Nur ein paar Memos

29.06.2007 um 15:41 Uhr

Halbweisheit #4

von: Zwischenweltler   Kategorie: Halbweisheiten

Grillen unterm Regenschirm wird kaum eine Grille hervorlocken.

(Hoffentlich passiert mir das dieses Jahr nicht schon wieder.)

27.06.2007 um 13:28 Uhr

Urlaub für Herz und Seele

Das waren sie also, die zwei Tage "Sonderurlaub" - mit J. und P. und D. und so viele(m/n) mehr...
Ich sollte besser nichts darüber schreiben, denn der Versuch, diese Tage schriftlich festzuhalten, ist ein hoffnungsloses Unterfangen. Also erwartet bitte keinen Erlebnisbericht von mir, liebe Fan-Gemeinde. Die folgenden Splitter sind eher Schnappschüsse für mich selbst. ;)

Ein bekloppter, deutscher Schlager kam mir in den Sinn: "Barfuß im Regen, naß bis auch die Haut, und wir singen und tanzen und lachen.." - Ich weiß nicht, was das Wetter gegen uns hatte. Wir hatten jedenfalls nichts gegen das Wetter und haben es einfach mit Ignoranz gestraft. Daß (hoffentlich) niemand eine Erkältung davongetragen hat, ist sicherlich der großen inneren Wärme zu verdanken, die uns niemals verlassen hat.
Etwas mehr Sonne hätte bestimmt ein paar andere Optionen eröffnet, aber ich gehe einmal davon aus, daß auch hier alles seinen Sinn hatte. ;)

Diese zwei Tage waren lang und kurz zugleich. Sie haben sehr viel Aufmerksamkeit erfordert, ohne jedoch in diesem Sinne anstrengend gewesen zu sein.
"Du wirst sicher noch ein paar Geheimnisse von mir wissen wollen." - "Ich werde Dich jetzt nicht danach fragen", sagte ich - 'Du wirst sie mir von alleine erzählen', dachte ich. ... Und so war es dann auch. Dieses Etwas-loswerden-wollen lag in uns beiden. Keine großen Offenbarungen, nichts Überraschendes, was nicht zuvor bereits im Ansatz bekannt oder zumindest spürbar gewesen wäre. Vielmehr waren es die Details, die filigranen Elemente der Umstände und Befindlichkeiten, die den Reiz unserer Gespräche ausmachten. Vermitteln und Verstehen. Nach Ausdrucksformen suchen, für Dinge, die schwer auszudrücken sind - jedoch ohne die Formulierung in den Mittelpunkt zu stellen. Endloses Frühstück, bei dem nicht nur der Körper langsam in den Tag hinein erwacht, sondern sich vor allem die Seele befreit. Teilen in seiner schönsten Form.

Was mir diese Tage einmal mehr ins Bewußtsein gerufen haben, ist die unumstößliche Macht der Musik, die als Sprache der Seele überall dort Verbindungen schafft, wo alle Worte versagen.
Und auch die Entdeckung eines cineastischen Kleinodes in dunkelblauer Färbung paßte sich nahtlos in die Gesamtstimmung ein - feuchte Augen inbegriffen...

Das indirekte Touristik-Duell zwischen der offiziellen und der heimlichen Landeshauptstadt dürfte klar gegen die Stadt mit den zwei gleichen Buchstaben im Kennzeichen ausgegangen sein.
Das Kuriose daran: So scheinbar unbedeutende Sachen, wie das Auftauchen eines mitternächtlichen Hungergefühls oder die unverhoffte Entdeckung eines exotischen Reisebüros gaben den Ausschlag dazu. ;)

Ein herzliches Dankeschön! Zwei wunderschöne und wertvolle Tage waren das - ein vorgezogenes Geschenk. Tage, die Lust machen auf mehr... alleine schon deshalb, weil neben dem vielen Gesagten noch so vieles ungesagt blieb.
Meine Flucht vom Bahnsteig war wohl dann auch ein Stück Flucht vor mir selbst... aber das steht schon wieder auf einem ganz anderen Blatt.

27.06.2007 um 10:08 Uhr

Halbweisheit #3

von: Zwischenweltler   Kategorie: Halbweisheiten

Ich kenne drei Möglichkeiten, wie man zu einer Gänsehaut kommen kann. Aber auch dann, wenn sich zwei davon in kürzester Zeit abwechseln, muß man nicht frieren.

(Später vielleicht mehr dazu.)

21.06.2007 um 08:27 Uhr

Halbweisheit #2

von: Zwischenweltler   Kategorie: Halbweisheiten

In einem Spiel, das man gemeinsam begonnen hat, kann man nicht einfach die Spielregeln ändern. Entweder man bricht es ab und startet neu, oder aber man zieht es durch bis zum Ende.

(Erster Satz der Drachengedanken)

 

14.06.2007 um 22:30 Uhr

Unästhetisch aber mega geil

Also, ich finde es ja alles andere als ästhetisch zweieinhalb Stunden zu schwitzen wie ein Schwein, aber den Kick eines solchen Volleyball-Matches möchte ich dann doch nicht missen. Selbst bei diesem Wetter nicht, wo einem schon früh um acht davor graut, das unklimatisierte Büro zu betreten.
Manchmal wünsche ich mir, ich hätte mehr Zeit für Sport. Nur leider ist mehr als einmal pro Woche nicht drin - wenn ich mal von ein paar kleineren Aktivitäten zwischendurch absehe.
Was momentan echt faszinierend für mich ist: Die Jungs aus der Mannschaft merken sofort, wenn ich gut drauf bin. Nicht weil ich mehr rede oder womöglich ein netteres Gesicht mache als sonst, sondern weil - und das merke ich auch selbst - meine innere Situation überaus leistungsfördernd ist. Bessere Kondition, schnellere Reaktion und höhere Konzentration. Es ist schon erstaunlich, was alles geht, wenn der Kopf frei ist. Und das Beste daran ist, daß sogar das knöcherne Gebälk in mir nach dem Spiel weitaus weniger schmerzt als sonst.
Ich liebe diesen Hormoncocktail! Wo kann man das Zeug kaufen?  ;)
 

13.06.2007 um 11:24 Uhr

Relaxation

Es liegt schon eine ganze Weile zurück, als ich über die Notwendigkeit von Dynamik und Kontrasten für unsere Sinnessysteme und Empfindungen schrieb.
Dieser Tage wurde mir dieser Eintrag wieder gegenwärtig - oder besser: ich mußte mich bewußt daran erinnern, um zu verstehen, welcher Film da gerade in mir abläuft...

Seit Wochen reite ich auf einer Euphoriewelle und genieße das außerordentlich. Eine Phase, von der man wünscht, sie möge nie enden und sich womöglich noch steigern lassen.
So ein bißchen komme ich mir vor, wie ein kleines Kind, das seit Stunden in den Ostseewellen spielt, und nicht wahrhaben will, daß es mit blauen Lippen und klappernden Zähnen kurz davor steht, sich eine ziemlich üble Erkältung einzuhandeln. Doch im Gegensatz zum kleinen Kind, das am Ende von seiner Mutti mit sanfter Gewalt aus dem auf Dauer riskanten Endorphinrausch gerissen wird, waren es bei mir eine Reihe kalter rationaler Gedanken, die den emotionalen Wellenreiter in seichtere Gewässer abdriften ließen. Das waren keine Gedanken, die ich bewußt an den Haaren herbeigezogen hätte, um mich selbst zu bremsen. Sie kamen vielmehr aus dem Unterbewußtsein hervorgekrochen. (Vielleicht gibt es ja doch so etwas, wie die Weisheit der Intuition.)
Nun liegt das kleine Kind in der Sonne und wärmt sich auf, um sich demnächst erneut voller Abenteuerlust in die Brandung zu stürzen.
Jetzt, wo ich das schreibe, fällt mir auf, wie schrecklich vernünftig das klingt. Dabei bin ich sonst doch eher Mr. Unvernunft. ;)
Einen Nebeneffekt hatte das jedoch noch - ein Nebeneffekt, der keinesfalls beabsichtigt war, jedoch gut in die Analogie mit dem kleinen Kind paßt.
Das Kind hat nämlich einen Spielkameraden, der mit ihm in den Wellen tobte. Und als das Kind ans Ufer mußte, hat es den Kameraden einfach mit herausgezerrt, ohne zu fragen, ob er ebenfalls friert. Ganz schön unfair, nicht wahr? Für einen Moment hat das dann auch die Stimmung zwischen den beiden ein bißchen getrübt.
Aber nun liegen sie gemeinsam im warmen Sand, genießen die Ruhe und Entspannung, und warten auf die nächste Welle, die sie gemeinsam reiten können...

11.06.2007 um 18:13 Uhr

Halbweisheit #1

von: Zwischenweltler   Kategorie: Halbweisheiten

Wenn man eine Phantasie zu lange kocht, ohne sie mit einem Spritzer Leben zu verdünnen, brennt sie entweder an oder sie schäumt über.

In beiden Fällen wird der Genuß beeinträchtigt und man hat den Dreck beim Abwasch.

11.06.2007 um 10:02 Uhr

Neun von Zehn

Ja genau, neun von zehn möglichen Punkten würde ich dem letzten Wochenende geben, müßte ich es bewerten. Alles war stimmig und rund: Das Wetter, das Quartier, die Landschaft und - was natürlich am wichtigsten ist - die Leute und die Gespräche mit ihnen. Mehr als ein Dutzend Menschen, die ich im Schnitt nur einmal pro Jahr sehe. Einige sogar noch deutlich seltener.
Und obwohl diese Häufchen unterschiedlichster Leute seit Jahrzehnten zusammengewachsen ist, und man die Eigenheiten, Denkweisen und Reaktionen recht gut zu kennen glaubt, war dieses Mal einiges anders. Da war zum einen das Worüber, aber auch das Wie. Es kamen Themen zur Sprache, die ich persönlich nicht so sehr mag und nur allzu gern verdränge. Aber die Art und Weise, wie darüber gesprochen wurde, die Vielschichtigkeit der Ansichten und vor allem auch die Toleranz in der Darstellung persönlicher Meinungen haben mich am Ende doch begeistert und irgendwie auch bewegt und berührt. Ich vermag nicht mit Bestimmtheit zu sagen, was mich im einzelnen dazu brachte, es so zu empfinden. Womöglich war es die Ansammlung von Einzelschicksalen, die nicht wie gewohnt in Vier-Augen-Gesprächen offenbart, sondern in offener und unverklemmter Weise vor der ganzen Gruppe ausgebreitet wurden. Vielleicht war es auch die Selbstverständlichkeit des Umganges mit solchen Themen, die mich im Stillen beeindruckt hat.
Möglicherweise ist diese emotionale Atmosphäre aber auch nur aus mir selbst heraus entstanden, weil ich heute auf eine ganz andere Weise zuhöre, als das noch vor Jahren der Fall war. Es sind gar nicht mehr so sehr die Worte, auf die ich mich konzentriere, sondern vielmehr die Schwingungen, die zwischen den Sätzen erkennen lassen, was zu genau diesen Worte führte und wie sie verstanden sein wollen.
Selbst geredet habe ich nicht viel in diesen Tagen. Das Aufnehmen und Reflektieren in eigenen Gedanken war mir ungleich wichtiger. Noch wichtiger war mir lediglich das stille Verstehen mit meiner lieben R. ... der eine oder andere Blick, der Bände spricht, oder die zarte Berührung im Vorbeigehen. Diese Frau ist und bleibt mir das Sinnbild der weiblichen Seele, auch wenn unsere Meinungen und Schlußfolgerungen des öfteren auseinandergehen. Es tut gut, solch eine beste Freundin zu haben.

Neun von zehn möglichen Punkten heißt aber auch, daß mir etwas sehr gefehlt hat: Genau dieser eine Mensch, dem momentan nahezu all meine Gedanken gelten, und der - da bin ich mir sicher - ganz wunderbar in diese Runde gepaßt hätte. Als Ergänzung, Energiequelle und gedanklicher Gegenpol zu jenen, die im Moment ein wenig mit ihrem Schicksal hadern und tapfer nach der Kraft suchen, die sie weiter vorwärts drängen wird.
Der Hauch von Melancholie, der aus diesem Fehlen entstand, war jedoch nicht unangenehm. Nein, über allem lag die freudige Erwartung auf neue Begegnungen - Vorfreude, Gespanntsein... eine zauberhafte Art geduldiger Ungeduld. Ich verspüre gerade eine Bewegung in mir, die einfach nur guttut. :)

06.06.2007 um 13:46 Uhr

Sinnbild

Ich bin zwar kein so begnadeter Fotograf und habe leider auch (noch) keine Urlaubsfotos zu posten, aber dieser Pfingst-Schnappschuß ist mir doch einen Eintrag wert.

  

Park Kromlau, Lausitz

Ich finde, dieses Foto ist Sinnbild für vieles...