Gedanken oder Fragen

31.05.2009 um 20:49 Uhr

Wenn Schiller bloggen würde

Stimmung: gut

Pfingstgedanken.
Wenn Schiller bloggen würde.

Eigentlich schade, dass Menschen wie Schiller, Goethe, Napoleon, Einstein keine Blogs schreiben konnten, da es das bloggen damals noch nicht gab.

Natürlich hätten sie dann hier bei Blogigo geblogt, ist ja klar. ;-)
Ich glaube, ich hätte ihre Blogs gerne gelesen.

Ich lese es öfter hier bei euch,
"Ich habe nichts erlebt, mein Leben ist langweilig. Es lohnt sich nicht, dieses aufzuschreiben oder festzuhalten."

Doch ist es wirklich so? Gibt es diese Phasen nicht auch bei bekannten Persönlichkeiten, wie Schiller es eine war?

Wenn Schiller bloggen würde, dann würde es so aussehen:

Januar

Durchfälle und Erbrechen quälten und schwächten mich, und die Angst vor einer neuen Lungenentzündung wurde in mir wach, als ich von Halsschmerzen und Fieber geplagt wurde.

Mai

Der Wonnemonat Mai präsentierte sich von seiner schönsten Seite. Im Griesbachschen Garten zeigte sich der Spargel, und die Bäume standen in wunderschöner Blüte.
Am 7. Mai zogen wir erneut in unser Gartenhaus und obwohl die Bauarbeiten voranschritten, machte mir der ständige Lärm gewaltig zu schaffen.

Ich verfiel immer aufs Neue in depressive Stimmungen, die auch alle meine körperlichen Leiden zu neuem Übel erweckten.

Einen Tag in heiterer glücklicher Stimmung musste ich für gewöhnlich mit fünf oder sechs Tagen Leid büssen.

So in etwa hätte es ausgesehen, wenn Schiller hier bloggen würde.
Texte entnommen derSchiller Biographie

Vielleicht hätte Schiller ja auch getwittert.
Er konnte zu seiner Zeit beides nicht.

Und ehrlich gesagt, ich lese mindestens genauso gerne eure Blogs mit euren Erlebnissen, eurer Biographie hier, wie ich Schillers Blog gelesen hätte.
Da braucht sich ja nun wirklich niemand hinter Schiller zu verstecken, euer Leben scheint doch genauso interessant, wenn nicht sogar interessanter.;-)

Vielleicht habt ihr ja auch so den einen oder anderen Menschen aus der Vergangenheit, dessen Blog ihr gerne lesen würdet, wenn es das bloggen damals schon gegeben hätte.

Und selbstverständlich hätte ich auch gerne die Blogs meiner Eltern, Gross- und Urgrosseltern gelesen.
Nur diese Blogs gibt es leider nicht. Schade.
Vielleicht hätten sie ihren Blog ja auch wieder gelöscht, wie viele es hier ja auch des öfteren machen.;-((
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31.05.2009 um 05:36 Uhr

Schiller und das Schicksal

Stimmung: gut

Friedrich Schiller schien an das Schicksal und die Vorbestimmung zu glauben.

So führt das Schicksal an verborgenem Band
Den Menschen auf geheimnisvollen Pfaden;
Doch über ihm wacht eine Götterhand,
Und wunderbar entwirrt sich der Faden.

Schrieb Schiller ( Turandot, Prinzessin von China )

In der Jungfrau von Orleans schrieb er:

Und wenn sie reif ist, fällt des Schicksals Frucht.

Schicksal, Vorherbestimmung, Vorhersehung, drei unfassbare Worte. Drei Worte die nicht zu fassen sind, nicht belegbar sind.
Gibt es sie wirklich, gibt es so etwas wie Schicksal und Vorhersehung?
Oder denken wir es nur, glauben es nur?

Ist Schicksal beweisbar?
Was ist mit dem Schicksal wenn wir einfch etwas anderes machen, es nicht zu unserem Schicksal kommt, weil wir uns dem entziehen. Oder ist dieses dann unser vorherbestimmter Weg, unser Schicksal?
Er hat sich dem Schicksal, der Vorhersehung entzogen.
Ein entzogenes Schicksal, ein Schicksal welches nicht seinen Zweck erfüllt.

Vorherbestimmt. Ist es alles vorherbestimmt?
Ist ein Mensch für uns vorherbestimmt als Partner?

Ich mag ja Filme, in denen die Protagonisten sich vor der Geburt verabreden um sich hier auf Erden zu treffen.
Die Spannung, wenn sie sich begegnen, aneinander vorbeilaufen, ohne sich zu erkennen, um sich am Schluss, wie es in Filmen nun einmal so ist, dann letztendlich doch finden.
Finden, weil sie füreinander geschaffen sind.
Füreinander geschaffen.
Diese zwei Worte muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Schiller glaubte wohl auch in der Liebe an die Vorsehung:

Es ist ein holder Gedanke, freundlicher Gedanke,
Dass über uns, in unermessnen Höhn,
Der Liebe Kranz aus funkelnden Gestirnen,
Da wir erst wurden, schon geflochten war.


Vorsehung oder eben nur ein holder, ein schöner Gedanke?

Vorsehung oder Schicksal.
Die, die in einer glücklichen Beziehung leben, ja sie werden sagen, es war Schicksal. Und wenn sie genau hinschauen, werden sie auch tausend Gründe finden, die dahin führten, dass es genauso kommen musste, wie es kam.

Nur wenn die Beziehung nicht so glücklich ist, ist es dann auch Vorsehung, Schicksal? Ist es dann trotzdem der Richtige, auch wenn er vielleicht falsch ist. Gibt es den falschen Richtigen? Wieviele falsche Richtige kann es geben, bis der oder die ganz Richtige auftaucht? Wenn überhaupt.
Alles nur Auslegungssache, selbstgemacht, oder doch Schicksal?

Es heisst ja auch: "Dem Schicksal auf die Sprünge helfen". Irgendwie muss ich bei dem Gedanken lachen, ein springendes Schicksal. Mal springt es hier hin, dann wieder dort hin.
"Das Leben ist ein grosser fliessender Strom" sagt man, da mögen ja auch mal Stromschnellen kommen, aber springende Schicksale? Das Schicksal ist doch kein scheues Reh auf der Flucht.
Ich glaube ich will kein springendes Schicksal.
Aber dem Schicksal auf die Sprünge helfen, dann doch schon manchmal.

Alles nur Zufall im Leben?
Es gibt keine Zufälle, sagen andere.
Ja, was denn nun?
. Manche spielen mit ihrem Schicksal, andere möchten gerne mal Schicksal spielen.
Was teils sogar gelingt.
Dem Schicksal lässt sich sogar die Schuld in die Schuhe schieben, selbst wenn es nicht schuldig war.
Er konnte gerade noch seinem Schicksal entkommen. Auch das gibt es. Selbst wenn gesagt wird, "Niemand kann seinem Schicksal entkommen".

So ist das Schicksal doch allgegenwärtig in unserem Sprachgebrauch. Aber gibt es das Schicksal auch wirklich?