Gedanken oder Fragen

29.10.2012 um 20:09 Uhr

Männer werden gnadenlos überschätzt

Jedenfalls als Partner, sagt @Hedera-
Ich musste dieses Thema einfach aufgreifen, da die Mädchen und Frauenblogs hier voll der Sehnsucht sind.
Der Sehnsucht nach einem "richtigen" Partner, einen an den man sich anlehnen kann, der immer da ist und wie der Fels in der Brandung zu einem steht. Sicher durch alle Untiefen des Lebens führt, mit seiner starken Hand den nötigen Halt gibt.
Halt der gesuchte Prinz ist, und sei es nur der Alltagsprinz.

Und ja, selbst @Hedera zeigt manchmal in ihrem Blog Anwandlungen dieser tiefen Sehnsucht nach dem Held in allen Lebenslagen.

Als Mann musste ich lächeln über Hederas Worte, aber auch ihr Recht geben, es ist wohl oftmals so wie sie es hier beschreibt.

postmoderne liebschaften/Herbstregendunkel

Seid ihr es nicht selbst alle, ihr Mädchen und Frauen, die ihr die Heldinnen eures Alltags seid? Du, Du und auch Du.

Ihr habt schon so vieles gemeistert, schwierige Situationen gelöst.
Und doch bleibt da immer diese unterschwellige Sehnsucht, nach dem Helden und dem Fels in der Brandung.

Wird der Mann als Partner den Frau unbedingt "braucht" wirklich gnadenlos überschätzt, ist es so wie Hedera es sagt?
Dass man dann irgenwann unvermittelt neben einem weinerlichen Waschlappen aufwacht der so garnichts mehr von einem Helden an sich hat?;-)
. Diesen Eintrag schrieb ich nicht für mich, sondern für Euch, für euch frauen und Mädchen, als Ode an die Frau und an @Hedera.;-) Er soll euch gewidmet sein.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. trinidad schreibt am 29.10.2012 um 21:05 Uhr:Ich glaube jede Frau meistert ihren Alltag und ist ihr eigener Held, schaukelt tausend Dinge gleichzeitig und ist stark, auch wenn sie es selbst gar nicht wahrnimmt. Es geht überall wohl eher darum einen Partner zu haben, den einen auffängt, wenn man mal eben nicht stark sein will...
  2. Valencia schreibt am 29.10.2012 um 21:07 Uhr:Ach, aber einen Mann hat Frau doch nicht als unerschütterlichen Fels in der Brandung. Das wäre eine asymmetrische Beziehung, wenn er immer der Starke und sie immer die Schwache wäre. Natürlich, hin und wieder anlehnen können, das tut gut. Aber es ist doch nicht der einzige Grund, sich auf einen Mann einzulassen.
    Auch ohne lässt es sich sehr gut leben und aktiv nach einem Mann suchen würde ich nicht. Wenn man das Glück hat, auf einen Mann zu treffen, mit dem man eine schöne gegenseitige Liebesbeziehung haben kann, ich gebe zu, das genieße ich auch gerade. Aber ich hab immer gerne zitiert: “A woman needs a man like a fish needs a bicycle”. :-) Und ich glaube tatsächlich, BRAUCHEN wäre zu viel gesagt!

    Liebe Grüße an alle Frauen da draußen, mit oder ohne Mann.
    Liebe Grüße auch an sternenschein, der uns diesen Eintrag widmet. ;-)
  3. Lohan schreibt am 29.10.2012 um 21:26 Uhr:Lieber sternenschein,

    wieder ein so wunderbarer Eintrag von Dir, der uns gewidmet ist. Ja, ich beziehe mich hier mit ein. Und ich danke Dir!

    Manchmal ist doch die Frage, ob ein Mann, der neben UNS starken Frauen lebt überhaupt noch stark sein darf? Kann er neben uns denn Sein? Denn seine Rolle haben wir ihm genommen. Durch unsere Selbstständigkeit, durch unsere Stärke. Was auch gut ist.
    Nur ist es dann richtig, sich darüber zu beschweren, wenn der Mann einmal schwach ist???
    Ich persönlich denke, dass wir alle weibliche und männliche Aspekte in uns tragen, die im günstigsten Fall ausgeglichen sind. Und treffen wir dann auf einen Partner, der in den weiblich- und männlichen Anteilen genauso ausgeglichen ist, dann darf Mann schwach sein und Frau stark. Einfach aus dem Augenblick heraus.

    Diese Vorstellung von der starken Schulter, dem Held, der uns verteidigt, vom Prinz auf dem weißen Pferd, der alle Situationen meistert und dann wieder im richtigen Moment der liebevolle, sanfte Mensch an unserer Seite ist, liegt wohl in unsererm Ursprung, in unserem Instinkt.

    Früher waren die Männer für's jagen und versorgen der Familie und die Frauen für's umsorgen der Familie, der Kinder verantwortlich. Dieses Information steckt ganz tief in unseren weiblichen Zellen und umso schwerer ist es für uns als Frau, sich davon zu lösen, für sich selbst zu sorgen, für sich selbst zu handeln und für sich selbst da zu sein.

    Viele lieben Grüße an Dich, alle schwach/starken Männern & stark/schwachen Frauen
  4. annaswelt schreibt am 30.10.2012 um 09:11 Uhr:Was für ein wunderbarer Eintrag. Alles andere wurde hier schon gesagt. Danke.
  5. Spring_Roll schreibt am 31.10.2012 um 10:28 Uhr:Helden? Ausgestorben ;-)
    (Die rettbaren Jungfrauen aber auch.)

    Mir würde es schon reichen zu wissen, dass der Mann neben mir nicht gleich umfällt, wenn ich mal irgendwann das Bedürfnis HÄTTE, mich anzulehnen ...
  6. Kieselstein schreibt am 01.11.2012 um 11:25 Uhr:Jetzt, wo Dein Blog wieder da ist, würd ich auch gern was zu diesem Thema sagen :)
    Übrigens hat zum Gedanken "Jemanden brauchen" gerade gestern GoHappy (Eulen in Athen, ich weiß nicht, wie man sowas verlinkt :)) einen sehr interessanten Post geschrieben, dessen Inhalt ich mich voll und ganz anschließe.
    Ich glaub schon auch nicht, dass es letztlich wirklich um das BRAUCHEN an sich geht, diesen Prinz usw. - sondern einfach darum, dass man sowohl Glücksmomente teilen als auch die anderen Momente nicht immer allein durchstehen möchte. Freunde sind wirklich sehr wichtig, keine Frage - aber einen Partner zu haben, das ist doch noch etwas ganz anderes.
    Für mich bedeutet Beziehung ein Nehmen & Geben, mal der eine, mal der andere.
    In dieser Hinsicht muss ich bei der Diskussion als solches immer wieder lachen: Warum spricht man eigentlich immer nur vom Prinzen, der nach gewisser Zeit zum Waschlappen mutiert, von dem man sich dann und wann wegträumt?
    Was ist eigentlich mit den Prinzessinnen, die übers Jahr hinweg zum Pfannkuchen in Jogginghosen und Birkenstock-Sandalen mutierten und dann trotzdem noch erwarten, dass er nur von ihr träumt? Das hat sich Prinz Ferdinand bestimmt auch ganz anders vorgestellt ;)
  7. sternenschein schreibt am 01.11.2012 um 13:06 Uhr:@springroll,
    ~lach~

    @Kieselstein,
    naja, dieser Eintrag war ja speziell den Frauen gewidmet, die sich sooft nicht wirklich etwas zutrauen, obwohl sie ständig "Ihren Mann im Leben " stehen.
    Ansonsten stimmt es natürlich, was du sagst. Es sollte auf Gegenseitigkeit beruhen und was du von dem Prinzen und der Prinzessin sagst, es wird wohl oftmals auch letztendlich so sein, wie du es sagst.
    Siehst du, jetzt hattest du aus weiser Voraussicht schon keinen Link geschrieben und doch wurde dein Blog gesperrt.
    Hoffe, er wird bald wieder freigeschaltet.

    Liebe Grüsse
  8. Kieselstein schreibt am 01.11.2012 um 13:23 Uhr:Hey, eins kannst Du mir glauben: Ich bin die personifizierte Unsicherheit... Und mein Leben ein stetiger Kampf mit mir selbst...
    Ungeachtet dessen versuche ich immer beide Seiten zu betrachten :)
  9. sternenschein schreibt am 01.11.2012 um 14:59 Uhr:@Kieselstein,
    ja, ich weiss, auch wenn du selbst garkeinen Grund hast, die personifizierte Unsicherheit zu sein.
    Ich sehe es ja auf deinem anderen Blog, auf dem ich leider nicht mobil kommentieren konnte.
    Falls du dich gewundert hattest, wer da so viel gelesen hatte. Ich war es.
    Die Frage ist, wie wird man diese Unsicherheit los?
    Ich glaube es geht nicht dadurch, dass andere einen anerkennen, sondern nur indem man sich selbst erkennt und auch anerkennt.
    Sich selbst wertschätzen lernt.
  10. Kieselstein schreibt am 01.11.2012 um 15:34 Uhr:Hui - jetzt bin ich doch ein bisschen platt, dass Du meinen anderen Blog kennst? Ich hatte ja mal hier verlinkt, aber das ist schon gefühlte Eeeeewigkeiten her :)
    Ja, ich hab mich gewundert, aber darauf wäre ich nun gar nicht gekommen :)
    Ja die Unsicherheit... Zumindest weiß ich, woher sie kommt und dass sie schon früh in der Kindheit "gelegt" wurde. Dass sie durch diese verdammte Ehe nur noch verschlimmert wurde. Doch wie man sie loswird... Ich arbeite schon seit Jahren dran, aber das ist echt schwerer als ich dachte.
    Ich gebe Dir recht: Durch die Anerkennung anderer werde zumindest ich sie nicht los. Denn wenn die nicht kommt oder ich jemanden (ungewollt) enttäusche, stürz ich sofort wieder ab.. Ein wenig hilft mir wohl, dass es mittlerweile Menschen gibt, die mir mehr zutrauen als ich mir selber, die mich anschubsen und sagen: "Mach ruhig mal" - und wenn ich dann sehe, dass ich (es) ja doch kann, dann bestärkt es mich.. Und ich gehe weiter, ich laufe weiter.. Weiter voran. Aber es gibt immer wieder Situationen, wo ich von einem Moment auf den anderen dermaßen in Selbstzweifel stürze, dass ich glaube, ich hab überhaupt nix begriffen oder gelernt..
  11. sternenschein schreibt am 01.11.2012 um 17:26 Uhr:@Kieselstein,
    hatte bei dir früher schon öfter mal gelesen, allerdings ohne zu wissn, dass du es bist. Kam damals durch einen Link oder einen Kommentar von dir auf deinen Blog.
    Und vor nicht langer Zeit hattest du hier irgendwo in einem Kommentar geschrieben, du hättest noch einen Blog.
    Erstaunt war ich dann, dass ich ihn schon kannte. Das internet ist doch irgendwie klein oder vernetzt.;-)

    Die Gefahr dieser "anerzogenen" Unsicherheit, dieses Gefühl nichts recht machen zu können, liegt ja auch darin, dass man dann eine Art Liebesucher wird, der aber nicht glaubt, geliebt werden zu können aufgrund des angenommenen eigenen Mangels. Was dazu führt, wie in deiner Ehe, man lässt sich viel zu viel gefallen und demütigen, da man glaubt es nicht besser verdient zu haben. Dem vertraut man dann eher, da man es kennt, als wahrer Zuneigung, die man nicht kennt und ja, fast als gelogen ansieht. Sich davon eben garnicht gemeint fühlt, da man sich anders sieht als der mensch einen sieht, der einem diese Zuneigung entgegenbringt,
    Es it schon schwer, da heraus zu kommen.
  12. Kieselstein schreibt am 01.11.2012 um 18:40 Uhr:Bei Deinem zweiten Absatz wird mir heiß und kalt und das Lächeln wird bemüht und starr...
    Du hast es haargenau auf den Punkt gebracht.
    Und es tut immer noch weh. Noch heute. Zehn Jahre nach dem ersten großen Abschluss (oder Absprung?) in meinem Leben. Und mit dem Wissen, dem Durchlebten der letzten zehn Jahre.
    Zu meiner Schmerztherapeutin habe ich vor vier Jahren gesagt: "Heute weiß ich, warum meine Mutter so und so war, heute versteh ich es und kann damit umgehen." Und sie sagte: "Das ändert aber nichts daran, was es mit Ihnen gemacht hat, als Sie Kind waren."
    Ich habe mit 19 geheiratet und ein "Klischee" bedient, das ich damals nicht kannte: So jung heiratet man oft einen Mann, der dem eigenen Vater sehr ähnlich ist.
    Heute liebe ich einen Mann, der vollkommen anders ist. Ich kann mir auch nichts anderes mehr vorstellen und hadere immer noch damit, dass ich nicht mit diesem Mann eine Familie gründen konnte.
    Manche Wunden... heilen wohl irgendwie doch nie... Egal wie sehr man sie zudeckelt. Ich muss trotzdem lernen, endlich loszulassen. Darum auch schreibe ich diesen Blog hier.
  13. annaswelt schreibt am 01.11.2012 um 20:04 Uhr:Entschuldigung liebe Kieselstein aber Wunden heilen nicht indem man sie zudeckelt.
  14. Kieselstein schreibt am 01.11.2012 um 20:07 Uhr:Das stimmt. Zudeckeln ist verdrängen. Nicht wahr?
  15. gohappy schreibt am 01.11.2012 um 20:10 Uhr:Du sagst es. ;-)
  16. sternenschein schreibt am 02.11.2012 um 15:21 Uhr:Die richtigen Wunden brauchen Luft um heilen zu können.
    So ist es mit den seelischen Wunden wohl auch. Sie müssen an die Luft nach aussen geholt werden und aufpassen muss man, damit kein neuer Dreck und Schmutz in die Wunde gerät.
    Sonst gibt es eine Seelenentzündung und Vereiterung.;-)
    Was den Heilungsprozess verzögert.
  17. Ryan schreibt am 08.11.2012 um 11:21 Uhr:Ich denke, man/frau muss sich einfach klar machen, dass wir in einer Welt leben, in der eine Paarbeziehung völlig übertrieben romantisiert wird. Einfaches Beispiel: Disney-Filme (haben zumindest meine Generation irre geprägt) - die Prinzessin durchlebt was schlimmes und der Prinz kommt um sie zu retten. Die ganze Alltagsgrütze hat ein Ende und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende ...

    Ich glaube, an der Liebe ist doch das Schönste und Beeindruckenste unsere Vorstellung von ihr.

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