Gedanken oder Fragen

02.04.2009 um 01:18 Uhr

Schulen " Zuchthäuser" für Kinder?

Stimmung: gut

Sind die Schulen " Zuchthäuser " für Kinder?
Hört sich hart an, aber die Kinder werden dort aufgezogen.
In Bauten die oftmals Strafanstalten ähneln, wie in der TAZ der Architekt Peter Hübner schreibt.
Sind unsere Schulen wirklich kindgerecht?
Werden die Kinder in den Schulen gefördert oder eher gedrillt, fragt man sich oftmals.

Die Hirnforschung weiss schon seit längerem, wie ein Unterricht der wirklich die Schüler fördert, ablaufen müsste. Doch unsere Bildungspolitiker sind an deren Erkenntnissen nicht interessiert.
Und so gehen weiter Generationen von Schülern, in diese Zwangsanstalten, die so manchem Kind Bauchschmerzen bereiten.

Und dabei freuen sich in der Regel so gut wie alle Kinder auf die Einschulung, auf den Unterricht. Sie sind neugierig, sie wollen etwas lernen. Nur der lernwille wird in der Schule häufig zerstört.

flatter fordert im Blog  feynsinn
fast die Abschaffung der Schule. Soweit würde ich nicht gehen, aber lest selbst bei (feynsinn.org) 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenxya12 schreibt am 02.04.2009 um 01:23 Uhr:Wenn wir schon so weit sind, müssen wir weiter fragen:

    1) Sind unsere Eltern noch die richtigen Eltern für Kinder?

    2) Sind die Eltern kindgerecht?

    3) Nehmen die ihren Erziehungsauftrag überhaupt wahr? (Ja - es ist ein Auftrag = Arbeit!) Oder sacken sie sich nur das K-Geld ein und überlassen ihre Sprösslinge a) ihrem Schicksal, b) den Schulen, c) der Gesellschaft?

    Fragen über Fragen. Stellt sich abschliessend die Frage: was versagt heute mehr, die Schule - oder das Elternhaus?
  2. zitierenAngelInChains schreibt am 02.04.2009 um 12:52 Uhr:Zum Glueck sind nicht alle Schulen so.

    Was mich bei solch Eintraegen immer interessiert: Inwiefern kennt der Autor sich mit dem Thema aus? Ist er selbst betroffen oder kennt er die Situation nur vom Hoerensagen (unfreundlicher ausgedrueckt: plappert er nur nach)? ;)

    Dass Ganztagsschulen Kindern und Jugendlichen die Zeit fuer Hobbies stehlen, finde ich aber auch. Eben so sollte mehr auf die Beduerfnisse und Interessen der Schueler geachtet werden.

    Allerdings muessen ein paar Regeln schon sein und ein bisschen Plan, sonst wuerde in einigen Klassen gar nix mehr passieren. Ich kenn selbst noch einige Leute, die, wenn sie vor die Wahl gestellt werden, etwas zu lernen (auf welche Art auch immer) oder nichts zutun (oder meinentwegen auch Freundinnen SMS zu schreiben), immer das Nichtstun waehlen wuerden, egal, was als Alternative vorhanden ist. Ich halte das auch nicht unbedingt fuer eine Folge der bisherigen Schullaufbahn (ist ja immer schoen ne Ausrede), sondern es gibt ganz einfach Menschen, die sind so und die waren auch schon in der Kindheit so, vor der Schule. Alle Menschen haben einen anderen Charakter.

    Nach Koennen getrennte Klassen oder Gruppen faend ich uebrigens auch sehr schoen. Begabte Kinder wurden an meiner Grundschule nicht gefoerdert, weil man versuchte, jedes einzelne Kind zum Lernziel zu bringen, bsp. ihm das Lesen und Schreiben beizubringen. Das ist gut, denn solche Leute verdienen die Chance. Aber wenn der Lehrer sich andauernd nur um den einen einzelnen Schueler kuemmerte, der es mit dem Lesen einfach nicht hinbekommen hat, langweilten sich alle anderen. Gefoerdert wurden sie nicht. Haette man ihnen noch ein paar Aufgaben gegeben, wenn sie wollten, damit sie etwas zu tun haben, dann waer mir das Recht gewesen. Aber so wurde meist nicht einmal der normale Stoff aus dem Rahmenplan geschafft, weil man immer beim "schlechtesten" Schueler hing und es, so lange der nicht weiterkam, fuer alle einfach nicht weiterging.

    Am Gymnasium lief es dann anders ab. Natuerlich auch nicht alles perfekt, aber immerhin waren die Dinge, die an der Grundschule problematisch waren, verschwunden.
  3. zitierenMarainge schreibt am 03.04.2009 um 17:10 Uhr:Ich fand den Artikel sehr aufschlussreich und hätte mir vor zehn Jahren aus tiefster Seele gesprochen. Auch ich war auf einer Hauptschule und bis heute fühlt es sich so an, als hätte man versucht mit aller Gewalt meine Neugierde zu zerstören. Zum Glück hat das nur mein rebellisches Naturell gefüttert, sa dass ich heute mehr denn je neugierig bin!
  4. zitierensternenschein schreibt am 06.04.2009 um 20:34 Uhr:@xya,
    die heutigen Eltern sind teilweise ja auch so geworden wie sie sind und geprägt von unserem Schulsystem.
    Das Thema Erziehung nimmt in den Schulen im Unterricht keinen grossen Raum ein.
    Als ich dieses einmal forderte, sagten Eltern mir, dass sie es auch nicht wollten. Sie hatten einfach Angst davor, ihre Kinder könnten ihnen sagen, dass sie sie falsch erziehen.
    @AngelInChains,
    auf der Seite des Originalbeitrages meldeten sich in Kommentaren einige Lehrer zu Wort, die es so auch nicht stehenlassen wollten. Die unser Schulsystem für gut und richtig ansehen.
    Der Autor meinte, sie seien Betriebsblind, da sie nichts anderes kennen und deshalb auch Alternativen nicht sehen könnten.
    Hüther zum Beispiel, von dem du nicht allzuviel hälst, wenn ich mich recht erinnere, meint dass dieses stillsitzen müssen über Stunden für Kinder nicht angemessen ist. Auch plädiert er dafür, dass Kinder mehr Zeit zum Spielen, zum Leben erfahren haben müssten.
    Es ist ja auch so, dass jedes Kind andere Möglichkeiten hat um zu lernen.
    Ich z.B. lerne am besten alleine, duchs lesen und probieren, andere brauchen den mündlichen Vortrag, mit dem ich eher weniger anfangen an.
    Die moderne Variante mit den Riesenzetteln an Tafeln, auf die dann drei oder vier Riesenworte draufgeschrieben werden, um die Botschaften zu verdeutlichen, sagen mir überhaupt nicht zu. Dieses halte ich für Manipulation und Indoktrinierung mit dem Ziel dass der Proband sich keine eigene Meinung bildet.
    Wieweit wird die Lust am lernen in der Schule oder auch Uni denn gefördert?
    Die Lust? Nicht der Frust.;-)
    Ich denke im Grunde ist bei jedem Kind Interesse für Bildung vorhanden. Kinder fragen ja noch sehr viel und wollen vieles wissen..
    Wenn sie dann in die Schule kommen, wird dieses natürliche Interesse doch mehr oder weniger zerstört. Da werden Lehrpläne durchgezogen, auf Fragen wird wenig eingegangen, schon garnicht, wenn sie nicht direkt mit dem momentanen Unterrichtsstoff zu tun haben.

    Liebe Grüsse
  5. zitierensternenschein schreibt am 06.04.2009 um 20:38 Uhr:@Marainge,
    zum Glück besitzt du eine rebellische Ader, die dir die Neugier nicht ganz hat austreiben lassen.
    Ich denke sowieso, dass die meisten Menschen ihr "wirkliches" Wissen nicht in der Schule erwerben, sondern sich mehr oder weniger selbst erwerben bzw. aneignen.
    Eben weil sie es wissen wollen. Nicht weil sie es lernen müssen oder sollen.
    Liebe Grüsse
  6. zitierenAngelInChains schreibt am 06.04.2009 um 22:03 Uhr:Ich finde es nur schade, wenn ein Oberbegriff verwendet und dann verallgemeinert wird: "ALLE Schulen sind schlecht". Ist etwa genauso sinnlos wie "ALLE Auslaender sind kriminell" oder "ALLE Deutschen trinken Bier". Es gibt immer Ausnahmen und wer darauf nicht hinweist, sondern nur Schwarz und Weiss kennt, macht meiner Meinung nach etwas falsch bzw wird der Realitaet nicht gerecht. Sowohl der, der sagt, ALLE Schulen seien perfekt, als auch der, der sagt, ALLE Schulen seien schlecht.

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