Gedanken oder Fragen

29.10.2011 um 01:54 Uhr

Tagträume

Manchmal, wenn ich die Augen schliesse,
sehe ich den grossen Auszug aus dem Wald.Aber das sind nur Träume.
Offenbar hört ein Mensch nie auf, bei Tag zu träumen.

Zitat: Marlen Haushofer ( 1920 - 1970 ) Aus dem Roman "Die Wand"

Tagträume
Ich war gerade ganz in Gedanken, wird dann oftmals gesagt. Wenn die Gedanken am Tage ihre ganz eigenen Reisen antreten.
Erinnert mich ein wenig an "Hans Guck in die Luft", der bekanntlich böse endete. Wie unsere Eltern immer erzählten, wenn wir es an Aufmerksamkeit fehlen liessen.
Auch die Lehrer sagten desöfteren "Träum nicht", zu uns Schülern. Wenn der Blick in unbestimmte Weiten ging oder eben aus dem Fenster zusammen mit den Gedanken wanderte, anstatt an des Lehrers Lippen zu hängen.

Sind wir ausser uns, bei diesen Tagträumen oder im Gegenteil, ganz und gar bei uns, frag ich mich manchmal.
Weshalb wird das bewusste Wahrnehmen manchmal einfach abgeschaltet, zugunsten von Tagträumen?
Bei vielen Dingen die wir machen und die mehr oder weniger automatisch ablaufen geschieht dieses. Ich möchte nicht wissen, wieviele Autofahrer nicht wirklich hinter dem Steuer sitzen, wenn sie so dahinrollend von Musik berieselt werden und in Gedanken ganz woanders sind.
Es sind die Dinge die uns Nicht (mehr) fordern, die die Gedanken entfleuchen lassen. Mal in die Zukunft, mal in die Vergagenheit, mal in das Land der Phantasie.

Ist es wirklich so, dass der Mensch nie aufhört, bei Tag zu träumen, reichen uns unsere Träume bei Nacht nicht aus?
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Bloomsbury schreibt am 29.10.2011 um 09:36 Uhr:
    Es sind die Dinge die uns Nicht (mehr) fordern, die die Gedanken entfleuchen lassen.

    DAS ist es, glaube ich. Man hört ein Stichwort oder sieht etwas, kann aber nicht darüber reden (weil ein anderer redet oder weil keiner da ist oder weil das PASSENDE Gegenüber fehlt)... und dann geht man in Gedanken spazieren.
  2. aloneone schreibt am 29.10.2011 um 09:56 Uhr:Ist es wirklich so, dass der Mensch nie aufhört, bei Tag zu träumen, reichen uns unsere Träume bei Nacht nicht aus?

    Im Gegensatzt zu den nächtlichen Träumen kann man Tagträume selbst lenken und beeinflussen! :-)
  3. Nasoetwas schreibt am 29.10.2011 um 10:48 Uhr:Ich höre nicht mehr zu wenn mich etwas absolut nicht interessiert, wenn nur geplappert wird und ich meine, dass es mich nichts angeht. Dann folge ich einfach meinen eigenen Gedanken und schalte völlig ab.
  4. Muffin schreibt am 29.10.2011 um 12:39 Uhr:Ich glaube wir brauchen diese Tagträume manchmal als unseren persönlichen Zufluchtsort, weil es dort spannender oder entspannter zugeht - je nachdem. Mir passiert es oft, dass ich, wenn ich grade ein Buch lese, einfach weiter lese aber mit meinen Gedanken ganz woanders bin. Dann muss ich diese Textstelle manchmal 4-5x lesen :D
    Oder abends, wenn ich nicht einschlafen kann, dann denke ich sooo gerne an die Nordsee und wie ich es mir später mal ausmalen werde. Tagträume, das ist einfach Urlaub fürs Gehirn! Und unser Gehirn scheint mehrmals am Tag Urlaub zu wollen und zu brauchen :) Was ist auch schon dabei?
  5. Blissful schreibt am 29.10.2011 um 16:54 Uhr:Ich sehe Tagträume auch als Flucht und Rückzugsort und diese sollte man sich unbedingt erhalten. Denn wie schon oben genannt, schaffen wir uns diese Orte doch selber und wo ist es schöner :)
  6. Paulinchen schreibt am 29.10.2011 um 23:31 Uhr:Die Nachtträume kann man nicht steuern. Tagträume schon. Allein das ist doch ein Grund tagsüber zu träumen. LG
  7. loveaholic schreibt am 30.10.2011 um 09:19 Uhr:mir passiert das gleiche wie muffin beim lesen. mich nervt das.
    aber ich denke doch, wenn wir 'traeumen' sind wir ganz bei uns und nicht wo anders. man 'konzentriert' sich nicht auf irgendwas und ich denke auch, in bestimmten momenten, eben wenn bestimmte worte fallen, dass es einfach 'passiert.'
    manchmal kann es ganz schoen anstrengend sein.
  8. sunnysightup schreibt am 02.11.2011 um 23:23 Uhr:habe 'die wand' kürzlich erst gelesen - eines der intensivsten bücher, die ich kenne! und träumen ist für so vieles gut...

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