Gedichte,
Kurzgeschichten,
Momentaufnahmen

31.10.2008 um 21:31 Uhr

Nocturne (31.10.08)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Natur

Eine alternative, uebersetzte Variante des Gedichts von Eino Leino.

Der Sang der Wachteln liegt in der Luft,
ueber rauchigen Taelern ein blumiger Duft,
und ueber dem Roggen ein vollkomm'ner Mond;
Dies Lied ist's, das mein Herz bewohnt:

Ich seufze und ich trau're nicht;
Das rote Abenddaemm'rungslicht
spiegelt im Wasser blaeuliche Schemen,
und ruhloser Wind streift schlafende Graeben;

Sommernacht, die neue Hoffnung gebar -
Sorglos atmen die Schatten des Waldes mir nah

cn P

 

28.11.2007 um 18:40 Uhr

Welke Naechte II (15.6.2005)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Tod

Ich habe mich entschlossen, mit diesem Gedicht unterm Namen A. Noctulus an einem Wettbewerb teilzunehmen - Anm. Maerz 2009. Wuenscht mir Glueck!

Zum Vergroessern anklicken.

cn P

11.08.2007 um 20:36 Uhr

HILFE?

von: AngelInChains   Kategorie: Erläuterungen

Kann mir jemand sagen, wie man den Abstand vom Titel zu den Textfeldern unten verringert?

cn P

10.08.2007 um 22:54 Uhr

-- Bauarbeiten --

von: AngelInChains   Kategorie: Erläuterungen

Es ist wohl unschwer zu bemerken, dass dieses Blog ein neues Layout bekommen soll, und genau daran wird im Moment gearbeitet. Bis morgen werde ich mir jedoch wohl eine Pause goennen, fuer zwischenzeitliche Betriebsfehler und beissende Farben hafte ich nicht ;)

cn P 

16.07.2007 um 00:40 Uhr

Trugbild von Glueck

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Die, die in der Dunkelheit leben, sie lieben, sie atmen, und im nebligen Schmerz ihr Dasein endlos spueren, die, die immer nur Schatten sehen, und ernst allem Leben begegnen, sie werden gern hoffnungslos genannt. Und das, obwohl in ihnen oefters ein Feuer lodert. 

Die hingehen, die heiter durchs Leben gehen, stets nach dem Licht lechzen, die, die immer laechelnd durch die Zeiten tanzen, die vor Bluemchen und Herzlich und Freude fast ersticken, denen das Lachen - so meint man - doch sicher irgendwann im Hals stecken bleibt, sie werden als vorbildlich und ideal betrachtet. Und das, obwohl niemand weiss, ob sie wirklich gluecklich sind.

1. Vielleicht ist alles nur Fassade?
2. Vielleicht sind sie nur unbesorgt, weil sie zu dumm sind, das Uebel zu bemerken?
3. Und wie viele der "Gluecklichen" haben einfach nur resigniert?

Es gibt so viele Phrasen dafuer. Es heisst, man wuerde toleranter werden, oder "lockerer" (besonders im Alter). Oder aber, so verkuendet der Mensch oft, er sei ueber Dinge "hinweg gekommen". Dass das bei einigen Menschen tatsaechlich vorkommt, bezweifle ich nicht. Aber -

Wieviel dieser Toleranz ist nur Aufgabe seiner eigenen Ideale, weil man die Hoffnung auf Veraenderung verloren hat? Wieviel wieder Gelassenheit ist Ignoranz, weil man es Leid ist, sich mit den Sorgen zu befassen? Wieviel dieser angeblich ueberlebten, verarbeiteten Sorgen sind in Wirklichkeit noch da, noch tief im Unterbewussten begraben, nur werden sie nicht mehr geaeussert, weil man sich selbst oder anderen ein Trugbild auftischt?

Lieber ehrlich deprimiert, als scheinheilig "gluecklich".
(Ich habe nichts gegen glueckliche Menschen, aber Sorglosigkeit, die auf Ignoranz basiert, kann auch sehr schaedlich sein. Und die Wahrheit steht noch immer ueber allen Dingen. Fuer mich wohlgemerkt, fuer meine Welt.)

cn P

27.06.2007 um 02:47 Uhr

Entfremdung (27.6.07)

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Immer fremder erscheinen mir Gesellschaft und Menschen. Es ist, als triebe ich in einem Boot ohne Ruder immer weiter aufs Meer hinaus, wuerde aber keine Anstalten machen, zurueck zu schwimmen oder mit den Haenden zu paddeln. Stattdessen lehne ich mich zurueck, geniesse meine Einsamkeit und blicke, manchmal etwas wehmuetig, manchmal doch sehr zufrieden, zurueck ans sich entfernende Ufer. Mittlerweile haben die Menschen, die man dort sehen koennte, die groesse von Ameisen erreicht. Ich hoere sie nicht mehr, ihre Sorgen sind mir fremd. Ich erkenne allerhoechstens noch ihre Schemen und schattenhafte Bewegungen. Bald wird von ihnen nichts mehr zu sehen oder zu hoeren sein, und ich habe die ewige Stille gefunden, die ich so lange suchte. Nicht, dass ich nie gewollt haette, die Menschheit zu verstehen - das tat ich! Ich stellte Fragen, wenn mich an ihnen etwas verwunderte. Aber nun, da sie sich von mir und ich mich von ihnen entferne, bin ich erstmals wirklich zufrieden.

cn P

16.03.2007 um 01:47 Uhr

Schlagt die Naegel tiefer

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Martert mich zu Tode
Zerschneidet mir die Wangen
Doch meine wunde Seele
Werdet ihr niemals fangen 

... 

Meine Erinnerungen verschlingen mich. Ich habe den Eindruck, als sei ich nur noch ein Schatten auf dieser Welt, ein Lufthauch, der ab und zu einen Menschen beruehrt und ihn aus dem Nichts erschaudern laesst, und er weiss gar nicht, woher dieses Gefuehl kommt. Es ist, als sei ich unsichtbar und alles, was ich tue, haette kein Gewicht mehr, manchmal bin ich mir nicht einmal mehr sicher, ob ich noch atme. 

Nur meine Lider bluten. Rot im grauen Nebel. 

cn P

16.03.2007 um 01:27 Uhr

Bangkapi, Winter 1988

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

"Das Licht war daemmerig, orange, meine Augenlider wurden immer schwerer. Auch das Atmen war ungewoehnlich anstrengend. Meine Glieder spuerte ich nicht mehr. Ich lag auf einem hoelzernen Bett, mein Koerper war in nasse weisse Tuecher gehuellt. Lange fuehlten sie sich nicht kalt an, binnen weniger Sekunden waren sie wieder lau. Die Naesse verdunstete schnell. Meine Familie, oder das, was ich dafuer hielt, stand um das Bett versammelt und starrte mich an. Meine Mutter und meine Grossmutter weinten. Ich war dem Ausgang dieser Krankheit schon fast gleichgueltig gegenueber gestellt und fuerchtete einen Abschied schon lange nicht mehr."

cn P

21.02.2007 um 16:49 Uhr

Ein kleiner Auszug

von: AngelInChains   Kategorie: Kurzgeschichten

Zum Lesen klicken.

cn P

21.02.2007 um 16:09 Uhr

Abschied (16.1.07)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Tod

Schwarzes Abbild verronnener Zeit
Jedes Wort ist eine Perle
Giftig gruen und kostbar, wie Gold
Weiss tanzt ein Schleier ueber den Wogen
Stumm verschluckt der Sturm
Eine taenzelnd' Libelle -
 

Das Seelenfunkeln erstickt
Das Leuchten unter Schlamm begraben
Die Fischer ziehen die Netze ein

Vor unseren Fuessen tost die See
Glitschig ruht meine Hand in deiner
Erstarrt in kalter Umklammerung
Der Angstschweiss brennt in deinen Wunden
Still verschluckt das Meer
Eine eisern' Libelle -

Das Plaetschern verklingt
Der Sturm loest sich auf
Leer ziehen die Fischer die Netze ein

03.02.2007 um 01:42 Uhr

Morgen (27.6.2006)

von: AngelInChains   Kategorie: Lyrik: Liebe

Das erste Tageslicht erhellt
Schon die Felder, nebelgrau
Wie begossen scheint die Welt
Von traenenreinem Morgentau 

Und ins dunkle Zimmer scheint
Regnerisch das fahle Licht
Waehrend sie den Tag verneint
Und beendet ein Gedicht

Stundenlang hat sie gewacht
Und war'n auch die Lider schwer
Schrieb sie an gegen die Nacht
Fast entschwebend, mued und leer

Nun zerreisst schon Tageslaerm
Rabenkraechzen, Vogelsang
Reden, Rauschen, nah und fern
Ueberall verstoern'der Klang

Den Traum, in dem ihr Herz versank
In Sehnsuchts Ewigkeit
Die Trauer, die sie naechtens trank
In dunkler Einsamkeit

(Liebe... Zum Schreiben. So habe ich also letzten Sommer jede Nacht gearbeitet)

cn P

03.02.2007 um 01:38 Uhr

Gegen alle ausgeprochen

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

"Mein Leben und Lieben ist in erster Linie Melancholie. Auch die verborgenen, schoenen Seiten des Schmerzes zu erkennen - Auf Friedhoefen sehe ich weniger Traenen, als Grabesrosen. Und ist eine Rose weniger schoen, als ob sie in einer Vase bei Tische stuende, nur, weil sie auf einem Grabe liegt?" 

cn P

03.02.2007 um 01:17 Uhr

Sinful Daylight's Illusion

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Es war muehsam, sich ein Lachen zu verkneifen... Wir zwangen uns, die Fassung zu behalten, kicherten nur leise - Bis nichts mehr half, und lautes Gelaechter durch die gesamte Nachbarschaft schallte. Wie lange kannten wir uns schon? Waren es Monate, Jahre? In diesen Momenten glaubten wir, es haette sich um Jahrzehnte gehandelt. An diesem Fruehlingsmittag verband uns etwas, was mittlerweile schon seit Langem zur Vergangenheit geworden ist. Sie wird nie wiederkehren. 

cn P

(Im Moment angetan von sinnlosen englischsprachigen Titeln.)

03.02.2007 um 01:12 Uhr

Am Morgen des 18. Mai 2003

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Verstoert klammerte sie sich fest, als ob sie drohte, hinunter zu stuerzen. Ein Maedchen von knapp 16 Jahren, bleich und dunkel gekleidet, hing verkrampft am Tisch des feinen Speisesaals, und wirkte so gedankenversunken, als habe sie diese Welt noch niemals klar gesehen. Der Kellner bewegte sich auf sie zu. Sie hatte den Kopf in den Nacken gelegt und sah an die Decke. Nachdem sie die fremde Person neben ihr bemerkt hatte, sah sie sie mit grossen Augen und noch immer schweigend, an. "Moechten Sie ein wenig Obst?", hoerte sie den Bediensteten fragen. Sie bemuehte sich, ihm zu antworten, aber statt einem Wort brachte sie nur ein Kopfschuetteln hervor. "Kein Wunder, ist ja auch viel zu gesund." - Der Kellner entfernte sich, scheinbar leicht aergerlich, wieder vom Tisch. Wie haette er auch wissen sollen, dass es Gruende gab, wieso das Maedchen fuer den Morgen nicht ansprechbar war. (...) 

cn P

01.02.2007 um 01:39 Uhr

Nur ein Moment am 19. September 2000

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Ich oeffnete langsam die Augen. Schwer drueckte sich mein Koerper auf den steinigen Untergrund. Ich muss auf dem Ruecken gelegen haben, denn das erste, was ich sah, war ein hellblauer Himmel mit weissen Schaefchenwolken und grelles, sommerliches Sonnenlicht. Ich lebte noch? Muehsam versuchte ich, mich zu erheben. Da stand ich und blickte an mir herab. Blut, ueberall Blut. Aber ich lebte doch noch, trotz allem? 

cn P

01.02.2007 um 01:03 Uhr

Briefe ueber Vergangenes, Verborgenes und Verstoerendes (1.2.07)

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

An A.:

Wieso weinst du nun, wo ich meine Hand, die ich dir ueber Jahre reichte, zurueck zog, nachdem du sie niemals ergriffst - sondern schmaehtest, in falschem Stolz? Was erwartest du - Dass ich sie dir weiter, bis an mein Lebensende, entgegen strecke, und mich laecherlich mache, meine Ressourcen verschwende? Die Hand wird von anderen Menschen benoetigt, von solchen, die sie zu schaetzen wissen. Nun hast du, und es ist ja nicht so, dass ich dich nie zuvor warnte, deine Chance verloren. Damit musst du leben, wie ich damit leben muss, nun wieder "Einzelkind" zu sein. Ich werde, sicher wird es auch bei dir so sein, wieder neue Menschen finden, vielleicht auch wieder solche, mit denen ich wirklich viel teilen kann. Aber das hier wird mit Sicherheit nichts mehr, liebe A.

~*~

An M.:

Spuerst du das Sehnen, das im Nebel deines Herzens umher wandert, ziellos, wie ein Wanderer, der sich in der dunklen Nacht verirrte? Fuehlst du, wie diese Gedanken an deiner Seele saugen, wie ein naiver Mensch an der Aura einen grossen Geistes - Wie die Kraft, irgendeine Kraft, an deinem Atem zehrt, deine Brust wie ein Bleigewicht gen Boden drueckt? Ich frage mich - Sollten wir nachgeben und uns unserem Schicksal fuegen? Oder muessen wir den Gang der vielen Buesser gehen, die ihre Sehnsucht unterdruecken, und weiter so leben - so tun, als sei das hier zu leben?

~*~

An P.:

Das Leiden ist - nicht nur des Menschen, auch alles Lebens Basis - Wer nun widerspricht, hat noch nicht die Augen geoeffnet: Haetten wir keinen Schmerz, haetten wir nichts, von dem unsere Freuden sich abhoben. Wir benoetigen, ob wir wollen, oder nicht, zwangslaeufig Unglueck, um Glueck zu spueren, Schmerz, um Wohlsein zu fuehlen, Hunger, um zu verstehen, was es heisst, satt zu sein. Ich weiss, dies erscheint im Moment wenig troestlich. Aber an irgendetwas muss man sich klammern, um am Leben zu bleiben. Man kann zumindest versuchen, sich selbst einen kleinen Strohhalm zu schaffen. Wenn man mehr schon nicht tun kann.

~*~

An W.:

Woellte ich laut, im Wahn, besessen, schreien: "Lass uns einigen Menschen ihr Leben versauen!" - Kaeme mir als zweites nur der, traurig-logische Gedanke: Dazu genuegte es wohl bei vielen schon, ihnen zwei Tage ihren Fernseher zu entziehen. Schon haetten viele alles verloren.

~*~

cn P

27.01.2007 um 02:03 Uhr

Zwei Hirngespinste (27.1.07)

von: AngelInChains   Kategorie: Kurzgeschichten

"Sie schloss die Augen. Der Wind, der ihr Gesicht und ihr Haar striff, fuehlte sich angenehm frisch an, an diesem warmen Fruehlingstag. Die Sonne schien grell. Einige Voegel zwitscherten und dazwischen vernahm sie das Geraeusch, das Klimpern, das einzelne Windboen in den hin und her schwingenden Metallketten verursachten, die die Ruine absperrten. Sie sah die eingestuerzten Waende vor sich. Darueber die hohe Betonkonstruktion, mostroes, monumental. Sie sah hinauf. Wie klein kam sie sich darunter vor. Das Geraeusch des Windes verunsicherte sie ein wenig. Sie glaubte, die Betonkloetze ueber ihr wuerden im Sturm schwingen. Sie wurde unruhig. Wenn diese tonnenschweren Platten auf sie stuerzen wuerden... Dieses Gebilde... Das schon ueber 50 Jahre dort stand. Der Grund, auf dem ihr Gewicht lag... Wie viele Menschen waren hier schon umgekommen? Sie konnte ihr leises Fluestern unter ihren Fuessen hoeren. Schnell kehrte sie diesem Ort ihren Ruecken." 

Wirklich auf diese Weise erlebt.

~*~

"Ploetzlich hatte eine tiefe innere Leere sie ergriffen. Sie glaubte, erzittern zu muessen, doch ihr Leib zeigte keine Reaktion auf das Schrecken, das ihren gesamten Koerper vereinnahmte. Sie seufzte nicht, als sie das Buch schloss. Sie lehnte sich zurueck, ergriff die Waffe auf ihrem Schreibtisch, und erschoss sich."

Zum Glueck noch nicht erlebt.

~*~

cn P

25.01.2007 um 01:34 Uhr

Gedanken zur Vergaenglichkeit (25.1.07)

von: AngelInChains   Kategorie: Gedanken

Bald war die blutige Glut erloschen, schwarze Nebel hatten sich ueber die purpurroten Seidenbaender gelegt, die ueber das Firmament ausgebreitet waren. Vergaenglichkeit machte sich in der engen unwissenden Menschenbrust breit, ein Seufzen, ein hastiger Atemzug, ein erstaunter Blick. 

Vanitas! Wieso musste alles Schoene vergehen? Wieso musste das, was eben noch bluehte, schon wieder zu Staub zerfallen?

Das Herz des unschuldigen Menschenkindes schnuerte sich zu. Wieso war es so schwer, zu verlieren, wo doch jeder Verlust auch die Entstehung einer neuen Schoenheit bedeutete? Doch es faellt dem Wesen des Menschen nicht leicht, dies zu begreifen. Der Geist mag es begreifen, Wissenschaftler schreiben von Kreislaeufen, von Logik, von gleichwertigen Energien, doch die Seele - Sie versteht oder verkraftet so vieles nicht.

Im Anblick des Zerfalls dessen, was soeben noch existierte, beginnt das menschliche Kind, in Traenen auszubrechen. Es kann sich nicht dagegen wehren. Wie grausam doch die Natur ist. Die -schoene- Natur.

Ein Bild zerfliesst, das naechste entsteht. 

cn P 

16.01.2007 um 01:43 Uhr

An Hoffmanns Grab

von: AngelInChains   Kategorie: Kurzgeschichten

Waehrend der Wind zart die herbstfarbenen Blaetter striff, und die noch warme Mittagssonne hinunter auf die Mauern des Friedhofs und auf die alten Graeber und Gruften herab schien, schritt ich unter dem dichten Geaest der knorrigen Eichen hinueber zu Hoffmanns Grab. Der Weg war noch vom letzten Gewitter und damit einher gegangenen starken Regenfaellen durchnaesst, moderig-matschig, und meine Schritte klangen demnach, wie auf sumpfigem Grund ueblich, stapfend und schwer. Hoffmanns Grab lag fruehlingshaft vor mir, einige Blumen bluehten aus dem Grund, andere standen abgeschnitten, abgetoetet, in dunkelgruenen, in den Boden gesteckten Vasen. Die Inschrift im Stein war beschaedigt, der gravierte Teil durch den Lauf der Zeit verwittert, die golden-metallenen Lettern, die den Namen bildeten, die oberflaechlich angebracht waren, waren auch nicht mehr vollstaendig. 

Ich legte einige Hyazinthenblueten auf die steinerne Platte, etwas entfernt von den anderen Blumen. Ploetzlich hoerte ich eine Stimme hinter mir: "So so, jemand stoert sich an meiner Kaelte?" - Ich sah mich um. Ein altertuemlich gekleideter, noch relativ junger, Mann, schritt auf mich zu. Eine Schoenheit war er nicht und er wirkte so merkwuerdig starr. "Herr Amadeus?!", fragte ich unglaeubig. Das konnte doch wohl nicht wahr sein. "Ja, der bin ich", antwortete der Fremde jedoch, "und mit wem habe ich es zutun?"

~*~

Es geht um den Berliner Schriftsteller Hoffmann, der sich selbst den Vornamen Amadeus gab und sich auch sehr geehrt vorkam, wenn man ihn so benannte; Er ist in Berlin begraben, jedoch befinden sich auf dem Grabstein KEINE Metalllettern, sondern nur eine schlichte, geschwaerzte Gravur - Das weiss ich, ich wollte mir aber ein wenig kuenstlerische Freiheit erlauben; Hyazinthen gelten gemeinhin in der "Blumensprache" als Symbol fuer die Sehnsucht nach einer Person, die aus deren (Eigentlich charakterlicher) Kaelte resultiert; E.T.A. Hoffmann starb nach einer laengeren Krankheit, in der sich sein gesamter Koerper verkrampfte, dadurch evtl die Starre ;) Soweit die Anmerkungen zu der leichten Abwandlung meines neulichen Traums... Ob ich mehr dazu schreiben werde? Ich weiss es nicht.

cn P

12.01.2007 um 15:56 Uhr

Narren (12.1.07)

Manchmal woellt ich Narren schimpfen
Euch alle, die ihr vor mir steht
Tief bis zum Hals in Nebelsuempfen
Und nichts mehr von der Wahrheit seht
 

Was nicht in eure Lehren fuegt
Sich, sondern frei sei Leben waehlt
Was nicht sein ganzes Dasein luegt
Wird von euch schnell zum Wahn gezaehlt

Doch sollt als Suender buessen ich
Ich lacht euch eitel aus
Von Menschen, die nur blenden sich
Geht keine Wahrheit aus

(Ueberarbeitungsvorschlaege sind immer gerne gesehen)

cn P