Gedanken oder Fragen

26.03.2009 um 23:02 Uhr

Tausch Worte , Schein Worte

von: sternenschein   Kategorie: persönliches   Stichwörter: Worte, Tausch, Schein, ausgetauscht, wichtigere, bleiben

Stimmung: gut

So viele Worte haben wir ausgetauscht.
Und noch viel mehr Worte tauschten wir nicht aus.

Die nicht ausgetauschten Worte, sie sind wohl ohne Zweifel die wichtigeren Worte.
Diese Worte, die hinter den getauschten Worten stehen.
Bei jedem Wort, jedem Satz, durch sie hindurch scheinen, schillernd.
Nicht geschrieben, nicht gesagt, und doch sichtbar vorhanden.
Nicht geschrieben, und doch da.
Nicht mit den Augen zu lesen, doch das Herz liesst mit.
Nur mit dem Herzen sieht man gut.
Und dieses kann auch Worte lesen, die nicht geschrieben wurden.
Worte die nie getauscht wurden, und doch vorhanden sind.
Worte die dahinterstehen.
Tief dahinter, auf einer anderen Ebene.
Einer Ebene die keiner Worte, weder gesprochene noch geschriebene braucht.
Worte verhallen, Schrift verblasst.
Doch die Worte dahinter, Worte die nicht getauscht wurden, sie werden bleiben.
Sie verschwinden nicht, niemals.
Etwas bleibt für immer.
Manchmal das was nicht ausgetauscht wurde.
Tief, ganz tief im Inneren.

26.03.2009 um 09:31 Uhr

In Sachen Krieg stimme ich Michel de Montaigne nicht zu

Stimmung: gut

Es gibt keine so erfreuliche Betätigung
wie die soldatische:
erstens sind die Kräfte, die sie in Anspruch nimmt, edel (denn von allen Tugenden ist der Mut die stärkste, die höchste und die stolzeste );
zweitens ist der Anlass edel: nirgends ist der Nutzen, der erstrebt wird, so gerecht und so allgemeingültig, wie wenn es um den Schutz der Ruhe und die Grösse des eigenen Landes geht.
Wie schön ist es doch, die Gemeinschaft mit vielen hochgemuten, jungen, tatkräftigen Männern zu fühlen und immer wieder tragischen Schauspielen zusehen zu dürfen; es bildet sich eine freie ungekünstelte Kamradschaft; es wird eine männliche Haltung ohne viel Umstände verlangt; dazu kommt die Buntheit des vielseitigen Geschehens, der anfeuernde Klang der Kriegsmusik, die belebt und Ohren und Herz wärmt; ein weiterer Reiz liegt darin, dass Ehre mit einem solchen Einsatz verbunden ist;
( Plato in seinem Staat, nimmt darauf so wenig Rücksicht, dass er sogar Frauen und Kinder heranziehen will )
jeder findet dabei seine besonderen Aufgaben und sein besonderes Risiko, je nachdem ihm sein Einsatz glanzvoll und wichtig erscheint; dadurch wird der Charakter der Freiwilligkeit gewahrt; daraus, dass man sogar das Opfer des Lebens in Kauf nimmt, sieht man, "dass derTod in Waffen schön ist"
Es gehört doch wirklich eine sehr niedrige und schwächliche Gesinnung dazu, Angst zu haben vor dem, was in einer so grossen Gemeinschaft jedem zustossen kann; nicht zu wagen, was Menschen der verschiedenen Veranlagung wagen, ja was ein ganzes Volk auf sich nimmt: weckt doch die Gemeinsamkeit sogar in den Kindern das Gefühl der Sicherheit.
Wenn andere dich an Wissen, an Liebenswürdigkeit, an Kraft, an Vermögen übertreffen, so kannst du äussere Ursachen dafür verantwortlich machen; wenn du ihnen aber an innerer Festigkeit nachstehst, so musst du die Verantwortung nur bei dir selbst suchen.

Zitat: Michel de Montaigne ( 1533 -1592 )

Bis auf den letzten Absatz stimme ich Montaigne nicht zu. Denn der Tod in Waffen ist ganz sicher nicht schöner als jeder andere Tod. Zudem bringt Krieg, egal ob mit Kriegsmusik oder ohne, immer Leid und Elend über die Menschen.
Montaignes Ausführungen mögen seiner Zeit geschldet sein. Und dennoch denke ich, dass es auch zu Montaignes Zeiten Menschen gab, die keine Kriege wollten, die sie verurteilten.
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