Gedanken oder Fragen

27.02.2009 um 01:07 Uhr

Was ist eigentlich aus der guten alten Rohrpost geworden?

Stimmung: gut

Es war die Innovation in den grossen Büros.
Die Rohrpost.

Rohre wurden in den Büros und Werkhallen verlegt. Sie hatten vielerlei Abzweigungen und Weichen.
Die Rohrpost sollte die Kommunikation beschleunigen. Dokumente, Bestellungen etc. wurden in eine längliche runde Kapsel gepackt, die sogenannte "Rohrpostbombe". Diese Bombe dann in eine, durch ein Gummi luftdicht abgedichtete, Öffnung des Rohres gesteckt. Husch, los ging die Reise für die Rohrpost durch das Rohrpostnetz Richtung Empfänger.
Angetrieben wurde sie durch in das Rohrnetz geblasene Pressluft, bzw. ein Vakuum.
es war ein reges kommen und gehen, an den Sende und Empfangsstationen.
Ein klackern und Rauschen, wenn diese Postbomben durch die Rohre glitten.

Ja, es wurden sich auch schon Gedanken gemacht, die ganze Stadt mit Rohren zu durchziehen, so dass Post nicht mehr durch Postboten verteilt werden muss.
Einige dachten auch über grössere Rohre, unterirdisch verlegt, für den Warentransport bzw. auch als Individualverkehr für Menschen in derlei "Bomben" nach, die dann natürlich entsprechend grösser hätten dimensioniert sein müssen.

Die Zeit der Rohrpost dauerte nicht lange an.
Es wurde wohl viel Geld in diese Rohrnetze investiert, doch Computer und Netzwerkverbingungen, später das Internet machte diese Rohrpost überflüssig.
Elektonisch sind die Daten, Texte, Vorlagen eben doch schneller übertragen, als mit der Rohrpost.

Das papierlose Büro wurde ausgerufen.
Alle Daten gespeichert, jederzeit lesbar auf dem Monitor. Doch papierlos wurde das Büro dann doch bis heute nicht.
Im Gegenteil, aufgrund der immer grösseren Datenmengen wird auch immer mehr ausgedruckt.
Jaja, "Kannst du mir das eben mal schnell ausdrucken? Möglichst dann noch fünfmal kopieren, brauche noch Sicherungskopien"

Werden wir jemals das papierlose Büro bekommen? Ich weiss es nicht. Möglich wäre es wohl schon heute. Denn weshalb sollte man einen Aktenordner voller Papier mitnehmen, wenn man das gleiche und noch viel mehr auf einen einzigen USB Stick draufbekommt.
Vielleicht ist der Mensch einfach zu sehr an das Papier gewöhnt.

Dabei gibt es schon "elektronisches Papier", auf dem sich der Dateiinhalt wie auf einem richtigen Din A 4 Blatt darstellen und lesen lässt. Samt elektronischen Umblättern.

Selbst Zeitungspapier und der Weg zum Kiosk liesse sich damit einsparen. Einfach ans Internet anschliessen, Daten runterladen, und schon hat man seine neueste Zeitungausgabe auf diesem "elektronischen Papier". Eine feine Sache, wenn es denn forciert werden würde.

Ja, wo ist die gute alte Rohrpost hin, ihre Zeit war schon vorbei, noch ehe sie richtig begonnen hatte..
.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Paulinchen schreibt am 27.02.2009 um 02:02 Uhr:Zeitung oder ganze Bücher lesen ist zwar technisch möglich und wird auch gemacht. Ich persönlich finde es aber sehr unbequem. Ich ziehe ein Buch auf der Couch vor. Außerdem haben Bücher was bleibendes.
    Die Zeiten der Rohrpost kenn ich schon nicht mehr. Wahrschein hatte man Angst vor Bomben *lach*. Keine Ahnung, aber es war wohl zu aufwendig. Es gab zweitweise Büroboten, die die Post beförderten. Abgelöst durch Poststellen in den Betrieben.
    LG
  2. 1mishou schreibt am 27.02.2009 um 09:44 Uhr:Also erst mal denk ich, die Rohrpost war der Ideenzünder für die e-mails. Könnt ich mir zumindest vorstellen. Zweitens bin ich ganz froh, dass jetzt nicht ganze Städte mit irgendwelchen Rohren durchflochten sind. Drittens muss sowas ja dann auch gewartet werden und wenns das nicht wird, dann is ganz schnell schluss mit reibungslos usw.
    War schon cool, diese Rohrpost, aber ich bin mit meinem Computer auch ganz zufrieden und die richtige echte Post hat ja eigentlich auch ihren Reiz dadurch, dass man etwas auf ihre Zustellung warten muss!
  3. Hedera schreibt am 27.02.2009 um 10:35 Uhr:Ach, manchmal denke ich auch noch gerne an die Zeit in meinem Ausbildungsbetrieb zurück - wir schickten sogar essbares mit dem Bömbchen von a nach b. ich war ganz fasziniert davon...andere steckten eine Kippe für einen schmachdenden kollegen hinein....und mit einem riesen "blopp" kam sie am anderem ende in den auffangkorb gerauscht.....
    Ein Leben ganz ohne Papier - kann ich mir trotz EDV und Scannern etc. auch nicht vorstellen. Ich finde meine eigenen Rechtschreibfehler immer noch beser, wenn ich mein Schriftstück ausdrucke und es durchgehe, statt nur auf dem Bildschirm zu lesen - was im übrigen für die augen auf dauer sehr viel anstrengender ist.....
    Und ein Schrank ohne Bücher - das wäre schonmal gar nichts. Und als neulichst eine Bekannte in Kur war, da haben wir beide nach Jahren das erste mal wieder richtige Briefe geschickt, weil sie dort kein Internet hatte. Ich habe mich so gefreut, einen handgeschriebenen, mehrere seiten lange Brief zu bekommen, den ich im übrigen immer noch in meiner Tasche herumtrage......
    Und auch ein handgeschriebener Zettel mit den worten: ich liebe dich, ist als sms nur halb so schön....
  4. JOblogt schreibt am 27.02.2009 um 10:44 Uhr:Vielleicht bin ich in den Augen einiger altmodisch. Gänzlich "Papierlosen Zeiten" wünsch ich mir nicht. Sicher hat E-Mail und die elektronische Ablage im Büro ein Fortschritt. Trotzdem, privat drucke ich mir gute Texte gerne aus, dann hab ich sie "zur Hand".
    Das gleiche gilt für Bücher und Zeitungen. E-Bücher ist nicht mein Ding. Ein Buch, dass ich anfassen kann, mit dem ich mich in die hinterste Ecke meiner Wohnung (ja selbst aufs Klo) verdrücken kann; Eine Zeitung die ich im Sommer mit auf die Wiese nehmen kann, hat doch irgendwie eine "Persönlichkeit".
  5. AngelInChains schreibt am 27.02.2009 um 14:09 Uhr:Papier ist was "Handfestes", aber ich find elektronische Buecher zum Teil fast praktischer. Kommt aber auch immer auf den Zweck an. Sieht aber sowieso jeder anders.

    Rohrpostanlagen gibts zum Teil noch. Tatsaechlich. Sogar in Gebrauch. Aber eben doch eher selten.
  6. elfatuo schreibt am 27.02.2009 um 22:26 Uhr:An Orten wo schnell kleine Dinge, die sich nicht per Computer transportieren lassen, transportiert werden müssen (z.B. Blutproben) ist die Rohrpost noch ne Alternative... die MHH hat noch ein riesiges Rohrpostnetz...
  7. sternenschein schreibt am 01.03.2009 um 22:43 Uhr:@Paulinchen,
    dieses E-Paper ist einrollbar, die Zeilen sollen so lesbar sein, wie auf Papier, braucht auch kaum Batterie, da der Text, wenn er erst einmal aufgerufen ist, so stehen bleibt ohne Strom zu verbrauchen, da es durch das Tageslicht lesbar ist.
    ich finde diese Idee schon ganz gut, wenn sie erst einmal bezahlbar ist.
    @1Mishou,
    in Berlin gab es recht viele Rohrpostämter, da sind wohl um die 400 km Rohre verlegt worden.
    In Hamburg waren es weniger. Dafür wollte aber Hamburd in den sechziger Jahren noch Rohrpost für Pakete bauen. Wurde auch gemacht, aber die Unterhaltung der Röhren war recht teuer.
    @Hedera,
    handgeschriebene Briefe haben, in Zeiten des Internets, ja auch etwas ganz besonderes.
    Da freue ich mich auch jedesmal drüber, wenn ich einen solchen Brief bekomme.
    Da kennst du die Rohrpost ja noch aus eigener Anschauung.;-)
    Wie @elfatuo
    ja auch. Hatte gelesen, in Kliniken wird die Rohrpost doch noch recht häufig benutzt.

    Im Internet habe ich, erst nach meinem Artikel, gelesen, dass diese Rohrpostrechnik früher sehr verbreitet war.
    Zuerst zwischen der Londoner Börse und dem Telegraphenamt, dann wurde es dort sehr stark ausgebaut.
    Wien hatte ein riesiges Rohrpostnetz.
    Und in London sowie auch in den USA gab es sogar eine Art U Bahn mit Luftdruck welcher in die Röhren gepustet wurden, angetrieben wurden.
    Im Ruhrgebiet wollte man im Jahr 2000 noch eine Rohrpost für Lasten, unter den Strassen bauen, um die Strassen vom Güterverkehr zu entlasten. Diese "Rohrbomben" sollten bis zu zwei Europalletten mit Waren fassen.
    Was daraus geworden ist, weiss ich nicht.
    Wäre aber ein interessantes Projekt, wie ich finde.
    @AngelInChains,
    wie gesagt, in Berlin soll es das grösste Rohrpostnetz geben, nur da es diese Eilzustellungen in dem Sinne, wie es früher war, nicht mehr gibt, sind diese wohl überwiegend ausser Betrieb.
    @Joblogt,
    Zu dem E-Paper,
    man kann es überall lesen, ob auf Klo oder im Park, da die Schrift durch Tageslicht sichtbar ist, nicht durch Hintergrundbeleuchtung.
    Deshalb auch so Batterieschonend.
    Und auf den heutigen Speicherchips kann man schon etliche Bücher abspeichern..

    Liebe Grüsse
  8. anima_cara schreibt am 04.03.2009 um 08:22 Uhr:*lach* also GANZ überflüssig würde ich die Rohrpost nicht bezeichnen.
    Wir schickten schon auch mal dem lieben Kollegen eine Zigarette per Rohrpost, 'ne Mark, 'n Taschentuch oder der Kollegin 'n Tampon...

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