Frühlingsrollen und die Gesetze der Schwerkraft

31.12.2013 um 15:35 Uhr

Zuhause ist kein Ort ...

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Homecoming (U2)

Zuhause ist kein Ort. Sondern ein Gefühl. Aber ein Ort und insbesondere ein Umfeld tragen zu diesem Gefühl bei. Meine Uhr verliess mich heute nacht. Also ging ich vorhin noch einmal kurz in die Stadt. Leider war es nicht die Batterie ... das arme lahmende Ding muss also zur Uhrmacherin. Die ist in Dorf. Es gäbe zwar auch hier welche, aber diese Bekannte ist noch nicht lange selbständig und ich werde ihr nicht gerne "untreu".

Wieder einmal ging ich mit Honigkuchenpferdgrinsen durch Citta. Wechselte drei Worte mit dem Kunden vor mir am Uhrencounter im Kaufhaus, traf ihn im Geschäft gegenüber wieder (mit Begleitung, die ziemlich eifersüchtig wirkte, als er mich grüsste ... "wir haben uns doch gerade ..."). Ging Brot kaufen und eine kleine Neujahrsbrezel, ein Glas Feigensenf und eine Pastete. Flirtete mit dem Mann vor mir an der Kasse. Nahm im Lieblingscafe einen Milchkaffee und schrieb dann bei Chardonnay meine Vorsätze auf. Fühlte mich mit mir und der Welt im Reinen. Und auf dem Rückweg traf ich Uhrenmann zum dritten Mal ... und wenn ich wollte, hätte ich jetzt ein Date. Wollte ich aber nicht. Definitiv zu jung. 

Ich lebe ... und das sieht und spürt man. Auch die Männer. Und so bin ich gespannt auf die Begegnungen in 2014.

Meine Neujahrsvorsätze auf der Meta-Ebene mögen gutmenschlerisch klingen ... aber ... sorry Durchlaicht ... ich fühle zurzeit einfach nur positiv. Wird sich auch wieder ändern. Wahrscheinlich schneller, als ich selbst nachvollziehen kann. Aber gerade eben ... habe ich den perfekten Moment, die perfekte Jahreswechselzeit.

Vorhin im Cafe bin ich konkret geworden in dem, was ich mir für 2014 vornehme.

Familiär sind es zwei große Baustellen: wichtige Klärungen, was die Zukunft meiner Eltern anbelangt und die gemeinsame Suche nach Wegen für meinen schuluninteressierten Wirbel. Der rutscht gerade locker durch die Maschen des Systems mit seiner Träumerei und seinem Desinteresse.

Wirtschaftlich/organisatorisch habe ich gemerkt, wie gut es tut, Ballast abzuwerfen und unerledigte Dinge nicht als Halde vor mir her zu schieben. Im ersten Quartal möchte ich die Steuer aus drei Jahren erledigen und im Laufe des Jahres meine private Ablage ins Reine gebracht haben (von der Beruflichen schreibe ich hier nichts ... die bedarf auch noch einer Anstrengung). Und ich möchte einen Packan finden, mit dem ich beginnen kann, meine Fortbildung auch in wirtschaftlichen Wert zu setzen. 

Meine Single-Schuhe passen besser und besser. Ich warte nicht mehr auf eine unsichere Zukunft in einer noch nicht vorhandenen Partnerschaft, um mir Wünsche zu erfüllen, sondern ich lebe. Gehe notfalls alleine essen oder mache auch einen Städtetrip alleine. Das tut mir gut. Schließt aber nicht die Offenheit für einen neuen Partner aus. Ich "warte" aber nicht mehr, sondern BIN, und genieße mein Leben. Das ist kein Vorsatz, sondern ein Rückblick und Zustandsbericht.

Vornehmen möchte ich mir, öfter mal Dinge zu tun, die vom Gewohnten abweichen. Spontan zu sein.

Und: ich möchte in 2014 weiter Ballast loswerden. Emotionalen und sächlichen. Viel davon. 

Es ist kurz vor 16 h ... noch vier Stunden, bis die Limette kommt. Sie werden vergehen mit Bügelwäsche und einem Bad. Nicht mehr online.

Deshalb an dieser Stelle ein ganz herzliches Lächeln in die Blogrunde und ein Dankeschön für Wegbegleitung in den letzten Monaten und teilweise schon Jahren. Ich hätte es niemals gedacht, als ich den Blog eröffnete ... aber einige hier sind mir verdammt nah gekommen ... im positiven Sinne. Und die sternförmig verteilten Bloggerinnen wissen, wen ich meine ;-)

Es ist ein Gefühl wie an einem virtuellen Küchentisch mit Euch ... einem großen, alten mit Macken und Flecken von der letzten Tomatensauce.  Und nun stelle ich eine Flasche Schampus auf den Tisch, hole die Gläser raus, die beim Umzug (ich blöde Kuh vergaß sie im Schrank) nicht kaputtgingen ... und stoße mit euch auf ein gutes Ende von 2013 und einen besseren Start in 2014 an!

Cheers! Sante! Salud! Salute! Prost!  

 

30.12.2013 um 10:01 Uhr

Ein-Leben

von: Spring_Roll   Kategorie: In my single shoes

Musik: Walking on the Sunshine (Catrina and the Waves)

Draussen glänzt das Leben und die Sonne. Ich liege in meinem Bett, schaue in den blauen Himmel und finde mein Schlafzimmer wunderschön.

Mein Wohnzimmer auch. Aber gerade ist es im Bett so gemütlich.

Silvester hat sich geregelt. Die Limette und ich gehen essen und feiern im Restaurant ein paar Meter die Straße runter. Und da dort die halbe lateinamerikanische Community sein wird, wird es lustig. Ich muss nur aufpassen darauf, was in meinem Glas landet. Notiz an Rolle: KEIN PISCO! 

Wären wir beim üblichen Silvesterthema - nein, nicht die Vorsätze, sondern "was zieh ich an?".
Momentane Tendenz geht zu schmaler schwarzer Hose, Bluse und tailliertem Blazer. Der Hingucker sind die Schuhe (Wildleder-Schnürstiefeletten auf 10 cm) und eine Halskette. Schlicht, schwarz, edel. Und natürlich rote Wäsche für das Glück im neuen Jahr (Italien lässt grüßen!). Auf Kleid habe ich diesmal keine Lust. Ich tanze lieber in Hosen. Gibt es nachher wohl mal eine Modenschau.

Zum Sport komme ich leider immer noch nicht. Die Schulter tut immer noch weh vom sterbenden Schwan in die Badewanne vor 10 Tagen. Blöd. Wäre gerne heute gegangen. Aber ich werde mir wohl gleich einen Spaziergang zu meinem Lieblingscafe gönnen und dort einen Milchkaffee trinken. Oder Frühstücken. Mal sehen.

Schöne neue Welt!

 

 

28.12.2013 um 07:49 Uhr

Es geht voran ...

von: Spring_Roll   Kategorie: Wahres Leben 2.0

Musik: Es geht voran (Fehlfarben)

Seit offizieller Eröffnung der Besuchs- und Gratulationscour in der neuen Wohnung merke ich bereits den Stadteffekt. Verabredungen mit Bekannten, Freunde, die Besuch ankündigen, Events, die ich besuchen möchte und alles ist plötzlich so einfach. Die Dorf-Logistik entfällt hier in Stadt, fürderhin Citta (Akzent will das Tablet nicht) genannt. Auch Silvester hat sich jetzt auf's Einfachste gelöst. Die Limette ruft den Wirtskumpel an und klärt, ob wir dort essen, nur das Dessert essen oder erst zur Party um Mitternacht gehen. In letzteren beiden Fällen würde ich halt hier eine Kleinigkeit zu essen machen. Würde ich sogar vorziehen, da budgetschonender. Und da das Restaurant nur 100 m entfernt ist, auch unkompliziert. Hinterher kriegt die Limette ein Bett und gut ist die Sache. Spass haben werden wir ganz bestimmt.

Gestern war einer meiner Tanzpartner aus der großen Ich-lerne-Salsa-Initiative vom Herbst hier, der in der Nähe arbeitet. Schön Kaffee getrunken. Er tanzt momentan auch weniger und wir gehen vielleicht im neuen Jahr noch mal gemeinsam auf einen Workshop.

Aber nun kommen wir zum Wesentlichen. Niva und Nicci haben schon vorgelegt ... und ich denke seit Tagen auch darüber nach. Die Neujahrsvorsätze sind gemeint. Mehr als fünf dürfen es nicht werden. Also los:

 

1. Ich möchte in 2014 meinen in 2013 eingeschlagenen Weg zur Suffizienz fortsetzen. Das bedeutet, ich möchte mir nehmen, was ich BRAUCHE. Nicht weniger und nicht mehr. Und ich möchte mehr  loslassen als festhalten.

Erläuterung: Die Suffizienz betrifft alle Lebensbereiche vom Möbelkauf über Mode-Shopping und Lebensmitteleinkauf bis zur Kalorienaufnahme. Das Loslassen materielle Dinge wie auch Gewohnheiten und Beziehungen. Äußerlich wie innerlich kontinuierlich Entrümpeln und eine Einstellung der Freiheit.

2. Ich möchte mich weiter zur entwickeln, geistig, körperlich wie emotional, möchte offen sein für neue Perspektiven und mutig genug für Entscheidungen.

Erläuterung: Dauervorsatz und sehr hilfreich - die Auseinandersetzung mit mir selbst, meinen Zielen und meinen Blickwinkeln.

3. Ich möchte mich anders organisieren und positionieren, mich weiter qualifizieren. lernen und erkennen- und damit zu mehr Klarheit und materiellem Erfolg gelangen. 

Erklärung: Das hilft mir nicht nur, "mein Haus zu ordnen", sondern auch bei meinem großen Ziel der nebenberuflichen Selbständigkeit. für die ich mich gerade fortbilde. Ich möchte bis zum Jahresende erste Schritte in meinem neuen Nebenberufsfeld geschafft haben - am liebsten sogar den ersten bezahlten Auftrag. Bis Ende 2016 möchte ich ein Volumen von zwei Aufträgen im Monat haben, die mindestens 20 Prozent meines jetzigen Nettoeinkommens wert sind.

4. Ich möchte offen sein für neue Menschen und mit denen, die mir bereits nah oder verbunden sind, in Liebe und Respekt leben.

Erklärung: Das betrifft Familie und Freunde ... und natürlich die Liebe. Ich gehe als Single ins neue Jahr und wünsche mir, im kommenden Jahr eine liebevolle Beziehung  mit einem klar denkenden und fühlenden Menschen einzugehen, in der ich in tiefem Gefühl Nähe, Leidenschaft, gemeinsames Erleben und Leichtigkeit, aber keine Atemnot erfahre. 

5. Ich möchte dazu beitragen, dass dieses Jahr für mich und andere ein gutes Jahr wird.

Erklärung: Dazu gehört es, auf mich selbst zu achten und nötigenfalls auch abzugrenzen, aber auch, offene Augen zu haben für die Menschen um mich herum. Meinen Beitrag leisten. Im Job, in der Familie, im Ehrenamt, als Freundschaftsdienst. Oder auch nur durch die richtigen Worte in der richtigen Situation. Durch Zivilcourage und Rückgrat. Und den Mut, nicht nur für andere, sondern auch für mich selbst einzutreten.

 

Die Kurzform:

1. Suffiziente Lebenseinstellung
2. Entwickeln und Entscheiden
3. Erfolg säen und ernten
4. Leben in Liebe, Offenheit und Respekt
5. Engagement für mich selbst und andere

 

Das sind sie ... die Leitlinien meines Lebens ... nicht nur für 2014 ... 

 

26.12.2013 um 08:27 Uhr

Von Mutproben und Perspektiven

von: Spring_Roll   Kategorie: Rolle 2.0

Musik: Let it whip (The Dazz Band)

Abendessen bei der Limette - Pute und Empanadas. Irgendwie schön, irgendwie chaotisch. Ich war müde. GlamourGirl wirkte schlecht gelaunt. Sie scheint Limette und mir Silvester etwas übelzunehmen. Ihr Problem. Soll sie halt mit ihrem Freund (der gestern kein Problem damit hatte, den größten Teil des Abends mit drei Damen zu verbringen, da der Luftikus (Limettes Sohn) nur partiell dabei war - er bereitet gerade den beruflichen Gang ins Ausland vor - wurde noch vor dem Examen von einer internationalen Firma für Südamerika angeworben.

Ganz bewusst nahm ich zurück den Bus und kein Taxi. Und hatte eine "Taxifahrt" für mich. Erst zwei Stationen vor meinem Ausstieg kamen zwei Fahrgäste hinzu. Und ich hatte eine so sympathische Fahrerin. Die 200 m nach Hause waren dann kein Problem. Noch junge Leute auf der Straße, die gerade ihren zugeparkten Wagen befreiten. Der komische Typ von neulich war wohl eine Einzelerscheinung ... und inzwischen habe ich Abwehrspray in der Manteltasche und den Finger am Abzug, wenn ich nachts alleine unterwegs bin. Und habe mir bei Tangoqueen die Pull-Twist-Pull-Technik erklären lassen ... wehe den möglichen Aggressoren!

Zuversicht ist das Gefühl, dass den Ausklang dieses Jahres prägt. Ich las mir gerade die Neujahrsvorsätze von Silvester 2012 durch und stellte beglückt fest, wie viel in Erfüllung gegangen ist.

Meine Wohnverhältnisse sind zum besseren gewendet und ich habe mich endlich von Dingen getrennt und von Gewohnheiten.

Ich habe eine neue Richtung eingeschlagen und erweitere meinen Horizont.

Ich bin in Bewegung, geistig wie körperlich.

Ich habe gelernt, auf mich zu achten, auch wenn es andere vergrätzt.

Und auch der Verantwortung für Kinder und Eltern bin ich ganz gut gerecht geworden, wenn ich an die Themen Goldhochzeit und Haus denke.

Gut fühlt sich das an!

 

Und nun darf der Tag beginnen, der 2. Weihnachtstag ... ganz entspannt mit Besuch von der Preussin und wandern und/oder wellnessen ...

Frohe Weihnachten Euch allen und einen guten Weg! 

25.12.2013 um 18:29 Uhr

Put, Put ... Pute!

von: Spring_Roll   Kategorie: merry little xmas

Musik: Ruby irgendwas ... in Karaokeversion!

Heute morgen sinnierte ich über Weihnachtsessen und ... peng ... da war sie: die erste Pute des Tages! Kam als Rollbraten mit zweierlei Füllung daher und wurde von Schwester und Schwager kredenzt. Unsere Tischgesellschaft hat sich "geschüttelt". Mittlerweile gehören Schwagers Eltern auch schon richtig dazu und es ergeben sich gute Gespräche. Über Klassikkonzerte und Literatur mit seinem Vater, der sehr belesen ist. Und über dies und das mit seiner Mutter. Und wie immer haben Schwester und Schwager sich wirklich Mühe gegeben und ein sehr gutes Menü zubereitet. Eine feine klare Gemüsebrühe mit selbst gemachtem Eierstich, ein Salat mit Kaninchenfilet, gemischten Kernen und Parmesantalern, Putenrollbraten mit Pflaumen und mit Pilzen, begleitet von Rosmarinkartoffeln und Mischgemüse. Und danach der winterlichste aller Nachtische: ein leckerer Boskop-Bratapfel mit Vanillesauce. Spätestens da bestreikten alle das Kaffeetrinken. Die Geschenke waren ein voller Erfolg - Schwager bekam ein Fläschchen Single-Malt, Schwester und Diva (Nichte 1) Halsketten, der Kobold (Nichte 2) ein buntes afrikanisches Armband. Und die drei Damen gehen im Januar mit mir shoppen. Als Danke für die Umzugshilfe nämlich.

Blue, Diva, Wirbel und Kobold amüsierten sich übrigens prächtig mit dem Koboldgeschenk .... Karaoke vierstimmig schallend durch das Haus!  

Die Diva bekam beim Dessert einen Anruf, der für mich ein Taxi in die Stadt bedeutete. Eine Kollegin war ausgefallen und so musste sie kurzfristig auftreten. Mir war's recht. Und so konnte ich mit Schwester auch gleich besprechen, wie wir das Familienessen nach Neujahr organisieren. Praktische Lösung: Schwester arbeitet bis mittag und kommt direkt ins Restaurant, Schwager, Diva und Kobold frühstücken bei uns und wir gehen dann shoppen. Eltern fahren Bahn in die Stadt und treffen uns im Restaurant. Und nach dem Essen nimmt Schwester, die gegenüber einen Parkplatz hat, beide im Auto mit zu mir, wo es Kaffee gibt. Der Rest fährt Bus oder Bahn oder läuft.

Und nun ... auf zur nächsten Pute ... bei der LImette. 

25.12.2013 um 08:11 Uhr

To tree or not to tree ... Merry Christmas!

von: Spring_Roll   Kategorie: merry little xmas

Musik: Oh Christmas Tree! (Mahalia Jackson)

Noch vor zehn Jahren hätte mann/frau über diese Frage nicht diskutiert. Keinen Weihnachtsbaum hatten Andersgläubige und Weihnachtsflüchter. Oder arme Jung-Singles, die durch elterliches Edikt unter die schützenden Zweigfittiche des Elternhauses zitiert wurden. Selbst das Klischeeömmchen, die gerade mal ihren Krückstock halten konnte, besaß zumindest die Blumentopf-Edition eines Weihnachtsbaums. Undenkbar, dass die durchschnittliche deutsche Wohnung keinen Baum hätte.

Tempora mutantur und wir mit ihnen. Die chinesische Fichte hat ihren Einzug in deutsche Wohnzimmer gehalten. Der praktische Klappkamerad (meist sogar schon mit Lichtern und im Einzelfall sogar mit Komplettschmuckarsenal bestückt) ziert ganzjährig Abstellkammern und Speicher und wird einige Tage vor dem Fest mit einem Handgriff hervorgezaubert. Meine Eltern haben einen. BesteFreundin auch. Beiden hätte ich es nicht zugetraut. Die in Sicherheit wiegende Ebenmäßigkeit und das satte Grün gruseln mich. Und trotzdem muss ich "den schönen Baum" loben (nur bei den Eltern, BesteFreundin hält auch das Gruseln gut aus ... wir lassen uns da gerne "sein").

Ein ganz anderer Fall sind die Baumverweigerer der neuen Tage. Exmann ist so einer. Er hat keinen Baum in diesem Jahr. Entrüstung von Blue. Doch wenn er da ist, interessiert er sich nicht für den Baum ... nur dafür, dass er ihm den Blick zum TV versperrt und dass er am 27. "immer noch da steht"!

An Weihnachtsbäumen und Krippen scheiden sich die Gemüter. Ich habe einen. Nicht für Blue und Wirbel. Nicht für meine Familie oder Wahlfamilie - denen ist er herzlich egal. Aber für MICH ist dieser Baum wichtig. Ich hatte selbst als Single in meiner Mini-Wohnung immer einen Baum. Einen kleinen im Topf halt dann. Weihnachten ist die Lizenz zum Kitschen ... das ist ein Privileg!

In diesem Jahr ist der Baum wieder "meiner". Selbst ausgesucht, selbst geschleppt, selbst geschmückt. In meinen Farben von nougatbraun über altgold und gold bis cremeweiß. Mit kleinen Metallengeln und Glöckchen. Und ein paar kleinen Einzelstücken dazwischen, die ich mal geschenkt bekam. Und natürlich den vier selbst gebastelten Goldfoliensternen aus der Kindergartenzeit meiner Söhne.  Statt klassischer Lichterketten habe ich dieses Jahr warmweiße LED-Sterne. Muss ich nicht festclippen und sieht hübsch aus. Und wird nicht warm, wenn sie lange brennen. Und das sollen sie.

Der zweite Punkt, an dem sich die Gemüter scheiden, ist das Weihnachtsessen. Bei vielen Familien inzwischen die angelsächsische Puten-Variante. Die deutsche Weihnachtsgans stirbt vielerorts den Cholesterin- und Zeitmangel-Tod. Würstchen mit Kartoffelsalat sind nicht todzukriegen, Karpfen wird seltenst genommen. Fondue und Raclette als unverwüstliche Notlösung sind das Erbe der 70er und 80er. Individualisten wälzen Wochen vor dem Fest Rezeptbücher. Gestresste bunkern Convenience-Produkte oder die Flyer der örtlichen Bringdienste. B*-Fr*st und Essen-auf-Rädern bieten Single-Weihnachtsmenüs.

Habe ich eine Weihnachtstradition? Nein ... eher nicht. Bei meinen Eltern zuhause gab es mal das, mal das. In meiner Kindheit häufig Hühnerfrikassee, weil gut vorbereitbar und eine Suppe direkt im Paket war, wenn das Huhn abgekocht wurde. In meinen Singlejahren aß ich meist mit meinen Eltern. In den Nachehe-Jahren durfte ich zum ersten Mal selbst entscheiden, was ich Heiligabend aß ... Herrrlich, herrlich, herrlich! Denn meist war ich an diesem Abend alleine beim Essen oder hatte Gäste. Die Jungs verbrachten den Abend mit Vater und Oma.

Wenn es ein Essen gibt, das ich Weihnachten besonders mag, dann ist es Entenbrust mit Rotkohl, Spätzle, Maronen und Birne. Die Sauce mit einem leichten Orangengeschmack. Auch in diesem Jahr werde ich das einmal zubereiten, aber nicht am Heiligen Abend - denn Blue und Wirbel haben dabei ein Wörtchen mitzureden. Und deshalb gab es gestern ein gemeinsam verabredetes Menü, das allen schmeckte.

Eine leckere Suppe aus Butternuss-Kürbis, Kokosmilch, Möhren und Ingwer mit einer Einlage aus Kürbiswürfeln, mit einem Spritzer Kürbisöl, Kernen und einem Sahnehäubchen. 

Ein schönes Maishühnchen, gut gewürzt, angebraten und im Ofen auf einem Gemüsebett (Pilze, Zucchini, Möhren, Zwiebeln, Knoblauch) gegart. Dazu "Patatas Bravas" - Kartoffelstücke im Ofen mit etwas Öl und Meersalz geröstet. Dazu eine Pilz-Rotweinsauce.

Den Nachtisch (Birne Helene) strichen wir in Einvernehmen. 

Heute bleibt die Küche kalt. Meine Schwester "macht Weihnachten". Im großen Almauftrieb mit meinen Eltern, uns und ihren Schwiegereltern. Ich nehme Strickzeug mit ...und vorsichtshalber Espresso-Sticks und eine Tasse Tee für unterwegs. Eine Stunde Busfahrt.

Und heute abend kommt dann die "Kür" - Weihnachtsessen bei der Limette. Ich bin gespannt. Die Limette ist chaotisch. Auch bei der Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln.

Das Silvesterproblem ist übrigens so gut wie gelöst. GlamourGirl fragt ihren Freund, ob er mit drei Damen essen gehen würde. Wenn ja, machen wir das zu viert, sonst gehen die Limette und ich alleine.

Ab Mitternacht ist Party im Restaurant ... und da ich in der Gegend wohne, kann die Limette danach einfach eines der freien Betten beziehen. 

 

 

22.12.2013 um 09:09 Uhr

Aufgetaucht ...

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Up were we belong ...

Langsam kommt die Zielgerade in Sicht. Sprich: ich habe nicht nur Räume mit Kisten, sondern eine Wohnung, in die ich gerne hereinkomme und in der ich mich wohl fühle. Gestern habe ich meine Eltern zum Frühstück bewirtet und danach zum ersten Mal Zeit gehabt, in die Stadt zu gehen ... zu GEHEN, nicht zu fahren. Und lief grinsend wie ein Honigkuchenpferd durch die City. Kaufte ein,  trank einen Kaffee, besorgte Weihnachtsgeschenke und trank einen Eierpunsch mit dem Münchner Kindl und der Limette, gefolgt von einem schönen Abend mit der Limette und  Pisco (im Restaurant gegenüber, dessen Küche und Besitzer aus dem Land der Limette kommen).  Dummerweise mit einem seltsamen Ende. Ich wollte die Limette zum Bus bringen, als uns ein seltsamer Mensch begegnete. Die Limette steckte mich mit ihrer Angst an und wir bogen schnell in meinen Hof ab und schlossen noch das Gartentor. Der seltsame Mensch kam sogar noch mal zurück, sagte die Limette ... gruslig. Ich glaube, ich kaufe mir Pfefferspray. Kommt ja doch manchmal vor, dass ich abends zu Fuß spät heimkomme!
 
Heute habe dann meine Mädels zum Abendessen hierher eingeladen (plus Münchner Kindeskindl, der sich gut mit meinen Jungs versteht). Im Keller steht der Weihnachtsbaum, von mir eigenhändig per Hackenporsche hierhergekarrt und im Kühlschrank liegt alles, was für einen langen und leckeren Abend nötig ist.
Die Pause tut gut.
Heute werde ich nur noch einmal durchwischen und morgen versuchen, meine Küche ein bisschen sinnvoller einzuräumen - alles andere an Räumvorhaben muss warten, bis der Sperrmüll Anfang Januar da war. Denn meine beiden Keller stehen bis unter die Decke voll mt ausgemusterten Küchenschränken (E- und W-Anschlüsse lagen unpraktisch: das Aus für einen Unter- und zwei Oberschränke), einem Kleiderschrank, der den Abbau nicht überlebte .(ok, ein Schrank für 59 Euro darf nach 8 Jahren und drei mal Aufbau sterben) und sonstigem Schwund und Überschuss. Nach dem Sperrmüll kann ich einiges, das noch die beiden Flurregale zumüllt, praktisch unten unterbringen. Mit wegwerfen tue ich mich bei Hausrat schwer, denn in knapp zwei Jahren habe ich ja vielleicht schon einen studierenden Blue, der eine Grundausstattung braucht.

Ansonsten ist es nicht mehr viel, das fehlt. Ein Gewürzregal für die Küche und ein zusätzliches Brett im Oberschrank,  eine Garderobe für den Flur und das Aufhängen einiger kleinerer Bilder. Letzteres werde ich heute vormittag tun. Die beiden letzten Bilder im Wohnzimmer warten noch etwas länger. Weil ich Zeit für die Entscheidung brauche, wo sie ihren endgültigen Platz finden sollen. Und weil ich erstmal mit BesterFreundin reden muss ... vielleicht kommt dahin, wo jetzt die Bilder nur anlehnen, etwas ganz anderes und viel interessanteres ...

Ich tauche wieder auf ... ganz langsam. Und habe sicher auch bald wieder einen "Kopf" für menschliche Annäherung. Aber nicht mehr in diesem Jahr. In diesem Jahr ruhe ich nur noch aus. Und realisiere mein neuestes Wohnungsprojekt: ein gestricktes Sofakissen. Das Kissen hat so ein blödes Maß: knapp 70 mal knapp 80. Dafür gibt es nichts fertiges. Und gestrickt würde gut passen. Also habe ich gestern kurzentschlossen Wolle gekauft und ein paar große Stricknadeln. Die Feiertage bieten sicher reichlich Zeit zum Stricken.

Wie 2013 für mich war .... ein unglaublich schnelles und volles Jahr, das sich in drei sehr unterschiedliche Trimester teilen lässt - Abschied, Aufbruch und Ankunft.
Das erste Trimester schloss Türen und errichtete Wände, war traurig und frustrierend in mehr als einer Hinsicht. Ein totaler Fehlgriff im Privaten. Eine selbst verschuldete Krise mit einem nahen Menschen. Die Cheffe-Krise im Januar. Die Erkenntnis, dass mein Fortkommen in der eigenen Firma ausgebremst ist. - und ein Wechsel ein zu hohes wirtschaftliches Risiko angesichts meiner Kinder-Verantwortung. Käfig-Gefühl. Die Monate Januar bis April sind noch nicht mal recyclingfähig!
Im zweiten Trimester traf ich Entscheidungen und ging auf Entdeckungsreise. Erweiterte meinen Horizont - beruflich wie privat. Begann, neue Tänze zu lernen. Begeisterte mich für eine neue Welt. Verwirrend, spannend, bereichernd - aber nicht wiederholbar. Ein Reifungsprozess. Zum Ende hin übersättigend. Nicht mein Tanz. Aber mein Weg. Und in einem Bereich zu einem "roten Faden" führend: meiner Fortbildung.
Im dritten Trimester wurde ich klar. September ist traditionell der Monat des Aufbruchs ... und diesmal klickte die Käfigtür dabei laut und vernehmbar. Im September traf ich meine Entscheidung, aus Dorf wegzuziehen. Im September plante ich meine weitere Fortbildung. Im September stellte ich beruflich Weichen für neue Projekte. 
Oktober bis Dezember waren Ernte und Ankunft. Ich bekam meine Wohnung und endlich, endlich konnte ich nicht nur träumen, sondern handeln. Beruflich gelang mir eine Punktlandung und den Umzug habe ich jetzt auch überstanden. Und nicht nur überstanden, sondern ich schaue mich immer wieder mit staunenden Augen in meiner Wohnung um und freue mich an Details. 
Denn diese 82 Quadratmeter sind so sehr "meins". Warmes Licht, warmes Holz, viel weniger "Krempel" als früher. Ich habe Ballast abgeworfen und das reichlich. Innen wie außen. Mich von Dingen getrennt, die ich jahrelang mit mir herumschleppte, ohne sie zu brauchen. Und von solchen, die ich irgendwann vielleicht wieder gebraucht hätte ... wie den Shoji-Paravents aus meinem alten Schlafzimmer. Ich KANN loslassen. Dinge und Gefühle. Und das war ein unglaublich befreiendes Gefühl. Ich lese gerade das Buch "Damit gutes Leben einfacher wird: Perspektiven einer Suffizienzpolitik". Sehr empfehlenswert! Im Frühjahr 2011 hatte ich die Gelegenheit, mich mit einer der Autorinnen über genau dieses Thema zu unterhalten. Und was ich damals von ihr an Anregungen bekam, reifte ganz langsam ... bis es in diesem Sommer begann, sich in meinem eigenen Leben zu manifestieren. Und mit offenen Augen für das wirklich Wichtige im Leben sind mir auf diesem Weg einige Menschen begegnet, die denselben Weg gehen - zum Teil viel konsequenter als ich. Wie die Frau aus Mexiko, die seit zehn Jahren keine Schuhe mehr kauft. Und seitdem ihre Designerschuhe von "vorher" aufträgt. In jedem Jahr gibt diese Frau ein Bedürfnis auf (nachzulesen Ende September/Anfang Oktober). Das Rauchen gehörte dazu und vieles andere im täglichen Leben. Ihr Ziel: im Alter bedürfnislos sein. 

Im dritten Trimester durfte ich lernen. Und erkennen. Und handeln. Und mich ganz aktuell darüber freuen, dass das warme Gefühl in einer alten Freundschaft zurückgekehrt ist, die ich bereits verloren glaubte.

Wenn ich also übernächste Woche vom Jahr Abschied nehme und 2014 begrüsse, dann wird mein Gefühl klar und positiv sein. 2013 war das Jahr der großen Entscheidungen und des Ankommens bei mir selbst und in meiner neuen Lebenssituation. 2014 wird wohl das Jahr der beruflichen Entwicklungen werden und privat mehr Leichtigkeit versprechen. 

Silvester allerdings wirft völlig unerwartet wieder mal Probleme auf.
GlamourGirl wollte ja einladen - aber irgendwo in meiner internetlosen Woche tauchte eine Mail auf, auf die mich gestern die Limette hinwies - einladen ja, aber nur mit Date, um ihren Freund nicht "allein unter Frauen" zu platzieren. Verständlich aus seiner Sicht, doch woher ein Date nehmen, das auch noch "hochwertig" genug ist, um in die Wohnung einer guten Freundin mitgenommen zu werden? Ich bin nicht mehr im Dsch*ngel und selbst der Hirnwerker ist inzwischen verbandelt! Der Zicke feiert in irgendeiner Schwulenbar ab und ansonsten kenne ich keine sympathischen Singles. Blue kann ja schlecht mein Date werden. Der Limette geht es ziemlich genauso.
Heute abend werden wir mit GlamourGirl reden über drei bis vier mögliche Lösungen: 
1. Ihr Freund bringt zwei Freunde mit (unwahrscheinlich)
2. Wir sagen ab und die beiden feiern alleine (dann Plan B: Limette und ich im Restaurant nebenan - sehr wahrscheinlich)
3. GlamourGirl und ihr Freund essen mit uns im Restaurant und fahren danach heim, um Katze zu beruhigen (fraglich, ob sie das wollen)
4. Sie lassen sich auf das "Ungleichgewicht" ein (???).
 
Ich kann GlamourGirls Partner sehr gut verstehen. Wenn ich zu reinen Frauenabenden einlade, hat sie natürlich auch das Recht, zu Pärchenabenden einzuladen. Dummerweise sind aber drei von uns vieren Singles. Meine männlichen Freunde sind in Beziehungen, schwule Partygänger oder weit weg.
Und "irgendeinen" Kerl an Land zu ziehen für Silvester, das finde ich gruslig. Mit 1-4 kann ich gleichermaßen gut leben. Limette auch. Jetzt soll GlamourGirl entscheiden. Ich belaste mich damit nicht.
Denn ich darf den Rest des Jahres nur noch eines - AUSRUHEN.
(Und Pfefferspray kaufen!) 
 
 

21.12.2013 um 07:25 Uhr

Zuhause

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: I'll be home for Christmas

Irgendwann in der internetlosen Zeit hatte ich begonnen, mein Blog offline zu führen. Doch eigentlich reicht die Kurzfassung:

Ich bin umgezogen.
Das Universum erfüllte genau die Wünsche, die ich an es richtete.

Dummerweise war ich beim Wünschen lax. Oder ungenau.

Denn ich blieb zwar verschont von Wettereinbrüchen, doch dafür erwischten mich die handwerklichen Katastrophen voll. Die Umzugswichtel hatten sich in der Disposition übernommen und in der Küchenmontage überschätzt. In der Demontage leider auch, denn sie fetzten mit der Arbeitsplatte gleich mal eine Reihe Fliesen herunter - ein Versicherungsschaden, an dem ich noch ein Weilchen Freude haben werde. Die Montageüberschätzung führte zum Anheuern eines Extrawichtels im Status eines mithelfenden Familienangehörigen. Cousin ist arbeitslos und hat Zeit. Die nimmt er sich auch beim Arbeiten, aber dafür kann sich das Ergebnis sehen lassen. Dafür schaue ich auch mal über die bei der Regalmontage geschredderte Steckdosenabdeckung und die schwarzen Striemen von den Dr. M*rtens auf den Dielen hinweg. Letztere vernichtet der Radiergummi, erstere werde ich wohl neukaufen bzw. den Elektriker bitten müssen, dass er maßl kurz hereinschaut. Auch der Maler müsste noch mal hie und da nachtupfen ... und Blue hat natürlich mit seiner schweren Pinnwand einen Riesenkitsch in die Wand gedengelt. Von sonstigen Brüchen und Pannen inklusive meines Show-Sturzes in die Badewanne schweige ich jetzt mal ...

Wir haben jetzt zwei überfüllte Keller voller Sperrmüll, der hier zum Glück am 10.1. abgefahren wird. Und wir haben noch drei oder vier Kruschkartons. Davon aber nur einer von mir. Plus die unausgepackten Auflaufformen.

Kommen wir zum Resultat. Wir haben eine voll eingerichtete Wohnung! Und sie ist schon jetzt mehr mein Zuhause, als es die alte Wohnung jemals war. Ich mag mein neues Viertel mit den alten Häusern und den kleinen Geschäften. Supermärkte gibt es auch, aber eben auch noch den klassischen Metzger, Bäcker und sogar eine kleine Drechslerei. Orientalische Lebensmittelläden. Kleine Cafes und Restaurants. Ein Schwimmbad in 10 Gehminuten Entfernung. Und - surprise - einen der besten Schnellitaliener der Stadt gegenüber und einen tollen Asia-Imbiss um die Ecke. Das Tagesmenü für 4,40 ist so reichlich, dass zwei für drei reichen ... geniales Thai-Curry ... mmm.

Im Haus scheine ich auch einen guten Griff getan zu haben - rein nachbarschaftstechnisch. Gegenüber ein kugelrunder fröhlicher Sizilianer, der sich schon als Öl-Quelle erwies ... wer Italiener kennt, wird auch schon von "dem Laster" gehört haben. Exil-Stiefelaner kaufen zuhause stets reichlich ein, packen das Zeug zu Cousin/Onkel/Nachbar/Schwager oder wasauchimmer in die Garage und warten auf "den Laster", den Sammeltransport, der sie und viele Mit-Stiefelaner irgendwann im Herbst mit dem Geschmack der Heimat versorgen wird. 

Oben wohnen zwei sympathische junge Familien mit je zwei Kleinkindern, ein Pärchen und eine Dame. Die Kinder im Haus durften bereits unsere alten Legobestände und die im Bad gefundenen Dino-Pflaster übernehmen, ebenso wie Wirbels Fingerskateboards und eine Rampe für Autos, wovon wir auch noch ein Kistchen fanden. Dafür  bekam ich leihweise einen Teppichcutter aus bella Sicilia. Und viele Tipps.  Meine Vormieter scheinen nicht sehr beliebt gewesen zu sein. Was ich sogar ein bisschen verstehen kann. Sie ist neugierig bis zur Indiskretion und beide scheinen extrem geräuschempfindlich gewesen zu sein. Die Neugierde ist belegbar. Als ich am letzten Donnerstag zur Übergabe mit unserem Kaczmarek die Wohnung betrat, stand Madame keine zehn Sekunden später auf der Fußmatte - schließlich ist es nicht weit vom Nachbarhaus. Kaczmarek verdrehte die Augen. Ich öffnete die Außentür und schickte sie freundlich, aber bestimmt wieder weg. Seitdem wächst ihre Neugier und mein Spass an der Sache täglich. Beim Kartonzerlegen traf sie mich vor zwei Tagen vor der Tür und liess sich darüber aus, dass ich mich mit den Nachbarn (die beiden jungen Familien) duze  .... das habe sie in 32 Jahren nicht getan. Und ich kicherte innerlich vor mich hin. Was ich von dem Getrampel hielte, wollte sie noch wissen. Und ich gab ein Statement ab, wie nette, lebhafte Kinder das doch seien ... der kleine Kerl über mir hat viel Energie. Und das hört man auf dem Dielenboden halt. Punkt. Finde ich nicht schlimm. Er ist drei. Er darf das. Und sein Bruder darf auch mal schreien. Das ohrenbetäubende Trotzgeschrei gestern stammte allerdings von der jungen Dame aus dem Obergeschoss. Da ich eh gerade Bücher sortierte, ging ich kurzerhand  raus und fragte die kleine Trotzerin, ob sie die Motzkuh kenne. Ihre Mama kannte sie, die Kleine schaute mich mit großen Augen an. Ich holte das Buch und lieh es ihr. So einfach lässt sich Schreien abstellen ... hätte Madame Vormieterin vielleicht mal probieren sollen. 

Und jetzt zu dem, was die eine oder andere Mitbloggerin vielleicht interessiert:

Die neuen Schränke sind fantastisch. Sidekick: Schrankverkäufer Sahneschnittchen rief sogar noch mal an, wie mir der Schrank denn gefalle. Dummerweise an der Schwedenkasse in ziemlicher Hektik ... aber irgendwie schon ... interessant. 

Mein Schlafzimmer ist eine solche Freude nach drei Jahren Abstellkammer. Und ich habe es mir so schön eingerichtet mit den beiden Holzschränken, dem Rattanbett, der Kommode und der Rattantruhe, dem alten kleinen Sessel und dem Teewagen von TanteMagotthabsieselig. Die Schuhe, Taschen und Kleinkram finden Platz in zwei B*illys und davor steht mein Rattanparavent. Und auf dem Fensterbrett habe ich mit Pflanzen, meinem Buddha und einem warm leuchtenden Lichtschlauch eine kleine Oase geschaffen. Dazu passen die alten dünnen Vorhänge mit den indischen Motiven in creme und altgold (nur die Farbe, nicht metallic) sehr gut. Und der Kronleuchter, der früher im Wohnzimmer hing.

Im Wohnzimmer hat meine Couch einen neuen Look bekommen. Zwei einfache Plaids vom Schweden in dunkelbraun mit Farbsprenkeln und zwei neue Stützfüsse, damit sie nicht mehr kippelt. Projekt Sofakissen startet über die Feiertage - ich will eine Kissenhülle für das größte Kissen stricken. Der schöne asiatische Flechtledersessel hat seinen Platz jetzt auch in der Sofaecke, direkt vor der alt-neuen Vitrine, die sich als guter Griff erwies und auch gut zu meinen beiden kleineren Holzschränken (Vertiko und Büroschrank) passt. Blues Idee, die vier Korbstühle, von denen zwei in den Kinderzimmern standen, wieder zusammenzuführen, war gut. Sieht prima aus, unsere Essecke. Und auch mein übliches Sideboard aus niedrigen Schwedenb*llys fand seine Wand. Neu im Wohnzimmer außer der Vitrine ist ein schöner großer Handwebteppich aus braun-beiger Schurwolle, der ausgesprochen heimelig wirkt - und die Rattanlampe passt besser hierher als ins Schlafzimmer. Bildertechnisch konnte ich mich noch nicht so recht entscheiden. Deshalb hängt erstmal nur die CD-Schnecke aus Rattan und mein Lieblingsbild über der Couch. Zwei weitere Lieblingsbilder stehen noch auf dem Sideboard und warten auf meine Entscheidung, wo sie denn künftig wirken sollen. Die Deko ist die übliche - viele Kerzenleuchter, Pflanzen und  ein paar über die Jahre gesammelte Deko-Einzelstücke.

Das Bad war die einfachste Aufgabe. Jedenfalls, nachdem die kompliziert zu montierende Wannenfaltwand endlich dran war. Ein großer Spiegel mit tiefem Rahmen (Molg*r) über dem Waschbecken. An der Wand neben der Wanne und über der Toilette passten unsere kleinen Badschränke perfekt hin (vier Stück zum Quadrat montiert) - je einer für jeden von uns dreien und ein Medizinschrank. Und der sonstige Krempel passt in einen der B*llys im Maß 60, die ich gottseidank mal irgendwo ergatterte. Leider, leider gibt es dieses tolle Maß ja nicht mehr! Farblich entschied ich mich, Handtücher in helltürkis, dunkeltürkis und dunkelbraun zu kombinieren. Wirkt harmonisch. Und ist die Variante, mit der ich am wenigsten "Überschuss" an "Fehlfarben" habe. Meine Duschtücher werden jetzt Saunatücher. Brauchte eh neue. Und die dunkelblauen Handtücher werden Aussteuer für den ersten ausziehenden Sohn.

Der Flur ist noch im Status halbfertig. Die beiden B*illys sind randvoll mit überflüssigem Küchenkram, den ich aber erst in den Keller packen kann, wenn der Sperrmüll durch ist. Die Garderobe hängt noch nicht und ich weiß noch nicht so recht, wo die Bilder (insbesondere die Familiengalerie hin sollen. Kommt alles noch. Irgendwann dieses Wochenende werde ich wohl hämmern. Oder meinen Vater einspannen - der freut sich, wenn er noch etwas tun kann (körperlich ist er ja nicht fit, aber ein Bild aufhängen kann er noch).

Sidekick: bei einem meiner vielen Baumarktbesuche erwarb ich einen Akku-Bohrschrauber mit Bits und Bohrern ... weil es mir reicht, auf andere angewiesen zu sein. Jetzt muss ich nur noch lernen, wie ich damit umgehe ... Pele ... Crash-Kurs?

Kommen wir zu den Residenzen der Prinzen aka Kinderzimmern. Beide haben von meiner Patin (Weihnachtsgeld) zwei neue Schränke bekommen, schwedische natürlich (M*rvik) in schwarzbraun. Dazu von mir das praktische Regal mit den quadratischen Fächern in der vier-Fächer-Grösse. Blue hat noch zwei preiswerte Tische bekommen passend dazu und hat sich ein helles Holzbett im Maß 1,20 selbst gekauft. Den Schreibtischstuhl bekommt er zu Weihnachten von meiner Mutter und damit ist sein neues Zimmer fertig. Mitgenommen hat er nur die von meinem Vater selbstgebastelte Pinnwand (gut zum Wände andengeln!) und einen kleinen Beistelltisch. Die Möbel sind so gewählt, dass sie auch später Grundstock für ein Studentenappartment sein können. 

Bei Wirbel ist das Bett geblieben, eine Kommode und ein kleines Regal, eine Truhe, ein Beistelltisch, der Eckschreibtisch, der große Schreibtischstuhl und die Pinnwand. Auch er hat natürlich den neuen Schrank und ein Regal bekommen. Plus den alten Schreibtisch (erst drei Jahre alt und tadellos in Ordnung) seines Bruders. Seine Vorhänge hängen leider noch nicht - der Schwede verkauft Vorhangschienen, in die nur spezielle dort erhältliche Röllchen passen ... nicht die seit Jahrzehnten übliche Variante natürlich!

Und nun zur Hauptsache: der Küche.

Endlich, endlich bin ich die häßlichen alten Buchenschränke los. Und habe jetzt eine schöne, glatte, schwarze Küchenfront. Mit einer (mein armes Zebra passte nicht rein) anthrazitfarbenen Retro-Arbeitsplatte mit einer Art schraffiertem Karomuster ... muss man sehen, aber ist toll. Und roten Regalen am Fenster (die Steckdose ... siehe oben) und einer schönen roten Lampe.  Es sind zwei Unterschränke weniger als in der alten Küche und ein Oberschrank - aber dafür habe ich ja noch den Wandschrank und ... mein neu entdecktes Ausmist-Gen. Das ich leider noch bis zum 10.1. ausbremsen muss, denn einiges des für die Kellerlagerung vorgesehenen Hausstands bekomme ich wegen des Sperrmüllkrams wirklich erst dann untergebracht. 

Und: mein BILD hängt endlich. Das wunderschöne XXL-Kunstposter von Florio e Cinzano mit den springenden Zebras in weiß und rot. Dank BesterFreundin konnte ich bei A-zon einen Rahmen ordern, der bereits am letzten Freitag hier eintraf. Sieht sooooo toll aus. Bloss der doofe Küchentisch passt überhaupt nicht mehr. Der Umzug war jetzt so teuer - da kommt es auf 100 letzte Euro nicht mehr an. Ich werde mir einen dunklen Tisch kaufen ... oder den Rest Zebraplatte mit Beinen versehen. Muss mal Cousin fragen, was er davon hält ... 

Umzug Nr. 2 steht übrigens bevor. Nämlich der von Schwester und Schwager. Die beiden haben mich mit Kartons versorgt und einige Fahrten gemacht mit dem Kastenwagen. Also werde ich mit Sicherheit im Februar das eine oder andere Wochenende packen und schleppen.

Was sonst? Die Lieferanten aus dem Netz erwiesen sich als zuverlässig. Die Telekom mal wieder als Niete. Termin und Nummer schriftlich bestätigt. Wer nicht erschien, war der Techniker. Als geübte Beschwerdeführerin hielt ich mich gar nicht mehr mit der Maschine auf, sondern gelangte direkt zu einem menschlichen Wesen (den Tipp dafür gibt es gerne per PN). Techniker erschien dann am nächsten Tag - und stellte fest, dass meine Nummer nicht meine Nummer war. Der Telekomshop darf sich also auf einen Besuch freuen. Beziehungsweise eine bestimmte Mailadresse über Post. Ist effizienter und wirkungsvoller. Es ist schon seltsam, dass ein Shop im Oktober eine Nummer herausgibt, dann bei der Bestätigung eine andere. Dann wieder die erste, aber mit 10 Euro Mehrkosten, die auch nur ein Irrtum sein können, denn ich wollte ja nur diese und nicht die andere Nummer. Und schließlich diese schriftlich bestätigte Nummer nicht schaltet. Ich habe entnervt aufgegeben und die andere Nummer genommen. Und jetzt will ich a) die 10 Euro zurück und b) eine Entschädigung für den Ärger, den ich hatte. Schließlich war es das dritte Mal, dass ich halbe Tage vergeblich auf Techniker wartete. Das ist kein Geschäftsgebaren. Übrigens meinte die Telekom auch, sie müsse zur Anschlussschaltung niemanden schicken. Den Techniker hatte ich gebucht, um die "Innentechnik" aus neuem Telefon und Speedport zum Laufen zu Kriegen. Das schaffte er dann auch. Aber doppelt so lange war er damit beschäftigt, meinen eigentlichen Anschluss herzustellen, der völlig falsch geschaltet war!  

Mal sehen, wie der Magentariese das zu kompensieren gedenkt - ansonsten ist der Providerwechsel nur eine Frage der Zeit.

Verdammt lang geworden, dieser Eintrag - dabei muss ich mich sputen, um noch einzukaufen, bevor meine Eltern zum ersten Besuch kommen. Gestern abend hatte ich bereits den ersten Gast (wenn man Wirbels Kumpel nicht mitzählt) - die Königin war da ... so lange hatten wir uns nicht gesehen! Sonntagabend kommen GlamourGirl, die Limette, das Münchner Kindl (evtl. mit Kindeskindl) und wahrscheinlich die Tangoqueen. Und Montag früh frühstücke ich mit BesterFreundin. 

Die letzten Kruschkisten packe ich peu a peu aus. Jetzt ist es nicht mehr eilig. Sonntag wollte ich mir Zeit nehmen, um die Küche sinnvoll einzuräumen. Momentan ist alles "irgendwo". Und für die Gewürze brauche ich noch eine Lösung. 

So ... aufstehen und einkaufen gehen. Und heute nachmittag gönne ich mir endlich einen weihnachtlichen Stadtbummel. Ich liebe es, so mitten drin zu wohnen.

UND: Arbeitsstadt ist nicht mehr Arbeitsstadt ... sondern MEINE Stadt.

Ich bin ZUHAUSE. 

 

P.S. Den Wettlauf zwischen Umzugskiste und Weihnachtsbaum habe ich gewonnen. Bäumchen wurde vorgestern per Einkaufstrolley heimgekarrt und wird morgen aufgestellt.

 

 

 

 

 

 

12.12.2013 um 06:33 Uhr

We can do it!

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Money for nothing (Dire Straits)

Es geht los.

 

Erst ich und zwei Gepäckstücke per Bahn, dann ab 9 die Umzugswagen.

Bis spätestens Ende nächster Woche (wenn ich wieder  Netz habe, es sei denn, ich bin vorher mal im Büro)

 

Und: Danke für eure gedrückten Daumen!!!! 

11.12.2013 um 22:57 Uhr

Omigrappa!

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: I'm walking ...

Ommmmmmmmmm .... Omigod! ... Omigrappa!

Die gute Nachricht: Die Küche ist abgebaut.

Die schlechte Nachricht: Das ist aber auch alles, was heute passierte. Jedenfalls Umzugswichtelseitig.

Oberwichtel stand pünktlich vor der Tür. Allerdings ohne Kleinlaster und ohne Team. Ersterer war kurzfristig wellnessen aka liess sich irgendein Ersatzteil einbauen, letzteres war krank. Also baute Oberwichtel die Küche ab und ich amüsierte mich, statt ruhig weiterzupacken wie ursprünglich geplant, mit Anreichen und eklige Spülschläuche ausspülen ... brrrr. Zum Glück rauchte Oberwichtel .... ich brauchte heute meine Heulpausen, denn nach acht Stunden Nonstopumzug lagen die Nerven ziemlich blank und ich hatte ziemlich damit zu kämpfen, dass mein Plan, bereits bestimmte Teile zu transportieren, flachfiel. Nun kommen morgen drei statt zwei Fahrzeuge. Und ich bin nicht da. Denn ich bin in neuer Wohnung und meine arme Mutter hat hier Stallwache. Also sie nochmal angerufen und gebrieft. Mit Resultat, dass sie wieder anfing, sich zu entschuldigen, dass sie nicht helfe. Meine Mutter hat Knie und Rücken. Außer Kaffee kochen geht da nix. Und deshalb habe ich mich nach dem Telefonieren einmal kräftig ausgeheult und dann weitergepackt. Eine Kiste nach der anderen. Nix mehr mit sortieren. Einfach nur rein, was ging. Ich denke, ich werde den Ziel-Mülleimer auch noch mal kräftigst bemühen, wenn ich das alles auspacke. 

Und nun ... Fußwohlbalsam, Grappa, Bett ... um 5.30 geht der Wecker ... das wird grausig morgen ... und das Auspacken noch viel grausiger ...

Ommmmmmmmmm ....  

 

11.12.2013 um 00:28 Uhr

Loblied auf den Schwager

von: Spring_Roll   Kategorie: Familienbande

Musik: Er lebe hoch ...

Mein Schwager ist ein prima Kerl. Nicht nur, weil er es mit Schwester und Nichten aufnimmt. Sondern auch wegen seiner feinsinnigen Feststellungen zu Familieninternas. Nichtes Chorproben verschaffen mir zurzeit ein allabendliches Umzugstaxi von alter Wohnung in neuen Keller. Nach Uhrzeitansage schleppe ich also allerlei bewegliche Habe auf den Parkplatz und werde "eingesammelt".  Zwar habe ich ab morgen Profi-Umzugswichtel, doch heute bereits ein massives Platzproblem, dem ich mit einer Doppelstrategie begegne: erstens Teile verschenken, zweitens Wertvolles "retten". 

Verschenkt habe ich heute mal eben ein japanisches Teeservice, zwölf grosse bernsteinfarbene Gläser mit Leo-Muster, mehrere weitere Gläser und Tassen, einen Tisch und zwei Stühle. Alles an Patenkind, der im Januar mit seiner Freundin zusammenzieht.Gerettet habe ich meine Papierlampen. Und weil die sich im Auto so einsam fühlten, fuhren die Korbstühle, die ich dauernd hin und her schob, um Kisten stapeln zu können, gleich mit. Und eine riesige Tasche mit Notausrüstung ... aka Bettzeug, Klamotten für ein bis zwei Tage und Badausrüstung.Schwager und ich sind inzwischen ein prima Team ... und so waren wir bereits 35 Minuten vor Nichtes Chor fertig. Und entdeckten auf diese Weise eine gar entzückende Kneipe, in die ich bestimmt jetzt öfter gehen werde. So praktisch um die Ecke!

Gefreut hat mich heute auch ein kurzer Kontakt mit dem Wandervogel online. Wir werden im Januar mal etwas trinken gehen, zu dritt ... die Wüstentaucherin muss natürlich mit, auf die freue ich mich auch. Wir haben uns Monate nicht gesehen!

Und nun .... schlafen im Akkord! 

 

10.12.2013 um 08:52 Uhr

OMMMMMMM Omigoooood!!!

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Another Brick in the Wall (Pink Floyd)

Gerade sitze ich vor meiner mentalen Palme und haue rhythmisch den Kopf gegen den Stamm. Hospitalistisches Schaukeln wäre auch eine Alternative, aber dazu bin ich gerade zu lethargisch. Nach einem Anfall von präseniler Bettflucht (das prä- hält ja leider auch nicht mehr so lang) und Leerräumen des Männerklos aka Bad von Blue und Wirbel schlich ich mit meiner Teetasse zurück ins Bett. Hier ist es warm, hier will keiner Kisten von mir ... hier bleib ich!

Wenn bloss ... das blöde Bett nur schon da stünde, wo es stehen soll. In meiner Stadt statt in Dorf. Also wälze ich weiter große und kleine Umzugsfragen, falte Kartons und weiß jetzt schon, dass ich die wichtigsten Dinge nicht finden werde nach dem großen Räumen.

Merker an mich selbst: nicht unkoordiniert einräumen! Und dabei NOCH MAL wegschmeissen, was zuviel ist.

Die leeren Kisten zumindest sind diesmal kein Problem. Die kriegt Schwester direkt zurück. Und im Februar werde ich mir mehrere Samstage frei halten, um mit ihr dann auch umzuziehen. Sie macht während meines Umzugs so einige Fahrten für mich - meist in Kombi mit der Abholung ihrer Kinder von irgendwoher. Es ist schon eine große Erleichterung, schlecht zu verpackendes abends schon mal in den neuen Keller bringen zu können. So ist es einfacher. Ich denke, heute abend nehme ich die Stereoanlage und den Fernseher schon mit.  Die Computer reisen dann am Donnerstag. Und ICH auch. Ich habe beschlossen, Donnerstagabend das erste Mal in meiner neuen Stadt zu schlafen. Egal ob das Bett aufgebaut ist, oder nicht. Für den Notfall habe ich eine Matratze ... und mein Bettzeug nehme ich morgens auf dem Rad mit.

Das ist mein kleines Ritual in einer neuen Wohnung. Ganz still auf meinem alten roten Sessel zu sitzen, eine Tasse Tee zu trinken und meine Wohnung in Besitz zu nehmen.  Durchzuatmen und anzukommen. Das habe ich in jeder meiner Wohnungen getan. Außer in den beiden, die ich mit Exmann bewohnte. Blue und Wirbel kamen immer ein, zwei Tage nach mir an. Unser erster gemeinsamer Tag zu dritt ist erst der 18.12., Wirbel kommt am 17.12. nach der Schule an. Wobei ich überlege, ob er schon am 15. dableiben sollte. Ist praktischer für ihn.

In all der Packerei und Plackerei habe ich gerade wieder mal mein persönliches Adventserlebnis. Meine nahen Menschen, die mir gerade noch näherrücken. Die helfen und da sind. Von Schwester über BesteFreundin bis zur Nachbarin, die mir gestern abend mein Abendessen kochte (Klösse und Rotkohl). Die einfach mal ein paar Stunden mitpacken oder plauschen beim Packen. Die mit mir oder für mich Dinge besorgen oder "Stallwache" halten, wo mir die Gabe der Omnipräsenz ausgeht. Fühlt sich gut an.

Noch zwei Tage Dorf ... und übrigens ... Danke liebes Universum, dass du diesen Monat ausgesprochen gut zuhörst ... 

09.12.2013 um 15:53 Uhr

Communique aus dem Chaos

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Saturday Night (Cool and the Gang)

Momentan bin ich auf dem Status "work my fingers to my bones" ... und am Horizont lockt verheißend der Samstag ... und damit der überstandene Einzug in die neuen vier Wände. 

Meine neue Wohnung ist toll. Mein Leben dort wird besser als hier. Doch Umziehen ist wie Gebären. Niemand sagt dir vorher wie schlimm es wird. Und irgendein perfides Gen sorgt auch dafür, dass du es sofort hinterher vergessen wirst, wenn du auf deine glänzende neue Wohnung schaust und noch die letzte Käseschmiere aka Umzugsdreck entsorgst.

Dorf zeigt sich zum Abschied noch einmal von der besten Seite. Mit einem Kellner, der mich zum Bier einlädt, während ich auf mein Mitnahme-Essen warte und es dann auf einen richtigen Teller packt ... "den bringst du einfach morgen wieder". Mein Kumpel und Friseur, der mir beim Autowaschen auf der Straße gleich einen Termin gibt und die Sonne, die die Hügel golden leuchten lässt. Schön ist es hier ... so schön, dass ich immer wiederkommen werde. Aber leben werde ich hier wohl nicht mehr.

BesteFreundin hat heute früh geholfen. Herr Nachbarin von oben (Ex-Nachbar) holte ein paar Sachen ab und bekam direkt noch einen überzähligen Schrank geschenkt. Schwester stand schon um acht mit weiteren Kartons vor der Tür. Und den alten DVD-Player hat jetzt Frau Nachbarin. Ebenso wie eine Kiste Bücher und einen Stapel meiner zu klein gewordenen Jacken, die schon lange im Schrank hängen. Gut tut das.

Nicht gut ist die eingeschränkte Kommunikation. Mein Handy höre ich manchmal einfach nicht, wenn es im anderen Zimmer ist.  Eben hatte ich wieder zwei Anrufe. Einen von meiner Bank, deren Telefonzentrale nicht in der Lage war, festzustellen, wer angerufen hatte. Die Mitarbeiterin meldete sich dann einfach noch mal ... und der andere ... die Nummer kam mir sooooo bekannt vor. Und ich überlegte, welcher der dunklen und längst aus Adresslisten gelöschten Punkte meiner Vergangenheit sich da meldet. BIs ... ja bis ... ich zurückrief und nur eine neutrale Mailbox erwischte. Und dann auf meinem Blackberry den vergeblichen Anruf sah ... Fein, Frau Rolle führt anonyme Selbstgespräche! Gibt es eigentlich Heilung für Umzugsheimer-Patienten?

Mich innerlich wappnend werde ich jetzt den großen Wohnzimmerschrank in Angriff nehmen ... und nachher erstmal Kleinkram wegfahren ... aus dem Weg für die Möbelpacker. Und morgen ist dann von morgens bis abends Küche dran ...

Sollte ich übrigens ab Donnerstag nicht mehr hier auftauchen, ist  das völlig normal ... so für eine Woche bestimmt :-)

 

CU in meiner Stadt ...

08.12.2013 um 21:27 Uhr

Zurück im Auge des Sturms

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: I surrender (Rainbow)

Ich fühle mich gerade ziemlich  tankleer.Das Seminar war gut, doch der anfangs bloss eloquente Referent mutierte innerhalb weniger Stunden zum Brutalschwätzer ohne jede Zeitdisziplin. Hirnfutter war's trotzdem. Und ich werde auch die Fortsetzungsveranstaltung buchen. Weil das Thema wirklich spannend ist. Und mir das, was wir da lernten, sehr zu liegen scheint ... hätte ich gar nicht gedacht!

Mein nächstes Seminar ist leider erst im März ... ich könnte regelrecht süchtig danach werden!

Der Rückweg war wieder mal ein Bahn-Erlebnis. Zug wartete in einem Bahnhof genau die fünf Minuten auf einen verspäteten Anschlusszug, die mich MEINEN Anschluss kosteten. Endlich in Dorf angekommen, machte ich mir dann klar, dass das wirklich das letzte Mal war, dass ich müde und genervt in diesem Zug sitze ... und das war so ein verdammt gutes Gefühl! In Zukunft bringt mich der Zug zum Bahnhof und von dort aus kann ich entweder bussen oder bahnen oder nachtbussen, oder einfach eine Viertelstunde zu Fuß gehen oder für fünf, sechs Euro Taxi fahren. Sooo einfach!

In meiner Noch-Wohnung wartete die Wäsche, Wirbels falsch gepackte Kisten und die Aufgabe, zwei Kommoden leerzuräumen. Doch als erstes trank ich einen Tee bei Frau Nachbarin und kraulte den Kater ordentlich durch ... tat gut. Bei meiner Rückkehr in die Wohnung durfte ich dann noch feststellen, dass Exmann den PC schon abmontiert und dabei das Festnetzfon demoliert respektive empfangsfrei geschaltet hatte. Grrr. ... aber daran kann ich nichts mehr machen bis zum Umzug. Nach dieser netten Überraschung  kam auch schon Schwester mit Nichte und 35 Umzugskisten und gleich darauf die Käufer meiner Kommoden. DIe zweite hatte blöderweise einen kleinen Kratzer, wie ich erst entdeckte, als ich das Geld schon hatte und die Kommode zum Transport aus ihrer Ecke zog. Also machte ich die Käufer lieber darauf aufmerksam und bot fünf Euro Preisnachlass an. Kam gut ... und so kann ich sicher sein, mit diesem privaten Verkauf durch zu sein. Ich mag Transparenz. Und gekauft wie gesehen heißt für mich Ehrlichkeit gegenüber dem Käufer. Schließlich habe ich ja auch einen guten Peis erzielt.

Die Kisten von Wirbel sind auch morgen früh noch da ... ich bin sooo müde ... Schlaf first!

07.12.2013 um 08:04 Uhr

Hirnfutter und hemmungsloses Loslassen

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Give a little bit ...

Es war ein "Angang", angesichts der Tatsache, eine "ungepackte" Wohnung zu haben, dieses Seminarwochenende noch durchzuziehen. Angesichts des Programms und des Rufes des Referenten (gut, aber anstrengend) erst recht. Letzteres stimmt. Von 14 Uhr bis 21 Uhr saßen wir im Seminarraum, unterbrochen nur von einem hastigen Abendessen. Doch gelangweilt habe ich mich keine MInute. Und gleich geht es weiter ... Hirnfutter vom Feinsten. Der Referent ist nicht nur fachlich gut, sondern trägt auch unterhaltsam vor. Die Übungen fordern und die Gruppe ist sehr sympathisch. Zum ersten Mal treffe ich schon "alte Bekannte" von einem anderen Seminar. Und freue mich über werdendes "Netzwerk". 

Ganz ohne Umzug kann ich nun doch nicht sein und deshalb habe ich gestern abend mal eben die Flurkommoden verkauft. Beide Käufer holen Sonntagabend ab. Witzigerweise bestätigte der Seminarverlauf die Entscheidung noch einmal. Es ging darum, warum Menschen Dinge, die sich bereits in ihrem Besitz befinden, höher auspreisen als der objektive Wert der Gegenstände wäre. Diese emotionale Bindung an Dinge. Nun, meine Flurkommoden sind zwar ganz hübsch, waren aber schon bei der Anschaffung ein Kompromiss. Und da der neue Flur ziemlich schmal ist, passen sie nicht mehr wirklich rein. Ballast im Keller? Nein danke. Ebenso wie die Paravents, die Schuhschränke und das eine oder andere Teil, das ich spontan noch während des Umzugs ans gemeinnützige Kaufhaus spenden werde. Ballast hemmt. Und ohne geht es mir besser. Mein Ziel ist, die Dinge in meinem Besitz so zu reduzieren, dass sie irgendwann auf eine 50 qm Wohnung zusammenschrumpfen können, ohne dass es dort vollgestellt aussieht.

Meine schöne neue Ü80 qm Wohnung habe ich gestern morgen noch kurz "besucht", um die Kellerschlösser anzubringen. Und bekam ein "Geschenk". Denn durch die Fenster sah ich die Bodenspezialisten bei ihrer Arbeit und war begeistert, wie wunderschön der alte Dielenboden nach Entfernung von Dreck und Farbe jetzt ist. Honigglänzend und warm. Gleichzeitig sah ich allerdings auch, dass mein Wohnzimmerkonzept einer Überarbeitung bedarf. Der Raum wirkte kleiner als auf dem Plan. Es könnte sein, dass ich mich doch noch von Kleinmöbeln trennen oder einen Bereich anders gestalten muss. Blue hatte jedenfalls eine gute Idee für den Essplatz, die ich wahrscheinlich umsetzen werde. Denn bei ihm und bei Wirbel stehen Korbstühle, die beide nicht benutzen, während im Wohnzimmer nur noch zwei intakte Stühle dieser Serie den Tisch zieren. Ich glaube, mit vieren sähe es schöner aus. Mal sehen, was die Realität mir zeigt.  Jedenfalls möchte ich das Zimmer nicht zu voll werden lassen.

Und nun ... auf in einen weiteren Hirnfuttertag ... 

05.12.2013 um 22:03 Uhr

Countdown ...

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Space Oddity (David Bowie)

Das O blockiert. Zweimal draufhauen muss ich. Dabei ist das Dock noch gar nicht alt. Wieder eine Sache, um die ich mich kümmern "darf", sobald der Umzug hinter mir liegt. Ebenso wie die Steuer aus drei Jahren. Und der Wechsel meines Handyproviders. Immerhin einen Fortschritt konnte ich heute erzielen: ich habe Antwort auf eine Mail an Amerika Online ... irgendwann hatte ich mich breitschlagen lassen, trotz Providerwechsel den Account zu behalten und dafür 1,99 pro Monat zu zahlen. Nur nutze ich diese Adressen seit ca. drei Jahren nicht mehr. Und nun hoffe ich, dass es gelingen wird, sie zu löschen und meine Zahlung zu beenden.

Erfolgreich war auch der letzte Arbeitstag ... mein Projekt ist so weit gediehen, dass es mit Hilfe des Azubis fertig werden dürfte. Und ich habe es geschafft, den Umzugszeitplan mit den Umzugswichteln abzusprechen. Meine Planung fand Anklang und so wird nun am Mittwoch zunächst die Küche demontiert, die ich dann abends in Einzelteilen abwaschen kann. Nächster Schritt ist sperrmüllen. Und dann fahren die Schränke in den Keller. Wo sie auch bleiben. Blue und Wirbel kriegen ja neue. Donnerstag ist Übergabe und eine Viertelstunde später kommt mein Besenengel - die Putzfrau einer Freundin. Besenengel und ich werden als erstes Schlafzimmer, Wohnzimmer und Flur herrichten. Meine Mutter sitzt derweil am anderen Ende der Umzugsshuttles und passt auf, dass alles eingeladen wird. Parallel holen ein paar Wichtel schon meinen neuen Kleiderschrank ab. Am Donnerstag wird im Akkord transportiert. Freitag hingegen ist dann Aufbautag. Küchenmontage zuerst. Dann Kleiderstangen und sowas. Montag früh bringen die Wichtel mir dann noch meine neue Vitrine und wir schauen mal, was zu transportieren und zu schrauben ist. Dienstag ist dann Pause ... Liefertag! Die Schweden bringen die Schränke und Regale, A*zon Blues neues Bett und den Wäschetrockner und .... beten hilft ... auch die Fonie hat ihr Erscheinen angekündigt - magentafarbene Verheißung! Am 17. zieht Wirbel bereits ein. Auch ohne Möbel ... und am 18. kommen die Wichtel wieder und schrauben und bauen alles auf. Mal sehen, wie alles wird ... ich bin sooo gespannt!

Und die o-Taste nervt ... und die Aussicht, ab Sonntagabend 100 Kartons packen zu dürfen ...

 

04.12.2013 um 07:23 Uhr

Bindung oder Fessel?

von: Spring_Roll   Kategorie: lebens(t)raeume

Musik: Lovecats (The Cure)

Da isser immer noch. Der Gedanke, den ich eigentlich ganz vernünftig hin und her gewälzt, von allen Seiten betrachtet und analysiert habe. Der Gedanke, den ich mit pro und contra-Listen versehen habe, bei denen das contra ellenlang und das pro nur ein einziges Argument umfasste:

 ... aber ... eine KATZE!

Das Pro ist einfach: ich mag Katzen und habe das innere Bild vor Augen, dass ein stattlicher roter oder schwarzer Kater über meinen neuen Holzboden schleicht oder abends auf meinem großen Sofa um mich herumschnurrt.

So weit, so gut ... aber die cons sind nicht ohne:

- Freigang ist in unserer Gegend gefährlich, einen Balkon haben wir nicht und eine Katzenklappe kann nicht eingebaut werden.
- An mehreren Tagen in der Woche ist bis zu 10 Stunden niemand in der Wohnung
- Meine Fortbildungen dauern auch mal drei Tage am Stück.
- Eine kleine (mit drei Erwachsenen ... physisch sind Blue und Wirbel erwachsen ... sind 82 qm klein) Wohnung bietet einer Katze nicht viel
- Platz für Katzenkletterlandschaften gibt es nicht ... und ich mag so was auch nicht herumstehen haben, die sind so hässlich
- Tierarztbesuche sind sehr teuer - deshalb hätte ich Bedenken, eine alte/kranke Kratze aufzunehmen oder gleich zwei Katzen zu halten
- Ich habe keinen PKW, was medizinische Versorgung noch schwieriger macht
- Ich möchte auch mal über Nacht wegbleiben können spontan

UND ... wichtigstes con: eigentlich träume ich ja davon, in ca. sechs Jahren "frei" zu sein, eventuell den Job und/oder den Wohnort zu wechseln. So eine Katze wird aber auch mal 20 Jahre alt. Ich würde mich zwar nicht für ein Jungtier entscheiden, aber auch ein vier, fünf Jahre altes Tier hat zum Zeitpunkt x noch ein halbes Leben vor sich. Und objektiv gesehen ist es unglaublich schwierig, für eine zehn Jahre alte Katze ein gutes, neues Zuhause zu finden, wenn meine Lebensumstände es einmal nicht mehr erlauben sollten, sie bei mir zu behalten. Dieses Wissen kann ich nicht wegschieben.

Allerdings: wer kann schon 20 Jahre abdecken? Ein alter Mensch bestimmt nicht. Der wird vielleicht irgendwann krank und stirbt und dann ist das Tier auch familienlos. Der Arbeitsmarkt zwingt viele zum Ortswechsel, Familien zerbrechen und die Katzenallergie ist allgegenwärtig.  

Ist es egoistisch, zu sagen: für sechs Jahre mindestens übernehme ich Verantwortung, kann dem Tier aber keine 2. Katze bieten und es wird auch vorkommen, dass es mal eine Nacht alleine ist?

... aber ... eine KATZE!

Ich kann noch nicht sagen, wie ich entscheiden werde ... aber wenn, muss ich mich am 18. Dezember entscheiden ... dann hätte ich noch zwei Wochen frei, um ein Tier einzugewöhnen ...

Es wäre ja schön ... für mich. Die Frage ist, ob es auch für die Katze schön wäre ... 

 

03.12.2013 um 07:29 Uhr

Festhalten und loslassen

von: Spring_Roll   Kategorie: Perspektivwechsel

Musik: Winds of Change (Scorpions)

Festhalten und loslassen - das Motiv dieser Tage.

Ich "rette" Dinge vor dem Umzug. Verstaue sie sicher im Büro oder im Keller der neuen Wohnung. Zerbrechliches und sensibles. Dinge, die niemand ausser mir einpacken sollte, weil sie mir zu privat sind. Erinnerungen. Und ich denke auch über das Festhalten von Beziehungen nach. Konkret über Freundschaften. Der elastische Charakter meiner Freundschaften bedingte bei vielen von ihnen ein temporäres Entfernen und wieder aufeinander zugehen. Aber bei zwei Menschen habe ich momentan das Gefühl, dass unsere gemeinsame Zeit einem Ende zustreben könnte. In einem Fall habe ich gerade eine lange Mail geschrieben ... und bin gespannt auf die Reaktion.

Der andere Fall ist anders gelagert. Der Cineast schweigt wie zu erwarten war. Ich habe den Kommunikationskanal gekappt, den anderen nutzt er nicht. Aber diese fast symbiotische und fast rein virtuelle Kommunikation tat mir nicht gut. Und außerdem fühlte ich, dass mehr und mehr ich der "Lastesel" wurde, der die Probleme dort mittrug. Tat nicht gut. Und die Zweidrittelverliebtheit auch nicht. Es ist besser mit dem Abstand. Und ich bin offen für alle Entwicklungen ... loslassen!

Nicht nur Menschen, sondern auch Dinge kann ich leichter loslassen gerade. Nach einem Telefonat mit meinen Nachmietern bleiben jetzt ein paar Dinge einfach hier. Dinge die ich gerne um mich hatte, die aber nicht mehr in die neue Wohnung passen. Es ist gut, auch diese Dinge einfach loszulassen.

Und ich wünsche mir, während des Umzugs noch mehr Loslass-Momente zu haben ... es tut gut! 

01.12.2013 um 16:27 Uhr

70 plus 10

von: Spring_Roll   Kategorie: Das Beste zuerst ...

Musik: I'm so exited ...

80 Paar. So viele Schuhe besitze ich. Vor einem Jahr waren es wohl fast doppelt so viele. Angesammelt über 14 Jahre. So lange habe ich meine jetzige Schuhgröße schon. Vor Blue hatte ich 37,5,  bis zu Wirbel 38,5 und plötzlich 39. Komisch, nicht?

In den 80 Paar Schuhen sind 10 Paar Stiefel enthalten, inklusive der warmen Lammfelltreter, und 10 Paar Sport-, Lauf- und Wanderschuhe. 10 Paar sind Schläppchen, Pantoffeln, Flipflops und Saunaschuhe. Aber der Rest ... 50 Paar. Definitiv zu viele. Dabei habe ich mich schon so fleissig getrennt. So radikal wie die Kollegin aus Mexiko kann ich allerdings nicht sein. Nie mehr Schuhe kaufen? Ein Unding. Dazu bin ich viel zu sehr Mädchen. Aber ich werde in den nächsten Monaten mal beobachten, welche Schuhe ich wirklich trage.Es werden wohl nicht mehr als 20 Paar sein. Dazu rechne man noch die Luxus-Schuhe. Das sind die, die zu wunderschön sind, um sie nicht zu besitzen und zu unpraktisch, um sie jemals in freier Wildbahn zu tragen. Die  15 cm Wildledersandalen sind so ein Fall. Was weg kommt, sind die Kompromisse. Und zwar bis zu meinem Geburtstag im September. Bis April werden die Winterschuhe durchsortiert, bis August die Sommerschuhe ... voila!

Mal sehen, ob ich dann mit weniger als 50 Paar in den Herbst gehe ... ist doch ein Ziel, gelle?

Klamottentechnisch bin ich fast durch. Es ist nicht mehr viel im Schrank, was nicht oft getragen wird. Und Zukäufe finden sehr selektiv statt. Wie geplant als Ersatz für Abgetragenes oder, wenn ich wirklich 100 Prozent überzeugt bin von dem neuen Teil. Es kommt momentan auch vor, dass ich etwas in die Wäsche tun will und es anschaue, nochmals betrachte und es kurzerhand entsorge.

Möbeltechnisch bin ich auch im Limit. Teppiche habe ich mir geleistet. Aber an Neumöbeln nur die fehlenden Teile für die Küche und zwei Holzschränke, da ich ja bisher keinen Kleiderschrank hatte. Und einen Wäschetrockner. Damit ich nicht mehr ständig Wäsche in der Wohnung hängen habe.

Es ist leichter, als ich dachte ...