Gedanken oder Fragen

15.09.2010 um 05:44 Uhr

Reiches Deutschland

Die Deutschen besitzen ein privates Geldvermögen von 4,8 Billionen Euro.
Die Zahl der Millionäre hat einen Höchststand erreicht.
In Deutschland leben etwa 430.000 Millionäre.

Deshalb wohl auch die steigende Zahl von Suppenküchen und Tafeln in unserem Land.
Denn irgendwo müssen diese amen Millionäre sich ja mit Lebensmitteln eindecken.
Mit der Zahl der Millionäre scheint die Zahl der Tafeln und Suppenküchen zu steigen. Klar, wir haben in Deutschland auch eine hohe Staatsverschuldung.
Die Schuldenuhr des Staates steht in etwas auf
1,66 Billionen Euro.
Es wird häufig darauf hingewiesen, wie schnell die Staatsverschuldung steigt, doch seltener darauf, dass die Privatvermögen der Deutschen wesentlich schneller zunehmen.

Es gilt die Schuldenbremse.
Den Hartz IV Empfängern sollen die Rentenbeiträge gestrichen werden, das Erziehungsgeld sowieso.
Geht ja auch nicht, der Staat hat schliesslich kein Geld.
Das braucht er für die Bankenrettung dringender.
Da muss die HRE Bank mal wieder vor der Pleite gerettet werden.
Da sind dann schnell mal 40 Milliarden Euro vorhanden, damit sie nicht Pleite geht.
Gesagt wird ja immer, es sind ja nur Bürgschaften.
so wie die 102 Milliarden Euro, die die HRE schon bekam. Nur, Bürgschaften werden fällig, wenn sie jetzt zahlungsunfähig werden würde.

Reiches Deutschland.
Die Zahl der Menschen, die in Armut leben steigt zwar immer mehr an, aber was macht das schon, wenn es dafür gleichzeitig immer mehr Millionäre gibt?
Schafft mehr Suppenküchen, fördert die Armut, spart an Bildung, nehmt den Kindern das Geld weg, macht das Studium teurer, setzt die Löhne herunter, damit es mehr Millionäre gibt.
Nur so können wir es schaffen, das Deutschland ein Land der Millionäre wird und die Armut sowie Verelendung letztendlich besiegen.;-)
Reiches Deutschland, Land der Millionäre.
Das Land mit den 4,8 Billionen Euro Privatvermögen.
. .

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. aenne schreibt am 15.09.2010 um 06:44 Uhr:Guten Morgen, Sternenschein.
    Das hast du schön ironisch und auf den Punkt genau formuliert. Genau so ist es bzw. sehe ich auch so.
    Und leider wird sich auch nichts ändern in unserem reichen Deutschland, solang Besitzstand über der Menschenwürde steht. Menschenwürde steht in diesem Fall für alles in der Gesellschaft, was mit Menschen zu tun hat, wie z.B. Bildung, Erziehung, Versorgung von hilfebedürftigen, alten, kranken, sterbenden Menschen, strafrechtliche Verfolgung von Mißbrauch.........
  2. sternenschein schreibt am 15.09.2010 um 07:30 Uhr:Guten Morgen, aenne.
    Wenn diese 4,8 Billionen Vermögen mit 10 % Rendite angelegt werden, wächst dieses Vermögen ohne Arbeit im nächsten Jahr schon aleine dadurch um 480 Milliarden Euro.
    Das Geld arbeitet so schwer, dass es schon ordentlich ins Schwitzen kommt.;-)
    Ein Teil davon entstammt dann auch aus den Zinsen, die der Staat für seine Verschuldung zahlen muss.
    Wenn man dann noch bedenkt, dass 10 % der Reichsten 61 % dieses Vermögens besitzen, dann wundert man sich nicht mehr darüber, dass sie immer reicher werden.
    Dir noch einen schönen Tag...wir werden alle noch Millionäre.;-)
    Habe im Moment übrigens wieder Probleme mit dem kommentieren, da meine Mobilfunkverbindung zur Zt. oftmals abbricht.
    Liebe Grüsse.
  3. AngelInChains schreibt am 15.09.2010 um 19:28 Uhr:Obwohl selbst arm, habe ich nichts gegen Millionäre. Ich käme mir kindisch und neidisch vor, würde ich denen Leuten ihr Geld absprechen wollen, nur, weil ich selbst keins habe. Man muss bedenken, viele haben sich das Geld selbst erarbeitet. Klar, es sind auch Leute dabei, die haben es vielleicht geerbt, aber das heißt nicht zwangsläufig, dass ihr Leben komplett toll wäre oder dass immer alles leicht gewesen sei. Millionäre sind nicht immer nur reiche Schnösel, die auf Ärmere herabblicken und völlig asozial sind. Es gibt genauso welche, die viel spenden und sich um soziale Belange kümmern. Man darf pauschal Reichen doch nicht die Schuld an Armut geben, oder wenn ich morgen im Lotto gewinnen sollte, eine Million, dann bin ich plötzlich auch ein reiches Asi-Millionärs-Schwein?! Blödsinn.

    Dass der Staat jedoch daran arbeiten müsste, die Armut in der Bevölkerung zu vermindern, ist natürlich wahr. Das "Sozialsystem" ist größtenteils unsozial. Man müsste da viel reformieren. Nur, wer kann das? Doch nur die "Volksvertreter". Man muss dafür sorgen, dass man da Leute hinein bekommt, die sich wirklich sozial engagieren. Nur irgendwie klappt es ja kaum, wenn man schaut, dass nach jeder Wahl Mist herauskommt, wen man auch wählt. Und Demos bringen auch nicht viel; ich beobachte die Demos gegen bestimmte Themen schon über Jahre, und egal, wie geklagt wird, die Politik scheint es nicht zu interessieren. Was für eine Macht hat man als einzelner Bürger?

    Was die Staatsverschuldung betrifft, ich frag mich immer, wie man je zu so einem riesigen Schuldenberg kommen konnte. Alles Misswirtschaft?
  4. aenne schreibt am 16.09.2010 um 03:18 Uhr:Ich denke, in Sternenscheins Eintrag ging es darum, auf die immer größer werdende Kluft zwischen zwei Bevölkerungsschichten aufmerksam zu machen, nicht um einen neidvollen Blick auf die Millionäre zu richten.
  5. sternenschein schreibt am 16.09.2010 um 03:47 Uhr:Nein, neidisch bin ich auf die Millionäre oder auch Milliardäre auch nicht.
    Nur ist es klar, wenn einige immer mehr haben, dann müssen andere fast zwangsläufig weniger haben.
    Diese Vorstellung, die oftmals verbreitet wurde, wenn die oben mehr haben, dann wird es denen unten auch besser gehen, sie stimmt ja scheinbar nicht. Ist ja wohl nur Gerede, wenn oben viel ist tropft auch davon etwas nach unten.
    Zudem müssen die Zinsen und Renditen für diese Unsummen ja von irgendjemanden erarbeitet oder aufgebracht werden.
    Und dieses sind nun einmal die, die nicht so viel haben und dadurch dann noch weniger haben werden.
    Die hohe Staatsverschuldung ist ja auch nicht verwunderlich, wenn der Staat sich selbst arm macht, indem er die Spitzensteuersätze heruntersetzte. Sie waren unter Kohl ein ganzes Stück höher.
    Und da gibt es noch so einiges, worauf der Staat freiwillig verzichtet.

    Liebe Grüsse
  6. aenne schreibt am 16.09.2010 um 03:56 Uhr:Hallo Sternenschein, du bist sehr gesellschaftskritisch und doch objektiv sowie sachlich. Und auch nur diese Haltungen bringen weiter, wenn überhaupt. Nur leider wird viel zu oft unsachlich, überzogen und zerredend diskutiert.

    Ich wünsche dir eine gute Nacht. Lieber Gruß. Aenne
  7. AngelInChains schreibt am 16.09.2010 um 18:54 Uhr:Logisch gesehen muss von einer Geldmenge, sobald diese gleich bleibt, wenn bei einigen Leuten sehr viel davon vorhanden ist, bei dem Rest eher wenig davon sein. Das stimmt natürlich. Naja, abgesehen davon, dass ja doch Geld nachgedruckt wird (wenn zum Glück auch nicht extrem inflationär), und dass jeder seine Geldmenge unterschiedlich nutzt, ist da auch noch nicht mit einberechnet. Was ich mich gerade frage, ist: Würden wir das gesamte Geld, das es so gibt (dass wir den Euro haben, macht es etwas komplizierter ;) ), genau gleich auf jeden Bürger verteilen, wie viel hätte jeder? Würde es reichen, damit jeder gut davon leben könnte? Wäre dann jeder vielleicht sogar relativ reich? Oder wäre es für jeden so wenig, dass dann jeder arm wäre? Das wäre mal eine interessante Frage.

    Der Staat gibt meines Erachtens zu viel Geld für unnötige Dinge aus. Man beachte mal diverse überteuerte Bauvorhaben. Das Kanzleramt kostete dank teurem Architekten 465 Millionen D-Mark. Es ist ein großes Gebäude, aber man hätte es auch günstiger hinbekommen können. Außerdem gibt es in einigen ländlichen Gegenden irgendwelche Brücken und was weiß ich, die kein Mensch nutzt. Die wurden für eine Million oder mehr da hingestellt, völlig nutzlos. Wenn man allein diese Sachen einsparen würde, könnte man schon ne allgemeine Steuersenkung durchführen, bzw könnte schon ein kleines Stück seiner Schulden dadurch beseitigen.

    "Zudem müssen die Zinsen und Renditen für diese Unsummen ja von irgendjemanden erarbeitet oder aufgebracht werden.
    Und dieses sind nun einmal die, die nicht so viel haben und dadurch dann noch weniger haben werden."

    Das verstehe ich aufgrund meiner wirtschaftlichen Unkenntnis nicht. Wäre schön, wenn mir jemand erklären könnte, wieso die Armen denn die Renditen für die Reichen zahlen. Meines Wissens kommen die Zinsen doch direkt von der Bank und die nimmt sie durch Gebühren ein, die sie von jedem gleichermaßen bekommt. Also dass da AUCH die Armen einzahlen und das dann als Zinsen an Reiche geht, ist klar; aber Otto Normal bekommt für ein geringes Vermögen auch Zinsen und die werden ja auch von der Bank ausgegeben, die von jedem, also auch von Reichen, Gebühren verlangt.

    Abgesehen davon finde ich die hohen Steuersätze, mit denen man im Normalfall zutun hat, schrecklich. Ich habe genug Leute klagen gehört, dass zum Teil soviel Steuern abgehen, dass man ja nie "aufsteigen" kann. Allein schon der Lohnsteuersatz bei einigen Tätigkeiten. Ich kenne Leute, die arbeiten Vollzeit und nach Lohnsteuerabzug haben sie weniger in der Tasche als jemand, der unter dieser Grenze arbeitet und keine Lohnsteuer zahlen muss. Wobei das wahrhaft Schlimme ja ist, dass dieser Endbetrag recht gering ist. Einmal "bisschen mehr arbeiten", damit man sich nen kleinen Luxus leisten kann, das ist wohl manchmal schlecht möglich. Klar, dass diese "Erkenntnis" "egal, wie hart ich arbeite, ich bleibe arm" die Leute dann psychisch auch beeinflusst. Dazu kommt noch die Gewissheit, falls im Fall von Arbeitslosigkeit ALG beantragt werden soll, dass man dann gezwungen wird, vorher alle seine Sachen bis zu einem bestimmten Sachwert zu verkaufen, sein Haus zu verkaufen, usw. Die Leute fallen dann in eine vorgeschriebene Armut. Wer will dann vorher überhaupt noch was "anhäufen", wenn ziemlich sicher ist, dass man es wieder verlieren wird? Ich bin mir sicher, einige Leute sind dadurch völlig deprimiert.

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