Nur ein paar Memos

08.09.2015 um 18:21 Uhr

170 qm vs. WNW 8 Bft

Kann damit jemand was anfangen?  ;)

Segeln war ich die letzten Tage. Mit der ganzen Truppe. Ein Traditionssegler, Zweimaster, 34 Meter lang, 26 Meter hoch – genau die passende Größe für uns.
Wir Landratten haben zwar alle zumindest eine gewisse maritime Affinität und auch ein paar einschlägige Erfahrungen mit Booten und Schiffchen, was uns hier jedoch erwarten würde, konnten wir nur ahnen. War auch besser so. Viel nachzudenken wäre kontraproduktiv. Also besser gleich in die Vollen.
Kurzeinweisung in die wichtigsten Begriffe. Schnell ein paar Knoten gelernt und verinnerlicht, wo man wann besser nicht stehen sollte (jaja, so eine Nothalse hat es in sich!). Noch mal intensiv die Windprognosen gecheckt, dann ging es raus aus dem Hafen.
Der Skipper befand, dass 170 Quadratmeter Segelfläche für Windstärke 6 bis 7 angemessen wären. Also wurden drei der fünf verfügbaren Segel gesetzt. Ein paar Anweisungen von der gerade mal dreiköpfigen Besatzung mussten reichen – und sie reichten. Dem deutschen Inschenör ist schließlich nichts zu schwör. Alle wurden beschäftig und hatten ihre Aufgabe. Was auch gut so war, denn unversehens frischte der Wind noch weiter auf – ging hoch auf 8, in Böen auf 9 bis 10 aus Richtung West-Nordwest.
Wer glaubt, segeln auf solch einem relativ großen Pott wäre langweilig, sollte es einfach selbst einmal mitmachen. Man bekommt echte Ehrfurcht vor der Christlichen Seefahrt.
Und so verbrachten wir vier Tage mit Sturm und Regen um die Nase, quietschender Nässe in den Schuhen, Blasen an den Händen und wurden am Ende dann doch noch mit Sonne, einer sanften Briese, dem Holzkohlegrill auf Deck und einigen Mastaffen-Spielchen belohnt.
Und mit Erstaunen musste ich feststellen, dass man bei solcher Action gar keine Zeit findet, über den Verbleib seines Mageninhaltes nachzudenken – entweder er bleibt an Ort und Stelle oder er geht einfach über Bord. :)