Gedanken oder Fragen

22.01.2009 um 18:35 Uhr

Die Arge, eine Erfolgsgeschichte als Sterbehilfe Unternehmen

Stimmung: gut

Sterbehilfe ist in Deutschland verboten.
Und doch feiert die ARGE eine Erfolgsgeschichte als Deutschlands grösstes Sterbehilfeunternehmen.

Wie "Report Mainz" berichtete, strich die Arge Greifswald einem 53 jährigen Arbeitslosen für 9 Monate sämtliche Leistungen. Teilweise verlor er sogar seine Krankenversicherung.
Da er ohne Geld seine Miete nicht mehr bezahlen konnte, wurde er zwangsgeräumt und im Winter auf die Strasse gesetzt.

Die Arge Greifswald argumentierte, er sei nicht Kooperationsbereit gewesen.
So war der Proband z.B. nicht der Forderung der Fallmanagerin der Arge nachgekommen, Bewerbungen zu schreiben.
Nein, das tat er einfach nicht. Uneinsichtig wie er war. Hätte er doch machen können, oder?

Der Arneitslose ist zwar Analphabet, kann nicht lesen und schreiben. Was die Arge auch wusste. Aber dieses ist doch noch lange kein Grund keine Bewerbungen zu schreiben, oder?
Vorschrift ist Vorschrift und Pflicht ist Pflicht.
Wer nicht arbeitet braucht auch nicht essen, und wer nicht schreiben und lesen kann, scheinbar schon garnicht.

Sterbehilfe ist in Deutschland verboten.
Aber was ist es anderes als Sterbehilfe, wenn man einem Menschen sämtliche finanziellen Zuwendungen entzieht, so dass er langsam verhungern muss und dazu noch im Winter auf die Strasse setzt?

Natürlich fällt keiner bei Streichung der Leistung sofort tot um. Das würde die Arge auch nicht wollen, dass die von ihnen 'betreuten" Opfer noch in den Fluren der Arbeitsämter verenden und sie sich dann noch um dei Entsorgung der Toten kümmern müssen.

Nein, das geht schleichender und subtiler vor sich. Erst werden die Probanden solange gemobbt, gegängelt und getriezt, bis sie nicht mehr Leben wollen. Und dann leistet die Arge Sterbehilfe indem sie ihnen die finanzielle Lebensgrundlage entzieht.

Sterben dürfen sie dann alleine, draussen in den Wäldern auf Hochsitzen, auf Parkbänken in den Städten, manchmal auch noch in der Wohnung, wo dann beim Räumungsbeschluss der Tote gefunden wird.

Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Ausser von der Arge, die darf die Menschen entwürdigen. Von der Regierung so geplant, gewollt und vorgeschrieben.

Aktive und passive Sterbehilfe in Deutschland ist verboten. Doch nicht für die Arge, von der Regierung so geplant, gewollt und vorgeschrieben.

Der Leiter der Arge Greifswald sagte, sie konnten aufgrund der Vorschriften nicht anders handeln.
Ob die Fürsorgepflicht verletzt wurde, dazu nahm er keine Stellung.

Die Hilflosigkeit des neu ins Projekt
"Mehr Obdachlose für Deutschland" integrierten 53 jährigen Arbeitslosen der nicht schreiben und lesen kann, war ihm im Gesicht abzulesen. Als seine ganze Habe entsorgt wurde, er sich eine Tasche mit dem nötigsten nahm und auf die Strasse ging. In der Gewissheit kein "Zu Hause" mehr zu haben.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. AngelInChains schreibt am 22.01.2009 um 18:56 Uhr:Die Frage ist: Was koennen wir alle gegen dieses Handeln der ARGE tun?
  2. Paulinchen schreibt am 22.01.2009 um 23:32 Uhr:Habe den Beitrag auch gesehen, war allerdings weniger entsetzt, weil ich weiß, dass sowas dutzendfach passiert. Es wird nach Schema F verfahren und gut. Leute, die sich nicht wehren können oder wollen, passiert das noch viel häufiger. Jugendlichen wird systematisch das Geld gestrichen, teilweise gehen sie von eine 100 % Kürzung in die nächste. Suchen sie dann endlich einen Anwalt auf, werden sie vorgeladen und auf Grund dessen im wahrsten Sinne des Wortes fertiggemacht, der Anwalt wird als unfähig hingestellt.
    Im Grunde hat es gar keinen Wert. Es geht nur ums Bewerbung schreiben. Es ist eine reine Formalie. Dass dabei was rauskommt, erwartet niemand. Und wenn dann gar nichts mehr nützt, bekommt eine 24jährige ausgebildete Erzieherin, den Auftrag, sich auf eine Stelle als Küchehilfe in Berlin zu bewerben. Als ob das... Aber egal.

    Verhungern wird übrigens keiner, denn dafür gibt es Bezugsscheine für die Tafel. Damit kann man sich dann die nötigen Lebensmittel von der Tafel oder auch von entsprechenden Supermärkten die Lebensmitteln abholen. Wenn das nicht menschenverachtend ist...



    Die allgemeine Behördenwillkür. Man kann sich nur durch Klagen werden. Und dazu muß man erst mal den Mut und den Weg finden...

    LG
  3. Seren_a schreibt am 23.01.2009 um 00:07 Uhr:Das *Leben* ist kein Irrtum... Aber was ist mit *dieser Welt*? ;-)
    LG, Serena
  4. 1mishou schreibt am 23.01.2009 um 14:35 Uhr:@Paulinchen: Was du dagegen tun kannst? Vielleicht die richtige Partei wählen...oder soll ich besser sagen nicht die falsche?
    Die Arge tut das, was in ihrem Rahmen liegt. Obs richtig oder falsch ist, das weiß ein jeder von uns. Was mich aufregt, ist, dass sie den dazu nötigen Gesetzesrahmen haben und keiner was dagegen unternimmt. Hauptsache Frau Merkel kann sich im Stuhl zurück lehnen und muss nicht auf die Straße im eisigsten Winter!!!
    *wutschnaub*
  5. Anhalli schreibt am 23.01.2009 um 19:17 Uhr:Hartz 4 ist der absolute Fluch des Jahrzehnts. Mehr fällt mir dazu kaum noch ein. Ein Fluch, dessen Nachwirkungen man sogar noch spürt, wenn man gar nicht mehr so davon betroffen ist. Genauso diese anderen Transferleistungen wie BAfög usw.
    Aber die Politiker werden die Ernte davon schon noch einfahren, und sie wird nicht üppig sein. Ich denke allein daran, wie viele Jugendliche nach sechs Semestern im Regen stehen, weil plötzlich BAfög nur noch auf Darlehensbasis gezahlt wird. Hoch verschuldet ins Arbeitsleben oder in die Arbeitslosigkeit. Na denn...
    Liebe Grüße
    Anhalli
  6. sternenschein schreibt am 27.01.2009 um 10:30 Uhr:@Anhalli,
    ja, Hartz IV ist wirklich ein Fluch der auf der Gesellschat liegt.
    Ein gewollter Fluch, von Müntefering Steinmeier, Cleents, Schröder, Merkel, Wsterwelle, und den Grünen, die Hartz IV mit beschlossen haben. Und dieser Fluch spatet leider auch die Gesellschaft.
    @AngelInChains,
    gute Frage. Um die Arge zu entmachten müssten wohl die Regierenden die diese Gesetze befürworten abgelöst werden. Das wäre aber wohl nur der Fall, wenn ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden würde.
    @Paulinchen,
    das ist wirklich alles menschenverachtend.
    Und diese Gegebenheiten mit den Leistungskùrzungen kommen häufiger vor, als wir denken.
    Es ist eine Gesetzgebung, die sich um die Grundrechte und das Grundgesetz nicht schert.
    Die Wùrde des Menschen ist unantastbar. Und doch wird sie aufgrund dieser Gesetze immer wieder mit Füssen getreten.
    Vertragsfreiheit. Und doch werden die Arbeitslosen gezwungen, unter Androhung massiber Nachteile, eine Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben, ob sie wollen oder nicht. Das widerspricht der Vertragsfreiheit.
    Es darf keiner zu Zwangsarbeit gezwungen werden. Sie ist in Deutschland verboten.
    Und doch werden die Menschen gezwungen ein Euro jobs anzunehmen.
    Wann gibt es Entschädigungen für die Zwangsarbeiter von heute? Wan gibt es Entschädigungen für die Heimatvertriebenen und Zwangsumgesiedelten, die vom Amt gezwungen werden der Arbeit hinterherzuziehen?
    Es ist ein Unrecht ohnegleichen.
    Die Argemitarbeiter können im Grunde nichts dafür, denn es sind ja nur die Gesetze, Richtlinien und Verordnungen der CDU/SPD Regierung, die sie umsetzen.
    Oder können auch die Mitarbeiter der Argen, der Arbeitsämter etwas dafür, wenn sie diese ungerechten Gesetze durchsetzen? Hätten auch sie sich gegen diese menschenverachtenden Gesetze zur Wehr setzen müssen? Machen sie sich als Vollstrecker mitschuldig?
    @Serena,
    diese Welt ist in Ordnung, nur wir machen sie manchmal zu einem Ort, der zumindest zu denken gibt. Zu einer Welt in der vieles geändert werden müsste. Und zwar zum besseren und nicht zum schlechteren.
    @1Mishou,
    du sprichst mir aus dem Herzen.
    Am liebsten würde ich ja mitschnauben, nur hilft das nicht so viel.;-) Da pranger ich lieber an, ob das was hilft, ist zwar auch die Frage, aber ich hoffe darauf.
    Liebe Grüsse und danke für eure Kommentare.
    sternenschein
  7. Seren_a schreibt am 27.01.2009 um 11:44 Uhr:Lieber Sternenschein, meine Definition von einer Welt, die in Ordnung ist, ist: "Leben". Die Welt jedoch ist wie sie ist, das sehen wir ja. Sie ist nicht in Ordnung, dafür gibst Du hier in diesem Blog so viele Beispiele. Dass sie in Ordnung sei, ist eine Wunschvorstellung. ... Vielleicht kann man das ändern, aber im Moment ist es eben so.
    LG, Serena

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