Gedanken oder Fragen

15.12.2008 um 15:06 Uhr

Was macht uns mutig ?

Stimmung: gut

Geliebt zu werden macht uns stark,
zu lieben macht uns mutg.


Zitat: Laotse

Ein weiser Spruch. Dachte ich zuerst.
Fragte mich aber dann, ist es immer und in jedem Fall so?
Mit dem geliebt zu werden und dem lieben?
Ist es so?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Sterntalermaedchen schreibt am 15.12.2008 um 16:24 Uhr:Gute Frage...
    Im ersten Moment dachte ich, dass Liebe auch ganz schön schwach und mutlos machen kann. Aber ich glaube, es ist dann nicht die Liebe, sondern es sind eher die Umstände.
    Meine Antwort lautet also JA, ich glaube es ist so. Geliebt zu werden macht uns stark, zu lieben macht uns mutig.
    Nur denke ich, dass man nur damit nicht durchs Leben kommt. Man muss seinen Mut und seine Kraft auch aus anderen Dingen schöpfen um alles meistern zu können.

    Irgendwie kommt mir gerade der Gedanke, dass Laotse etwas ganz anderes meinte. Der Schlingel... *lach*
  2. Lyriost schreibt am 15.12.2008 um 18:52 Uhr:Ich glaube nicht, daß der Spruch in dieser Form von Laotse stammt. Das paßt nicht zu seinem Denken. Sicher hat jemand unabhängige Teile zusammengebracht und sie in seinem Sinne verbunden. Sicher weiß ich nur, daß Laotse, nach Wilhelm, 67,110 sagt: "Durch Liebe kann man mutig sein." Man sollte aber nicht vergessen, daß es sich nicht um Liebe in unserem Verständnis handelt, sondern eher um die Liebe des Herrschers zum Volk und die des Volkes zum Herrscher handeln wird, wenn Laotse von Liebe spricht. Liebe Grüße
  3. sternenschein schreibt am 15.12.2008 um 20:27 Uhr:@Lyriost,
    danke schön, für die Erklärung.

    Aber selbst wenn man es wörtlich mehmen würde, in der Annahme, es würde sich um Liebe in unsererm Verständnis von Liebe handeln, so bleiben dann doch recht viele Fragen.
    Ich sah den Spruch auch erst einmal als sehr wahr an.

    Dachte, so ist es.
    Aber dann merkte ich doch, es stimmt hier vieles nicht, wie
    @Sterntalermaedchen es schrieb.
    Vielleicht soll uns dieser Spruch auch auf ganz andere Gedanken führen.
    Geliebt zu werden macht zweifellos stark. Aber nicht immer. Denn geliebt zu werden kann auch sehr schwach machen.
    Kräfte abziehen, wenn diese Liebe fordernd und einengend oder egoistisch ist, die uns entgegengebracht wird.
    Dann macht sie eher hilflos und schwach, anstatt uns zu stärken.
    Das geliebtwerden als Kind ist ja für die Entwicklung sehr wichtig, macht auch stark.
    Aber überfürsorgliche Liebe macht wieder schwach, verängstigt und macht das Kind unsebständig.
    Dieses gibt es wohl ebenso beim Erwachsenen, alles unter dem Motto, ich mache mir Sorgen um dich, ich will nur dein Bestes.
    Zu lieben macht mutig.
    Das stimmt auch auf dem ersten Blick.
    Wievieles wurde aus Liebe vollbracht und gewagt. Wie leicht und beschwingt fühlt man sich, wenn man liebt. Fast ein Gefühl, als könnte man alles erreichen, alles schaffen, selbst wenn die ganze Welt gegen einen wäre.
    Nur auf dem zweiten Blick, wenn ich mich hier in den Blogs umsehe, dann macht das lieben oftmals eher frustriert und gehemmt. Da wird sich dann lange gefragt, soll ihn anrufen oder anschreiben, wie wirke ich, gehe ich ihm auf die Nerven. Da ist von Mut oftmals nichts zu spüren. Eher von Verzagtheit.
    Zweifellos kann aber eine Mutter oder ein Vater, die lieben, buchstäblich zum Löwen werden für das Kind.. Auch ebenso für den Menschen, den man liebt, ist man in der Lage Dinge zu machen, die man sonst vielleicht nicht machen würde.
    Und teils hat man da dann sogar den Mut, sich der Lächerlichkeit preiszugeben, ohne dass es einen besonders stört.
    Vielleicht ist es dann garkein wahres geliebtwerden und lieben, wenn es uns nicht stark macht, nicht mutig.
    Vielleicht war ja Laotse wirklich ein Schlingel, und wollte uns, von dem Staatsmännischen mal abgesehen, auf die Unterscheidbarkeit von wahrer Liebe und anderer \"Liebe\" hinweisen.
    Selbstverständlich würde jeder sagen, der anders \"liebt\", es sei die einzige und wahre Art der Liebe.
    Merkwùrdig auf was für Gedanken ein so einfacher Satz einen bringen kann.

    Es war wohl doch ein Schlingel, der ihn geschrieben hatte.
    Liebe Grüsse
    sternenschein
  4. Lyriost schreibt am 15.12.2008 um 20:39 Uhr:Lieber sternenschein, es kommt doch immer auf den einzelnen und die Umstände an, ob bei der Liebe oder einer Krankheit oder ... Dem einen ist sie Chance, und er wächst daran, den andern schmettert sie nieder. Solche aphoristischen Sprüche an sich sind selten wahr oder falsch, sondern, wie hier geschehen, nur Anregung zum Nachdenken.
  5. Kekschen schreibt am 19.12.2008 um 15:06 Uhr:Als allererstes verstand ich die Einwände gar nicht. ich fand den Spruch so nämlich auch schon irgendwie passend. Aber wenn ich die Kommentare nun so lese kann ich dem nur zustimmen.
    Alles ist einfach bei jedem anders.
  6. eineReisende schreibt am 20.12.2008 um 01:44 Uhr:Guten Abend liebe Leute,

    Bei der Liebe des Herrschers zum Volke und umgekehrt denke ich an ein Füreinander-einstehen, ein Sich-stark-machen aus Wertschätzung und Stolz.
    In diesem Sinne ist die Aussage, zu lieben macht uns mutig, für mich schlüssig.
    Die Liebe allein ist es für mich nicht, die mutig macht, wie Sterntalermaedchen ja schon sagte. Ich bin der Meinung, man muß das Mutigsein in Alltagssituationen immer wieder üben.


    Lieber Sternenschein,
    in Deinem letzten Beitrag hast Du die Liebe in Beziehungen angezweifelt, bei der sich ein Partner überfordert fühlt, eingeengt oder ausgenutzt. Auch hast Du von überbehütenden Eltern gesprochen, die ihr Kind einengen. Bei diesen Beispielen kann ich mich Deinen Zweifeln an wahrer Liebe nur anschließen.


    Wie würdet Ihr "Liebe" definieren? Für mich bedeutet sie, den Menschen zu erkennen (Das hat Serena mal super treffend gesagt.) und eine Zuneigung zu allem zu empfinden was ihn ausmacht. Daraus folgt für mich auch, ihn in seinem Streben zu unterstützen und ihm den Raum zu geben, sich zu entfalten.

    Sollte ich mit dieser Erklärung richtig liegen kann man weder eine fordernde und einengende oder egoistische Beziehung unter Erwachsenen, noch die Überforsichtigkeit von Eltern als Liebe bezeichnen.

    Herzlichen Gruß
    eineReisende
  7. sternenschein schreibt am 21.12.2008 um 22:44 Uhr:Gute Frage, eineReisende.
    Du sagst unter anderem, Liebe ist erkennen.
    Vielleicht ist ja Liebe, trotz allem erkennen zu lieben. Zu fördern und unterstützen.
    Einfaches Beispiel, das Leben lieben.
    Das Leben ist nicht immer fair, es ist auch nicht immer und jderueot schön, mal stellen wir uns selbst ein Bein, mal stellt das Leben uns ein Bein.
    Vielleicht, weil es es gut mir uns meint. Und trotz allem oder dennoch können wir das Leben lieben, es liebt uns auch, sonst wären wir nicht.
    Liebe sollte wohl immer mutig und stark machen, beide Seiten. Den Liebenden und den Geliebten. Deshalb sagt man ja auch, Vertrauen ist die Basis der Liebe. Misstrauen macht ängstlich, schwach und verschliesst uns.
    Stolz sein, stolz auf den anderen, auf das was er macht, selbst wenn es nicht immer das unsere ist, ich glaube, das hat auch mit Liebe zu tun.
    Sein lassen vielleicht auch, und Austausch untereinander.
    Liebe ist wahrlich schwer zu definieren, sie lässt sich wohl ungern mit Worten einfangen.
    Liebe Grüsse
  8. sternenschein schreibt am 21.12.2008 um 22:54 Uhr:Ungern mit Worten einfangen, sie will wohl gelebt und gefühlt werden, um ihre ganze Kraft, über die Worte hinaus, entfalten zu können.
    Ich glaube, der Mensch, der von sich sagen kann, alles was ich tat, tat ich in Liebe, der kann sich glücklich schätzen, denn er wird eins mit sich sein.
  9. sternenschein schreibt am 22.12.2008 um 01:22 Uhr:Liebe Reisende,
    ich hatte es in deinem Kommentar schon gelesen. werde ich auch machen.
    Nur geht es bei mir nicht so schnell, da ich mit meinem Mobilgerät hier nicht löschen kann.
    Geht nicht alles so wie ich es gerne hätte.
    Wenn ich Strom anhabe und mit dem Laptop on bin, dann nehme ich die Kommentare und dieses hier weg.
    Also spätestens wohl morgen. Bitte noch etwas Geduld.;-) Ja?
    Liebe Grüsse
  10. eineReisende schreibt am 22.12.2008 um 15:54 Uhr:Lieber Sternenschein,
    ist ok, ich wollte Dich nicht drängen. Ich dachte, Du hättest meine Bitte vielleicht überlesen.
    Was ist das für ein Mobilgerät, mit dem Du nicht löschen kannst?
    Zitat: "Wenn ich Strom anhabe..." Du bist mir schon so ein Einöhi. Ich glaube Du bist der einzige Mensch den ich kenne, der Strom erst anmachen muß. *g

    Herzlichen Gruß
    eineReisende

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