Nur ein paar Memos

26.11.2009 um 10:01 Uhr

Nach Hause verreisen

Was gestern als MTSEA (Musikalischer TigerSchnute-Empfehlungs-Abend) begann, endete in einem Gefühl, welches ich schwerlich beschreiben kann. "Auferweckung der Elfen" wäre ein Vergleich oder eben "Nach Hause verreisen". Ich sollte es gar nicht erst versuchen...

Und obwohl es in den Fingern juckt, möchte ich auch keine Konzertrezension schreiben. Es war genial, und selten habe ich einen so liebevollen Umgang der Musiker untereinander gespürt.
So kam es dann auch, daß es für mich zu einer musikalischen Zeit- und Raumreise wurde, die mich für ein paar Momente in ein Konzert vom 15. März 2007 versetzte, welches ich damals gar nicht besuchte. (Das ist wieder sehr kryptisch. Sorry. ;) ) Jedenfalls befanden sich zwischen meinen Füßen und dem Boden einige Zentimeter Luft. ;)

(Liebe Schnute, bitte erinnere mich demnächst daran, daß ich Dich zu Boden knutsche für diesen Tipp!)

24.11.2009 um 12:01 Uhr

*Hüpf*

Soeben haben mich gute Nachrichten von M. erreicht - sehr gute sogar.
Und obwohl mich mein Verstand dazu ermahnt, nicht mehr als verhaltenen Optimismus zuzulassen, so hüpft mein Herz dennoch im Kreis.
*froi* *froi* *froi*

19.11.2009 um 17:23 Uhr

Knoten ums Herz

Nun habe ich ihn zu Hause besucht, meinen lieben Freund M., für den nun schon fast ein Jahr lang die Kerze auf meinem Blog und noch viel länger in meinem Herzen brennt. Die Fahrt dahin war lang - viel zu viele Kilometer trennen uns. Zeit für mich, meine gemischten Gedanken und Gefühle halbwegs auf die Reihe zu bringen. So recht gelungen ist es mir nicht.
Ich wußte nicht genau, was mich erwartet. Ich konnte weder abschätzen, wie ich selbst auf diesen emotionalen Erdrutsch reagieren würde, geschweige denn wie wir gemeinsam damit umgehen könnten.
In unseren letzten Telefonaten hatten wir beide versucht, einen großen Bogen um seine Krankheit zu machen. Die nötigsten Informationen, ja. Aber ansonsten viel Verdrängung, viel Ablenkung. Wollte er mich damit verschonen? Oder sah er in mir eine gute Gelegenheit, sich selbst für einen Moment aus seinem gedanklichen Gefängnis zu befreien?
In meinem Kopf überschlugen sich die Bilder. Zu oft schon hatte ich Menschen auf ihrem Weg aus dem Leben begleitet. So viel Elend, so viel Schmerz, Angst und Trauer. Ich war auf das Schlimmste gefaßt.

Die Toreinfahrt war verschlossen. Ich mußte klingeln. Da kam er freudig lächelnd aus dem Haus, um mir zu öffnen, und sogleich fiel eine erste Last von mir ab. Ich konnte ihn an mein Herz drücken, ohne ihm wehzutun dabei. Zugegeben, viel war es nicht, was ich da in den Armen hielt. Kaum mehr als Haut und Knochen. Aber im Gesicht erschien er mir frisch und bekannt. Die Haare etwas lichter, doch weit entfernt von kahl. Und seine Züge trugen noch immer sein liebevolles Wesen nach außen - einen Hauch schmaler aber unverändert ausdrucksstark. Was hatte er durchmachen müssen in den letzten Monaten, doch seine Seele strahlte. Eine Energie war da zu spüren, ein Lebenswille... unglaublich stark, unglaublich schön.

Ich hatte mir vorgenommen, ihm möglichst viel mitzugeben von mir - von meinem neuen Leben, meiner neuen Einstellung, auch von dem Guten, was ich bereits durch andere in mir trug, kurz: alles was ihm helfen könnte, seine Last zu tragen. Und mir war klar, daß das womöglich nicht einfach werden würde. Ja, ich hatte sogar Angst davor, selbst zu blockieren und nur als phrasendreschender Hohlkörper zu erscheinen. Doch weit gefehlt. Er machte es mir so einfach mit seiner unverfälschten Authentizität. Er ließ uns Zeit, die Türen und Fensterläden zu öffnen. Und er ließ mich spüren, was er von mir erwartete und was nicht. Und das, was er erwartete, war genau das, was ich mitbrachte...

Wir strahlten uns an, erzählten von Hinz und Kunz, lästerten und blödelten wie in alten Tagen. Fielen zwischendurch in Schweigen - nachdenklich und traurig, aber niemals peinlich. Wir sprachen über seine Behandlung und die Bankrotterklärung der Schulmedizin; sprachen über Alternativen und die Dringlichkeit des ganzheitlichen Ansatzes.
Ich hörte ihn Dinge sagen, von denen er noch vor einem Jahr glaubte, sie niemals in den Mund zu nehmen. Und er hörte Reaktionen und Anregungen von mir, die ihn völlig überraschten, weil er sie auch mir nicht zutraute.
Da war kein Hätte-Wäre-Wenn, keine Resignation, kein Ärger darüber, diesen Weg nicht bereits früher eingeschlagen zu haben. Da war Demut - eine Demut der konstruktiven Art. Ein Sich-beugen gegenüber den Dingen, die unabänderlich sind, und ein Zuwenden zu dem, was sein kann, wenn man es zuläßt und sich öffnet.

Seit wir uns kennen, haben wir beide unsere Lebensphilosophie, die wir damals gemeinsam hatten, gründlich umgekrempelt - jeder für sich, jeder auf anderen Wegen und jeder aus anderem Grund -, und jetzt treffen wir uns wieder. Im Hier und Jetzt, und wohl wissend, daß wir uns nicht verlorengehen, egal was passiert.
Er hat mir sein Hobby gezeigt, das ihm so sehr hilft, dieser Welt zu entfliehen. Er nahm mich mit in seine Traumwelten, und es fiel mir leicht, ihm zu folgen. Wir machten alles an diesem Tag, was möglich war - alles, nur keine Pläne. Denn alles, was zählt, ist der Weg und die offene Seele, mit der man ihn geht. Jeder Tag zählt, jeder einzelne. Und dieser Tag war ein richtig guter, für ihn wie für mich. Es war kein Tag, an dem man stirbt.

Dennoch war er da, dieser Knoten um mein Herz, als wir uns verabschiedeten. Bei weitem nicht so schlimm, wie ich befürchtete, aber eben doch spürbar. Wir sagten uns Aufwiedersehen und wir meinten es auch so: wenn nicht hier, dann woanders.

Geh, wenn Du es für richtig hältst, mein Lieber. Ich wünsche Dir von Herzen, daß Du es am Ende selbst entscheiden kannst...

03.11.2009 um 13:53 Uhr

Halbweisheit #23

von: Zwischenweltler   Kategorie: Halbweisheiten

Es gibt Menschen, die unter ihrem Zwang zur rhetorischen Selbstbefriedigung die eigenen Gedanken ersticken.