Gedanken oder Fragen

13.03.2009 um 16:44 Uhr

Goethe missbrauchte die Sprache

Stimmung: gut

Der Mensch ist eigentlich nur berufen,
in der Gegenwart zu wirken.
Schreiben ist ein Missbrauch der Sprache, stille für sich lesen ein trauriges Surrogat der Rede.
Der Mensch wirkt alles, was er vermag, auf den Menschen durch seine Persönlichkeit, die Jugend am stärksten auf die Jugend, und hier entspringen auch die reinsten Wirkungen.
Diese sind es, welche die Welt beleben und weder moralisch noch physisch aussterben lassen.

Zitat: Johann Wolfgang von Goethe
( Dichtung und Wahrheit )

Hätte Goethe nicht die Sprache missbraucht, in dem er schrieb, würden wir heute von seinen Gedanken nichts, aber auch garnichts wissen.

Ist schreiben nicht mehr als ein Missbrauch der Sprache, mehr als ein trauriges Surrogat der Rede?
Geschriebenes kann einen ganz eigenen Zauber entwickeln. Etliches würde man vielleicht anders sagen, als schreiben. Vielleicht auch einiges von dem geschriebenen garnicht aussprechen.
Auch geschriebenes kann seine Wirkung auf den Menschen entfalten. Sehr sogar, wie ich finde. Teils sogar mehr, als das gesprochene Wort.
Wieviel geschriebenes der grossen Philosophen hat seine Wirkung in den Menschen entfaltet, die dessen Rede niemals hätten hören können, da sie zu deren Zeiten nicht lebten.
So lebt doch das Wort in der Schrift fort.
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. AngelInChains schreibt am 13.03.2009 um 17:17 Uhr:Wie lautet denn der Kontext des Zitates? Doch nicht etwa "XY hat gesagt, dass..."? Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass Goethe so eine Aussage macht, mit der er eigentlich seine eigene Arbeit schlechtredet. Wobei, als er aelter war, war er ja schon etwas senil ;) Wobei er da ja eigentlich auch etwas gegen Jugendliche hatte, wobei das in dem Zitat wieder nicht so aussieht.

    Nebenbei... Wuerden Jugendliche nur von Jugendlichen beeinflusst seien, waeren sie heute das Moralischste und Reinste der Welt? ;)
  2. sternenschein schreibt am 14.03.2009 um 21:12 Uhr:@AngelInChains,
    interessante Fragen.
    Ich war selbst über dieses Zitat verwundert, da Goethe ja sehr viel schrieb.
    Sprache ist zum sprechen da. Es ist eine kulturelle Errungenschaft, wie ich finde, dass die Sprache sich auch über Schrift mitteilen lässt.
    In welchem Zusammnhang er dieses Zitat schrieb konnte ich noch nicht herausfinden.

    Da ich das sehr umfangreiche Werk "Dichtung und Wahrheit" von ihm nicht besitze.
    Im Internet wird irgendwo dieses Zitat eigenartigerweise ohne das Wort Jugend gebracht.
    Dafür fand ich aber einiges anderes interessantes über Goethe im Netz. Nichts ist umsonst.;-)
    In manchen Fällen könnte dieses Einflussnehmen der Jugend auf die Jugend als moralischte der Welt schon hinkommen.
    Denn es gibt doch etliche Jugendliche, die eine höhere Moralvorstellung von der Welt, wie sie sein sollte, besitzen, als so mancher Erwachsene, der durch die Welt wie sie nun mal ist, dieses schon lange aus den Augen verloren hat.
    Liebe Grüsse
  3. AngelInChains schreibt am 14.03.2009 um 21:46 Uhr:Manche Faelle, ja. Aber sind die Faelle, die sich Gedanken ueber die Welt machen, nicht sowohl unter den Erwachsenen als unter den Jugendlichen eher selten? Ich kann natuerlich immer nur fuer meine eigenen Erlebnisse sprechen. Aber wenn ich mir so ansah, mit wem ich in der Schule sass und mit wem ich jetzt studiere - fuer die meisten zaehlt da nur Saufen und Party machen, mehr interessiert die meisten leider nicht. Ausnahmen sind vielleicht 3-5 Menschen unter 150.

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