Epochenkurs

17.01.2012 um 19:32 Uhr

Einige Aspekte der Globalisierung

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung   Stichwörter: Globalisierung

Inhaltsverzeichnis

 Was ist Globalisierung

Historische Wurzeln der wirtschaftlichen Globalisierung

Wirtschaftliche Globalisierung nach dem 2. Weltkrieg

Internationale Handelsabkommen

Der globalisierte Konsum

Die globalisierte Produktion 

Nebenwirkungen der wirtschaftlichen Globalisierung

Konzerndominanz in neuer Qualität

Gefahr einer "Erosion" der Nationalstaaten?

 

 

 


 


10.12.2011 um 11:07 Uhr

Gefahr einer "Erosion" der Nationalstaaten?

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung

Diese Konzerndominanz wird auch in der aktuellen Finanzkrise sichtbar. Zum Beispiel erlebte unsere Regierung mit Befremden, dass die Manager des Weltkonzerns General Motors in den Opel-Verhandlungen sehr arrogant auftraten.
Globalisierungskritiker befürchten sogar für die Zukunft einen zunehmenden Einfluss der multinationalen Konzerne und der Banken auf die Politik und damit schwindende politische Einflussmöglichkeiten der Regierungen. Die Kritiker sprechen schon von einer „drohenden Erosion der Nationalstaaten“ und sehen darin sogar eine Gefahr für die Demokratie.
Aber „Globalisierung ist kein Schicksal; eine andere Welt ist möglich“, sagen die Zukunftsforscher. Hoffen wir, dass positivere Lösungen für die Gesellschaft von morgen gefunden werden. Daran arbeiten insbesondere zahlreiche Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs). Bekannt ist zum Beispiel die weltweite Organisation „Attac“ (lt. Wikipedia association pour une taxation des transactions financières pour l'aide aux citoyens, zu deutsch: „Vereinigung für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Nutzen der Bürger“). Attac bezeichnet sich als globalisierungskritische Nichtregierungsorganisation, die am 3. Juni 1998 in Frankreich gegründet wurde.

10.12.2011 um 10:57 Uhr

Konzerndominanz in neuer Qualität

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung

Die globalen Produzenten sind meist große Konzerne, deren Kapital von einflussreichen Investoren stammt, die gute Renditen erwarten. Die Manager dieser Konzerne verfolgen vorrangig das Ziel der Gewinnmaximierung. Sie planen die Produktion ausschließlich unter Kostenaspekten. Mit ihrer Marktmacht können sie auf ihre Subunternehmer Druck ausüben. Soziale oder humane Aspekte interessieren meist nicht.
Diese Konzerndominanz ist einer der Aspekte der Globalisierung, den Kritiker beanstanden. Man kann hier eigentlich nicht mehr von Liberalisierung in dem Sinne sprechen, dass sich alle Anbieter gleichwertig am Markt beteiligen können. Trend ist vielmehr, dass wenige multinationale Konzerne bestimmte Branchen unter sich aufteilen - und das klingt dann eher nach Oligarchie als nach Demokratie. Besonders die Gewerkschaften kritisieren diesen Trend. Sie befürchten, dass die Auslagerung von Produktion in Billiglohnländer massive Arbeitslosigkeit in die Industrieländer bringt. Man muss sich nur an das Beispiel eines finnischen Handy-Herstellers erinnern.


10.12.2011 um 10:44 Uhr

Nebenwirkungen der wirtschaftlichen Globalisierung

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung

Der dargestellte Herstellungsprozess ist zunächst von der Logistik her beeindruckend, aber er hat schädliche Nebenwirkungen, nicht nur beim Verbrauch von Energie für die vielen Transporte. Man muss sich nur einmal fragen, ob die mittelständischen Textilfabriken in unserer Region diesen internationalen Prozess leisten könnten. Aber diese Frage stellt sich nicht mehr, denn sie sind verschwunden. Die „Marktbereinigung“ hat in dieser Branche schon vor knapp zwanzig Jahren begonnen. Die großen Marken konnten ihre Produktion international ausrichten, aber die Kleinen in der Regel nur, wenn sie eine Marktnische fanden. „Unsere Textilindustrie ist sehr leise gestorben“ sagte kürzlich eine deutsche Näherin in einer Dokumentation über diesen Vorgang. Sie wurde arbeitslos, denn es gibt hierzulande kaum noch einen Textilbetrieb mit einem eigenen Nähsaal.


10.12.2011 um 10:35 Uhr

Die globalisierte Produktion

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung

Wie stark die Herstellung der Produkte schon global vernetzt ist, soll am Beispiel einer Jeanshose verdeutlicht werden. Die Baumwolle für dieses Kleidungsstück wird vielfach in Usbekistan oder Indien angebaut. Versponnen und gewoben wird die Baumwolle in China, Indien, Taiwan oder der Türkei und eingefärbt mit chinesischen Farbstoffen zum Beispiel in französischen Färbereien. Das personalintensive Zuschneiden und Nähen vergibt man an die Billiglohnländer Osteuropas oder an China, Honduras oder die Türkei. Vor dem Verkauf wird die Jeans noch gewaschen, um überschüssige Farbe zu entfernen oder um einen „stonewashed“ Effekt zu erzeugen. Das lässt man in Nordafrika oder Osteuropa erledigen. Danach bekommen die fertigen Jeans noch das Etikett einer bekannten Marke und gelangen dann in die Läden Amerikas oder Europas zum Verkauf. Der Käufer stellt mit Stolz das Label seines Erwerbs zur Schau und fühlt sich voll trendy.


09.12.2011 um 18:02 Uhr

Der globalisierte Konsum

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung

 Durch den weltweit liberalisierten Freihandel war sehr schnell eine internationale Warenvielfalt im Angebot, der sich der einzelne Konsument kaum entziehen kann. Selbst den Senn auf der einsamen Almhütte verfolgt noch die Globalisierung. Er trägt vielleicht ein Baumwollhemd aus China, hat eine Hose aus australischem Hirschleder, telefoniert etwa mit einem Handy made in Korea oder hört Nachrichten auf dem im Supermarkt gekauften japanischen Weltempfänger über internationale Satelliten. Vielleicht ärgert er sich dann auch noch über die gesunkenen europäischen Milchpreise.

Neben dieser Marktvielfalt sehen wir aber auch eine weltweite Vereinheitlichung bestimmter Angebote, die von den großen Markenfirmen ausgeht. Es gibt überall auf der Welt die Marke Coca Cola und die Nestlé Babynahrung, Restaurant-Ketten von Mc. Donalds oder Autos von VW oder Toyota. Wenn man der internationalen Werbung glaubt, bekommen wir heute schon alle Genüsse der Welt und leben im Schlaraffenland. Die Werbung ist allerdings gut „lokalisiert“, also auf die jeweiligen Verbraucher abgestimmt-

09.12.2011 um 12:37 Uhr

Internationale Handelsabkommen

Das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen GATT von 1948 (General Agreement on Tariffs and Trade) ist eine internationale Vereinbarung über einen freien Welthandel. Seine Ziele sind unter anderem der Abbau von Zollschranken, die Schlichtung von Handelskonflikten und die Verhinderung von Protektionismus. 1995 wurde die Organisation des GATT von der WTO (World Trade Organization) abgelöst, die als Sonderorganisation der UNO installiert wurde. Ihr gehören fast alle Staaten an. Die WTO stützt sich maßgeblich auf drei Abkommen: Das GATT (engl. General Agreement on Tariffs and Trade; GATT) ist nach wie vor in Kraft und regelt den freien Welthandel. Das Allgemeine Abkommen für den Handel mit Dienstleistungen (engl. General Agreement on Trade in Services; GATS) betrifft die Bereiche Banken und Tourismus. Das Abkommen über den Schutz geistigen Eigentums (engl. Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights; TRIPS) schützt Patente, Marken und andere Urheberrechte. Zusammenfassend kann man sagen, dass die WTO zwei Kernaufgaben hat. Zum einen soll sie die Wirtschaftspolitik der Mitgliedsstaaten koordinieren, zum anderen hat sie die Befugnis zur Streitentscheidung zwischen den Mitgliedern.

 

09.12.2011 um 11:44 Uhr

Wirtschaftliche Globalisierung nach dem 2. Weltkrieg

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung   Stichwörter: Veränderungen, in, neuer, Qualität

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Welt zunächst von der Phase des „Kalten Krieges“ bestimmt. Der vom Kommunismus beherrschte Einflussbereich der Sowjetunion stand dem vom Kapitalismus geprägten liberalen westlichen Wirtschaftsblock - angeführt von der Supermacht USA - gegenüber. Die nicht in diese Blöcke integrierten Staaten ordnete man der „Dritten Welt“ zu. Mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Wirtschaftssysteme und dem Aufbruch der „Schwellenländer“ der Dritten Welt in die Industrialisierung begann dann die jetzt aktuelle Phase. Zunächst ausgehend von den westlichen Bündnissen schotteten sich die Nationalstaaten nicht mehr gegeneinander ab, sondern versuchten, mit internationalen Abkommen, die es so vorher nicht gab, eine neue Qualität in den weltweiten Handel zu bringen. GATT und WTO waren die internationalen Rahmenwerke, die bewirkten, dass der internationale Handel heute grundsätzlich als positiv und nützlich für die Volkswirtschaften angesehen wird.

Allerdings sehen Zukunftsforscher und Kritiker in der fortschreitenden Globalisierung nach wie vor in vieler Hinsicht eine Gefahrenquelle für die Zukunft. 

08.12.2011 um 17:09 Uhr

Historische Wurzeln der wirtschaftlichen Globalisierung

von: kulturfanzwo   Kategorie: Globalisierung

Wenn man unter wirtschaftlicher Globalisierung den weltweiten Austausch von Gütern, Dienstleistungen, Arbeit, Kapital und Technologie versteht, hat diese in der Tat historische Wurzeln. Johannes Rau hat vielleicht an das Römische Reich gedacht, das vor 2000 Jahren mit einer effizienten Infrastruktur sein Weltreich führte oder an den unrühmlichen Dreieckshandel der Kolonialzeit, der sich zwischen Afrika, Amerika und Europa abspielte. Richtig ins Rollen kam der Prozess etwa ab 1770, als durch neue Entdeckungen und Erfindungen bis dahin nicht gekannte Mobilität und technischer Fortschritt entstanden. Bis zum Ersten Weltkrieg gab es einen wirtschaftlichen Aufschwung in Europa und Amerika. Während des 1. Weltkriegs stagnierte er und danach kam eine Phase des Protektionismus und Isolationismus. Die Nationalstaaten schotteten ihre Märkte gegeneinander ab. Dennoch gab es schon gewisse Abhängigkeiten, denn die 1929 einsetzende Wirtschaftskrise zeigte weltweit ihre Spuren.

08.12.2011 um 16:49 Uhr

Was ist Globalisierung

von: kulturfanzwo   Stichwörter: Globalisierung

Schaut man in die Lexika, so werden für den Begriff gleich mehrere Definitionen angeboten. Vielleicht kann man verkürzt sagen, dass der Begriff einen Prozess beschreibt, der die Welt und ihre Bevölkerung auf vielen Gebieten enger vernetzt und der durch die fast unbegrenzt scheinenden technischen Entwicklungen vorangetrieben wird. Johannes Rau, der ehemalige Bundespräsident, hat diesen Prozess im Jahre 2002 in seiner „Berliner Rede“ treffend beschrieben: 


„Wir sehen, dass sich internationale Beziehungen in bisher nicht gekannter Weise verdichten. Wir erleben das in der Wirtschaft, in der internationalen Arbeitsteilung.. Wir erleben das im Verkehr und in der Kommunikation, in der Begegnung mit fremden Menschen und Kulturen, in Umweltfragen und in Rechtsfragen. Wir erleben, wie internationale Netzwerke entstehen. All das zeigt sich besonders deutlich (auch
) an den Finanzmärkten:“

„Was heute Globalisierung genannt wird, hat historische Wurzeln. Heute wird nicht mit einem Mal alles ganz anders und doch erleben wir mehr als nur die Fortsetzung des Gehabten. Wir erleben Veränderungen von neuer Qualität.“



27.09.2010 um 15:01 Uhr

Französische Staatsformen im 19. Jahrhundert

Inhaltsverzeichnis

Formell konstituierte parlamentarische Republik 1875

Die provisorische parlamentarische Republik 1870 - 1875

Das zweite Französische Kaiserreich 1852 - 1870

Die zweite Französische Republik (1848-1852)

Die Februarrevolution 1848

Der Bürgerkönig (1830 -1848)

Juli-Revolution 1830

Die Fortsetzung der Restauration unter Karl X. 1824 - 1830

Die zweite Restauration der Bourbonen unter Ludwig XVIII. 1815 - 1824

Napoleons Regierung der hundert Tage (1815)

Die erste Restauration der Bourbonen 1814/1815

Das erste Französische Kaiserreich 1804-1814

Die französische Konsulatsregierung 1799 - 1804

 

27.09.2010 um 14:57 Uhr

Formell konstituierte parlamentarische Republik 1875

Auf Thiers folgte der schon erwähnte Marschall Mac-Mahon. Dieser wurde von den Monarchisten und anderen konservativen Kräften in der Nationalversammlung unterstützt und 1873 zum zweiten Präsidenten der Dritten Republik gewählt. Er galt als Platzhalter für das bourbonische Königtum  und  berief folgerichtig ein monarchistisch-klerikales Kabinett.

Während der Präsidentschaft Mac Mahons wurde die 3. Republik konstituiert. Sie hatte keine eigentliche Verfassung, sondern beruhte nur auf einigen Gesetzen, die 1875 von der Nationalversammlung beschlossen wurden. Diese sahen  eine Legislative mit Abgeordnetenkammer und Senat vor, also ein Zwei-Kammer-System. Das "Chambre des Députés" mit mehr als 600 Abgeordneten wurde mit einem Allgemeinwahlrecht gewählt. Der Senat bestand aus 300 Senatoren, gewählt für neun Jahre. Seine Mitglieder  wurden von Wahlkomitees (collèges électoraux) der Départments oder der Dorfgemeinschaften
alle drei Jahre zu einem Drittel neu gewählt.

Das Haupt der Exekutive war der Präsident (Président de la République), gewählt für sieben Jahre durch die Nationalversammlung (Assemblée Nationale), die aus den beiden Kammern bestand. Seine Stellung gegenüber der Regierung war damals jedoch nicht so stark wie heute. Er hatte nur die Befugnis, zu entscheiden, wer ein neues Kabinett leiten sollte. Die Regierung war verantwortlich gegenüber dem Abgeordnetenhaus und dem Senat. Dieses "parlamentarische System" wurde in der Folgezeit für viele Staaten Europas vorbildhaft.
Während der Präsidentschaft Mac Mahons gab es große Auseinandersetzungen mit den Republikanern, die sich unter anderem daran entzündeten, dass Mac Mahon statt der Trikolore wieder das Lilienbanner der Bourbonen als Staatsflagge einführen wollte. Im Zuge der Auseinandersetzungen löste Mac Mahon 1877 die Abgeordnetenkammer auf. Als die Republikaner die Neuwahlen gewannen, sah sich Mac-Mahon 1879 zum Rücktritt gezwungen.
Nach Mac-Mahons Rücktritt kamen die liberaleren Republikaner an die Macht (L. Gambetta, J. Ferry, Freycinet) . Die 3. Republik festigte sich zunehmend und hatte Bestand bis 1940. Erst die deutsche Besetzung Frankreichs im 2. Weltkrieg und die Machtübernahme durch Marschall Philippe Petain beendeten sie. Die dritte Französische Republik bestand somit von 1870 bis 1940.

26.09.2010 um 21:16 Uhr

Die provisorische parlamentarische Republik 1870 - 1875

Frankreich führte auch als provisorische Republik den Deutsch-Französischen Krieg weiter. Nach ihrem Sieg bei Sedan drangen jedoch die deutschen Truppen weiter in Frankreich ein und belagerten schließlich die Hauptstadt Paris. Für die Verteidigung der Hauptstadt standen dem Kommandeur die Soldaten, die der Schlacht bei  Sedan entkommen waren, zur Verfügung, ebenso eine Brigade von Matrosen. Ein weiteres großes Kontingent stellte die Nationalgarde. Letztere war eine Art Volksbewaffnung, die in Paris erstmals während der Französischen Revolution aufgestellt worden war. Sie bestand aus Arbeitern und Bürgern, die das Recht hatten, ihre Offiziere und Unteroffiziere selbst zu wählen. Diese „Garde Nationale“ wurde neben der regulären Armee aktiviert. So rekutrierte man 380.000 Bewaffnete zur Verteidigung der Hauptstadt. 
Insgesamt war aber die Streitmacht der deutschen Belagerer so überlegen, dass die Verteidiger am 28.01.1871 aufgaben. Es kam zu einem Waffenstillstand, der es der Regierung der nationalen Verteidigung ermöglichte, eine Nationalversammlung wählen zu lassen. Diese trat
im Februar 1871 in Bordeaux zusammen, das nicht von den Deutschen besetzt war. Diese Nationalversammlung bestätigte Adolphe Thiers als  Vorsitzenden der französischen Regierung. Thiers hatte dann die Friedensverhandlungen mit Bismarck zu führen. Der Friede wurde im Mai 1871 in Frankfurt geschlossen. Frankreich musste Elsass-Lothringen abtreten und 5 Millionen Francs als Kriegsentschädigung bezahlen. Das empfanden viele Franzosen als Demütigung.

Die Pariser Kommune
In der Zeit der Friedensverhandlungen wurde aber auch die Pariser Nationalgarde aktiv. Sie begründete das „Zentralkomitee der Nationalgarde“ das am 17. März die Macht in Paris übernahm und freie Wahlen durchführen ließ. Damit begann der „Aufstand der Pariser Kommune“und Thiers wechselte mit seiner Regierung nach Versailles.Truppen der französischen Regierung unter dem Befehl von Marschall Mac-Mahon schlugen den Aufstand der Kommune nach 72 Tagen blutig nieder. Er war am 28. Mai 1871 beendet. Bis dahin forderte er mehr Tote als die gesamte Revolution 1789.
Während ihrer kurzen Regierungszeit hatten die Kommunarden bereits zahlreiche Dekrete erlassen, die das Leben der einfachen Bevölkerung verbessern sollten. Daneben gingen sie auch andere Reformen an, wie die Trennung von Kirche und Staat oder die Frauen-Emanzipation. Nach Meinung von Historikern wurden ihre Konzepte zu einem ersten Vorbild für die späteren Rätedemokratien in Europa.
 


Adolphe Thiers
Adolphe Thiers lebte von 1797 bis 1877. Er war ein französischer Politiker und Historiker, der aus dem Journalismus kam und im Laufe seiner Karriere verschiedentlich Staatsämter innehatte. 1863 schloss er sich den Kritikern von Napoleon III. an.
Am 30. August 1871 wählte die Nationalversammlung Thiers zum ersten Präsidenten der Dritten Französischen Republik. Während seiner Präsidentschaft wuchs aber der Einfluss der Monarchisten. 1873 musste Thiers unter dem Druck seiner monarchistischen Gegner zurücktreten.




26.09.2010 um 14:52 Uhr

Das zweite Französische Kaiserreich 1852 - 1870

Durch das Plebiszit vom November 1852 wurde die Zweite Republik in das Zweite Kaiserreich umgewandelt und Napoléon am 2. Dezember als Napoleon III. zum erblichen Kaiser der Franzosen ausgerufen.

Empire autoritaire 1852 - 1860

In der ersten Phase seiner Kaiserzeit, dem so genannten Empire autoritaire, das bis etwa 1860 andauerte, betrieb Napoleon III. nach innen eine autoritäre Politik, Historiker bezeichnen seinen Regierungsstil auch als plebiszitären Cäsarismus, der sich hinter scheinkonstitutionellen Formen verbarg. Das Parlament besaß keinerlei Gesetzesinitiative, es konnte lediglich die vom Kaiser vorgelegten Gesetzesvorlagen billigen. Hauptstützen der Regierung waren die Armee und die Kirche, die wieder mehr Einfluss gewannen.

Empire libéral
In der zweiten Hälfte seiner Regierungszeit als Kaiser, im Empire libéral, sah Napoleon III. sich zur Abkehr von seinem autoritären Kurs und zur Einleitung liberaler Reformen gezwungen. Er sprach dem Parlament mehr Kompetenzen zu, erweiterte die Pressefreiheit und gab den Arbeitern die Erlaubnis, Koalitionen zu bilden
.


Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71

Der Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870, bei dem es vordergründig um die hohenzollern‘sche Thronkandidatur in Spanien ging, traf Frankreich in jeder Hinsicht unvorbereitet, obwohl es nach einer Provokation selbst den Krieg erklärt hatte. Nach der raschen französischen Niederlage bei Sedan am 1. September 1870, bei der im Wesentlichen die deutschen Armeen unter Generalfeldmarschall von Moltke und die französischen Regierungstruppen unter Marschall de Mac Mahon kämpften, geriet Kaiser Napoléon III. am 2. September 1870 in preußische Gefangenschaft, woraufhin die Pariser Arbeiter am 4. September die Republik ausriefen und Napoleon III. stürzten.

Am 4. September 1870 endete somit das zweite französische Kaiserreich. Der gestürzte Kaiser ging ins Exil nach England.

An der Spitze der neuen republikanischen "Regierung der nationalen Verteidigung" stand Adolphe Thiers. Seine Regierung führte nunmehr den Krieg weiter.

 

25.09.2010 um 15:33 Uhr

2. Französische Republik (1848-1852)

Der Sieg der Februarrevolution brachte zunächst Linksrepublikaner und Sozialisten an die Macht. Unter Alphonse de Lamartine, dem Chef der provisorischen Regierung, der auch Jean Joseph Louis Blanc angehörte, konstituierte sich die 2. Französische Republik.
Mit den Wahlen zur Nationalversammlung, der Niederschlagung des Arbeiteraufstands im Juni 1848 und der Verabschiedung einer autoritär angelegten Präsidialverfassung setzte sich dann jedoch das aufstrebende Bürgertum durch. Die neue Verfassung errichtete unter vorsichtiger Begrenzung der Arbeiterrechte ein parlamentarisches Regime. Zum Präsidenten wurde im Dezember 1848 mit deutlicher Mehrheit Prinz Louis Napoléon Bonaparte gewählt. Nach der neuen Verfassung war seine Amtszeit auf vier Jahre begrenzt und die Möglichkeit der Wiederwahl ausgeschlossen.
Louis Napoleon strebte jedoch unter Belebung der bonapartistischen Tradition in Wirklichkeit ein persönliches Regime an. Seine starke Stellung nutzte er aus und ließ sich nach einem Staatsstreich durch ein Plebiszit 1851 als faktischer Diktator bestätigen. L
ouis Napoléon (1808-1873) war ein Neffe
Napoleons I.  Er galt als Familienoberhaupt der Bonapartes und damit als Erbe Napoleons I. Er fühlte sich verpflichtet, das napoleonische Kaiserreich zu restaurieren. Er hatte bereits 1836 und 1840 zwei erfolglose Putschversuche gegen den Bürgerkönig unternommen und war nach seinem zweiten Putschversuch zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. 1846 konnte er aber nach London fliehen und 1848 nach Paris zurückkehren, wo er zum Präsidenten der zweiten Republik gewählt wurde. 1852 proklamierte er sich als Napoleon III. zum Kaiser der Franzosen. Seine Staatsstreiche wurden durch Volksabstimmungen jeweils mit großer Mehrheit gebilligt. Sein „plebiszitäres Kaisertum“ blieb also abhängig von den Massen, die Napoleon mit nationalistischen Parolen gewinnen konnte. Damit landete er auch ein erfolgreiches Ablenkungsmanöver, denn die sozialen Probleme waren durch die industrielle Entwicklung, die eine Verarmung großer Teile der Bevölkerung zur Folge hatte, auch in Frankreich sehr groß geworden.

25.09.2010 um 15:13 Uhr

Die Februarrevolution 1848

Die französische Februarrevolution 1848 entzündete sich wiederum am Streit um das Wahlrecht, denn nach wie vor konnten die Mehrheit des Bürgertums und die Arbeiterschaft nicht wählen. Als die Regierung die Bestrebungen zu einer Reform torpedierte, gab es in Paris Demonstrationen von Arbeitern und Studenten, die zwischen dem 22. und dem 24. Februar1848 in Barrikadenkämpfe ausarteten. Die Aufständischen besiegten die königlichen Truppen und erzwangen die Abdankung des Bürgerkönigs. Einen Tag später wurde die zweite Französische Republik proklamiert. Louis Philippe ging ins Exil nach Großbritannien.
Die französische Februarrevolution war eine der Grundlagen für die Märzrevolution 1848/49 in Deutschland.



24.09.2010 um 18:03 Uhr

Der Bürgerkönig (1830 -1848)

Louis Philippe nannte sich auch „Bürgerkönig“. Er wurde 1773 als Sohn des Herzogs Philipp von Orléans aus dem Hause Bourbon-Orléans in Paris geboren. Er lebte lange im Exil in der Schweiz. In den späten zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts schloss er sich der liberalen französischen Opposition gegen den reaktionären König Karl X. an. Nach dem Sturz Karls X. wählte ihn die liberale Kammer zum König. Er begann seine Regierung als „Bürgerkönig“ im Einklang mit den Liberalen, die sich vor allem aus dem Großbürgertum rekrutierten. Unter dem Einfluss seines Ministers François Guizot schlug er später einen zunehmend konservativen und autoritären Kurs ein. Schließlich gab es Putschversuche von Bonapartisten sowie innenpolitische Auseinandersetzungen zum Beispiel um Verbesserungen in der Sozialgesetzgebung. 

23.09.2010 um 17:44 Uhr

Juli-Revolution 1830

Die Julirevolution von 1830 brachte das endgültige Aus  für die  Bourbonen in Frankreich. Ausgelöst wurde die Revolution durch die Absicht von König Karl X., die Vorherrschaft des Adels in vollem Umfang wieder herzustellen. Als der König dann auh noch versuchte,  das Parlament aufzulösen, in dem die Liberalen die Mehrheit hatten. und die Pressefreiheit aufzuheben sowie das Wahlrecht weiter zu beschränken, revoltierten im Juli 1830 in Paris Handwerker, Arbeiter und Studenten. Ein Teil der Streitkräfte lief ebenfalls zu ihnen über. Es gab wieder Barrikaden. Einer der wichtigsten Köpfe der Julirevolution war der liberale Journalist Adolphe Thiers, der später der erste Präsident der Dritten Republik wurde.
Die Revolutionäre zwangen den König zur Abdankung. Er floh nach England.
So endete die Revolution mit einem Sieg des liberalen Bürgertums. Das war auch ein ermutigendes Signal für die demokratischen Bewegungen im übrigen Europa, vor allem in Belgien, Deutschland, Italien und Polen.
In Frankreich gründete sich nun - mit Unterstützung des Marquis de Lafayette - eine konstitutionelle Monarchie. Die Liberalen wählten Louis Philippe, Herzog von Orléans, zum „König der Franzosen von Gottes Gnaden und  (das war neu!) durch den Willen des Volkes“.

21.09.2010 um 09:53 Uhr

Die Fortsetzung der Restauration unter Karl X. 1824 - 1840

Karl X. war ein Enkel Ludwigs XV. und der jüngere Bruder der Könige Ludwig XVI. und Ludwig XVIII. Während der Französischen Revolution war er einer der Führer der Émigrés; seit der Revolution lebte er im Ausland, vorwiegend in England. Nach der Restauration der Bourbonen und der Krönung seines Bruders Ludwig XVIII. zum französischen König 1814 kehrte Karl nach Frankreich zurück und engagierte sich in führender Position bei den Ultraroyalisten, die am äußersten rechten Rand des politischen Spektrums standen. 1824 folgte er seinem Bruder auf dem französischen Thron. Als Karl X. (von Frankreich), regierte er von 1824-1830. Mit seiner Politik, welche  die katholische Kirche und den Adel begünstigte, löste er starken Widerstand aus, der schließlich 1830 in der Juli-Revolution eskalierte. Karl musste am 2. August 1830 abdanken und ging nach Großbritannien ins Exil.

20.09.2010 um 19:59 Uhr

Die zweite Restauration der Bourbonen unter Ludwig XVIII.

Ludwig XVIII., König von Frankreich 1814-1815 und 1815-1824, kam 1815 nach Napoleons Niederlage bei Waterloo endgültig auf den Thron. Die bereits 1814 verkündete Verfassung, die die Grundsätze einer beschränkten Monarchie enthielt, trat wieder in Kraft.  Als Grundrechte anerkannt wurden unter anderem Gleichheit vor dem Gesetz, gleiche Verpflichtung zu den Staatslasten, Freiheit der Person, des Eigentums und der Person.  Der König hatte aber große Befugnisse in der Legislative und war Herr der Exekutive, die Pressefreiheit wurde eingeschränkt. Der König erhielt für die Dauer seiner Regierung eine stattliche Zivilliste bewilligt (24 Mill. Frs.). 1816 erweiterte der König unter dem Einfluss eines liberalen Ministers das Wahlrecht und lockerte die Zensur. Später wurde er jedoch zunehmend von reaktionären Ultraroyalisten beeinflusst, an deren Spitze sein Bruder und Nachfolger Karl X. stand. Die royalistisch Gesinnten erlaubten sich blutige Ausschreitungen, wie in Marseille und Nimes, wo viele Protestanten als Anhänger Napoleons ermordet wurden. Ludwig XVIII. starb am 16. September 1824 in Paris.