chrischdiane-in-griechenland

07.05.2008 um 14:40 Uhr

In was fuer einer Einrichtung ich arbeite und was ich da mache....

 

Fuer alle, die es nicht so genau wissen:

Ich mache hier in Griechenland einen EVS. Das ist ein Europaeischer Freiwilligendienst, er ist fuer Leute unter 30 gedacht, die fuer eine gewisse Zeit im europaeischen ( manchmal auch im aussereuropaeischen) Ausland einen Freiwilligendienst ableisten moechten. Er wird von der EU finanziert und ist fuer die Freiwilligen kostenfrei. Wohnung und Essen werden gestellt, dazu bekommt man ein kleines Taschengeld.

Ich arbeite hier in einem Zentrum fuer Pferdetherapie. Dort werde ich insgesamt ein halbes Jahr verbringen. Es kommen behinderte Kinder und Jugendliche, die entweder wegen ihres physischen oder psychischen Zustandes Hilfe brauchen. Jedes Kind hat eine halbe Stunde Therapie. Waehrend dieser braucht man pro Pferd bis zu drei Freiwillige. Es gibt einen, der das Pferd fuehrt und zwei die jeweils recht und links neben dem Kind herlaufen und aufpassen, dass es nicht faellt.                        

Zusaetzlich gibt es noch den Therapeuten, der verschiedene Uebungen mit dem Kind macht.

Meine Arbeit besteht aus zwei Teilen: Ich bereite die Pferde fuer die Stunden vor und waehrend der Stunden fuehre ich sie oder ich bin einer der beiden Sidewalker.

Die Arbeitszeiten sind nicht gerade die besten: Wir arbeiten von 9:00 bis 13:00 und dann von 16:30-19:30.

Ausserdem haben wir nur jeden dritten Samstag ganz frei, dafuer gibt es montagmorgens und mittwochnachmittags keine Arbeit.

 

07.05.2008 um 14:20 Uhr

Missverstaendnisse und Verwirrungen

Ich bin hier in einem Land, in dem die Zuege nicht tuff tuff, sondern tschaff tschuff, die Hunde nicht wau sondern chwaff und die Schafe nicht maeh sondern baeh machen.

So jetzt wisst ihr, wo ich gelandet bin ;)


Die Katzen miauen nicht, sie sagenb niau. Petra ist kein Name, sondern heisst Stein.
Es gibt keinen Osterhasen, und keine bunten, sondern nur rote Eier. Das Rot steht symbolisch fuer das Blut Christi.
Sie sagen nai(nae) und meinen ja. Mittlerweile sage ich das auch ;)


Sie sprechen von Beinen, meinen aber die Fuesse ( so wie auf badisch). Genau wie auf badisch setzen sie auch den Artikel vor die Namen, so sagt man z.B.: der Costas arbeitet und nicht Costas arbeitet.
Ich glaube irgenndwie muss das Griechische mit dem Badischen verwandt sein.  Es wird naemlich auch "der, wo" und nicht der, der gesagt.

Manchmel sage ich sachen, die ich eigentlich nicht sagen will. Ich habe zum Beispiel einem Griechen erzaehlt, wir haetten 3 Scheisshaufen (skates) statt 3 Hunde (skiles).
Auch habe ich behauptet Maenner (anthres) in Deutschland wuerden denken, dass Handy auf englisch Handy heisst. Costis war ganz erstaunt und fragte warum die Frauen nicht das Selbe denken wuerden. Dann ist mir eingefallen, dass Leute anthropes heisst....

Den Fehler habe ich dann noch einmal wiederholt, als ich unserem Griechischlehrer von einer Bar erzaehlt, inder zwar viele Leute aber aber wenig Frauen seien. Er nahm das dann zum Anlass ein paar Witzchen zu machen.

Oft ist es aber auch so, dass man etwas vollkommen falsch versteht. In der ersten WOche hat uns einer der vielen Giorgose erzaehlt, dass man in Griechenland in der Schule " Dutch" (englisch fuer Hollaendisch)  lernen koenne. Wir waren total erstaunt ueber die Weltgewandtheit der Greichen, hatten wir doch noch nie von einem einzigen Deutschen gehoert, der Holaensich gerlent hatte. Wir fragten uns, ob die beiden Laender vielleicht irgendwelche langjaehrigen diplomatischen Beziehungen hatten, wir stellten uns ernsthaft all die kleinen Griechen vor, die in ihrer ersten Hollaenischstunde "Dankewell" sagen lernen.

Bis eben dieser Giorgos zu mir kam und mich fragte, ob ich ihm nicht mit seinen Dutchbuechern helfen koenne. Als ich ihm dann erklaerte, dass Deutsch zwar aehnlich wie hollaendisch sei, ich aber trotzdem kein Wort verstehe, meinte er nur :" Fuck, I always confuse the words dutch and deutsh." Da habe ich verstanden, dass es wohl doch keine Griechen gibt, deren hollaendisch Kenntnisse ueber " Dankewell" hinausreichen.

Ein anderes mal sagte eine meiner Mitarbeiterinen, ich solle ihr etwas bringen. Bis dahin habe ich es verstanden. Sie sagte,  ich solle ihr eine carotsi (Schubkarre) bringen, ich dachte mir, es hoerte sich zwar nicht genau an wie carotto ( Karotte), aber das muesste wohl irgendeine grammatische Form sein, die ich nicht kenne.

Also brachte ich ihr die gewuenschte Karotte. Leider war darin kein Platz fuer die Pferdeaepfel, die sie vom Boden aufsammlen wollte....

   

Dass sich diese Missverstaendnisse so haeufen hat einen Grund: Oft ist man einer der ersten Auslaender, den die Griechen treffen, der griechisch lernt. Deshalb wissen sie oft nicht, dass man besser langsam spricht, mit Leuten, deren Muttersprache nicht griechisch ist ;)
Sie sind dann aber sehr bemueht und freuen sich, wenn man ihnen sagt, dass man lieber griechisch als englisch sprechen moechte....
ist eben einfach eine schoenere, aber auch eine schwere Sprache ;)

07.05.2008 um 13:57 Uhr

Kleine Entwicklungsgeschichte

Rueckblickend ist es naterulich nicht ganz so einfach festzustellen, welche Fortschritte, mein Griechisch ind den letzten Wochen gemacht hat.

Ich versuche mich einmal so gut es geht zu erinnern und zu schildern, was sich Monat fuer Monat getan hat....

 

 Februar

Bevor ich nach gekommen bin hatte ich mich ja chon ein bisschen vorbereitet, indem ich die ersten beiden Lektionen im Buch durchgemacht habe, das Alphabet gelernt habe und fleissig meine Lerncd angehoert habe.

Ich war also richtig motiviert, als ich hier ankam. ich tellte mir vor jeden Tag, sprechen zu muessen, irgendwann sogar faehig sein ungezwungen Gespraeche auf Greichisch fuerhen zu koennen. Ein halbes Jahr, so dachte ich waere ausreichend, das zu schaffen.

Als ich ankam, dachte ich mir, dass es logisch und normal ist, dass am Anfang alle ENglisch mit dir sprechen...

Im Februar hatten wir offiziell 2 Wochen Sprachkurs, von denen die erste aber ausfiel, weil es Schnee in Athen gegeben hatte und somit eine der anderen Teilnehmerinen spaeter kam:Ihr Flug war verschoben worden.

Nach einer Woche sassen wir vier Freiwilligen also sehr motiviert in unserem Sprachkurs. Und so wie ich versprachen sich die anderen auch sehr viel davon. Wahrscheinlich etwas zu viel. Sechs Stunden pro Tag haben wir gelernt, die restlichen 18 war der Kopf damit beschaeftigt zu vergessen. Es war einfach zu viel, was man in einem Tag lernte.

So waren wir nach drei oder vier Tagen ziemlich demotiviert. Natuerlich hatten wwir ein paar Fortschritte gemacht: Wir konnten die Uhrzeit sagen, den Namen, unsere Telefonnummer, aber es war alles sehr neu und sehr anders. Vor allem die Schrift machte zu schaffen....

Trotzdem war meine Hoffnung, zu lernen noch nicht ausgeloescht, ich nahm mir vor jeden Tag ein halbes Stuendchen zu lernen....

 

 

Maerz

 

IM Maerz fingen wir an zu arbeiten. Ich erwartete richtig im griechischen Leben involviert zu sein und sprechen zu muessen.

Wider meiner Erwartungen sprachen, aber alle Englisch. Selbst mit Freiwilligen, die einmal pro Woch hier her kommen und schon seit 15 Jahren in Griechenland sind, spricht man groesstenteils Englisch. Doch ich versuchte, mich davon nicht unterkriegen zu lassen und lernte weiter meine halbe Stunde pro Tag. Das Problem war nur: wie bitte sollte ich ds anwenden, wo ich doch nur Englisch sprach?

Ich veruchte es ueberall: in Bars, in Taxi, beim Einkaufen, aber meistens wurde mir in Englisch geantwortet. Es ist natuerlich sehr hoeflich, das zu machen, aber auch sehr demotivierend, weil man sich fragt,wofuer man dei Sprache ueberhaupt erlernen soll.

Zum Glueck hatten wir noch unsere 2 Griechischstunden pro Woche, in denen man ueben konnte. Ausserdem lernte ich einen Kioskbesitzer kennen, der kein Wort Englisch sprach.

Ich lernte einzukaufen, die Richtungen zu verstehen, ein bisschen das zu erzaehlen, was ich hier mache und etwas ueber meine Familie zu erzaehlen.

Ausserdem fing ich gegen Ende des Monats an, die Therapiestunden zu verstehen. Das ist ein Vorteil der Arbeit:Es wiederholt sich alles, die Worte, die Gespraeche. Mit den Kindern kann man zum Glueck kein Englisch sprechen, also  lernte ich die Therapeuten zu verstehen.

 

April

 

Anfang April war es mir dann zu bloed. Ich sagte den Mitarbeitern, sie sollten doch bitte Greichisch mit mir sprechen. Es gibt vier Therapeuten, die uns sagen, was wir machen sollen. Zwei von ihnen gelang es, Greichisch zu sprechen, die anderen beiden weigerten sich zwar nicht ausdruecklich, aber sie taten es einfach nicht.

Eine Spricht von Natur aus ungefaehr so langsam wie Ruediger Hoffmann. Das ist fuer mich natuerlich sehr vorteilhaft. Und fuer sie ist es auch nicht nervig langsam zu sprechen, sie tut es ja sowieso....

 Sie ist eine Motivation fuer mich, weil sie nicht gleich Englisch spricht, wenn ich nicht alles verstehe, sondern versucht mit Haenden und Fuessen zu erklaeren versucht; Im April gab es noch eine andere grosse Motivation: das war ein Wochenende in Thessloniki;

Auf der Zugfahrt sass ich in einem Abteil mit ein paar aelteren Leuten, die unbedingt wissen wollten, woher ich kam, was ich mache usw.

Sie konnten kein Englisch und somit musste ich es versuchen. Schliesslich verstanden sie mich. Auch ich habe ihre Gespraeche verstanden. Auch wenn sie nicht mit mir gesprochen haben. Natuerlich haben sie nicht ueber anspruchsvolle philosophische Fragen diskutiert, sondern von ihren Familien erzaehlt, aber ich war gluecklich, dass ich das verstand.

In Thessaloniki selbst lernte ich einen Restaurantbesitzer kennen, der sein Restaurant fuer mich schloss um  mir die Stadt zu zeigen. Sien Englisch und mein Greichisch waren ungefaehr auf dem gleichen Niveau. Also haben wir uns darauf geinigt, Greichisch zu sprechen. Und es klappte. Naturlich habe ich sehr oft einfach "nai,nai" (ja, ja) gesagt, obwohl ich kein wort verstanden habe, aber sehr viel habe ich eben doch verstanden.

Nach dem Wochenende war meine Motivation wieder sehr gross/ Ich habe die Vergangenheit gelernt, Kinderbuecher gelesen und das Futur gelernt.

Dann bin ich nach Frankreich zu Alexandre gefahren. Dort habe ich gemerkt, dass es so schlecht nicht aussieht mit meinen Griechisch. Ich habe gemerkt, dass es sich eben doch entwickelt hat in den letzten Monaten.

 

Mai

Jetzt bin ich wieder zurueck und ich habe realisiert, dass meine Erwartungen im Gegensatz zum Anfang kleiner geworden sind. Ich werde nie fliessend sprechen, aber ich werde versuchen, so gut es geht zu lernen. I

Ich versuche jeden Tag mindestens eine laengere Unterhaltung auf Greichsich zu fuehren, das ist meine Motivation. Wenn ich niemanden finde gehe ich entweder zu Ilias in den Kiosk oder zu Maria in den Supermarkt. Die beiden sprechen naemlich beide keine Englisch und sind sehr herzlich.

Ausserdem versuche ich, nicht nur mit anderen europaeischen Freiwilligen wegzugehen, sondern eben auch mit Griechen. Ich will nicht, dass sich so eine Art Parallelgesellschaft bildet....

Obwohl es die natuerlich laengst gibt. Obwohl ich es hier nicht zum ueberleben brauche, versuche ich weiterhin mein halbes Stuendchen taeglich zu lernen.....

07.05.2008 um 13:08 Uhr

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 Griechenland rockt

Nun bin ich doch schon 3 Monate hier in Griechenland, bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft, einen Blogg zu kreiren, aber heute hat mich die Motivation gepackt.

Ich will euch schildern, was ich die letzten Wochen erlebt habe. Jetzt gerade ist schon Halbzeit, der EVS ( Europaeischer Freiwilligendienst) geht rasend schnell vorbei....

Viel Spass mit meinen Berichten!!!

Die Chrischdina