Gedanken oder Fragen

24.04.2009 um 16:18 Uhr

Blaise Pascal und des Menschen Lage

Stimmung: gut

Wenn ich die Verblendung und das Elend
des Menschen sehe, wenn ich das ganze stumme All betrachte und den Menschen ohne Licht, sich selbst überlassen und wie verirrt in diesen Winkel des Alls, ohne zu wissen, wer ihn dahingestellt hat, wozu er dahin gekommen ist, was er werden wird, wenn er stirbt, unfähig zu jeder Erkenntnis -- dann gerate ich in Entsetzen, wie ein Mensch, den man schlafend auf eine verlassene und schreckliche Insel gebracht hätte, und der erwachte, ohne zu erkennen, wo er ist, und ohne die Möglichkeit, von dort zu entkommen. Und überdies wundere ich mich, wie man über eine so erbärmliche Lage nicht in Verzweiflung gerät.

Zitat: Blaise Pascal ( 1623 - 1662 )

Die Frage ist, sehen wir die Erde als eine schreckliche Insel im All an, oder als Paradies, welches sie mit ihrer Schönheit sicher auch sein könnte.

Etwas versöhnlicher klingt folgendes Zitat von Blaise Pascal:

Alle guten Grundsätze sind in der Welt
schon vorhanden...
man braucht sie nur anzuwenden.


Die Welt könnte eine andere sein, wenn danach verfahren werden würde.

Die Sonne scheint hier im Norden, nach einem grauen Tag gestern, der aber kaum Regen brachte.
Ein schönes sonniges Wochenende für euch alle. Und eine Insel die eher einem Paradiese gleicht als einem schrecklichen Ort.
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Seren_a schreibt am 24.04.2009 um 17:20 Uhr:Nein, die Erde ist kein schrecklicher Ort, sondern ein wunderschöner. Was schrecklich ist, ist die Gedankenwelt... auf die der Mensch so viel Wert legt und die sich bei vielen irgendwie ungut verselbständigt... das meint er ja auch. Diese Gedankenwelt kann sehr verschieden sein - von paradiesisch bis höllisch.
  2. sternenschein schreibt am 27.04.2009 um 01:48 Uhr:Liebe Serena,
    ist es nicht schon fast ein Verbrechen wenn wir uns diesen Ort zur "Hölle" machen. Uns wurde so unendlich viel gegeben, nur erkennen wir es oftmals nicht, oder zerstören es uns.
    Es wird ja oftmals gesagt, die Welt ist ein Jammertal, warum sollte sie das sein?
    Ist sie nicht sogar die für uns alle perfekteste Welt die nur geben könnte.
    Erst wir Menschen machen hin und wieder daraus ein Jammertal.
    liebe Grüsse
    sternenschein
  3. Seren_a schreibt am 27.04.2009 um 02:31 Uhr:Ein Verbrechen... ich glaube einfach nicht, dass jemand das mit böser Absicht tut... weshalb auch... Wenn jemand die Schönheit der Erde nicht sehen kann, in seinem persönlichen Leben viel Schlimmes erlebt hat... ist es dann nicht normal, dass er eine "Hölle" oder ein "Jammertal" sieht? Dann braucht er Verständnis und Hilfe und nicht Vorwurf, finde ich... und es hilft ihm auch nicht, ihm zu sagen, die Welt sei doch gar kein Jammertal, wenn er es aufgrund seiner Verletzungen gar nicht anders empfinden *kann*... Erst wenn man ihn mit seinen Empfindungen anerkennt und ihn nicht gar noch schuldig spricht, kann sich seine Sicht, sein Fühlen ändern... und er kann wieder Licht sehen und all die Schönheit, die wirklich da ist...
  4. sternenschein schreibt am 27.04.2009 um 04:15 Uhr:Serena, da stimme ich dir zu.
    Ich meinte damit auch eher die Menschen, die aus diversen Gründen, sei es Gier, Unverständnis oder Machtstreben etc. , die Welt für andere erst zu einem Jammertal machen.
    Wenn es nicht so wäre, könnte die Welt doch wirklich ein Paradies sein.
    Die, die es durch diese Menschen erst als Jammertal empfinden, will und würde ich auch nicht verurteilen. Ja, sie bedürfen der Hilfe, damit sie das Licht wieder sehen können.
    Interessant fand ich Pascal's Denkansatz, hier ausgesetzt zu sein, zu erwachen und nicht zu wissen wo man ist, ohne jede Möglichkeit zu entkommen, dass er dieses eher als entsetlzlich ansah.
    Liebe Grüsse
    sternenschein
  5. Seren_a schreibt am 27.04.2009 um 10:33 Uhr:Genau genommen sind aber auch diejenigen, die sich kaltblütig, gierig, brutal verhalten, irgendwie krank. Denn ich glaube nicht an einen personifizierten Luzifer oder so etwas. Also sind es auch nur Menschen, die verwirrt sind... die irgendetwas in ihrem Leben mitbekommen haben, das sie lehrte: nimm alles, und wenn es sein muss mit Gewalt, sonst bleibst du auf der Strecke. Sie stecken auch fest in einem seltsamen, ganz sicher nicht schönen Traum (auch für sie selber nicht schön, obwohl sie vielleicht so tun als wäre alles super).
    Pascal spürte vielleicht die Beengung der physischen Natur, wie ich auch so oft... daher verstehe ich das schon irgendwie. Offensichtlich sucht er eine Erklärung für das Leben, den Körper, diesen Planeten, das All und seine Empfindungen... und findet sie nicht... weiß gar nicht, wo er suchen soll bzw. finden kann. ... Ich stelle mir einen Menschen aus der Steinzeit vor... ein paar tausend Jahre vorwärts, hierher in unsere heutige Zeit versetzt. Er würde nichts verstehen und zuerst in Angst und Schrecken geraten ob all er unbekannten Dinge, die er sehen würde. Man müsste ihm langsam alles erklären, dann würde seine Angst und Verzweiflung schwinden... Es ist essentiell für uns Menschen, unsere Umstände irgendwie zu begreifen...
    Pascal geht es offenbar auch nicht anders, doch hat er vorläufig noch nichts gefunden, was er als "Sinn" akzeptieren kann... so klingt das für mich... und ist für mich nicht verwunderlich, wenn auch bedauerlich...

Einloggen zum Kommentieren:

Hinweis: viele Funktionen von blogigo (z.B. Einträge kommentieren) stehen Dir erst nach einer kostenlosen und unverbindlichen Registrierung zur Verfügung. Hier kannst Du Dich in Sekundenschnelle registrieren.