Gedanken oder Fragen

31.07.2009 um 14:38 Uhr

Zugreifer

Stimmung: gut

Das Zugreifen ist doch der natürlichste
Trieb der Menschheit.

Zitat: Johann Wolfgang von Goethe
( Werthers Leiden )

Als Trieb hatte ich das Zugreifen noch nicht gesehen, und doch ist es wohl einer.
Schon das Baby greift nach irgendetwas.
Will es festhalten, ganz automatisch..
Sehen ist oft nicht genug. Der Mensch will halten, fühlen, drehen und wenden.
Können wir oft genug beobachten wenn wir einkaufen gehen. Sich aneignen durch zugreifen, festhalten. Ausverkauf und Grabbeltische zeigen dieses in besonders extremen Maße.

Der Mensch er greift, solang er lebt, könnte man auch sagen. Das Zugreifen fällt ihm wohl auch viel leichter als das loslassen.
Und manchmal greift die Hand wohl auch ins leere.

Wünsche euch ein schönes Wochenende an dem eure Hände nicht ins leere greifen.
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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Sadeyes schreibt am 31.07.2009 um 14:58 Uhr:Schönes Wortspiel! :)

    Aber wenn ich mal weiterdenke, fällt mir noch das hier zum Thema ein...

    Zugreifen = Tastsinn. Eines unserer Sinne und deswegen so wichtig, denke ich.
    Etwas zu fühlen macht doch einen großen Teil des Erlebens aus. Wie zB die kleinen, weichen Härchen den fühlbaren Unterschied zwischen einer Nektarine und einem Pfirsich darstellen.
    Richtig be"greifen" wie wichtig das Fühlen ist, kann man, wenn man sich vorstellt blind zu sein. Wenn unsere Hände uns verraten müssen, wie die Dinge aussehen. Da wird das Greifen sicherlich tatsächlich zum lebensnotwendigen Trieb.
  2. Rabenmutter schreibt am 31.07.2009 um 15:58 Uhr:Oh je... danke für den Wunsch am Ende, der genau ausdrückt, was mir im Kopf herum geht...
  3. Muffin schreibt am 31.07.2009 um 23:52 Uhr:Ich glaube doch auch, dass Menschen immer nach etwas greifen. Sei es nun das Begreifen oder das Greifen nach der Zukunft, wenn nicht sogar der Griff nach der Butter auf dem Küchentisch.
    Demnach könnte man den Trieb, den Goethe da erwähnt, als Überlebenstrieb sehen?
    Nur so ein Gedanke...
    Liebe Grüüüße und auch ein wundervolles Wochenende =)
  4. sternenschein schreibt am 02.08.2009 um 18:00 Uhr:@Sadeyes,
    "begrifflich" wenn wir mit den Händen sehen, sieht die Welt zweifelsohn anders aus.
    Eine andere Wahrnehmung über das fühlen und tasten als über das sehen.
    Ich war mal "Streckenposten" in einem Spiel von Motoradfahrerern. Sie sollten aus einer Tasche in der 20 Gegenstände lagen, erraten was es für Gegenstände sind.
    War für manche echt schwierig. Ich denke, wenn man von Geburt an blind war, nie gesehen hat, sind diese Tastbilder noch ganz andere als wir sie ertasten würden. Denn wir machen uns ja mehr oder weniger ein optisches Bild dazu im Kopf.
    Liebe Grüsse
  5. sternenschein schreibt am 02.08.2009 um 18:06 Uhr:@Rabenmutter,
    dann wünsche ich dir, dass du nicht ins leere greifst, dass beim greifen etwas da ist, an dem du dich halten kannst.
    @Muffin,
    Überlebenstrieb wohl auch, aber gleichzeitig auch ein sehr sinnlicher Trieb.
    Vielleicht ist es auch, dass wir unseren Augen nicht ganz trauen, und deshalb es in Händen halten müssen.
    Wir halten unser Leben in den Händen.*g* Und "begreifen" doch, dass nicht alles was wir halten, so bleibt wie es ist.
    Manches rieselt uns aus der Hand, was wir auf Sand bauten, anderes lässt sich nicht für ewig "festhalten" und manchmal schleppen wir auch eine Last mit uns herum, können nichts neues ergreifen, solange unsere Hände noch voll sind.
    Euch auch liebe Grüüüsse..
  6. Lyriost schreibt am 03.08.2009 um 14:07 Uhr:Der frühkindliche Greifreflex verliert sich bis zum vierten Lebensmonat. Tritt der Greifreflex in höherem Alter oder gar bei Erwachsenen auf, ist das ein Zeichen für eine schwere Schädigung des Gehirns. ;-)
    Liebe Grüße von Ly
  7. Rabenmutter schreibt am 03.08.2009 um 17:42 Uhr:Auweia!
  8. sternenschein schreibt am 04.08.2009 um 01:58 Uhr:@Lyriost,
    das hört sich ja bedenklich an..
    Wenn man all die Menschen sieht die zugreifen in Supermärkten und Kaufhäusern, als ob sie nicht andere könnten..
    Manche entwickeln dabei dann auch noch einen Festhaltereflex.;-)
    Liebe Grüsse
  9. ehemals moonlightshadow :) schreibt am 18.08.2009 um 10:56 Uhr:das ist wie beim geben und nehmen. sehr viele menschen nehmen lieber als zu geben. und zugreifen entspricht doch irgendwie dem nehmen. wenn wir zugreifen (jetzt eher im übertragenen sinne), dann eignen wir uns etwas oder jemand an, das wir bei uns haben wollen. wir nehmen es uns. :)
    beim geben müssen wir etwas loslassen, etwas, dass vorher in unserem besitz war, in die freiheit entlassen.
    aber gerade in der liebe ist wohl das zugreifen nicht der beste trieb. es heißt ja auch immer wieder, lass mich los, wenn du mich liebst, oder, lass los, wen du liebst. kehrt er zu dir zurück, gehört er dir wirklich, tut er es nicht, hat er dir nie gehört. oder so ähnlich. :)
    ich finde, man sollte ein gleichgewicht zwischen geben/loslassen und nehmen/zugreifen finden. zuviel zugreifen schadet genauso, wie zuviel loslassen. nur auf andere weise...

    liebe grüße und noch einen schönen tag

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