man sich damit nicht auseinandersetzt und der Tod aus medizinischer Sicht vollkommen unbeachtlich ist, man den Tod einfach "fallen" lässt) und ein vollkommen idealisierter Hilfswunsch, den man auch Helfersyndrom nennen kann. Dadurch ignoriert man auch alle Folgen von Lebendspenden wie bspw. starke Müdigkeit und im Grunde Neurasthenien nach zb. Nierenspenden. Über solche Folgen wird man vorher natürlich nicht aufgeklärt, sowas sind ja alles Einzelfälle... (man suche mal bei "Monitor" oder "Report Mainz", ich weiß es nicht mehr genau, nach einem Beitrag, der darüber Auskunft erteilt: zb. 49% aller Nieren-Lebendspender haben innerhalb von 10 Jahren teils erhebliche Gesundheitseinbußen aufgrund des verschenkten Organs, welche sie durchaus auch dazu zwingen, ihren Beruf aufzugeben...).

    Die gesamte "Organen von Toten"-Diskussion ist zutiefst verlogen und ethisch versaut, da man Organe von wirklich Toten gar nicht mehr verwenden kann (das Herz muss schlagen, das Blut muss zirkulieren), da giftig wegen den Verfallsprozessstoffen. Also wurden defacto bis heute noch keinem einzigen Toten Organe entnommen, sondern nur solchen Menschen die bewusstlos waren und die man dann endgültig sterbend gemacht hat.

  18. zitierenRyan schreibt am 01.02.2013 um 16:30 Uhr:Marylou15
    Was meinst du mit "bitte um Mitteilung"?
  19. zitierenEva schreibt am 13.05.2013 um 00:28 Uhr:Ryan, ich glaube Marylou15 wollte wissen, mit welchen Medikamenten du in Fall einer Organentnahme narkotisiert werden möchtest und mit welcher Methode (die du als genauer beschrieben hast) dein Hirntod festgestellt werden soll.
  20. zitierenMichael schreibt am 29.07.2013 um 00:24 Uhr:Hey Ryan, welche Medikamente und welche Methode würde mich auch mal interessieren.
    Wenn ich meine Meinung ändern sollte und doch zum Spenden bereit wäre, würd ich mich nämlich absichern sollen. Die bisherigen Infos haben mich vom vllt-Spender zum definitiv-nicht-Spender gemacht, was u.a. an der ungenauen Methode für die Feststellung des Hirntodes liegt und daran, dass ich nach bisherigen Berichten davon ausgehen muss, dass die Explantation dem Sterbenden mordsmäßig Schmerzen bereitet.
  21. zitierenPetra schreibt am 02.10.2013 um 05:06 Uhr:Hej Ryan, wenn Du hier noch Organspender gewinnen möchtest, wird Dir die Beantwortung der Fragen nicht erspart bleiben, ich warte also auch auf die Antworten - siehe oben.
    Danke im voaus
  22. zitierenPetra schreibt am 10.10.2013 um 09:49 Uhr:natürlich wollte ich sagen: "Danke im voraus Ryan!" ich warte, warte, warte ...
  23. zitierenRyan schreibt am 17.10.2013 um 15:43 Uhr:Schwierig zu beantworten - zuerst muss ich einmal sagen, dass ich mittlerweile ja auch nen Tag älter geworden bin und meine Meinung sich diesbezüglich natürlich auch geändert hat - ebenso wie das Transplantationsgesetz. Und nochmal möchte ich ganz ausdrücklich sagen: Ich habe einen Organspendeausweis, den ich immer bei mir trage - eben mit dem Zusatz, dass ich vollnakotisiert sein möchte unter der Explantation. Da sich Medikamente und Vollnakose-Methoden beinahe im 3 monatigem-Takt ändern (ich arbeite derzeit auf einer Chirurgie, bin also direkt an der Quelle der Informationen) kann ich nicht explizit schreiben: Das und das Medikament bitte verwenden für die Nakose, sonst bitte nicht aufschneiden. Ich (wäre ich ein Leihe) würde sowas schreiben wie "Vollnakose und Schmerzmittelgabe nach Standart bei größeren Operationen".
  24. zitierenUnerkanntbleibenwill schreibt am 07.11.2013 um 12:48 Uhr:Ich finde, es ist ein unglaublich schwieriges Thema.
    Ich war vor kurzem dabei, als bei einem hirntoten Menschen die Maschinen abgestellt wurden und dieser Mensch in Würde und ganz friedlich gehen durfte. Es war so wichtig für die Familie, dabei sein zu können, um es wirklich begreifen zu könnnen.
    Für mich war dieser Mensch bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz tot.

    Es ist tragisch, wenn Menschen sterben müssen, weil sie kein Spenderorgan bekommen, dennoch halte ich daran fest, dass ein Sterbender in Würde gehen dürfen muss.
    Vielleicht suche ich nach Entschuldigungen, warum ich kein Organspender bin, aber ich habe den Fokus nicht nur auf die Organ-Wartenden gerichtet, sondern auch auf die vielen Menschen, die täglich durch Hunger, Unfall, Krankheit, Krankenhauskeime, Krebs, usw. sterben müssen. Zumindest den vielen Hungertoten könnte mehr Hilfe zuteil werden, wenn wir alle dafür sorgen würden, dass die Güter der Welt gerechter verteilt werden. Stattdessen wird der Augenmerk der Gesellschaft auf die Organspende gelegt und dass man sich schlecht fühlen muss, wenn man dieser nicht zustimmt. Es gibt so viele Dinge auf der Welt, die verschwiegen oder in den Hintergrund gerückt werden.
    Ich bete dafür, dass uns das Schicksal der Entscheidung über Organspende bei einen Angehörigen erspart bleibt und wir oder unsere Lieben auch niemals so krank werden, dass wir ohne Organtransplantation sterben müssten. Und ich bitte um Gottes Kraft, wenn es doch auf uns zukommen sollte, dass er uns den richtigen Weg weist.
  25. zitierenRaissa schreibt am 06.03.2014 um 23:54 Uhr:
    Marion:Meine Tochter, 18, auch sehr hübsch, wenn nicht gerade mal wieder alles aufgequollen ist, weil das Herz nicht mehr kann,wenn sie sich traut, sich hübsch anzuziehen obwohl man ihren Kunstherzausgang sehen kann, wenn sie sich überhaupt mal unter Menschen traut, weil das Gefühl, durch eine Pumpe am Leben gehalten zu werden ihr ganzes Selbstvetrauen zerstört hat, dieses junge lebenshungrige Mädchen wird sich jetzt noch einmal dieser ganzen Tortur einer Herzoperation aussetzen müssen weil es Menschen wie dich gibt die mit ihren eigenen Ängsten verhindern, dass es genug Spenderherzen gibt! Du solltest dir die vielen Kinder und Jugendlichen einmal ansehen, die mit all ihren Todesängsten darauf warten endlich wieder leben zu können!



    sehr gerne, Marion.

    ich ziehe ein Ersatzverfahren (Kunstherz oder Dialyse) jedem Fremdorgan vor. mich ekelt es an, die Vorstellung, ein fremdes Organ oder Blut in mir zu haben. ich will nicht, dass ein anderer erst sterben muss, damit ich ein wenig weiter vior mich hin vegetieren kann. das Leben mit Ersatzorgan ist nicht besser oder gesünder, im Gegenteil.

    Ihr sterbt an Euren Krankheiten, nicht, weil es keine Ersatzteile von sterbenden Menschen gibt. Hirntote sind Sterbende, keine Toten. Umgebracht werden sie auf dem OP-Tisch. Traumatisch für alle daran Beteiligten, Ryan hat das sehr anschaulich geschildert.

    LG Raissa
  26. zitierenSchmetterling schreibt am 12.03.2014 um 15:30 Uhr:An Marion,

    Marion, fuer dein Kommentar solltest du dich sowas von schämen!!!
  27. zitierenPed. schreibt am 25.03.2014 um 12:50 Uhr:Hallo Ryan, vielen Dank für Deine Stellungnahme und die erneute Entscheidung, einen Organspendeausweis mit Ja bei Dir zu tragen. Die Idee, in den Ausweis zu schreiben, dass man bei einer eventuellen Explantation eine Narkose und Schmerzmittel einsetzen sollte, finde ich sehr gut. Das werde ich in meinen Ausweis übernehmen.
  28. zitierenSusan schreibt am 03.03.2015 um 05:43 Uhr:
    Raissa:
    Ihr sterbt an Euren Krankheiten, nicht, weil es keine Ersatzteile von sterbenden Menschen gibt. Hirntote sind Sterbende, keine Toten. Umgebracht werden sie auf dem OP-Tisch. Traumatisch für alle daran Beteiligten, Ryan hat das sehr anschaulich geschildert.


    Danke Raissa, Ryan und vielen anderen hier, die sich ganz oder teilweise auf die Seite der wirklichen "Opfer" -nämlich den Organspendern- stellen. Diese Menschen haben sicher zum Großteil keine Ahnung wozu sie ihre Zustimmung geben. Ich kenne viele junge Leute (zwischen 20 und Mitte 30) - wohl die begehrteste Opfer-Zielgruppe - die die naive Meinung vertreten, dass sie den Körper, der ja eh nur eine Hülle ist, sowieso nicht mehr brauchen wenn sie tot sind. Doch über das "wenn sie tot sind" habe sie sich überhaupt nicht erkundigt. Diese Menschen haben eine naive, gutgläubige und hilfsbereite Meinung, die ihnen teuer zu stehen kommen wird.

    Ich werde freiwillig kein Körperteil spenden und möchte umgekehrt auch nichts eingepflanzt bekommen. Viele Ärzte handeln sicher aus allerbestem Gewissen heraus. Doch für mich ist die Schulmedizin über all die Jahre zu einer "Frankensteinmedizin" verkommen. Begriffe wie "ganzheitlich", "ethisch", "human" haben (nicht nur in der Medizin) ihre ursprüngliche Bedeutung verloren. Menschen sind - wie alle empfindungsfähigen Lebewesen - "heilig"; der Anspruch und die Hoffnung nach möglichster körperlicher und seelischer Unversehrtheit hört nicht bei einem dubiosen "Hirntod" auf.

    Achtet gut auf euer Leben... lebt und esst so gesund wie nur möglich... gebt euren Kindern ein "gutes Erbe"(Erbgut) mit... und lasst die Toten würdevoll aus dieser Welt scheiden - ohne (wie Marion) auf deren Organe zu gieren.
    Kürzlich habe ich gelesen, dass Mediziner jetzt sogar Köpfe verpflanzen wollen............................... sorry, ich finde das abartig. und die Beschreibung(en) von Ryan lassen mir wahre Schauer über den Rücken laufen.

    >> Bauch- und Brustorgane sind okay, alles andere nicht. Keine Haut abhobeln, keine Augenlinsen, keine Knochen. Ich habe die Medikamente aufgeführt mit denen ich narkotisiert werden muss und mein Hirntod wird anders festgestellt, nämlich genauer. Und zum Schluss: Meiner Mutter möchte, dass wenn ich tot bin, ich aufgebart werden kann im offenen Sarg. Das kann man bei gewöhnlichen explantations-Leichen nicht. Das ist wie bei einem Auto was ausgeschlachtet wird - es bleibt am Ende nicht viel über, denn jeder kann irgendwas davon gebrauchen. Und so ist es beim menschlichen Körper auch. << das sind "nur" geschriebene Worte...doch dieses Blutbad muss für einen halbwegs empathischen Menschen psychische Folter sein...


    An alle, die bereits mit einem Spenderorgan leben bzw. darauf warten möchte ich sagen, dass es mir von Herzen leid tut, dass Sie in so eine Situation geraten sind.

    Uns allen wünsche ich, dass uns Schlimmes erspart bleiben wird.

    VG Susan
  29. zitierenLoraLey schreibt am 27.04.2017 um 03:43 Uhr:Vor 13 Jahren ist mein Neffe während einer Herz-OP "verstorben". Er kam mit einem Herz Fehler zur Welt und sollte mit seinen 15 Jahren zum 9ten oder 10ten Mal operiert werden. Irgendwas ist am Herzen nicht richtig mitgewachsen, deshalb musste es in regelmäßigen Intervallen angepasst werden, ich glaube irgendwas musste immer wieder erweitert werden
    Bei allen vorangegangenen OP's stand immer die ganze Familie Spalier zitternd, hoffend und bangend, ob auch alles gut gehen würde. Meine Schwester hatte diesmal niemandem gesagt dass unser Kleiner schon wieder unters Messer muß, um uns die Aufregung zu ersparen, hat sie nur gesagt, er müsse mal wieder zur Kontrolle für 3 Tage in die Uniklinik. Nach der OP davor hat sie uns erzählt, dass Nic mit Glück das Schlimmste hinter sich hätte und eventuell mit 19/20 eine künstliche Herzklappe bekäme. Einen Tag bevor er ins Krankenhaus musste, fuhr ich von der Autobahnausfahrt nach Hause, ich wohnte vielleicht 200 Meter von meiner Schwester entfernt. Nic trottete durch den Regen auf der Landstraße nach Hause. Natürlich nahm ich ihn mit. Ich fuhr zu der Zeit einen Mini und Nic war total fasziniert von dem Auto, vor allen Dingen von der Sitzheizung. Wir unterhielten uns über den bevorstehenden Krankenhausaufenthalt und ich fragte ihn, ob er angst habe. Ne, meinte dieser tapfere Kerl, ist ja nur ne Kontrolle, in 3 Tagen bin ich ja wieder da. Und das, obwohl er wusste dass er wieder operiert wird, er hatte seiner Mama versprochen nichts zu sagen. Natürlich konnte er sich nicht beherrschen und drückte den Knopf für die Sitzheizung. Ich lachte und sagte, Mensch Nic, ist doch gar nicht kalt warum bist du immer so gierig auf die Heizung? Er sagte "ich bin so gierig auf alles!"
    Das ist das Letzte was er zu mir gesagt hat, wir waren da und ich glaube wir sagten nur Tschüss.
    Am nächsten Tag kam der Anruf, meine jüngere Schwester war dran, bei Nic wär wohl was schiefgelaufen. Ich konnte erst mal gar nichts begreifen und fragte "wie schiefgelaufen?" Sie faselte irgendwas von Not-OP und es sähe wohl schlecht aus. Wie schlecht? Er wird es wohl nicht schaffen, fahr hin, wenn du dich verabschieden willst.
    Ich hab dann erst mal meinen Sohn aus der Schule geholt, Nic war 15 Monate älter und die beiden sind zusammen aufgewachsen, ich hab Nic auf dem Bauch getragen als ich schwanger war und als mein Bauch runder wurde gab es für klein Nic nichts schöneres als im Schwimmbad auf meine Kugel zu klettern und einzuschlafen.
    Das erste Foto meines Sohnes außerhalb des Krankenhauses ist mit Nic, der ihn strunzenstolz auf der Couch sitzend im Arm halten durfte.
    Sorry, wenn es alles etwas lang wird, es ist das erste Mal, dass ich überhaupt darüber "rede", aber ich komme jetzt zum Wesentlichen.
    Nic lag auf der Intensivstation, wurde beatmet und ...schlief. Meine Schwester saß mit rotgeheulten Augen daneben und meinte, du kannst ihn ruhig in den Arm nehmen, was ich dann auch tat. Ich dachte, er ist wohl noch narkotisiert, aber er lebte, er war warm, sein Herz schlug und er hatte rosige Wangen. Meine Schwester erzählte mir dann, dass Nic wohl am Tag vorher operiert worden wäre, es sollte vorerst definitiv die Letzte sein. Zuerst sei alles gut verlaufen aber in der Nacht hat es wohl Komplikationen gegeben, anscheinend sind, bedingt durch die vielen OP's die Nähte zu den Venen immer wieder aufgegangen. Er wurde über Nacht 4 mal notoperiert, hat unzählige Transfusionen bekommen und letztendlich hat man das Problem mit dem
    Blutkreislauf augenscheinlich in den Griff bekommen. Allerdings..., Nic war Hirntod...
    Durch den Sauerstoffmangel der sich während der Kriesen in der Nacht ergeben hätte....
    Ich hab in der Vergangenheit schon mal Tote gesehen und da ich immer Tiere hatte, hab ich auch schon den Augenblick des Todes mitgekriegt. Kurz bevor das Drama mit Nic passierte, war ich noch mit einem guten Freund beim Tierarzt, weil er seinen Hund einschläfern musste und obwohl er den Hund auf dem Arm hatte hab ich gespürt wann es vorbei war..., mann spürt es einfach ob ein Körper entseelt ist.., ich kann das nicht erklären. Aber Nic war noch da.., mag sein, dass er vielleicht auf dem Weg war, aber ich weiß zutiefst in mir drin, dass Nic noch da war.
    Während das alles auf mich einstürzte kamen 3 oder 4 Personen in weißen Kitteln ins Zimmer und baten mich und meinen Sohn kurz rauszugehen, man müsste einige Untersuchungen vornehmen. Ich dachte noch, na siehste, wenn hier noch so ne Ärzteschaft angetrabt kommt scheint ja noch Hoffnung zu bestehen.
    Es dauerte so ca.20 Min. dann durften wir wieder rein und meine Schwester tat mir kund, dass sie Nic zur Organspende freigegeben hätte.
    Ich bin dann den Ärzten hinterher, das war mehr oder weniger ohne Überlegung so aus Reflex und verlangte eine Erklärung. Außer, dass Nic allem Anschein entgegen definitiv Hirntod wäre, bekam ich natürlich keine.
    Ich fragte meine Schwester dann, wie sie das alles so auf sich beruhen lassen könnte, so ganz ohne Erklärung oder Untersuchung wie dieses Drama passieren konnte, aber sie meinte, dass eine Untersuchung Nic nicht wieder lebendig mache. Kurz danach kamen auch schon 2 Schwestern um Nic abzuholen. Ich hatte vorher nie so sehr über Organspende nachgedacht, das war immer so..., ja klar, warum nicht, gepart mit einem unguten Gefühl, aber wann kommt man schon mal in die Situation sich ernsthaft damit auseinandersetzen zu müssen. aber in diesem Moment schrie alles in mir drin, dass wir das nicht zulassen dürfen!!!
    Ich fragte die Schwester dann, warum das denn alles so schnell gehen müsste und sie sagte mir, dass ja noch verschiedene Tests gemacht werden müssen. Ich denke mal, vielleicht hatten sie auch Angst, dass die Nähte noch mal aufgehen.
    Ich hab dann nichts mehr gesagt, ich wollte meine Schwester nicht noch zusätzlich belasten. Obwohl mein Innerstes mir geradezu zugebrüllt hat irgendwas dagegen zu unternehmen, hab ich Nic noch mal übers Haar gestreichelt und ihn dem Grauen überlassen.
    Ein paar Monate später sprach mich der große Bruder von Nic an, Nic war ein leidenschaftlicher Sammler von World of Warcraft Karten, er hatte hunderte davon.
    Vor der Beerdigung kam mein Neffe auf die Idee, den ganzen Sarg damit zu bekleben, und laut Bestatter war das kein Problem. Also fuhr mein Neffe mit einem Freund ins Bestattungsinstitut. Er sagte mir, er hätte vorher extra nachgefragt, ob Nic schon im Sarg läge und von einem Mitarbeiter wurde ihm versichert, dass dem nicht so wäre, Nic würde noch im Krankenhaus sein und erst kurz vor der Beerdigung geholt.
    Es kam wie es kommen musste, die Jungs hoben den Deckel an und Nic lag drin.
    Mein Neffe fragte mich, ob ich mir sicher sei, dass Nic bei der Organentnahme wirklich tot gewesen sei. Auf meine Nachfrage, wie er darauf komme, erzählte er mir, er hätte Nic zwar erkannt, aber das sei er irgendwie nicht gewesen.
    Er sah wohl aus wie 90, total faltig und irgendwie total verkniffen, und er hätte die Lippen so fest zusammengepresst, dass man quasi keinen Mund mehr erkennen konnte. Mein Neffe kriegte dieses Bild nicht mehr aus dem Kopf und er glaubt, dass Nic bestimmt Schmerzen hatte. Obwohl mir kotzschlecht wurde habe ich meinem Neffen versichert, dass das unmöglich ist, ...bla..bla
    ich habe mehrere jahre gebraucht um mich dann im Internet mal schlau zu machen, was denn tatsächlich bei einer Explantation passiert und immer noch kann ich mir all die grauenvollen Beschreibungen nur häppchenweise antun, bevor ich zusammenbreche. Ich werde mir nie verzeihen können, dass ich, um meine Schwester zu schützen, nicht alles getan habe um Nic diese Tortur zu ersparen. Die Vorstellung, wie sehr mein kleiner Neffe gelitten hat, in der Situation, in der uns uns am dringensten gebraucht hätte aber von uns allen verlassen wurde, macht mich verrückt! Warum nur, warum habe ich wider meiner Gefühle nicht für ihn gekämpft??
    Mein Sohn hatte natürlich auch einen "Schlachtet mich ruhig aus" Pass und es hat viele Diskussionen gekostet, bis er ihn entsorgt hat. Er will letztendlich nicht glauben, was ich ihm erzähle und will sich auch nicht selber informieren, ich habe ihm angesehen wie sehr ihn der Gedanke, sein Cousin hätte solch ein Grauen durchgemacht, schockiert. Ich hab ihm tatsächlich angedroht, ihn im Falle eines Falles eher umzubringen, bevor ich zulasse, dass er sich für solch ein unaussprechliches grauenhaftes Procedere zur Verfügung stellt und ich denke, in allerletzter Konsequenz würde ich das auch tun.
    Für mich ist diese ganze "Hey tu gutes und Spende deine Organe" Propaganda ein Verbrechen an der Menschheit, die trotz all der Gräuel die Menschen Menschen im Laufe der Geschichte schon angetan haben, nicht mehr zu toppen ist und man kann es gar nicht laut genug in die Welt schreien!!!
    Und all denen, die meinen eine unheilbare Krankheit gibt ihnen das Recht Forderungen zu stellen möchte ich sagen, ihr sterbt nicht deswegen, weil sndere sich weigern bei lebendigem Leibe geschlachtet zu werden, ihr sterbt, weil was auch immer in eurem Körper den Geist aufgibt. So schlimm das auch ist, diese Anspruchshaltung, von Mitmenschen zu verlangen als letzten Eindruck aus diesem Leben unvorstellbares Grauen und unvorstellbare Schmerzen mitzunehmen, damit ihr irgendwann im Alter in Würde und im Kreis eurer Lieben friedlich von dannen gehen könnt, ist eine Sünde!!
    Liebe Grüße euch allen

Diesen Eintrag kommentieren