Gedanken oder Fragen

12.12.2012 um 21:27 Uhr

Schiller und die mitfühlende Seele

Es ist schrecklich, ohne Menschen,
ohne eine mitfühlende Seele zu leben;
aber es ist auch ebenso schrecklich, sich an irgendein Herz zu hängen, wo man, weil doch nichts in der Welt Bestand hat, notwendig einmal sich losreissen und verbluten muss.

Zitat:Friedrich Schiller
( In einem Brief an Henriette v. Wolzogen, 4.1.1783 )

Wie mag Friedrich Schiller sich wohl beim schreiben dieser, Zeilen, damals, gerade gefühlt haben?
Es hört sich nach einer ausweglosen "Kreisdenkdepression" an.
Denn wenn es schrecklich ist, ohne einen Menschen, aber ebenso schrecklich, sein Herz an einen Menschen zu hängen, da dieses niemals von Bestand sein kann, dann gibt es keinen Ausweg aus dieser spiralförmigen Gedankenwelt, die so oder so schrecklich ist oder schrecklich im seelischen verbluten endet.
Wo ist da das Licht, welches ein Ausgang aus diesem Gedankenkonstrukt zeigt?
Schiller konnte es damals, an diesem Tage, wohl nicht sehen oder finden und ergab sich seinen Gedanken.
Äusserst schrecklich.

Alle Probleme der Menschen haben ihren Grund in der Unfähigkeit still und allein in einem Raum zu sitzen.

Zitat: Blaise Pascal

Wer nicht versteht sein Alleinsein zu bevölkern,
der versteht auch nicht, in einer geschäftigen Menge allein zu sein.

Zitat: Charles Baudelaire
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