Gedanken oder Fragen

28.11.2011 um 16:27 Uhr

Montaigne und die Wunder

Wunder und schwierig zu erklärende Vorgänge
brauchen wir nicht in der Ferne zu suchen; ich denke,es gibt unter den Dingen, die wir täglich vor Augen sehen, genug solche, die erstaunlicher und unverstehbarer sind als alle Wunder.
Was für eine Ungeheuerlichkeit ist es doch, dass das Samentröpchen, aus dem wir entstehen, in sich etwas enthält, was nicht nur die körperliche Gestalt, sondern auch Gedanken und Liebhabereien unserer Väter auf uns überträgt. Wo hat diese unendliche Formfülle in dem Tröpchen Platz? Und wie können solche Ähnlichkeiten darin erhalten sein, die sich willkürlich und regellos vererben, so dass der Urenkel Ähnlichkeiten mit seinem Urgrossvater, der Neffe solche mit seinem Onkel aufweist?

Zitat: Michel de Montaigne ( 1532 - 1592 )

Zweifellos ist die Entstehung von Leben, das Leben ansich schon eines der grössten Wunder, dem wir nur immer wieder mit dem grössten Staunen gegenüberstehen können.
Montaigne spricht hier nur von den Vätern, die zeugen und vererbern. Von den Müttern ist keine Rede. Sie und ihren grossen Anteil an der Entstehung von Leben lässt er unerwähnt. Es mag seiner damaligen Zeit geschuldet sein.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Alcide schreibt am 30.11.2011 um 03:28 Uhr:Die Evolutionsbiologie nennt es lapidar 'Fähigkeit zur Replikation'. Aber schon unglaublich! So viel Information auf so engem Raum, und das ganze noch mit einer hochkomplexen Zeitschaltuhr, die immer neue Dinge freischaltet!

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