Gedanken oder Fragen

10.03.2012 um 23:57 Uhr

Mutter ist krank, was machen?

Rollentausch, wenn Kinder ihrer kranke Mutter pflegen und betreuen.
Jedes Kind sollte ein Anrecht auf seine Kindheit haben.
Doch oftmals isrt es nicht so. Da wird die Mutter krank und schon sind die Mutter Kind Rollen vertauscht.
Eine schwierige und belastende Situation, über die kaum gesprochen wird.
225.000 Kinder und Jugendliche werden in Deutschland zu Pflegern ihrer Eltern.
Am häufigsten betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden.
Wie Sabine Metzing-Blau in einer Studie herausfand.

Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Körperliche Erkrankungen der Mutter, wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Krebserkrankung, im schlimmsten Falle.
Aber ich denke auch Drogensucht, Tablettenabhängigkeit, Alkoholismus und Depressionen können ebenso Auslöser dieser Rollenumkehr sein.
In der das Kind gezwungenermassen dafür sorgt, dass das Leben in halbwegs erträglichen Bahnen weiter läuft.
Viel geredet wird darüber nicht. Die Kinder und Jugendlichen schämen sich, oder sie haben Angst. Angst davor, die Familie könnte zerbrechen, der Mutter das Sorgerecht entzogen werden, so schweigen sie und sind doch mehr oder weniger überfordert mit der Situation.
Was sollten sie auch schon sagen, wenn sie in der Schule unaufmerksam sind, vor Überlastung fast einschlafen könnten? Sollten sie dem Lehrer sagen, sie müssen Zuhause alle Arbeiten machen, auf die Mutter aufpassen?

Ein schwieriges Thema, bei dem ich lange überlegt habe, wie schreibe ich es?
Ein Thema welche mich betroffen machte. Betroffen, da ich als Kind auch teils davon betroffen war.
Mich verantwortlich fühlte für den Zusammenhalt der Familie, für meine Mutter, wenn sie depressiv war, zuviele Schlaftabletten genommen hatte oder körperlich krank war. Wenn sie schlief, wenn ich aus der Schule kam und ich dann die Kartoffeln schälte, Essen kochte und abwusch. Zum Einkaufern ging und zum Arzt um ihre Medikamente zu holen.
Zum Glück war dieses alles kein Dauerzustand, aber es kam oft genug vor.
Und so habe ich auch den allergrössten Respekt vor den Kindern, bei denen dieses allers ein Dauerzustand ist und sie es dennoch schaffen, ein einigermassen normals Leben, trotz dieser ganzen Schwierigkeiten zu führen.
Meine Hochachtung euch allen da drussen, die dieses durchmachen müssen.

In Österreich gibt es noch keine Studie zu diesem Thema, sie wird zur Zeit erstellt.
Es wird geschätzt, dass 25.000 Kinder Österreichs ihre Eltern pflegen müssen.
Das Österreichische Jugendrotkreuz startete jetzt das Projekt "Pflegefit". in der Lehrer vom ÖJRK ausgebildet werden, damit sie im Unterricht für Achtklässler Hilfen und Anleitungen geben können, damit die Schüler im Bedarfsfall ihre Eltern richtig pflegen können und Informationen an die Hand bekommmen, wo und wie sie sich Hilfe suchen könnten.

Irgendwie ja erschreckend 13 oder 14 jährigen Kindern dieses im Unterricht näher bringen zu müssen, aber allemal besser, als nur zu schweigen und so zub tun als gäbe es diese Problematik nicht. Die Kinder mit ihren Sorgen alleine zu lassen.

derstandard.at/Tabuthema-Hilfe-für-tausende-Kinder-die-Angehörige-pflegen

Für Kinder und Jugendliche aber auch Eltern in Deutschland, die Hilfe brauchen oder sich informieren wollen ist die Adresse von SupaKids

http://www.supakids.de/cms/index.php?id=21

die richtige Anlaufstelle. Dort findet sich auch eine Telefonnummer um sich beraten zu lassen. Die Beratung ist kostenlos.
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