Gedanken oder Fragen

24.10.2010 um 17:34 Uhr

Das Einfrieren von Embryos

Das Einfrieren von Embryonen ist in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz verboten.
In einigen anderen Ländern aber erlaubt.

So liessen Celine Dion und ihr Mann Renè, als sie von seiner Krebserkrankung erfuhren, mehrere Embryonen einfrieren. Da sie nicht wussten, ob die Spermienqualität aufgrund der Chemotherapie Schaden nehmen würde.
Celine Dion bekam gesunde Kinder, obwohl die eingefrorenen Embryos schon etliche Jahre alt waren.

Unbefruchtete Eizellen lassen sich wegen ihres hohen Wasseranteils und die damit verbundene Gefahr der Kristallisierung beim Gefrierprozess, nur sehr schlecht einfrieren. Sie sterben zu leicht ab.
Männliche Samenzellen lassen sich gut einfrieren. Es sterben bei diesem Prozess zwar auch etliche ab, aber die überlebenden Spermien sind nach dem Auftauen fruchtbar.

In der Regel werden Spermien von Samenspendern heute immer eingefroren, um den Spender nach einer Weile noch einmal auf Aids oder andere Krankheiten zu untersuchen. Damit wird ausgeschlossen, dass die Samenspende irgendwelche Krankheiten übertragen kann.

Für das Einfrieren von Embryos wird die Kryokonservierung benutzt.
Bei dem Kryokonservierungsverfahren wird ein Kryoprotektivum, ein membranschützendes Medium, den Zellen beigegeben, um dann mit Temperatursteuerprogrammen den Einfrierprozess auf - 176 Grad in flüssigen Stickstoff so zellschonend wie möglich zu gestalten.

Im eingefrorenen Zustand entwickeln sich die Embryonen nicht weiter und können fast beliebig lange bis zu ihrem Auftauen gelagert werden, ohne dass es einen Einfluss auf die Überlebensrate nach dem auftauen hat..
Einige der Embryos sterben ab, nachdem sie aufgetaut wurden. So werden scheinbar nur die gesündesten von ihnen implantiert.
Denn nach einer Studie aus Dänemark ist das Geburtsgewicht der so erzeugten Kinder höher und die Fehlbildungen sind niedriger, als wenn die Embryos gleich, ohne sie erst einzufrieren, eingepflanzt wurden.

In Deutschland dürfen zwar keine Embryos eingefroren werden, aber doch schon befruchtete Eizellen, die sich noch im Vorkernstadium befinden. Hat erst einmal eine Zellteilung in der Eizelle stattgefunden, wird es hier als Embryo definiert und unterliegt dem Embryonenschutzgesetz.
Die Überlebensrate der eingefrorenen Zellen sind allerdings im Embryonalzustand scheinbar höher, als im Vorkernstadium. In dem die Eizelle zwar befruchtet wurde, sich aber noch nicht geteilt hat.

Die Verfügungsgewalt über die eingefrorenen Embryos liegt bei den Eltern. Sie können bestimmen, wie lange sie gelagert werden sollen. Darüber entscheiden, wann sie absterben sollen oder auch "überzählige" Embryonen als Embryonenspende für Paare oder Frauen, die keine Kinder bekommen können, freigeben.

Etwas seltsam erscheint mir, dass auf dem Wege des Einfrierens von Embryonen, der Kinderwunsch auf eine unbestimmte fernere Zeit verschoben werden kann. Und, wie auch bei Celine Dion, dann Kinder im Abstand von einigen Jahren geboren werden, die durch künstliche Befruchtung gemeinsam an einem Tag in der Vergangenheit gezeugt wurden. Später aber nach der Geburt als Geschwister um einige Jahre auseinanderliegen.

Nähres zu Wunschkinder, Kryokonservierungsverfahren, künstliche Befruchtung findet ihr auf der Seite von

wunschkinder.net behandlungen-methoden
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. aenne schreibt am 24.10.2010 um 21:20 Uhr:An einem Tag durch künstliche Befruchtung gezeugt und trotzdem unterschiedliche Geburtsdaten. Das ist irgendwie eine ganz neue Dimension und wird bestimmt noch so manche ethische Diskussion hervorbringen.
  2. sternenschein schreibt am 25.10.2010 um 14:40 Uhr:Liebe Aenne,
    für etliche Paare die nicht auf natürlichem Wege Kinder bekommen können, mag dieses alles eine grosse Hilfe sein.
    Es scheint sich um diesen Bereich eine Art Babyindustrie entwickelt zu haben, in und mit der auch gut Geld gemacht wird.
    Etwas seltsam mutet an, wenn dort damit geworben wird, sie bekommen jetzt ein Kind. Und wenn sie irgendwann ein Geschwisterchen dafür wollen, dann tauen wir das nächste auf.
    Sie können sich Zeit lassen, bis sie bereit dazu sind. Selbst mit 40 oder 50 Jahren geht es noch, wenn sie es wollen und ihr Wunsch ist.
    Vor kurzem hat ein geschiedener Mann, es untersagt, dass ein Embryo seiner Frau eingepflanzt wird, bei dem er der Vater wäre.
    Überschüssige Embryonen werden oftmals freigegeben. Die fremden Mütter, die es austragen gelten dann wohl als Mutter, aber im Grunde ist es doch ähnlich einer Adoption für das Kind, wie ich finde.
    Der Vorteil bei dem Einfrieren ist ja, dass dann nicht mehr für jede erneute Eientnahme die Frau mit der entsprechenden Behandlung belastet werden muss.
    Liebe Grüsse

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