Gedanken oder Fragen

07.02.2011 um 19:47 Uhr

Langjährigen Partner verlassen und bereue es bitterlich

Ich habe meinen langjährigen Partner wegen eines neuen Mannes verlassen und bereue es jetzt bitterlich.

Schrieb eine Frau in einer Google Suchanfrage.

Was mag da geschehen sein?
Viele Jahre schon mit dem Partner, den man liebte oder noch liebt zusammen.
Vertrauen zu und ineinander, doch der Alltag schleicht sich immer mehr ein.
Und mit ihm die Unzufriedenheit, dieses Gefühl es war doch früher mal ganz anders. Da gab es noch die Sehnsucht nach dem Partner, wenn er mal nicht anwesend war, die Freude wenn er wieder kam.
Jetzt versinkt alles in einem Sumpf aus Gleichgültigkeit, den anderen und sein Sein nicht mehr schätzen zu wissen.

Dann kommt der "Neue" ins Spiel. Er bemüht sich, er ist so anders als der eigene Partner, jedenfalls scheint es so, als sind die Tage bei und mit ihm heller, spannender, voller Schemtterlinge, die im Bauch zu fliegen scheinen.
Das Begehren ist auch wieder erwacht, nicht für den Partner, sondern für den "Fremden".

Ihn will man, koste es was es wolle. Und so schmeisst man dann die alte, die langjährige scheinbar verbrauchte Partnerschaft, einfach ab.
Das "Neue" Leben mit dem anderen lockt mit seinen ganzen Versprechungen.
Man fühlt sich grenzenlos frei, scheint durch den Tag zu schweben, zusammen mit dem neuen Partner.

Doch dann, beim nähreren Hinsehen, beim näherem Kennenlernen stellt man fest, es ist doch alles nicht so, wie es schien, wie man es sich erträumt hatte.

Und die Frage kommt auf, war der Weg richtig, beginnt zu bereuen, vermisst den langjährigen Partner und alles was man gehabt hatte.
Doch gibt es einen Weg zurück?
Oftmals nicht, manchmal ja, und doch wird es wohl niemals wieder so sein, wie es einmal war.

Kennen wir das nicht alle, diese wechselnden Gefühle nach einer Trennung?
Egal, ob es jetzt wegen eines anderen Mannes oder Frau war.
Das gewohnte ist nicht mehr, die Sicherheit, die man mit und bei dem Partner verspürte, sie fehlt.
Die Freundeskreise sind zerbrochen, aus merkwürdiger Loyalität der Freunde zu dem einen oder anderen der beiden Partner.
Das Leben nach einer Trennung ist so plötzlich, fast wie aus dem Nichts, so ganz und gar anders. Nichts ist anschliessend mehr wie es war.
Und wurde man verlassen, kommen noch die Selbstzweifel hinzu, die Fragen danach was hatte man falsch gemacht, was hätte man anders machen können. Ist man es nicht wert geliebt zu werden?
Oder auch Wut und Verzweiflung.
Der Boden unter den Füssen ist schwankend geworden, nichts ist mehr klar, die Zukunft scheint verschwommen und undurchsichtig.

Bis, ja bis die Phasen der Trauer, des Verlustes durchlebt sind, bis man merkt, das Leben geht auch ohne den Partner weiter. Manchmal sogar besser als es vorher war. Sich etwas neues am Horizont abzeichnet, vieleicht sogar eine neu Liebe.

Und manchmal zeigt es sich, dass die Trennung besser für einen selbst war, egal von wem sie ausging.
Aber diese Zweifel nach einer Trennung, ob diese Schritte richtig waren, die wird wohl fast jeder durchleben, der so eine Situation durchmachen musste.
Trennungen sind nicht einfach, wirklich nicht, selbst wenn sie sein müssen um weiterleben zu können.
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