Gedanken oder Fragen

16.07.2009 um 16:48 Uhr

Wer Atomkraftwerke will wählt CDU

von: sternenschein   Kategorie: Politisches   Stichwörter: AKW, Krümmel, Merkel, CDU, FDP, Westerwelle, Asse, Endlager, Pannenserie

Stimmung: gut und strahlend.

Angela Merkel, unsere Kanzlerin, liebt die Atomkraft.
Genauso wie FDP Chef Westerwelle.
Sie wollen den Ausstieg aus dem Atomausstieg.
Selbst wenn die Uranvorräte immer knapper werden, die Atomlraft sowie die Endlagerung eine wahre Aneinanderreihung von Pannenserien ist.
Teuer dazu, wenn die Folgekosten eingerechnet werden.
Endlager Asse, so sicher wie ein Schweizer Käse, verstrahlte Lauge im Stollen. Wie heisst es so schön, was hineinkommt muss auch irgenwie wieder herauskommen oder auch nichts ist für immer.
AKW Krümmel, Pannenserie. Kein Problem, alles sicher.
Man muss es immer wieder betonen, die deutschen Kernkraftwerke sind die sichersten der Welt.

Und wenn doch?
Wenn doch der Pannenreaktor Krümmel mal in die Luft fliegt? Dann strahlt die Merkel.
Norddeutschland unbewohnbar.
Die CDU bekäme die absolute Mehrheit, die Kanzlerin wird gelobt für ihr gutes Krisenmanagement nach dem GAU..
Würde auch von der Finanzkrise, die die CDU und FDP mit verursacht haben, ablenken.
Wer spricht bei einem Supergau noch über die Finanzen in einem südlichen Restdeutschland.

CDU und Atom Angie wählen, damit wir noch lange AKW's haben, vielleicht sogar neue gebaut werden können.

Sollten die Stimmen am Wahlabend für Merkel und Westerwelle nicht ausreichen, können sie immer noch im Niedersächsischen Asse end- oder zwischengelagert werden.
Denn bisher strahlen die beiden noch, mit einer bedenklich hohen Halbwertzeit um die Wette..
-

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. amoremia schreibt am 16.07.2009 um 17:00 Uhr:Sei mir nicht böse....aber ich finde die Argumentation recht kurzsichtig.
    Mit dem Thema habe ich mit intensiv auseinander gesetzt.

    Was ist mit dem Energieverbrauch im Jahre 2020? Die Versorgung ist nicht sichergestellt.

    Wie sieht eine flächendeckende Ersatzenergieversorgung aus?

    Endlagerung? WO?????

    In den Nachbarländern wird fleißig weiter Atompolitik und Aufbau betrieben. China und Indien werden in naher Zukunft so viel Energie benötigen, dass die ein AKW nach dem nächsten bauen werden...

    Wir haben AKTUELL nicht genügend Energiealternativen, um die Dinger mal eben abschalten zu können.
    Den teuren Atomstrom dann aus dem Ausland zu kaufen, KANN nicht die Lösung sein.

    Arbeitsplätze lasse ich hier mal als nicht soo wichtiges Argument gelten.

    Natürlich gibt es Alternativen. Und meines Wissens gehts es gar nicht darum, OB der Vertrag bzgl des Ausstieges eingehalten wird. Sondern nur WANN.

    Der Ausstieg scheint sinnvoll. Doch vorher sollte man doch zumindest die Endlagerung mal geklärt haben. So werden die Zwischenlager zu Endlagern.

    Sicher?

    Mit einem Holterdipolterausstieg ist niemandem gedient. Auch nicht den Grünen oder der SPD.

    Da sollten alle sinnvoll nach vorne blicken und endlich mal mit den Planungen beginnen, statt zu diskutieren, wann finito ist. Das bringt nämlich nix.
  2. sternenschein schreibt am 16.07.2009 um 17:40 Uhr:@amoremia,
    weshalb sollte ich dir böse sein wegen einer anderen Meinung hierzu, zudem eine recht sachlich fundierte?
    Aus meiner Sicht wird Atomkraft als günstig in der Erzeugung hingestellt.
    Dieses ist sie aber nicht, da die Folgekosten nicht mit einberechnet werden.
    Auch nicht die ganzen Gelder, die der Staat in die Erforschung und Förderung der Atomkraft investierte.
    Wenn diese "Unsummen" für die Erforschung von alternativen Energien ausgegeben worden wären, dann hätten wir wohl kein Energieproblem mehr, denke ich.
    Und was die Arbeitsplätze betrifft, Deutschland könnte auf dem alternativen Energiemarkt dann Weltführend sein, was hier bei uns Arbeitsplätze sichern und schaffen würde.
    Für ein Forschungsvorhaben zur Verbesserung der Fotovoltaik und der Speichertechnik wurden lächerliche 80 Millionen Euro ausgegeben, und doch wurde schon mit diesem Geld ein Durchnruch erzielt hin zu Fotovoltaik Anlagen in Dünnschichttechnik, die sich wesentlicher billiger herstellen lassen und die dreifache Energieausbeute besitzen als herkömmliche Anlagen.
    Ebenso in der Speicher und Batterietechnik.
    Was hätte mit dem Geld geschaffen werden können, welches der Atomlobby zugesprochen wird?
    Die Zukunft der Energieversorgung wird wohl sowieso eine eher dezentrale sein werden. Nur dagegen sträuben sich die grossen Stromkonzerne, da sie dann ihr Monopol verlieren.
    Hier auf meiner Seite liest hin und wieder ein User aus Gomel, er sei gegrüsst. Ich denke die Menschen in der Umgebung von Tschernobyl werden nicht so sehr nach Energie fragen, sondern eher wie sie überleben können.
    Nun mag man hoffen, dass bei uns oder in den Nachbarländern niemals so ein Supergau passieren mag.
    Aber sicher können wir davor auch nicht sein. Diese Garantie kann niemand geben.
    Und schon garnicht, wenn man sieht wieviel bei den Atomkraftbetreibern geschlampt und vertuscht wird, obwohl es eine derartig sensible Technik ist.
    Nebenbei bemerkt, ich bin kein Technikfeind. Nur eine Technik, die ganze Landstriche unbewohnbar machen könnte im Schadensfall, halte ich nicht für so gut.
    Liebe Grüsse
  3. amoremia schreibt am 16.07.2009 um 18:04 Uhr:Ich bin neben einem Atommeiler aufgewachsen. Das mag nun einiges erklären, aber vor allem mein Interesse daran ;-)

    Ich strahle quasi von Kindesbeinen an so vor mich hin ...

    Tschernobyl- ganz schlimme Sache. Die Folgeschäden der Kinder, die jetzt geboren werden...teilweise Horror pur.

    Ich bin nicht FÜR Atomenergie, falls das so rübergekommen ist.
    Sondern für einen Ausstieg, der jedoch geplant und sinnvoll ist.

    Das Problem ist, dass die Speicherung solcher Energiemengen, wie sie von der Industrie benötigt wird, einfach nicht möglich ist.
    Photovoltaik etc...kein Thema. Sehr sinnvoll. Nur wie speichern wir das.

    Windkraft. Suuuper. Bei Windstärke 10 (muß ich mitm Fragezeichen versehen), drehen sich die Teile ausm Wind. Ein Atomkraftwerk hochzufahren dauert locker 20 Minuten. Wo kommt derweil der Strom her. Dann ist von jetzt auf gleich Sense.

    Über Krümmel brauchen wir auch nicht sprechen. Ab vom Netz. Das Modell, die stotternden Meiler vom Netz zu nehmen und dabei die Laufzeit derer zu verlängern, die eben absolut prima sind, halte ich schonmal für sehr sinnvoll.

    Die Betreiber von Krümmel haben ja auch erst sehr spät bekanntgegeben, dass bei der Schnellabschaltung Brennstäbe beschädigt wurden...

    Monopol hin oder her. Eon bspweise betreibt ja auch alternative Energien. Die Betreiber wechseln also konzernintern selber nach und nach und ich denke, dass die Sicherheitsmängel auch bekannt sind.
    Heißes Thema sind ja auch die Terroranschläge. WAS ist wenn...

    Die Co2 Diskussionen betreffend der Herstellung der Fotovoltaikanlagen oder allgemein die Diskussion über den Rohstoffverbrauch ist natürlich auch immer klar abhängig davon, wer profitiert in welchem Maße.
    Wohin fließen die Gelder. Da geht es wenig um die gesamte Situation.

    Ich gebe zu, ich bin da nicht sehr entschlossen. Welche alle Seiten wirklich brauchbare Argumente HABEN.

    Ein skandinavisches Land ist bereits von dem Vertrag zum Ausstieg zurückgetreten. Und ich unterstelle der Region der Welt einfach mal Naturverbundenheit und auch unheimliche Möglichkeiten. Ich meine, es war Schweden, aber ich bin mir nicht sicher.

    Das Thema ist abendfüllend. Und ganz sicher eine Diskussion wert.

    Und ich meine, dass in all den Jahren bislang- egal unter welcher Regierung- die Forschung nicht in die Richtung ging.
    Es wurde als Wahlkampfthema aller Parteien mißbraucht und wirklich produktiv war KEINE Parteien. Nichtmal die Grünen ;-)
  4. Zicklein81 schreibt am 16.07.2009 um 18:06 Uhr:Hab grad gar keine Zeit, aber trotzdem mag ich mich mal kurz melden. Habe Blogigo ja lange gemieden - ein Comeback ist eigentlich nicht geplant...
    Aber ich wohne um und bei 10-20 km von Krümmel entfernt und ich kann hier zwar im Alltag entspannt sitzen - aber sobald eine Meldung kommt (und glaubt mir, hier kommen die öfter als mir lieb ist) steht mir das Haar zu Berge.
    Wenn man ewig in der Angst lebt, dann hat das Leben keinen anderen Sinn mehr als die Angst. Aber ich denke man sollte störanfällige Atommeiler nicht einfach so ans Netz setzen...Es geht auch ohne ihn wie man sieht, sonst müsste ich mir den Strom für meinen PC selbst machen...^^ Krümmel hat aber auch ein Wasserwerk zur Stromgewinnung, einen Stausee und viele Windkrafträder...wenn dafür der Meiler verschwindet - stellt mehr Räder auf...

    LG,Ela
  5. ZooStation schreibt am 16.07.2009 um 21:39 Uhr:Das Problem, dass ich sehe, ist, dass wir uns in den letzten 20 Jahren oder so in eine gewisse Abhängigkeit gegenüber dem Strom-Oligopol manövriert haben - und diesen Fehler kann und muss man korrigieren! Der beschlossene Ausstieg - nicht von jetzt auf gleich, sondern in den kommenden 10-20 Jahren - begleitet von einer intelligenten Energiepolitik, die den Anteil der Regenerativen allmählich hochfährt - das ist der richtige Weg!
    Atomenergie ist gefährlich und letztlich nicht zu 100% beherrschbar. Und der Müll strahlt noch hunderttausende von Jahren!!! Und die Alternativen sind da.
    Die Frage ist also, welche Motivation steckt dahinter, diese Technologie weiter zu verfolgen? Wer hat ein Interesse daran?
    Für mich ein absolut geeignetes Wahlkampfthema, zumal da endlich mal ein paar Unterschiede deutlich werden zwischen den Parteien!
    Wählen gehen!
  6. JOblogt schreibt am 17.07.2009 um 11:12 Uhr:ich bin da voll und ganz auf der linie von @zoo. wählen gehen, und da ich den ausstieg aus der atomkraft für richtig halte, ist zumindest klar, wen ich nicht wähle. ich will das meine enkel lachen und nicht strahlen.
  7. rougenoir schreibt am 21.07.2009 um 18:33 Uhr:Zu Atomstrom und gewissen Alternativen sag ich mal nichts, weil ich 1. nicht wirklich Ahnung habe und 2. eigentlich schon das gesagt wurde, was ich denke.

    Ich habe nur mitbekommen, dass man in Italien eine Möglichkeit gefunden hat, eine größere Menge Strom für eine kurze Zeit zu speichern. Das ist zwar nicht DER Durchbruch, seltsam ist nur, dass in Deutschland anscheinend nicht in diesem Bereich geforscht wurde (so hieß es zumindest in dem Bericht damals). Anscheinend "interessiert" man sich nicht so intensiv dafür, oder es werden zu wenige Gelder bewilligt, so dass nicht erfolgreich geforscht werden kann ... wer weiß.

    Und außerdem hab ich irgendwo mal gelesen, dass zu viel Strom verbraucht wird, weil man den Stromhaushalt ;) nicht richtig plant. Laut dem Bericht könnte man eine Menge Strom einsparen, wenn ... ähm, man irgendwas genauer plant. Ich hab's einfach vergessen ;).

    Ich glaube einiges könnte hier besser laufen, wenn man sich intensiv "darum kümmern" würde. Und Wählen muss natürlich auch sein, selbst wenn eigentlich keine Partei so richtig meinen Vorstellungen entspricht, aber besser die als die :D. Ich will zumindest mal keine Gentechnik auf den Feldern haben, die Folgen sind nämlich auch nicht 100%ig berechenbar ...

Einloggen zum Kommentieren:

Hinweis: viele Funktionen von blogigo (z.B. Einträge kommentieren) stehen Dir erst nach einer kostenlosen und unverbindlichen Registrierung zur Verfügung. Hier kannst Du Dich in Sekundenschnelle registrieren.