Gedanken oder Fragen

28.12.2010 um 00:45 Uhr

Hätte das Jesuskind heute überlebt ?

Wenn Jesus heute zur Welt kommen würde,
hätte er dann überlebt?
Oder würde er einfach aus dem Fenster, von Maria, in den Schnee geworfen, so wie es einem neugeborenen Säugling in Charlottenburg erging?
Dort entband eine Frau heimlich ein Kind, öffnete das Fenster und warf das Neugeborene einfach aus dem Fenster in den eiskalten Schnee des Hinterhofes. 

Nachbarn hörten einen Aufprall und Gewimmer.
Dachten es sei eine Katze aus einem Fenster in den Hof gefallen.
Als sie nachschauen gingen, fanden sie einen nackten Säugling im Schnee liegend.
Nahmen ihn mit in ihre Wohnung, wickelten es warm ein und riefen den Notarzt.
Das Kind konnte aufgrund der Unterkühlung und seinen Verletzungen nicht mehr gerettet werden.

Die Polizei fand in einer der Wohnungen die 20 jährige Mutter und verhaftete sie.
Ich kann es nicht wirklich begreifen, selbst wenn diese Frau vielleicht auch in einer schlimmen Notlage gewesen sein mag.
Es gibt doch auch in Berlin Babyklappen. Ist zwar nicht das optimale, aber das kind würde noch leben und die Mutter hätte anonym bleiben können, ohne sich strafbar gemacht zu haben.

Und so ganz scheint es mit der Mutterliebe, die automatisch bei der Geburt entsteht, auch nicht zu stimmen. Jedenfalls nicht in jedem Fall.
Denn sonst hätte diese Mutter so eine Handlung, ihr Kind einfach aus dem Fenster in den Schnee zu werfen, nicht durchführen können. 
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Nasoetwas schreibt am 28.12.2010 um 08:01 Uhr:So verhält sich eigentlich nur ein Mensch wenn etwas mit ihm nicht stimmt. Ich frage mich: "Was war der Auslöser, womit wurde diese Frau nicht fertig?"

    Bei mir war die Mutterliebe bereits in der 7. Schwangerschaftswoche voll entwickelt. Es war die aufregendste aber glücklichste Zeit in meinem Leben.
  2. ameamagao schreibt am 28.12.2010 um 13:16 Uhr:Sah vor ein paar Wochen eine Reportage über eine Frau, die ihr Neugeborenes im tiefsten Winter einfach aussetzte, anstatt es zur Babyklappe zu bringen. Ihre Geschichte (runtergebrochen): Ihr Freund war gewalttätig, wollte ihren ersten Sohn schon nicht, sie hatte Angst um ihr Leben, wenn er mitbekommt, dass sie schon wieder schwanger ist. Angeblich hat er ihre Schwangerschaft nicht bemerkt, aber die neun Monate lebte sie in Todesangst und dann war das Baby/die Ursache ihres Leidens da und die Zeit der Angst war endlich vorbei, als sie es einfach loswerden konnte.


    Es ist grausam und schrecklich.. Nachvollziehen kann ich es immer noch nicht ganz, aber ich gebe Nasoetwas recht: Mich beschäftigt da auch die Frage, womit die Frau nicht fertig wurde.
  3. annaswelt schreibt am 28.12.2010 um 17:54 Uhr:Was die Frau auch antrieb so etwas zu tun musste ihr klar sein, dass sie zeitnah gefasst würde, um sich zu verantworten, denn sie hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, ihre Tat zu vertuschen. Ich frage mich wirklich was in solchen Momenten in diesen Müttern vorgeht.
    (Die Mutterliebe stellt sich übrigens leider nicht bei allen und sofort ein. Manche Mütter leiden hormonbedingt auch erstmal an Wochenbettdepressionen.)
  4. Nasoetwas schreibt am 28.12.2010 um 18:18 Uhr:wie diese junge Rumänin dazu kam als Prostituierte zu arbeiten kann auch vielerlei Gründe haben. Wer weiß unter welchem Druck sie stand.
    Ich kann mir vorstellen, dass es ein Horrorleben war. Deshalb hüte ich mich davor ein Vorurteil abzugeben. Es wird sich alles klären.
  5. S_Hase schreibt am 29.12.2010 um 15:45 Uhr:Nichts entsteht "automatisch", auch Mutterliebe nicht. Menschen machen doch ständig irgendwelche Dinge, die andere nicht so recht nachvollziehen können, aber nur bei solchen extremen Sachen wundert man sich darüber.
  6. ameamagao schreibt am 29.12.2010 um 15:58 Uhr:
    annaswelt:Was die Frau auch antrieb so etwas zu tun musste ihr klar sein, dass sie zeitnah gefasst würde, um sich zu verantworten, denn sie hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, ihre Tat zu vertuschen.


    Glaubst du wirklich, dass jemand, der unter Schock steht, Todesangst erleidet, so rational ist und daran denkt, dass er da eine Straftat begeht? Diese Frauen befinden sich oft in einer Ausnahmesituation aus Todesangst, Schock und jede Menge Verdrängungsmechanismen.

    Rechtfertigt nicht die Tat, um Gottes Willen - aber viele befinden sich in so einer extremen Ausnahmesituation, dass wir es nichtmal ansatzweise nachvollziehen können.
  7. S_Hase schreibt am 29.12.2010 um 17:37 Uhr:Genau das wollte ich vorhin auch sagen. Die Frau hätte es bestimmt anders (unauffälliger) gemacht, wenn sie das von vornherein geplant hätte.
  8. Gast schreibt am 01.01.2011 um 15:30 Uhr:Happy New Year Sternenschein
  9. sternenschein schreibt am 05.01.2011 um 20:15 Uhr:Danke für eure Gedanken hierzu.
    Besonders verwundert war ich über eine Meldung, dass die Törung direkt nach der Geburt, bei einer unehelichen Schwangerschaft, bis etwa zum Jahr 2000, als minderschwerer Fall galt, aufgrund der Konfliktsituation.
    Dieser Paragraph im StGB wurde also erst sehr spät abgeschaft.
    Was einiges über unsere Gesellschaft aussagt.
    Die Strafbarkeit dieser Tat ist für mich zweitrangig. Ich frage mich nur, was in einem Menschen vorgehen muss, so ein kleines hilfloses schreiendes Wesen, wie es ein neugeborenes Kind ist, aus dem Fenster in den Schnee, in den sicheren Tod zu schmeissen. Zumal noch als Mutter, die dieses Kind gerade zur Welt brachte.
    @ameamagao,
    deine Fallschilderung ist erschreckend, erklärt aber wohl so einiges an einem derartigen Verhalten.
    Liebe Grüsse an euch.
    sternenschein

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