Gedanken oder Fragen

17.06.2009 um 07:22 Uhr

Tag der deutschen Einheit

von: sternenschein   Kategorie: Politisches   Stichwörter: Tag, deutsche, Einheit, 17, Juni, Feiertag, Ostzone, DDR

Stimmung: gut

Der Tag der deutschen Einheit, wäre heute.
Der 17. Juni war ein Feiertag. Meistens ein sehr warmer Tag mit schönem Wetter. Schul und Arbeitsfrei.
Jetzt ist er weg, dieser Feiertag, einfach in der Versenkung verschwnden. Heute ist es nur noch ein ganz normaler Wochentag. Dieser 17. Juni.

Warm soll es trotzdem werden, das Wetter ist diesem Tag treugeblieben.
Wo ist dieser Feiertag hin? Verschwunden in den Analen der Geschichte. Einfach nicht mehr vorhanden.

17. Juni 1953, der sogenannte Volksaufstand in der DDR. Demonstrationen in Bitterfeld und anderen Städten, auch in Berlin. Demonstationen für mehr Einkommen, bessere Arbeitsbedingungen und für eine bessere Versorgung der Bevölkerung.

Demonstrationen bis die sowjetischen Panzer auffuhren um den Tumulten ein Ende zu setzen.

So wurde der 17. Juni in der BRD zum Nationalfeiertag zum Gedenken an diesen Aufstand zum nationalen Feiertag, dem Tag der deutschen Einheit erklärt.

Politiker sprachen von unseren armen Brüdern und Schwestern in der Sowjetzone, die wir nicht vergessen sollten. Zum Gedenken sollten die Menschen Abends eine Kerze ins Fenster stellen, damit unsere Brüder und Schwestern die Zusammengehörigkeit sehen können.
Soweit konnten die DDR Bürger dann wohl aber doch nicht schauen, dass sie die brennenden Kerzen sehen konten. Kerzen die für diesen Tag extra von der Kerzenindustrie angeboten wurden, in weiss mit sich heraufschlängelnden schwarzen Stacheldraht.
Den Brüdern und Schwestern in der Sowjetzone wurde wohl kaum damit geholfen, dafür gab es aber durch die brennenden Kerzen einige Gardinen und Wohnungsbrände in der BRD..
BRD sollte man nicht sagen, dieses erinnerte zu sehr an die DDR. DDR durfte man auch nicht sagen, denn die "ZONE" war nicht als Staat anerkannt.
Später wurde die DDR dann als "DDR" in Anführungzeichen gesetzt.

Pakete sollten an die Brüder und Schwestern in der Zone geschickt werden, da es denen so schlecht ging, wie gesagt wurde. Mag auch sein.
Aber dieses war der bundesdeutschen Regierung wohl auch sehr recht und sie tat wohl auch alles, dass es den DDR Bürgern nicht besserging, in der Hoffnung auf einen Zusammenbruch des Regimes.
Hätte der Westen die DDR nicht als Klassenfeind sondern als Partner beandelt, wie heute z..B. Polen und die Tschechei, mit ihr fairen Handel und technischen Austausch betrieben, dann wäre damals der dortigen Bevölkerung wohl mehr geholfen, als durch dieses Gedenken und Kerzen in den Fenstern.
Vielleicht wäre es ihnen dann "drüben" sogar gut gegangen.
Hätte aber nicht sein dürfen, denn einen "sozialistischen" Staat in denen es den Menschen gut geht ist nicht gewollt gewesen.
Im Gegenteil, es sollte ihnen so schlecht gehen, dass sie flüchten.
"Abstimmug mit den Füssen" nannte es die Bild Zeitung und schrieb in grossen schwarzen Lettern täglich die Zahl der Flüchtlinge auf die Titelseite.

Es war gewollt, dass sie flüchten. Seit der Wende ist es nicht mehr gewollt, und doch sind nach der Wende wohl mehr Menschen aus dem Gebiet der ehemaligen DDR geflüchtet als jemals zuvor.
Nach Bayern und in andere westliche Bundesländer.
Nur dass die Bild Zeitung nicht mehr die Zahlen gross und täglich auf der ersten Seite abdruckt.

Tag der deutschen Einheit, es gibt ihn nicht mehr. Dafür gibt es jetzt den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober. Mit einem grossgeschriebenen Deutschen nach der Wende. Ist halt alles etwas grösser geworden. Auch die Deutsche Einheit.
Schröder wollte diesen Einheitstag wieder abschaffen, damit die Menschen auch an diesem Tag produktiv tätig sein könnten. Es gelang Schröder nicht.
So, genug vom 17.Juni. Ist eh kei Feiertag mehr und langsam schwindet er aus der Erinnerung.
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