Deutschland, einig Waffenland.
Wir haben die schärfsten Waffengesetze der Welt, wird immer wieder von Schützen, Jägern und Politikern behauptet. Und doch....
Ein Mann geht zu einer Gerichtsverhandlung in das Landgericht Landshut.
Vorher steckt er sich eine Schusswaffe ein. Warum? Vielleicht will er sein eigenes Recht durchsetzen, falls ihm das Urteil nicht passt.
Im Saal des Amtsgerichtes, in einer Verhandlungspause, eröffnet er das Feuer. Erschiesst mit einem Kopfschuss seine Schwägerin.
Verletzt zwei weitere Menschen schwer. In einem anderen Raum tötet der sechzigjährige Mann sich dann selbst.
Im Gericht bricht Panik aus, in anderen Räumen verbarakadieren sich Menschen, als sie die Schüsse hören, oder springen aus dem Fenster.
Es war eine legale Waffe, die der Mann als Sportschütze besitzen durfte..
Nach dem Amoklauf von Winnenden wurde viel diskutiert über eine Verschärfung des Waffenrechts, geschehen ist seitdem jedoch noch nichts.
Ministerpräsident Seehofer zeigte sich natürlich tief bestürzt, will nach den Osterferien im bayrischen Kabinett eine Verschärfung der Waffenkontrolle diskutieren.
Solange aber in Deutschland über 10 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz sich befinden, brauchen wir uns über solche Meldungen nicht zu wundern.
Nicht jeder Waffenbesitzer ist ein Mensch der austicken könnte. Aber labile, in sich nicht gefestigte Menschen können unberechenbar handeln, wenn sie sich ungerecht behandelt, gedemütigt und gekränkt fühlt.
Wie dann die Reaktion ist, wenn dieser Mensch eine Schusswaffe neben sich liegen hat, ist die Frage. In diesem Fall in Landshut, war die Reaktion tödlich.
Bezeichnend wieder einmal, es war ein Mann der geschossen hatte.
Wie auch in einem Fall vor kurzem, als ein Mann in Niedersachsen seine Frau und zwei ihrer Kinder aus Eifersucht erschoss weil sie sich mit ihren Freundinnen treffen wollte. .
Dieses alles nach dem Amoklauf von Winnenden.
Und natürlich kann man mit einer Verschärfung des Waffenrechtes nicht solche Fälle verhindern, wie dem vor kurzen geschehenen, bei dem ein Mann mit einem Hammer versuchte seinen beiden kleinen Kindern den Schädel einzuschlagen, die bei ihm zu Besuch waren, oder eine Mutter ihre Töchter ertränkte.
Deutschland, das Land der Schusswaffen mit der grössten und bedeutendsten Waffenmesse der Welt, wie sie sich gerade vor einigen Wochen in Stuttgart präsentierte. Vielleicht kaufte dieser Mörder sich dort seine Waffe?
Für Nachschub ist reichlich gesorgt. Solange die Politik nichts dagegen unternimmt.
In Winnenden haben nach dem Amoklauf über 20 Schützen freiwillig ihre Schusswaffen abgegeben, aber wie viele haben ihre behalten?
Die Eltern der erschossenen Schüler hatten einen offenen Brief geschrieben, in dem sie Konsequezen von der Politik verlangten, doch es ist still darum geworden. Winnenden gerät langsam wieder in Vergessenheit, die Schusswaffen bleiben im Privatbesitz.