Gedanken oder Fragen

07.07.2012 um 09:44 Uhr

Die heilende Liebe oder die gebrochene Macht der bösen Zauberin

Und dann packte sie eine Schere und schnitt Rapunzels langen goldenen Haarschopf ab.
Danach brachte sie das Mädchen an einen neuen abgeschiedenen Ort.
Die Zauberin aber band Rapunzels Haare an den Fensterrahmen des Turmfensters, und als abends der Prinz kam und rief, da liess sie sie hinab. Was aber machte der Prinz für grosse Augen, als er oben nicht Rapunzel fand, sondern die erboste Zauberin.
Und sie sagte: "Du wirst Rapunzel nie wiedersehen, denn ab jetzt sollst du blind umhergehen". ( Wie gemein ist das denn? )

So irrte der Prinz ohne Augenlicht lange im Wald herum und ernährte sich von Wurzeln. Rief dabei immer den Namen seiner Liebsten: "Rapunzel". Und auf dieser ziellosen Wanderschaft gelangte er auch eines Tages zu dem abgeschiedenen Ort, wo Rapunzel jetzt lebte. Und Rapunzel hörte ihren Namen rufen, erkannte seine Stimme und ihn sofort. Umarmte ihren Liebsten und weinte vor lauter Glück.
Und zwei von ihren Tränen fielen auf seine Augenlieder, und da wurden seine Augen wieder klar, und er konnte sehen wie früher.
Jetzt konnte er Rapunzel endlich in sein Land führen, wo man ihn mit Freuden empfing. Und die beiden lebten noch lange und waren ein Herz und eine Seele.

Frei nach dem Märchen Rapunzel der Gebrüder Grimm.

Bei diesem Märchen kann man sehen "Liebe macht nicht nur Blind", sie kann auch heilen und "sehend machen".

Wie sagt doch Karlheinz Deschner:

"Liebe, an jemand denken, ohne nachzudenken"
"Wer liebt, vergleicht nicht mehr"

Zitate: Karl Heinz Deschner
Ich mag ja seine "Bissige Aphorismen.
Besonders an diesem "Wer liebt, vergleicht nicht mehr", ist viel wahres dran.
Für den der liebt, versinkt die Vergangenheit, macht einer neuen Zukunft Platz und lässt sie in einem hellen Licht erstrahlen. Was zählt da noch ein vorher oder nachher?
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. S_Hase schreibt am 07.07.2012 um 10:34 Uhr:Sie waren so glücklich bis an ihr Ende, weil sie sich nach der Blindheit des Verliebtseins wirklich zueinander fanden.

    Ach so ist das gemeint? "Wer liebt, vergleicht nicht mehr" habe ich immer so verstanden, dass man den Menschen, den man liebt nicht mehr mit anderen vegleicht, seine Vorzüge gegen Fehler nicht mehr aufwiegt, sondern ihn als Ganzes betrachtet.
  2. Majas_Traumwelten schreibt am 07.07.2012 um 10:38 Uhr:Liebe selbst kann gar nicht blind machen - ich behaupte ja immer, dass es die Projektion, die wir von diesem Menschen in unserem Oberstübchen anfertigen und dann dem anderen wie eine zweite Haut überstülpen, die Blindheit verursacht. Wenn der andere sich dann gegen diese zweite Haut logischerweise wehrt und sich selbst zeigt, wie er nunmal ist, sind wir ent-täuscht. Aber für diese Enttäuschung sind wir selbst verantwortlich, wollten wir doch, dass der andere genauso ist, wie wir ihn uns immer erträumt und gewünscht haben.

    Wer wirklich liebt, der braucht die Projektion nicht, weil er das Original so wie es ist liebt und schätzt.

    So jedenfalls sehe ich es :)

    Lg
    Maja
  3. Lohan schreibt am 07.07.2012 um 13:11 Uhr:Das habe ich gerade sehr gerne gelesen... fühlt sich gut an! Vielen DAnk!
  4. sternenschein schreibt am 16.07.2012 um 02:11 Uhr:Jetzt werden Kommentare nicht angezeigt, obwohl sie per Mail von Blogigo gezeigt werden.
    Ob da die Zauberin ihre Hände im Spiel hat?
  5. S_Hase schreibt am 16.07.2012 um 08:53 Uhr:Natürlich! Und jetzt wissen wir ja auch, wer für die anderen Fehler hier bei blogigo in den vergangenen Tagen verantwortlich war. ;-)
  6. ascentive schreibt am 16.07.2012 um 17:16 Uhr:"Wer liebt, vergleicht nicht mehr" > das kann ich nur bestätigen!

    LG
    ~Anja~


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