S.F... wie in Science Fiction

29.04.2017 um 07:27 Uhr

Approaching the Unknown.

von: SweetFreedom   Kategorie: Not bad!

Mark Strong trägt einen ganzen Film. Hut ab!

"Approaching the Unknown" begleitet Captain Stanaforth auf seinem Flug zum Mars. Stanaforth glaubt daran, daß er jedes Problem wird lösen können. Er kennt das Schiff, vor allem den wasserproduzierenden Reaktor so gut wie kein anderer.

Der Film wird oft mit "The Martian" verglichen. Das ist allerdings wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen, und zwar einen auf hübsch, aber geschmacklos gezüchteten Apfel a la Pink Lady mit der kleinen Birne in deinem Garten, die irgendwie trocken, trotzdem lecker ist.

Mir gefiel "The Martian" nicht. Die Musik hat mich genervt. Es war alles glattgebügelt und toll. Der Film hat mich nicht berührt. Dann zerbreche ich mir lieber jede einzelne Hirnzelle, um hinter das Geheimnis eines Films zu kommen.

Mich erinnert vorliegendes Werk eher an "Love" (2011) - die Enge -, "Gravity" - Durchhaltevermögen -, "Moon" - genaue Darstellung des Tagesrhythmus - oder "Arrival" - weil dokumentarisch, langsam, philosophisch. Auch die "400 Days" fallen mir wieder ein...

"Approaching the Unknown" ist sperrig. Der Protagonist ist auf einer Mission, deren WARUM und WIE mir nicht einleuchten. Stanaforth schreibt Tagebuch und erklärt damit dem Zuschauer, was ihn bewogen hat, den Flug ohne Rückkehr anzutreten.

Ich verstehe den Typen irgendwie, halte ihn gleichzeitig für hochgradig gestört. Als "die vierte Wand" durchbrochen wird (ein Stilmittel, das ich sehr liebe), guckt Strong mir direkt bis auf den Grund der Seele. 

"Approaching the Unknown" bietet einem kein eindeutiges Ende. Vielleicht ist sogar die ganze Reise nur eine Metapher. Die Frage zu beantworten, was das ganze sollte, ist die Aufgbe des Zuschauers. Wir haben ad hoc bis zu drei mögliche Erklärungen parat.

Ich gehe mit der Metapher-Erklärung. Es geht im Film vor allem um einen bestimmten Menschen, seine Mission, seine Wünsche. Es geht nicht um korrekte Abbildung technischer Ausstattung auf einem Weltraumflug. Die Stärke des Films sind Intensität, Eindringlichkeit, Langsamkeit, gleichzeitig niedrige, aber permanente Spannungsbögen.

 

  - gefunden bei moviedeskback.com -

 

07.04.2017 um 21:59 Uhr

Nichts wird sie aufhalten können...

Oh Gott, ich habe "Arrival" geguckt.

Es ist ein ganz feiner Film. Mir gefällt alles daran. Amy Adams ist einfach großartig. Die Geschwindigkeit: ungewöhnlich, deshalb gut. Die Effekte: schön gemacht. 

Und der Sinn des Ganzen: Du meine Güte! Da schüttelt es mich richtig durch. Habe geheult wie'n Schloßhund. Ich habe am Ende so sehr mit-gelitten und mit-gelebt und -geliebt. Das ist so heftig, daß man nicht weiß, ob es eine gute oder eine traumatisierende Situation ist...

Ein ganz wunderbares Meisterwerk. *tränchenwegwisch* 

 

 

 

01.04.2017 um 17:33 Uhr

Die Entdeckung... der Antworten.

von: SweetFreedom   Kategorie: Filmtips

"The Discovery" ist auf Netflix. Ich hatte darauf gewartet.

Nun, zehn Minuten im Film, denke ich:

Robert Redford ist immer noch wundervoll. Jason Segel ist erträglich? Vielleicht sogar sympathisch? Seltsam. Und Rooney Mara mit blonden Haaren hätte ich fast nicht erkannt...

Da ist was in diesen ersten Minuten. Das Sujet, die Machart, eine gewisse Bedächtigkeit, doch auch Prägnanz... Und ich meine, meinen nächsten Lieblingsfilm vor mir zu haben, falls er so weitergeht...

Fast immer geben Sci-Fi-Filme Antworten. Ich denke, hier wird es auch eine geben. Denn wann immer ich einen Film finde, gerade auch diese Filmperlen finde, habe ich auch gerade eine bestimmte Frage im Kopf.

Heute ist es: Was ist da? Nachher? Da drüben? Ist da eine Art bewußtes Sein?

Netflix hatte den Film schon vor Monaten angekündigt, nie mit Termin und gestern kam auch keine Ankündigung. Es ist eine Antwort, aber wie die ausfallen wird, wie ich den Film auf-fassen werde, das ist noch unklar.

Der Drache fand eine Sprachnachricht des Vaters. "Ich bin's, ruf mich mal bitte zurück." Wir wissen immer noch nicht, wie der zeitliche Zusammenhang zum Todeszeitpunkt ist, da wir wohl nie erfahren werden, was wirklich passiert ist. War es dem Vater (noch) klar, daß der Drache nicht direkt zurückrufen konnte, weil er schon schlief?

Ich habe wenig geschlafen letzte Nacht. Aber wenn ich's irgendwie hinkriege, werd' ich diesen Film schauen. Vielleicht gibt's neue Gesichtspunkte, etwas zum Rätseln, wer weiß.

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21:20 Uhr: Der Film war gut. Wie nicht anders zu erwarten von den Machern von "The One I love", der auch grandios war. 

Irgendwie fühlte ich mich an "Safety not guaranteed" erinnert, an "The Affair", an "Sense8"... aus unterschiedlichen Gründen. 

Es ist nicht mein neuer Lieblingsfilm, aber er hatte wunderbare Momente und einen schönen Twist, nein zwei, aber der zweite war fast klar, trotzdem gut.

Ich hoffe auf den nächsten Film der beiden kreativen Köpfe. Sie haben gute Ideen, unkonventionellen Zugang zu alten Themen. 

Ich mag das, wenn nicht lange erklärt wird, warum etwas so ist wie es eben ist, sondern wir einfach diese etwas ver-rückte Realität als gegeben annehmen und den Protagonisten auf Grundlage dessen fast dokumentarisch folgen.

Ein feiner Film.

"Was es zu lernen gibt, ist zu lernen, während wir hier sind." 

Das ist eine gute 'Antwort'.