***Serenas Augenblicke***

30.03.2008 um 20:02 Uhr

die Weltenbühne...

von: Seren_a   Kategorie: Sternengeschichten Alt

Es gibt das Prinzip der Erschaffung und Erhaltung,
man nennt es in Indien Vishnu,
und es gibt das Prinzip der Zerstörung,
in Indien ist das Shiva.
In jedem Menschen ist beides vorhanden,
ebenso wie jeder Mensch sowohl männlich wie weiblich ist.
Das höchste Prinzip ist Alles, und wir sind ein Spiegelbild davon.
Alles ist in uns. Doch ganz offensichtlich
müssen oder sollen wir uns entscheiden,
was wir „spielen"...
für eine gewisse Zeit auf dieser Weltenbühne...
männlich oder weiblich, Erschaffender oder Zerstörender,
was davon das Übergewicht bekommt und zur Geltung kommt.
Vielleicht ist manche Entscheidung nicht so glücklich getroffen...
Jedenfalls in den Augen eines * ich * , das es hübsch gemütlich haben möchte.
Es gibt welche, die behaupten, Gott wolle sich in der Welt in allen
denkbaren Aspekten selbst erfahren...
in allen denkbaren Aspekten,
also auch als ein Zerstörer in einer Phase des Aufbaus
und als ein Erschaffender in einer Phase des Zusammenfalls...
beides tragische Figuren, die sich nicht helfen können,
denn sie sind ja einfach das, was sie entschieden zu sein...
und genau das wird jetzt ganz einfach nicht gebraucht.
Sie können sich neu erdenken, sich selbst neu gestalten... für ein andermal.
Doch für dieses eine Leben ist es eben, wie es ist.
Das kann man nicht so einfach umwerfen und ändern... und soll es auch nicht.
Da gibt es einen Zerstörer, der sein halbes Leben lang sein
vollstes Potential ausschöpfen konnte,
denn die Zeiten waren wie geschaffen für seine Zerstörerkraft...
die Zeiten, die er verfluchte - denn auch das gehört zum Spiel -
waren für ihn der reinste Segen... in ihnen konnte seine Kraft sich voll entfalten.
Die Zeiten waren unter der Oberfläche dunkel, morbide, höllisch geradezu...
und er leistete Großes, er war umgeben von jenen, denen er Beschützer war,
die seine Stärke und seinen Mut bewunderten und dankbar waren,
denn er fürchtete das Dunkle und Böse nicht...
ohne ihn wären sie untergegangen.
Doch egal wie lange etwas auch dauert in der Welt... sicher ist, es wird sich ändern.
Eines Tages ist die Dunkelheit wieder einmal überwunden,
nun kommt eine neue Phase des Aufbaus, des harmonischen Strebens nach dem Licht,...
und nun hat der Zerstörergeist ausgedient,
er passt nicht mehr in die Welt... er läuft herum und wundert sich,
weil er nicht begreift, was geschehen ist,
er merkt nur: Hier gibt es nichts mehr zu tun.
So er glücklich ist,
fällt der Vorhang
schnell.

Zum Gedenken an Gustaf Gründgens, gestorben am 7. Oktober 1963 in Manila/Philippinen, weit weg von allen, denen er furchtloser, zuverlässiger, väterlicher Beschützer und Helfer in schlimmen Zeiten war.

30.03.2008 um 19:55 Uhr

STOP!

von: Seren_a   Kategorie: Sternengeschichten Alt

aus dem "Chanson vom Großen Glück" von Gustaf Gründgens (mehr über diesen erstaunlichen Menschen habe ich in meinem Blog "Lichtblicke" gesammelt...):

 

"Stop!
Ich tret heraus, Ihr glaubt es kaum,
Ich tret heraus aus meinem Traum,
Ich tret aus ihm heraus.
Ich tret aus meinem Traum heraus
Und stell mich leise neben mich
Und sehe wie das Leben sich
Von hier aus präsentiert.
Ich seh mir selber ins Gesicht.
Ich merke, ich gefall mir nicht.
Was ist denn das mit mir?
Stop!
Stop!
Stop!
Stop!
Stop!
Nein!
Ich gefall mir nicht."


"Verschwunden ist auch jener Geist,
der ausgerechnet Gustaf heißt!"


"Mein wahres Ich versank!
Mein wahres Ich gefiel mir nicht,
Ich sah ihm lange ins Gesicht,
Dann habe ich es umgedacht,
Hier von der Bühne weggebracht,
Nun bin ich ohne Ich!"

29.03.2008 um 21:16 Uhr

Filterlos zerstört...

von: Seren_a

Irgendjemand sagte, mein Fehler sei, ich hätte keinen „Filter", den andere Menschen zu haben pflegen für alles, was so auf sie einströmt... ich ließe alles direkt in mich hinein. Die Sache ist, man denkt, es sei „normal", was man eben schon immer so oder so tut. Tatsächlich kommt mir jetzt erst zu Bewusstsein, wie ich anderen erlaube, mich zu zerstören, mit einigen Worten oder mit Taten, die bei anderen Leuten nur gedämpft ankämen - weil sie eben einen Filter haben - oder die gar nicht ankämen, weil diese Leute wissen, wann sie „zumachen" sollten. Die Frage, was davon richtig oder falsch ist, stellt sich nicht... es ist wie es ist. Selbst wenn ich nun um meinen Fehler weiß... ändern kann ich es nicht. Das schwarze Schaf kann sich nicht weiß einfärben, es ist immer, was es ist. Vielleicht finde ich irgendetwas, das mir hilft, vielleicht ist es aber auch mein Leben, von Zeit zu Zeit filterlos zerstört zu werden... und es auch zu wissen und zu sagen. Tatsächlich fühle ich mich gerade jetzt so, und der Filter, den ich jetzt bräuchte, müsste schon sehr stark sein, damit das anders wäre, da es die eigene Mutter und Schwester sind, die - miteinander verbündet - alles auf das schwarze Schaf werfen, was sie nicht brauchen können, all ihren Müll. Nach dem Tod meines Vaters am 1. August 2007 zeigte sich die sogenannte Familie in einem Licht, das man früher auch schon sah aber nicht zulassen wollte... weil es zu hässlich ist. Jetzt gerade - nach einem Brief meiner protokollarischen Schwester - fühle ich mich, als hätte mich jemand zusammengeschlagen, mit einer Kaltschnäuzigkeit und Erbarmungslosigkeit, die ihresgleichen sucht. Wiederum, ich bewerte es nicht, ich sage auch nicht, ich sei das arme Opfer, die beiden die Täter... ich sage nur, was jetzt gerade ist. Ohne es ins Negative verzerren oder beschönigen zu wollen. Es ist einfach so. Ob es meine Aufgabe ist, zu lernen, wie man so etwas an sich abperlen lässt? Ich weiß nicht. Dann wäre ich aber vielleicht nicht mehr ich... oder ich würde über mich hinauswachsen. Was ist richtig? Ich kann es wohl nur mit Geduld und Gottvertrauen/Selbstvertrauen herausfinden.

*

**

***

*Hier stehe ich,

ich kann nicht anders.

Gott helfe mir.*

***

**

*


 

Die Wolle schwarzer Schafe kann man nicht färben... sie ist was sie ist und bleibt was sie ist. Nur eine einzige Faser schwarzer Wolle ruiniert einen ganzen Ballen weißer Wolle. Deswegen sind schwarze Schafe bei den Schäfern unbeliebt... ganz ähnlich wie das auch mit den menschlichen schwarzen Schafen der Fall ist...

27.03.2008 um 22:33 Uhr

Chakra am Main...

von: Seren_a   Kategorie: Fotos Natur/Landschaften

 

 

Feuerrad 

 

Vishnus Feuerrad zwischen Himmel und Erde

 

Feuerrad

 

 

26.03.2008 um 22:03 Uhr

Pure free spirit...

von: Seren_a   Kategorie: Sternengeschichten Alt

Auf die Musik von „Ain't no sunshine when she's gone" von Bill Withers:

Pure free spirit `s what we are
Holy parts of loving God
Free of any limitations
Secure and whole and sane
That is our eternal truth.

Pure free spirit `s what we are
Mighty parts of loving God
Free are we to forgive
And free to save the world
Whenever we know who we really are.

(And for all the world)
I know, I know, I know,
I know, I know, I know, I know...

 

  

 

Pure free spirit `s what we are
With our hearts in Gods abode.

Pure free spirit ‘s what we are
Gods pure power lies in us
It's His wish that we create
That we heal and bless the world
Just like Jesus, our brother, did.

Look at your doubts and take good care
See what you believe and what you don't
Then go ahead and use the power
That God placed into you
To fulfill His word for All and One.


 

25.03.2008 um 19:26 Uhr

Österliche Winterimpressionen...

von: Seren_a   Kategorie: Fotos Natur/Landschaften

 Winter-Tim

Tim könnte gut darauf verzichten...

Winter

Frauchen zwar auch... aber sie macht das Beste draus... ein paar Winterfotos eben... 

 Winter-Flix 

und Felix stört daran gerade nur, dass er für ein Foto stillsitzen soll

(wenn er wüsste wie, würde er glatt mit den Augen rollen)...

21.03.2008 um 14:07 Uhr

Umarmung der Engel

von: Seren_a   Kategorie: Sternengeschichten Alt

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15.03.2008 um 23:06 Uhr

Über Tod und Liebe

von: Seren_a   Kategorie: Sternengeschichten Alt

Neschinka, Du sagst, Du fühlst den Tod... sag, wie fühlt er sich an?
Hast Du Angst?

Angst? Ich habe keine Angst. Der Tod fühlt sich weich an. Du musst
verstehen, was er ist und was er nicht ist. Vergiss alle Gedanken darüber.
Denke nicht, wenn Du ,Tod`sagst. Fühle. Er hat eine andere Bedeutung
als man es allgemein denkt. Der Tod ist weich und schwerelos. Er ist
sanft und lieblich. Er ist kein Ende, er bedeutet nicht: Aus. Er bedeutet,
dass man jetzt mit dem atmen beginnen kann... er bedeutet, dass alles
neu ist und dass die Last vorüber ist. Er bedeutet Freiheit. Verstehst Du
das, Kyra? Ich wünschte, Du würdest es fühlen!

Ja, ich verstehe es... ich fühle es! Ich fühle Deine Liebe, die mich
verstehen lässt, Neschinka. Neschinka, hast Du Gott gesehen?

Kyra, meine Liebe, ich sehe Gott wann immer ich ihn sehen will. Und ich
sehe ihn auch, wenn ich nicht will. Ich habe den Tod gesehen, und daher
habe ich auch Gott gesehen. Den Tod kann es nur geben, weil es Gott
gibt. Der Tod ist nicht schrecklich, wie alle meinen. Der Tod ist das
Eigentliche. Der Tod ist Gott, der dich wachrüttelt! Kyra! Verstehst Du?
Gott rüttelt Dich wach!

Ja. Neschinka... wenn ich Dich sehe, sehe ich Gott in Dir. In Deinen Augen
kann ich Gott sehen.

Kyra, Gott sieht sich an, wenn wir uns ansehen. Ich bin Gott und sehe
Dich, Göttin, an. Und Du bist Göttin, und siehst mich, Gott, an. Das ist
es, was Gott wollte. Deswegen gibt es Menschen! Damit Gott sich ansehen
kann und sich lieben kann. So ist das, Kyra. Ich liebe Dich.

Ich liebe Dich auch, Neschinka. Sag, gibt es nicht einen Unterschied
zwischen der Liebe von Eltern zu Kindern und der vom Geliebten zur Geliebten?

Nein, Kyra, nein! Wenn Du eine Liebe irgendwie benennst, dann ist die
Liebe fort. Es gibt nur eine Liebe, ich habe das schon gesagt. Ich mache
keine Unterschiede, weil es keine Unterschiede gibt! Wer Unterschiede
macht, der fühlt keine Liebe. Sei frei von Unterschieden, Kyra, ich bitte
Dich. Sei einfach frei. Fühle die eine Liebe. Fühle, dass man sie nicht
zerteilen kann. Das geht nicht! Das tut den Menschen weh! Zerteilte und
aufgeteilte Liebe schmerzt sehr. Kannst Du das fühlen?

Ja, Neschinka, ich fühle es.

Dann ist es gut, Kyra. Ich liebe Dich.

08.03.2008 um 00:00 Uhr

Die Gottesformel

von: Seren_a

∞ · 0 = 1


Alles und Nichts sind Eins.


Unendlichkeit mal Endlichkeit ist Gott.


http://www.gottesformel.ch

06.03.2008 um 21:23 Uhr

Auf des Messers Schneide

von: Seren_a

trotz höhenangst
stehe ich
auf dem bergkamm
links und rechts
von mir
fällt der
berg steil hinab...
der berg ist sehr hoch
nebeldunst und wolken
verhüllen die meiste zeit
den blick ins tal
doch ich kenne jedes dieser täler...
habe beide gesehen
und beide bewohnt
nun stehe ich hier oben
bin weder hier noch da
weil ich beides will
ich weiß
ein unsicherer schritt
ein falscher gedanke
und ich falle
hierhin oder dorthin
in erinnerungen erlebe ich
die eine welt und spüre
die sehnsucht nach der anderen
und ebenso geht es mir drüben
in der anderen welt
ich stehe auf des messers schneide
und suche ein wenig verzweifelt den ort
der alle Welten vereint...

02.03.2008 um 23:08 Uhr

Das universelle Mantra

*** 
ॐ भूर्भुवः स्वः ।
तत्सवितुर्वरेण्यं ।
भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ॥

***

OM BHUR BHUVAH SWAH
TAT SAVITUR VARENYAM
BHARGO DEVASYA DHIMAHI
DHIYO YO NAH PRACHODAYAT

***  

Om, wir meditieren über den Glanz des verehrungswürdigen Göttlichen,
den Urgrund der drei Welten, Erde, Luftraum und himmlische Regionen.
Möge das Höchste Göttliche uns erleuchten, auf dass wir die höchste Wahrheit erkennen. 

***

· OM - Ursprung der Schöpfung, des Universum; Ausdruck des Absoluten; Verbindungspunkt zwischen absoluter und relativer Welt; Träger aller Daseinsebenen; Manifestation der spirituellen Kraft;
· Bhur - Erde; Erdenwelt; materielle Daseinsebene
· Bhuvah -Welt zwischen Erden- und Himmelswelt; astrale Daseinsebene
· Swah - Himmelswelt; reiner Bewußtseinszustand; kausale/göttliche Daseinsebene
· Tat - DAS; Absolute; Unendliche; Alles umfassende und alles beinhaltende
· Savitur - Schöpfer
· Varenyam - verehrungswürdig; anbetungswürdig
· Bhargo - Glanz; Ruhm; Beseitiger der Unwissenheit
· Devasya - glänzend; scheinend, strahlend
· Dhimahi - Intuition, Meditation; Schaukraft; höhere Einsicht; Wir meditieren
· Dhiyo - Intellekt; Verstehen yo nah pracodayat - Welcher unsere höhere Einsicht inspirieren möge
· Yo - Der; Wer; Welcher
· Nah - Unser
· Prachodayat - erleuchten; führen; antreiben

02.03.2008 um 20:10 Uhr

Vom Zucker, der nicht süß sein wollte...

von: Seren_a

Der Zucker, der nicht süß sein wollte

Es war einmal ein Päckchen Zucker, das nicht süß sein wollte, weil es das langweilig fand. Neben ihm stand das Salz und es beneidete das Salz, weil es so wunderbar salzig war, nicht so langweilig süß. Es jammerte so lange herum, bis das Salz das Gejammere nicht mehr hören konnte und ein wenig von sich in die Zuckerpackung rieseln ließ.

Der Zucker war glücklich! Endlich nicht nur süß! Endlich mal was anderes! Endlich „das gewisse Etwas"! Die Zuckerkörner tanzten in der Packung herum, so dass diese fast umfiel, während das Salz nebenan die Augen verdrehte.

Dann kam der Mensch... öffnete die Zuckerpackung und schüttete daraus etwas in den Kaffee... und verzog angewidert das Gesicht als er den ersten Schluck genommen hatte... „Was ist denn das? Was ist denn mit dem Zucker passiert? Das ist ja widerlich!"

Der Zucker erschrak... und verstand im selben Moment etwas. Er verstand, dass er mit diesem „gewissen Etwas" über das er sich so gefreut hatte, seinen Sinn vollständig verloren hatte, sein So-Sein, seine Besonderheit, das, wofür man ihn liebte. Und das war nur eines, nämlich er selbst, die Süße, die untrennbar mit seinem Sein verbunden war. Nichts anderes. Er sollte einfach nur er selbst sein.

02.03.2008 um 20:07 Uhr

Das Streben des Menschen

von: Seren_a   Kategorie: Seelische Inventur

Ich strebe nach Kraft
Und fühlte mich noch nie so schwach.
Ich strebe nach Geduld
Und alles in mir kribbelt vor Ungeduld.
Ich strebe nach Weisheit
Und bin verwirrter als jemals zuvor.
Ich strebe nach Liebe und Frieden
Und hege Groll in mir.

Unangenehmerweise taucht, wie man mir sagte, immer zuerst und prompt das Gegenteil des Erstrebten auf, und das immer intensiver, je weniger man bereit ist, mit dem Streben aufzuhören! Mein Gott! In dem man erfährt, was das Erstrebte nicht ist, erfährt man letztlich was es ist. Gut und schön... aber auch hart. Irgendwie ist mir das nicht so ganz recht... lach... und ich denke mir: Dann könnte man ja einfach aufhören, nach etwas zu streben... oder? Aber ich muss zugeben, dass mir gleich einleuchtete, dass das nicht funktioniert. Es wäre gegen die Natur des Menschen.

Denn wie es das Dharma des Zuckers ist, süß zu sein,
so ist es das Dharma des Menschen, immer nach etwas zu streben.

01.03.2008 um 21:48 Uhr

Sterben verboten

von: Seren_a   Kategorie: Sternengeschichten Alt

Schlaganfall.
Das Leben verändert sich schlag-artig.
Er hat die Frau mitten aus dem Leben gerissen.
Jetzt liegt sie da, kann nicht sprechen
und nichts bewegen außer den rechten Arm.
Mit ihren Augen versucht sie auszudrücken
wie es ihr gerade geht. Mehr ist nicht möglich.
Sie wird künstlich ernährt.
In Deutschland ist es verboten, damit aufzuhören.
Es wird definiert als „Verhungernlassen" und somit als Tötung,
nicht etwa als Akt der Liebe und des Mitgefühls.
Deswegen lebt die Frau auf diese Weise schon seit acht Jahren.
Seit acht Jahren höchste Pflegestufe.
Seit acht Jahren betrachtet sie bei klarem Verstand
das Kommen und Gehen der Pfleger und Pflegerinnen...
die sie ausziehen, saubermachen, anziehen,
neue Flüssignahrung und Wasser anhängen,
mehr oder weniger empathisch,
mehr oder weniger sanft oder grob...
Das ist ihre Welt, Tag auf Tag.
Ihre Augen sind wach und sie versteht alles, was man sagt.
Sie antwortet mit den Augen, wenn man mit ihr spricht.
Aber wer spricht schon mit ihr?
Sie kann ja nicht antworten.
Manchmal packt sie der Frust
und dann schlägt sie mit dem gesunden Arm um sich.
Manchmal erfasst sie ein zärtliches Gefühl.
Einmal streichelte sie mein Gesicht, so zart und liebevoll
Und warm, dass ich mich schämte,
so wenig Zeit für sie zu haben und mich
nicht mehr um Kommunikation mit ihr zu bemühen...
Ohne die Errungenschaften der Medizin hätte
diese Frau den Schlaganfall nicht überlebt.
Sie wäre gestorben.
Wäre das schlimm gewesen?
Was ist schlimm?
Manchmal heißt es, die Natur sei grausam.
Fressen und Gefressenwerden... es ist nicht schön
zuzuschauen, wie ein Gepard eine Antilope tötet...
Leidet die Antilope und wenn ja, 
wie lange?
Gibt es irgendein Wesen in der Natur,
das acht Jahre lang Tag für Tag leiden muss?
Ich bin nicht mehr an dem Ort, in diesem Heim,
bin nicht mehr dort angestellt und
weiß nicht, wie es dieser Frau jetzt geht...
nicht einmal, ob sie noch lebt.
Doch heute tauchten plötzlich in mir
ganz intensive Gedanken an sie auf...
plötzlich kamen Sturzbäche von Tränen aus mir heraus.
Vielleicht ist sie heute hinübergegangen.
Ich erlaube mir sagen: Ich hoffe es.
Wie oft hat sie versucht, sich die Bauchsonde,
über die die künstliche Nahrung in ihren Körper fließt,
herauszuziehen. Ich musste sie manches Mal
mit aller Kraft daran hindern... obwohl ich sie so gut verstand.
Noch klarer hätte sie ihren Wunsch auch mit Worten
nicht ausdrücken können, nicht wahr?!
Ich denke an sie und weine und bete.
Ich denke an die Wärme ihrer Hand,
die mein Gesicht berührte...
und danke ihr für ihre Liebe,
die trotz all des Leids in ihr war und die sie zeigte.
AMOR VINCIT OMNIA.