Gedanken oder Fragen

22.11.2009 um 20:03 Uhr

Daul Kim, hatte sie nicht alles?

Hatte sie nicht alles?
Ein Leben, von dem viele junge Mädchen träumen?
Ein Leben in Glamour, ein Leben in der Modewelt, bekannt, auf den Titelseiten der Modezeitschriften, auf den Laufstegen in New York, London, Paris und Madrid zu Hause.
Dieses Leben, welches sich so viele Jugendliche wünschen, bei Heidi Klum und anderen Supermodelcastingshows dafür Schlange stehen.
Schlangestehen, in der Hoffnung, ihr Traum möge sich erfüllen.

Daul Kim lebte diesen Traum vom Model. Für sie, das Model aus Südkorea war er zur Realität geworden.
Zu harter Arbeit, Stress und auch Einsamkeit wie sie schrieb.
Am Donnerstag dem 19.11., fand eine Freund sie tot in ihrer Pariser Wohnung. Sie hatte sich wohl erhängt.

Nur 20 Jahre alt wurde Daul Kim. Der Traum vieler Mädchen mag vielleicht auch ihr Traum gewesen sein. Früher einmal. Aber jetzt?
Was war ihr Leben jetzt für sie gewesen, frage ich mich?

Las in ihrem Blog
I like to fork myself
in dem sie noch am Halloweentag über ihr Halloween des letzen Jahres schrieb. Auch über Stress und Einsamkeit.
Es ist ein merkwürdiges Gefühl in einem Blog zu lesen, wo man weiss es wird keine neuen Einträge mehr geben. Nie mehr wieder. Da der Bloginhaber nicht mehr am leben ist.
So wird der Eintrag über den Song "say hi to forever" der letzte in ihrem Blog bleiben.
Daul Kim ihre Träume scheinen sich nicht erfüllt zu haben, irgendwo sind sie wohl an den harten Modelrealitäten zerschellt. Wie bei so vielen anderen Models auch. Nur die Modebranche spricht nicht gerne darüber. Für sie muss der Glamour weiter gehen, egal wiewiel Opfer es kostet und wie viele Menschen daran zerbrechen. Auf diesen Laufstegen der Welt.

Model sein, wirklich ein Traum? Vielleicht führt Daul Kim oder daumonster l wie sich nannte, zu einem umdenken bei den jungen Mädchen, die diesen Traum hegen.

Daul Kim, möge sie Frieden ruhen.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. AngelInChains schreibt am 22.11.2009 um 20:47 Uhr:Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe noch nie von Daul Kim gehoert, andererseits interessiere ich mich auch weder fuer Mode, noch fuer Prominente. Aber ganz egal, wer sie ist, wenn Menschen wegen Ueberstressung depressiv werden und sich dann das Leben nehmen, dann ist das immer tragisch. Ob es ein Prominenter ist oder jemand, der nicht prominent ist.

    Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe mir nie gewuenscht, beruehmt zu sein. Ich lebe eher zurueckgezogen und wuerde es nie wollen, wenn Menschen mir zujubeln, und mich andauernd sehen wollen. Ich stelle es mir absolut schrecklich vor, wenn man andauernd beglotzt wird, nirgends mehr unbeobachtet hingehen kann, und dann womoeglich auch noch eine heile Welt vorspielen muss, damit die Medien sich ueber einen nicht das Maul zerreissen. Wobei ja auch so fast jeder wohl manchmal eine Maske aufsetzen muss, sei es auch nur auf der Arbeit, um nicht negativ aufzufallen, weil man der Masse nicht entspricht.

    Solche tragischen Faelle werden gerne ignoriert, es sei denn, es geht darum, sie medial auszuschlachten. Dennoch denke an solche Faelle wohl die wenigsten Jugendlichen, die davon traeumen, beruehmt zu werden. Ich glaube, die werden wegen dieses Suizids ihre Meinung auch nicht aendern. Viele sind ja irgendwie blind durch ihren Traum.

    Ich frage mich, woher diese Sucht nach Bekanntheit bei so vielen Menschen eigentlich kommt. Ist das einfach eine Geschmacksfrage, oder vielleicht ein angeborenes menschliches Attribut? Oder ist das moeglicherweise die Folge unserer medialen Welt - wo Bekanntheit und das Stardasein immer wieder als erstrebenswert angepriesen wird?

    Mir kommt es immer seltsam vor. Wenn ich von Menschen immer wieder zu lesen bekomme, dass ihr groesster Wunsch sei, einmal(!) im Fernsehn zu sehen zu sein oder auf der Buehne zu stehen, um Beispiele zu nennen. Ich denke mir dann immer "Was soll das denn? Was soll daran so toll sein?" Klar, Geschmaecker sind verschieden. Aber ich war, wenn auch nur statistenmaessig ;) auch schon im Fernsehn, im Radio, in Zeitungen. Und ich stand etliche Male auf der Buehne (Musikdarbietungen zumeist in ner Halle mit nem Fassungsvermoegen von 2000 Leuten, war aber auch schon mal in ner 5000er-Halle). Und ich frag mich immer, wieso soll das so toll sein? Ich hab nie was besonders Tolles dabei empfunden. Was Spass machte, war die Musik an sich, und mich hats gefreut, dass Leute sich daran erfreut haben, weil sie zuhoeren konnten. Aber an sich, auf der Buehne zu stehen, oder angesehen zu werden, beachtet zu werden? Das war mir einfach egal.

    Ich kann die Leute nicht verstehen, die ueberall herumprahlen, sie haetten ja schon "EIN MAL" auf einer Buehne gestanden, und daher seien sie etwas Besonderes. Bloedsinn. Die ersten zwei Male ist vielleicht Lampenfieber da, danach ist es einfach ein Job. Fuer mich persoenlich vergleichbar mit der Kassiererin im Supermarkt: Man macht seine Arbeit, wird dabei von Leuten angestarrt, die ersten paar Male ist man evtl auch nervoes, nichts falsch zu machen, und danach arbeitet man halt und es ist nichts mehr dabei. Und wer will Kassiererin werden und bewundert Kassiererinnen (auch, wenn sie fuer unsere Gesellschaft eigentlich noch wichtiger sind, als irgendwelche Star-Models)?
  2. rougenoir schreibt am 22.11.2009 um 23:03 Uhr:Ich denke viele sehnen sich nach Anerkennung, weil ihnen die nötige Aufmerksamkeit und Liebe in ihrem Umfeld gefehlt hat oder sie immer noch nicht da ist.
    Ah, und mehr fällt mir dazu nu auch nicht ein. Aber Musik ... "nur" ein Job ... hmm, also ich mache selbst keine Musik, aber ich denke mir, Musik ist doch was leidenschaftliches, ob man das nun alleine für sich zelebriert, oder mit anderen/für andere?! Und so ein Kassiererinnenjob ... mag vielleicht manche Menschen erfüllen, aber ich persönlich sehe das nur als ... eine Arbeit zum Geld verdienen und Musik wäre eher ein Job, der gleichzeitig eine Berufung ist.
    Genauso wie z.B. Tanz, Kunst, Schauspiel, ... und so weiter.

    Nunjah, allerdings finde ich auch, dass Musiker/Schauspieler/Models (etc.) oder Menschen, die eigentlich ... nur prominent sind ... aus welchen Gründen auch immer ;), in unserer Gesellschaft total überbewertet werden. Natürlich sind sie auch wichtig, und vielleicht erreichen sie mehr Menschen mit dem was sie tun als die Kassiererin, aber dieser ganze Kult, die Ersatzreligion ... ist doch "etwas" übertrieben.

    (übrigens denke ich gerade darüber nach ... ob ich nicht möglicherweise vielleicht gerade genau SO drauf bin *haha*, ironischerweise ... und hab schon wieder doofe Songtexte im Kopf "This is more for me than just a job ..." ahahahahaha!)
  3. Angel1968 schreibt am 23.11.2009 um 14:52 Uhr:Model ist ein Traumberuf, weil man nicht den Hintergrund sieht.

    Man braucht dazu starke Nerven, ist hektisch, die Models müssen von einem Termin zum anderen. Dann kommen die Partys dazu.

    Man rutscht dabei in die Drogen und Alkoholwelt ab. Natürlich nicht bei allen, das muß ich dazu schreiben.
  4. AngelInChains schreibt am 23.11.2009 um 18:02 Uhr:Rougenoir, naja, gut, klar ist ein kuenstlerischer Beruf, wenn man ihn an sich mag (denn Kinderdarsteller oder Kindermusiker, die von ihren Eltern dazu gezwungen werden, kann man da wohl nicht dazu zaehlen), irgendwie schon eher ne Berufung und macht Freude. Aber ich glaube, es gibt auch noch andere Berufe, die einem Spass machen koennen, und das, obwohl sie nicht hoch angesehen sind. Kassiererin gehoert sicher nicht zu den Traumberufen der meisten Menschen, das stimmt. Ist vielleicht ein etwas zu krasses Beispiel.

    Aber auch andere gewoehnlichere Berufe, die sich Menschen oft nicht unbedingt wuenschen, koennen den Arbeitenden viel Freude machen, auch, wenn sie sonst nicht zu den Traumberufen Model oder Saenger gehoeren. Beispielsweise kenne ich zwei Koeche, die den Beruf einfach lieben, und das, obwohl sie damit auch nicht viel verdienen und auch keinen Ruhm haben. Dasselbe gilt fuer eine Frau, die ich kenne, die in einem Blumenladen arbeitet. Mieses Gehalt, kein Ruhm, aber der Umgang mit Pflanzen macht ihr Spass.

    Das mit dem Fehlen von Anerkennung und Liebe ist so eine Sache. Ich denke, es kann zum Teil dazu fuehren, ja, das kann durchaus sein. Wobei ich denke, dass es verschiedene Richtungen gibt, in die sich Menschen in so einer Situation oft entwickeln. Einige suchen dann krampfhaft Liebe ueberall, andere verzichten dann irgendwann gerne drauf und machen dann eben einzelgaengerische Dinge. Ich zB hatte eine erbaermliche Kindheit und wollte dann gerne Archaeologin werden, oder Journalistin, und dann Auslandsjournalismus betreiben. Hauptsache viel reisen, die Welt sehen, Bindungen hatte ich ja keine und wollte auch keine haben. Ich hab mir dann halt gedacht "Enge Beziehungen brauche ich dann eben nicht mehr, also setze ich meinen Fokus woanders". Naja, mittlerweile hats sich erledigt, ich bin seit fast 7 Jahren in ner Beziehung, und jetzt will ich auch nicht mehr andauernd woanders sein, weil das dann ja ne andauernde Trennung von meinem Partner waer. Und das will ich nicht. Also such ich mir nen anderen Beruf ;)

    Andererseits habe ich es auch erlebt, dass sich viele Maedchen damals in der Grundschule schon wuenschten, Models zu werden, obwohl sie eigentlich in intakten Familien lebten, zum Teil sogar schon ziemlich reich waren, und auch nicht den Anschein machten, emotional misshandelt worden zu sein. Klar, das kann auch taeuschen. Aber es haben sich ziemlich viele gewuenscht, Popstar oder Model zu werden. Sollten die sich alle nach Liebe gesehnt haben, weil sie keine bekamen? Waeren ziemlich viele gewesen. Also irgendwie habe ich das Gefuehl, dass fehlende Liebe nicht der einzige Grund sein kann.

    Ich denke, gerade, wenn Massen von Maedchen sich so einen Job wuenschen, dann hats auch einfach mit dem Gesellschaftsbild zutun. Stars sind die, denen zugejubelt wird, die bekommen alles, was sie wollen, wird immer behauptet. Ich denke, unabhaengig davon, was sie selbst schon haben, reizt viele Kinder und auch Jugendliche dieser Glaube einfach. Haengt vielleicht auch mit unserer Konsumgesellschaft zusammen: dicke Autos, immer mehr Geld, immer mehr Bewunderung - also, dass Leute, schon Kinder, sich sowas wuenschen.
  5. rougenoir schreibt am 23.11.2009 um 21:15 Uhr:Na ja, vielleicht habe ich es nicht ganz so gekonnt ausgedrückt, aber genau das habe ich eigentlich auch gemeint, dass es da Berufe gibt, für die man sich einfach berufen fühlt ;), egal welches Ansehen man damit in der Gesellschaft hat.
    Das ist es eigentlich, was ich mit "Berufung" meine, dass man Spaß hat an dem was man tut, also eigentlich seine Arbeit liebt. Ich finde es schrecklich so viel Zeit seines Lebens in etwas investieren zu müssen, was einem nicht wirklich Freude macht, das lerne ich gerade höchstselbst kennen :) ... wenn man sich Montags auf Freitag freut, und täglich erst auf die Mittagspause und dann auf den Feierabend *g*.

    Na ja, mit der Liebe und Anerkennung mag ich es mir wahrscheinlich etwas zu einfach gemacht haben (wobei es ja solche Fälle gibt, aber das alles zu verallgemeinern ist auch nicht gerade ... ähmjah, "gut"). Die Komplexität der menschlichen Psyche ist dann doch nicht so leicht zu durchschauen ;).
    Ich habe mich da einfach mal ... auf Fälle gestürzt die mir bekannt sind, und dabei etwas zu sehr schwarz-weiß Malerei betzrieben *g*. Aber das ist ja auch der Sinn von Diskussionen, man lernt immer dazu :), in diesem Falle ich *hehe*.

    Ich denke nur oft darüber nach, woher dieses Gesellschaftsbild kommt, dass man immer "das bessere" (am besten noch verglichen mit diesem oder jenem anderen) haben muss. Wenn ich mich selbst mal "von außen" betrachte, dann sehe ich, dass ich glaube, ich wäre damit glücklicher, mit irgendetwas gekauftem ... oder etwas erreichtem, aber dieses "Glück" hält nicht lange genug an um mich dauerhaft auch nur ein kleines bisschen zufrieden zu stellen. Dieses ganze Konsumverhalten lehne ich eigentlich ab, aber so wirklich entkommen kann ich doch nicht.
    Bis jetzt bin ich eigentlich immer der Meinung gewesen, dass man sich einen Ersatz für etwas sucht. Also irgendein Etwas, welches wirklich glücklich macht. Blah, und mal wieder vermag ich es nicht auszudrücken, YAY! :D
  6. AngelInChains schreibt am 23.11.2009 um 21:59 Uhr:Naja, wenn ich so ueberlege, was mich gluecklich macht... In erster Linie in Stresszeiten, meine Ruhe zu haben, dann noch, Zeit in der freien Natur zu verbringen (aber so, dass es koerperlich angenehm ist, also weder mit zu wenig an im Schneesturm, noch bei 40 Grad im Wollpullover ;) ), ansonsten freu ich mich, wenn ich gesund bin, wenn ich ne angenehme Zeit verbracht hab, wenn ich mal wieder etwas Kuenstlerisches vollbracht hab (manchmal tu ich mich schwer, Sachen zu ende zu bringen, und ich bin gewoehnlich auch ziemlich selbstkritisch, und dann mit meinen Bildern nicht unbedingt zufrieden, wenn ich fertig bin)... Das sind zumeist irgendwie Sachen, die wenig mit Ruhm zutun haben ;) Ich will halt keine Hektik, sondern es bloss irgendwie angenehm haben. Ruhm gehoert da nicht dazu. Hauptsache Ruhe und Zeit, zu machen, was ich will.

    Was Materielles betrifft... Klar, einige Dinge, die ich angenehm find, sind auch mit Geldausgeben verbunden. ZB Reisen... Ohne Geld kommt man da nicht weit. Streng genommen kostets ja sogar Geld, durch Ruinen zu klettern: Taschenlampen, Batterien, Desinfektionstuecher ;) Ich hab auch Deko inner Wohnung stehen, und Kleidung und Accessoires mag ich auch ganz gern... Wobei ich irgendwie dabei immer das Gefuehl hab, ich will nicht um des Habens willen haben, sondern, weil ich mich halt atmosphaerisch wohl fuehle, wenn ich es um mich herum fuer meinen eigenen Geschmack schoen finde. Also ne schoene Wohnung, schoene Kleidung. Fuer mich selbst, es macht mir halt ne Freude, wenn ich Schoenes um mich hab (dazu zaehlt aber zB auch ein voellig kostenloser Sonnenuntergang).

    Was ich dann weniger nachvollziehen kann, ist, wenn Menschen Dinge nur kaufen, damit sie damit prahlen koennen. Von wegen "Ich hab teurere Sachen, als ihr alle!", oder "Ich hab ein neues teures Auto und ihr nicht!". Wieso muss man immer besser sein wollen? Mir isses immer so egal, was andere denken. Daher will ich weder besser als die sein, noch lasse ich mich von deren Meinung ueber meine Sachen irgendwie beeinflussen. Ich mag halt so leben, wie es mir gefaellt, voellig unabhaengig von anderen Menschen.

    Oder dieses staendige Hinterhergerenne nach Moden... Hm... Sollte man nicht Dinge kaufen, weil man sie selbst schoen findet, nicht, weil sie gerade als modisch gelten?

    Aber Geschmaecker sind verschieden und jeder soll sein Leben so leben, wie es ihm gefaellt, so lange er damit niemand anderem schadet.

    Nebenbei, ich finds auch absolut schrecklich, viel Zeit mit Dingen verbringen zu muessen, die man gar nicht mag! Ich merk das im Studium im Moment auch sehr.

    Dass viele Menschen so denken und dass man halt einen Beruf haben mag, mit dem man gluecklich ist, das kann ich mir vorstellen. Finde ich auch gut so. Aber wieso ist fuer viele der Berufswunsch gerade Star, aber nicht zum Beispiel Historiker? Das ist auch n spannender Beruf, wenn mans mag ;) Nee, ich mein einfach, es gibt so viele Berufe und Menschen muessten so viele verschiedene Interessen haben, wieso haeuft sich dann so ein riesiger Prozentsatz beim Berufswunsch "Star"? Hoffen die, viel Kohle fuer wenig Arbeit zu bekommen?

    Was das Immer-mehr-wollen betrifft, in Sachen Konsum... Also mir gehts so, wenn ich was Schoenes sei, das ich mir leisten kann, dann ist 2 auch besser als 1 - also, wenn ichs gebrauchen kann. ;) Wenn ich mich entschieden hab, ich will mir irgendne Skulptur (oder auch mehrere) in die Bude stellen, weil das mein Umfeld schoener (nach meinem Geschmack) macht, dann ist die Steigerung bei 2 Skulpturen natuerlich groesser, als bei 1 Skulptur. Wobei das dann irgendwo auch ne Grenze hat... Irgendwann ist die Bude naemlich voll.

    Aber ob man das so mit Glueck in Verbindung setzen kann? Ich denk, wenn man dem Konsum immer hinterher rennt, dann ist das eher stressig als schoen. Aber vielleicht isses einfach ne Frage der Geisteshaltung? Man kann ja alles irgendwie auch auf verschiedene Arten sehen. Ob man sich jetzt unter Zwang fuehlt, immer mehr haben zu wollen, oder ob man einfach Freude hat, sich ab und zu was zu goennen. Also quasi ohne einen inneren Zwang, kaufen zu "muessen". Es mehr als Zusatz, der halt Freude macht, zu sehen. Nach dem Motto "Wenn nicht, dann halt nicht".

    Ich merks bei mir aber bei Buechern. Da hab ich dann zB ne interessante Rezension gelesen und wuerd mir das Buch dann gern kaufen. Wenn das Geld knapp ist, und das dann halt nicht geht, dann denk ich auch "Son Mist, ich haett jetzt aber gern" ;) Wobei ich dann gedanklich meist wieder woanders bin. Dass ichs mir nicht leisten kann, deprimiert mich dann nicht wirklich. Ich merk mir das Buch halt vor, und wenn das Geld dann da ist, dann leiste ichs mir. Ich hab ne ewig lange Buecher-Wunschliste *g*

    Wobei ich bei mir immer merk... Mir gehts weniger ums haben. Mir gehts eher um die Nutzung der Sachen. Wenn ich mirn Buch kauf, freu ich mich aufs Lesen, wenn ich mir Kleidung kauf, freu ich mich nicht, die Kleidung zu haben, sondern halt, sie gebrauchen zu koennen. Wohnungsdeko gebraucht man insofern, als dass man sie ansieht. Irgendwie erscheint mir logisch, dass das Haben an sich ja nicht wirklich der Sinn eines Kaufs sein sollte... Wobei es solche Leute ja auch ne Menge geben soll. "Hauptsache haben".

    Wieweit kann man das jetzt mit Konsumkritik verbinden? ;) Ich muss ganz ehrlich sagen, ich konsumier manchmal gern. Allerdings vertrete ich gleichzeitig die Meinung, dass Konsum nicht alles im Leben sein sollte. Man sollte auch an anderen Dingen noch Freude finden koennen. Hab ich ja, zB an Spaziergaengen, Nebel, dem Sternenhimmel, usw. Das kann man sich nicht kaufen und kostet auch nix. Ich glaub, so lange man daran noch Freude haben kann, ist es alles ok.

    Wobei ich ja schon schrieb, jeder sollte am besten einfach so leben duerfen, wie es ihn selbst gluecklich macht. (Dafuer wurde ich schon als Hedonist beschimpft, was allerdings auch nicht stimmt, denn mir gehts nicht nur um Materielles und schon gar nicht bin ich der Meinung, dass man fuer den eigenen Genuss ueber Leichen gehen duerfe. Ich bin einfach der Meinung, dass jeder Mensch, sofern er niemandem damit schadet, ruhig nach Glueck streben darf, wie auch immer das aussieht. Ich frage mich, was der Meinung einiger Menschen nach daran so schlimm sein soll? Ich faende es sehr schoen, wenn alle Menschen gluecklich sein koennten!)
  7. rougenoir schreibt am 23.11.2009 um 22:41 Uhr:Eigentlich sehe ich das ALLES genauso :), nur leider bin ich eben nicht so frei mich kein bisschen für die Meinung anderer zu interessieren (obwohl das mein erklärtes Ziel ist).
    Kleidung kaufe ich auch zum tragen, selbst wenn ich es dann doch nicht tue, die Intention war doch: Kaufen zum tragen :). Ein anderer Grund will mir auch garnicht einfallen, obwohl es wohl Menschen gibt, die das so praktizieren.
    Gratisfreuden schätze ich auch sehr ... ach, was geh ich das alles durch, ich hab ja schon gesagt, dass ich das alles genauso sehe ;).
    Ich konsumiere also auch gerne, aber bei mir kommt da leider dieser Stress dazu, dass ich glaube etwas haben zu müssen (als Kind war das noch viel extremer bei mir, jetzt ... hmmm ... eher weniger), das mich dann ja ach so viel glücklicher macht ... und wenn ich es habe, dann ist es leider nicht mehr so beglückend wie ich dachte und schon wird dem nächsten Ziel nachgejagt.

    Bewusst mache ich das natürlich nicht, aber unbewusst ist es so. Darum frage ich mich auch, woher ein solches Verhalten kommt, wobei ich ja genau weiß, dass das kompletter Schwachsinn ist, was ich da unterbewusst veranstalte.

    Und eben so (ähnlich) stell ich mir das dann einfach mal bei anderen Menschen vor ;) und auch auf andere Bereiche bezogen. Also das "Star sein" z.B. (ich wollte ja Schriftstellerin werden ... oder Landwirtin *g*, als Kind). Wenn ich von mir ausgehe, dann glaube ich in der Anerkennung, Bewunderung und whatever von anderen Menschen irgendein Glück zu finden (wobei ich genau weiß, dass da keins ist, aber in meiner wundervollen Traumwelt macht das alles glücklich).

    Das habe ich nun fälschlicherweise einfach mal ... auf alle übertragen (wobei ich mich ja selbst immer aufrege, wenn meine Mutter ihre Gefühle zu irgendwas auf mich überträgt, arrrgh!). Ansonsten kann ich mir irgendwie keinen Grund vorstellen, das liegt einfach außerhalb meines Erfahrungsbereiches ;).
    Auch Besitztümer (wobei die mir in dieser Hinsicht vollkommen egal sind, Bewunderung will ich nicht für das was ich habe und Geld ... och nöh, unwichtig) bewirken ja irgendwie Anerkennung und Bewunderung?! Glaube ich zumindest. Jedenfalls hab ich immer gedacht, das wär der einzige Grund für Merceden und teure Kleidung ;).

    Im Grunde genommen wären Besitztümer also nur für mich da, zum erfreuen :) ... mein Haus, mein Boot, mein Pferd ... die Villa und die Kleidungsstücke, nicht um andere zu beeindrucken (weil mich das alles auch nicht beeindruckt *haha*). Aber das was ich kann und bin wäre was, mit dem ich gerne beeindrucken würde, also zumindest in meinem kranken Hirn. In Wirklichkeit bin ich größtenteils lieber alleine, lese, höre Musik oder rede ... :D und schreibe und träume vor mich hin und manchmal will ich einen ganz "nomalen" Beruf haben *hehe*.


    Hmmm, ich frage mich so langsam, ob ich damit das ausdrücken konnte, was ich wollte. Wahrscheinlich wieder nicht *mahaha*.

    Deinen letzten Absatz kann ich übrigens auch nur unterschreiben. Jeder sollte so sein dürfen, wie er es für richtig hält, solange dabei niemand zu Schaden kommt.

    Historiker/in fänd ich als Beruf übrigens auch total interessant, und so manch anderes ... z.B. Hausfrau, ganz ehrlich :).
  8. AngelInChains schreibt am 24.11.2009 um 00:32 Uhr:Die Meinung Fremder interessiert mich nur insofern, als dass ich es moegen wuerde, wenn ich anner Uni regelmaessig ne 1 in Klausuren bekommen wuerde ;) Hat ja irgendwie auch mit Meinung zu tun.

    Aber ansonsten isses mir ziemlich egal... Ich wuerd wahrscheinlich den gesamten Tag zu nix mehr kommen, wenn ich die ganze Zeit darueber nachdenken wuerde, wie andere Leute meine Kleidung, meinen Schmuck oder meine Meinungen finden. Klar, vielleicht ist mein Verhalten, mich darum nicht zu kuemmern, auch irgendwie ignorant. Aber ich finde, es geht einfach niemanden was an, daher isses mir eben auch egal, wenn sie urteilen, weil ich dieses Urteilen an sich schon falsch finde. Ja, das ist dann auch wieder eitel, ich weiss ;)

    Als Kind war ich auch materialistischer, als heute. Da wars auch haeufiger so "Was die anderen Kindern haben wollen, muss ich auch haben". Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das Haben den Habenwollens wegen war, oder nicht eher, um nicht mehr ausgegrenzt zu werden. Das war an der Schule echt schlimm in Sachen Gruppenzwang. Ich war immer Aussenseiter, weil ich das neuste Spielzeug nicht hatte, und keine Markenkleidung, und so weiter. Ich glaube, nur in der Hoffnung, nicht weiter andauernd beschimpft und verpruegelt zu werden, hab ich die Sachen dann auch haben wollen. Nicht wirklich aus eigenem Willen. Wobei ich die Sachen dennoch nie bekam. Aber nach der 6. Klasse war ich die ganzen gewalttaetigen Idioten dann auch los. Die an der neuen Schule waren zum Glueck toleranter.

    Ich glaub aber, meine materiellen Wuensche im Keim erstickt, hat dann aber die Tatsache, dass ich von meinen Eltern aus Prinzip NIE bekam, was ich wollte. Denn wenn ich mal selbst nen Wunsch hatte, bekam ich den nicht erfuellt. Nichtmal zu Weihnachten. Da wurde ich nie gefragt, was ich haben will. Es gab gefaelligst paedagogisch wertvolles Spielzeug ;) Und Taschengeld gab es auch kaum, also selbst kaufen war auch nix. Ich hab mich dann irgendwann mit abgefunden. Diese Tatsache, sich goennen zu koennen, was man will, kenn ich eigentlich erst, seitdem ich ausgezogen bin.

    Vorher war jeder einfache Wunsch echt ein Kampf. Ich musste mehrere Wochen darum kaempfen, ne Lederjacke tragen zu duerfen, weil mein Vater der Meinung war, das waer nix fuer Maedchen. Da war ich schon 14. Ich musste auch Monate, Jahre, darum kaempfen, anziehen zu duerfen, was ich will. Das war damals wie heute eher dunkle Kleidung. Aber wenn ich dann mal so raus wollte, gabs jeden Morgen durch meinen Vater dasselbe Geschrei: "So gehst du mir nicht auf die Strasse! Du siehst ja aus wie aus der Gruft! Was sollen die Nachbarn bloss denken!" Jeden Tag. Und jeden Tag bin ich dann stur geblieben und hab gesagt, noe, ich zieh nix anderes an. Dann musste mein Vater mich zwangslaeufig in den Sachen gehen lassen, weil ich sonst zu spaet zur Schule gekommen waere.

    Darauf hat ers dann versucht, meine schwarze Kleidung einfach nach der Waesche verschwinden zu lassen. Dann stand ich morgens in Unterwaesche anner Tuer und hab gesagt, ich haette nix anzuziehen. Da meinte der, mein Schrank waer doch voll. Da hab ich gesagt, noe, das zieh ich nicht an. Da drohte er mir, dann muesse ich eben in Unterwaesche zur Schule gehen. Natuerlich hab ich dann gesagt: "Okay, kein Problem", und wollt gerade raus gehen, da durfte ich dann doch wieder tragen, was ich wollte :P weil - Was sollen denn die Nachbarn denken, und die Lehrer, wenn ich in Unterwaesche da ankomme? ;)

    Lange Rede, kurzer Sinn: Mir war der banalste Mist verboten. Klar ist das Gestreite um Kleidung bisschen kindisch, aber mir gings einfach ums Prinzip: Ich lasse mir mit 16 nicht vorschreiben, was fuer Kleidung ich anziehen darf und was nicht! Zumal meine Kleidung ja nicht gerade freizuegig oder irgendwie extrem war. Wenns nach meinem Vater gegangen waer, haette ich aber wohl taeglich mit hellblauen Jeans und weisser Bluse zur Schule gehen sollen. Und wenn ich dem mit 16 nicht gezeigt haette, dass ich mir meine Kleidung nicht vorschreiben lasse, wie ein kleines Kind, dann haette der nie damit aufgehoert.

    Jaja, das war damals schon nicht leicht. Waer schoener gewesen, etwas verstaendnisvollere Eltern gehabt zu haben. Weil, ich finde, mit 16 darf man ja wohl schon einige Entscheidungen treffen, ohne dass die Eltern einem Vorschriften machen. Also solche Eltern wie meine wuensche ich keinem. Nur waren diese ewigen Zwaenge und Verbote wohl auch der Grund, dass ich irgendwann gar nicht mehr materialistisch war. Weil ich eben sowieso nie bekam, was ich haben wollte.

    Ja, aber woher kommt jetzt der Drang, zu glauben, ein Kauf wuerde einen gluecklich machen? Vielleicht isses ja so, dass einen das ja gluecklich macht. Nur eben nur kurz. Aber statt dann zu sagen "Noe, ist wohl doch nicht der richtige Weg", denkt man sich, gut, dann kauf ich eben nochmal, fuer nochmal n bisschen Glueck. Also, natuerlich muss das nicht bei jedem so sein, aber ich kann mir vorstellen, dass es manchmal so ist.

    Ob man da aber immer nen Ersatz sucht, fuer was Fehlendes? Ich weiss nicht, ob es wirklich fehlt. Vielleicht will man auch einfach mehr haben. Ja, oder es fehlt wirklich was. Und man sucht sich Materielles, um die Luecke zu fuellen. Stattdessen koennte man es ja auch anders zu fuellen versuchen, mit nem Hobby, Ablenkung, Kunst... Wobei es natuerlich so ne Sache ist, das seinem Unterbewusstsein erstmal schmackhaft zu machen.

    Aber wieso sucht sich das Unterbewusste dann erstmal den Weg uebers Materielle? Ich weiss nicht... Erziehungssache vielleicht? Oder vielleicht isses bei einigen Leuten einfach so, angeboren. Jeder ist ja anders.

    Ich denk aber auch, dass Kleidung oder ein teures Auto im Grunde schon Bewunderung ausloesen koennen. Und daher werden sich einige Leute die dann auch extra kaufen. Aber da gibts garantiert auch andere Gruende. Ich mein, man kann ja auch unabhaengig von dem, was andere Leute denken, bsp selbst Mercedesse total huebsch finden. Ich find, das ist dann ein "legitimer" Grund, sich einen zu kaufen. Wenn ich mal an mich selbst denk: In meine Wohnung kommt im Normalfall nie n Mensch, also die Sachen hier sieht ausser meinem Freund und mir keiner (ausser mal die Schwiegersippe, wenn die zu Besuch ist, wenige Male im Jahr), und ich hab hier so viel Zeug herumstehen, das zum Teil auch teuer war.

    Meine Traeume sind zum Grossteil wirr ;) Da bin ich kein Star oder sowas. Letzte Nacht hab ich getraeumt, in ner Irrenanstalt einzusitzen! Ich bin da mit ner Augenklappe herumgelaufen und habe Aerzte belaestigt. Frag mich nicht, was da los war ;) Aber besonders ruhmreich war das nicht *g* Ich fands lustig.

    Hausfrau faend ich als "Beruf" auch nicht schlecht. Wobei das bei mir nicht so die typische Hausfrauentaetigkeit waer. Aber einfach nur zu hause zu arbeiten, das waer toll. Dann wuerd ich die ganze Zeit malen, zeichnen, schreiben und naehen. Das waer echt ein Traum! Gerade, wenn da kein finanzieller Druck dabei waer. Also wenns egal waer, ob meine Sachen sich gut verkaufen, oder nicht. Wenn ich einfach machen koennte, was ich mag, ohne Zwaenge - wo wir wieder bei dem Thema waeren. Ich find, ne Taetigkeit zuhause, ohne Erfolgsabhaengigkeit, waere echt das schoenste fuer mich. Kein Druck, man kann die Zeit frei einteilen, und ich als relativ sozialphobische Person muesste dann auch nie unter Menschen, wenn ich grad nicht will. Das stell ich mir bei jeder anderen "normalen" Arbeit schrecklich vor... Zwangslaeufig in ein Buero fahren zu muessen und da zwangslaeufig anderen Menschen begegnen zu muessen.
  9. sternenschein schreibt am 24.11.2009 um 22:35 Uhr:@AngelInChains,
    @Rougenoir, und
    @Angel1968
    finde eure Standpunkte sehr interessant und tiefgehend. Sie zeigen ja auch etliches auf, was unter Umständen zu solch einer Situation führen kann.

    Vielleicht hat ja dieses bewundert sein wollen, bei den Betroffenen etwas damit zu tun "sein zu wollen". Etwas besonderes, da sie nicht merken das sie es ohnehin sind, wie jeder Mensch es im Grunde ja ist.
    Dieses Gefühl wird ihnen vielleicht sogar bei Casting, wenn sie gewinnen gegeben.
    Doch dann sind sie später iregendwann nur noch eine Art Produkt, eine Ware, das menschliche steht dann wohl ziemlich hinten an. Müssen und sollen nur noch funktionieren, wie sie sich dabei fühlen, da fragt dann wohl kaum noch einer nach.

    Ist aber in den anderen "normalen" Berufen ja oftmals ähnlich, dass da der Mensch nicht mehr gesehen wird, sondern er nur noch nach seinem Nutzen/Leistungs Verhältnis beurteilt wird. Dieses wohl sogar bei der Kassierin oder Altenpflegehelferin. In der Industrie wohl sowieso.
    Dieses haben wollen, um zu zeigen wer man ist, ist ja heutzutage sehr verbreitet.
    Ob es nun Markenklamotten oder die neuesten Handys, Flachbildschirme oder sonstigen technischen Geräte sind.
    Es ist ja schön und gut, wenn sich kemand über die Funktionen seines Neuerwerbs freut, aber viele wollen es wirklich nur haben um es zu zeigen..."guck mal", da sie denken damit Aufsehen und Anerkennung gewinnen zu können.
    Irgendwie traurig, wenn der Mensch an sich, nur noch so wenig zählt. Man vielleicht nicht interessant ist, da man dieses oder jenes nicht hat/besitzt.

    übrigens soll Daul Kim auch eine Ausbildung zur Künstlerin in Malerei gemacht haben.
    Kann ich mir bei ihrem Alter und dem Job den sie ausübte garnicht vorstellen, dass sie in diese Richtung ein Studium machte?
    Wobei die Frage ist, ob man durch ein Kunststudium zur Malerin werden kann?
    Ich denke, dieses kann man auch sein, ohne es studiert zu haben, und andere die es studierten, würde ich längst noch nicht als Künstlerin oder Malerin ansehen wollen.
    Fotografin soll sie auch noch nebenbei gewesen sein.

    Liebe Grüsse
    sternenschein
  10. AngelInChains schreibt am 24.11.2009 um 22:55 Uhr:Naja, sie soll ja gemalt haben und auch sehr gern fotografiert, also wieso kein Studium in die Richtung anfangen? So unwahrscheinlich finde ich das gar nicht. Und wenn es ein zeitsparendes Fernstudium war. Die Bedingungen, ein Studium anzufangen, sind in vielen Laendern ja auch sehr viel einfacher, als hier in Deutschland (es gibt Laender, da kann praktisch jeder studieren, kein Aerger mit Numerus Clausus, usw).

    Dass ein Studium einen aber nicht automatisch zum Kuenstler macht, und dass man auch ohne Studium Kuenstler sein kann, da stimme ich aber zu.

    Ich persoenlich bin Kunststudien ja eher etwas kritisch gegenueber eingestellt. Weil da immer Technik gelehrt wird, reine Technik. Kunst hat fuer mich aber auch eine Seele. Die ist nicht erlernbar, meiner Meinung nach. Klar, Techniken kann man lernen, man kann auch neue Stile ausprobieren, das lohnt sich auch immer. Aber Kunst bleibt fuer mich irgendwie tot, wenn man dann nicht auch etwas Eigenes ins Bild einbringt. Leider gibt es zu viele dieser Leute, deren Bilder seelenlos sind, die sich aber unglaublich viel auf sich einbilden, von wegen "Ich habe studiert, darum bin ich was!".

    Was mich bei Daul uebrigens wundert... Ich hab ja nun auch mal auf ihr Blog geschaut. Sie soll ja seit Jahren(!) ueber SVV und Selbstmordgedanken geschrieben haben. Wieso hat keiner eingegriffen? Sie hatte doch so viele Leser.
  11. rougenoir schreibt am 28.11.2009 um 22:47 Uhr:@AngelInChanes:
    Ich würde das nicht als eitel ansehen nichts auf die Meinung anderer zu geben, eigentlich will ich das genauso und ich versuche es auch genau so zu "handhaben", leider ist diese Information noch nicht ins Unterbewusstsein vorgedrungen und Meinungen anderer beeinflussen mich doch (leider) sehr. Für mich ist dieser Zustand der "Gleichgültigkeit" gegenüber diesen (subjektiven) Meinungen eigentlich DAS momentan höchste anstrebbare Ziel (und dahinter kommen dann die ganzen saudoofen Ziele, die was damit zu tun haben "jemand" zu sein, in den Augen anderer).

    Wenn ich meine Situation in der Kindheit/ mit deiner vergleiche kann ich sogar noch weniger verstehen, warum mir das alles nicht egal ist. Ich hatte zwar eher weniger als die anderen, aber verprügelt worden bin ich nie, oder ausgegrenzt (okeh, ich hatte mal Markenklamotten, bäääh!), jedenfalls nicht komplett. Eigentlich müsste ich also ein schrecklich selbstbewusster Mensch sein ;), aber das war ich nie. Ich kann mich noch zu gut an frühere Geburtstage und Weihnachten und ... sonstwas erinnern. Vorher hab ich mich immer gefreut, dass ich irgendwas bekomme, aber im Nachhinein war ich dann sehr enttäuscht, wenn das Auspacken vorbei war ... dann war da nichts mehr. Also ging's irgendwie um das Haben?! Glaub ich jedenfalls.

    Ich durfte auch (fast) alles ... Schonmal anziehen was ich wollte, irgendwann auch Haare färben (also Knallrot, Blau, Lila ... eben alles was ich wollte, mit 13), Piercing mit 16 (was ich aber dann doch gelassen habe). Seltsam, seltsam ... (na ja, dafür war aber auch nix mit Fernsehn ... 3 Programme, YAY!, Internet, Handy ... hatte ich alles erst später als die anderen *g*).

    Über das Füllen von Lücken hab ich diverse Bücher gelesen, und ich kann schon sagen, dass es in meinem Fall so ist, dass ich mich irgendwie "leer" fühle und besonders dann, wenn es mir schlecht geht, dann "gönne" ich mir was ... Also ich kaufe irgendwas mehr oder weniger sinniges ... meistens aber wird dann gegessen *bäh*. Gestern erst ... eigentlich war mir ja schon etwas schlecht, aber nein, der Lebkuchen MUSS noch!! ... Komplett bescheuert, weil ich ja weiß, dass es nicht "gut" ist und es fühlt sich auch nichtmal mehr gut an, aber irgendwie muss es dann doch sein, weil das Seelenloch noch nicht voll ist ;). Allerdings scheint mir das Teil keinen Boden zu haben, denn es will immer mehr *maaah*!!
    Ich weiß zwar nichts über andere Süchte außer den eigenen, aber ich kann mir vorstellen, dass es ähnlich ist. Man versucht sein Gefühl besser zu machen und das eben mit der Sache, von der man gelernt hat, dass sie "gut tut". Wenn man also als Belohnung was Süßes bekommen hat, dann tut man das später auch so, wenn man sich selbst belohnen will ... jedenfalls hab ich das so gelesen, und auf mich passt das einfach.

    Na ja, Nachts träum ich ganz andere Sachen, aber wenn ich mich aus der Realität verabschiede, dann finden mich da immer alle sehr toll *möp* (das is nu sehr peinlich, aber so ist das *mahaha*) in meiner wundervollen "Sick Sad Litte World" ... eigentlich ist das so wie "verliebt sein", wenn ich in meiner eigenen kleinen Welt verschwinde, in der mich alle mögen, dann ist die Welt da draußen auch sehr viel positiver, oder auch nur leichter zu ertragen ;).

    Uaaaah! Der letzte Abschnitt könnte wirklich ganz genau so von mir stammen!! Das ist wirklich sehr seltsam, aber ich glaube, ich würde genau dasselbe tun ... Vor allem Nähen ;), Malen aber auch ... und überhaupt, sehr viel kreatives, denk ich (wobei ich jetzt nicht weiß, ob ich mich wirklich dazu aufraffen würde. Für ein Jahr habe ich nämlich diesen Luxus genossen einfach zu Hause sein zu dürfen, aber ich habe nicht so sehr viel daraus gemacht). Eigentlich habe ich schon den kompletten Businessplan gemacht. Vorerst wird das "Design" im Internet verkauft und wenn man dann einen gewissen Bekanntheitsgrad hat könnte da noch ein real existierender Laden dazu kommen, der natürlich auch noch toll eingerichtet ist (ich weiß da auch schon wie *hust*) ... in dem Fall geht es ausnahmsweise nicht darum besonders beliebt zu sein, sondern eher darum den "richtigen" Beruf zu haben, einen der mich glücklich und zufrieden macht, egal wie bekannt und beliebt ich wäre, ... ich fühle mich mit dem Gedanken einfach total wohl etwas eigenes zu haben, was mit Kreativität zu tun hat. Wenn ich mir dann noch keine Gedanken um finanzielle Belange machen muss ... perfekt (natürlich schon wirtschaftlich logisches Handeln, aber nicht dieser immense Druck). Traumwelt, ich komme ... nein, ich bin schon da ;).


    Zu Kunst habe ich auch eine solche Einstellung ... Na ja, ich würde schon gern gewisse Techniken lernen, aber eigentlich nur um das ausdrücken zu können, was ich gerne ausdrücken würde ;). Technik kann ja sehr hilfreich sein, aber ein seelenloses dafür aber technisch perfektes Kunstwerk ist doch eher weniger ... öhm, interessant :).

    Liebe Grüße
  12. AngelInChains schreibt am 28.11.2009 um 23:31 Uhr:Hm... Also wenn du dich aufs Geschenkeauspacken immer gefreut hast, dann hat dich vielleicht die Ueberraschung gereizt, nicht das haben? Also das Auspacken von Dingen find ich auch spannend, jedenfalls, wenn ich nicht weiss, was drin ist. Ich glaube, das ist so ein ganz normales Neugiergefuehl.

    Koennte es vielleicht sein, dass man Selbstbewusstsein gerade dann bekommt, wenn man eben von Anfang an kaempfen musste und eben nicht ueberall und immer akzeptiert wurde, im Gegenteil sogar? Also nicht, dass man anders kein Selbstbewusstsein haben koennte, aber ich denke, wenn man kaempfen muss und merkt, man kann sich durchsetzen, dann staerkt das das Selbstbewusstsein schon sehr. Wobei es sicherlich auch Leute gibt, die an diesem Kampf verzweifeln, wo das dann alles ins Gegenteil ausschlaegt. Also dass die Leute dann gerade kein Selbstbewusstsein haben, weil sie andauernd nicht anerkannt worden sind.

    Ich denke, dieses Leeregefuehl ist, ohne, dass das jetzt boese gemeint ist, ne Art seelischer Schaden. Den haben viele. Ich wuerde mich da gar nicht ausnehmen. Der eine isst dann halt als Ersatz, der andere kauft ne Menge, einige versuchen, es zu ignorieren, andere schaden sich selbst oder anderen... Hm... Was kann man da machen? Eigentlich schon komisch, dass das gerade heute in unserer Gesellschaft immer mehr Menschen betrifft.

    Genauso diese Tendenz, sich halt in ne Traumwelt zu befoerdern, so gut und oft es geht ;) Klar erleichtert das die Realitaet. Hm. So lange es niemandem schadet, ist das wohl auch ganz okay so. Muss halt jeder selbst fuer sich entscheiden. Ich traeume auch gern, tags und nachts. Wobei meine Tagtraeume auch nix damit zutun haben, gemocht zu werden, oder so. Meistens traeume ich dann von interessanten Landschaften. Schon komisch ;) Ist wohl so bei Staedtern ;)
  13. rougenoir schreibt am 29.11.2009 um 00:52 Uhr:Hmjah, das kann es natürlich auch gewesen sein ;). Auf das was drin war hab ich mich auch immer gefreut, aber nur kurzfristig. Heute ist das irgendwie anders, ich freu mich nicht mehr so enorm vorher, sondern eher nachher ;).

    Ich denke das kann sehr gut sein. Wenn man lernen muss sich gegen andere zu Behaupten stärkt das sicher das Selbstbewusstsein. Ich bin ja auch immer extremst schockiert, wenn ich sehe, wie es in der Familie meiner Mitbewohnerin "abgeht" ... da wär ich jedenfalls schon längst eingegangen, dauernd Streit wegen nichts. Vielleicht wär ich da auch ganz anders geworden, wenn man mich hier abgehärtet hätte, oder es wäre das komplette Gegenteil geworden ... kommt ja immer drauf an, wie man das "aufnimmt".

    Jaaah, ich glaube ich habe einen gewaltigen Schaden ;). Nein, ganz ehrlich, davon bin ich überzeugt :), und es geht mir ja auch nicht gut damit. Mit dem ganzen Mist ... dem Essen, dem Einkaufen und dem "Everybody's Darling" sein wollen ...
    Heh, ich will auch von schönen Landschaften träumen!! Meine Träume sind komplett bescheuert und ich hasse mich ein bisschen selbst dafür, dass ich die habe. Sie könnten ja auch wenigstens etwas sinnvoller sein.
    Es gibt da übrigens auch noch die gewollte Traumwelt, das ist allerdings dann doch sowas wie eine Landschaft und hat nichts mit anderen Menschen zu tun, nur leider komm ich da nur in Momenten vollkommener Ruhe ... also in meinem Fall mit passender Musik *möp* (Ruhe? geht nicht, leichte Musikabhängigkeit) hin, leider nicht tagsüber ;).

    Ich hab mir auch gedacht ... schadet ja niemandem, außer mir vielleicht *hehe* ... und sieht auch niemand, außer vielleicht die "Spätfolgen", die ich leider leider nicht so gut verbergen kann. Mist!

    :)

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