Lyriost – Madentiraden

20.11.2009 um 15:58 Uhr

Intelligenztests

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Intelligenztests

Intelligent ist man, wenn man die Fähigkeit besitzt, den Glauben an die eigene geistige Größe als aus Unwissenheit geboren zu betrachten und den dadurch eingeleiteten Schrumpfungsprozeß zu begrüßen. Wenn man dann noch beginnt, Intelligenztests als lächerliche Inszenierung anzusehen, bei denen sich die Inferioritätskomplexe der Tester und der positiv Getesteten zu wahnhaften Größenphantasien verdichten, während die Verbildeten in die für sie vorgesehenen Minusförmchen gepreßt werden, dann ist man schon beinahe auf dem Weg zur Weisheit. Als vermindert intelligent betrachte ich den, der in die vorgestanzten Plusförmchen paßt und der an die Aussagekraft von Intelligenztests glaubt. Also den, der positiv paßt.

20.11.2009 um 08:52 Uhr

Klare Sprache

von: Lyriost

Klare Sprache

Wenn man genug in Mülltonnen nach den Perlen gekramt hat, die so manche Herren Philosophen zu ihrer Belustigung und zur Abgrenzung vom gemeinen Volk hineingeworfen haben, merkt man irgendwann, daß diese Suche nicht nur schmutzige Hände macht, sondern auch Lebenszeit kostet. Deshalb ziehe ich heute die Denker mit der klaren Sprache entschieden vor.

19.11.2009 um 16:31 Uhr

Gehirn und Kohle

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Gehirn und Kohle

Obgleich eine Ladung Stroh beschwingter brennt als ein Haufen Briketts, gleicht das menschliche Gehirn eher einem Kohlemeiler als dem Strohfeuer in einem Biomasse-Kraftwerk: Die Effizienz bei Gehirn und Kohle ist gering, weil von der reichlich genutzten Masse wenig nutzbringender Gebrauch gemacht wird oder werden kann. Außerdem ist der Betrieb bei beiden extrem umwelt- und klimaschädlich.

19.11.2009 um 14:33 Uhr

Gold

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Gold

Der eigentliche Wert des Goldes besteht darin, daß sein Wert, wie auch der Wert vieler anderer materieller und immaterieller Erscheinungen, maßlos überschätzt wird. Und da gering ausgeprägtes Urteilsvermögen, Gier und schlechter Geschmack krisensicher sind, ist es auch das Gold.

18.11.2009 um 16:12 Uhr

Die blöde Böe

von: Lyriost

Die blöde Böe

Über "Segel auf Butterfly" von Vea Kaiser

Das Lexikon der maritimen Terminologie liegt auf dem Schreibtisch bereit, und das Abenteuer kann beginnen. Nun ja, das Abenteuerchen, denn man steuert nicht aufs offene Meer, sondern, bescheiden, wie man ist, "aufs offene Wasser", immerhin also keine Fahrt in der geschlossenen Flasche, kein Ritt auf dem Buddelschiff.

Bevor es richtig losgehen kann, muß der Hintergrund beschrieben werden, denn das Ganze soll ja mehrschichtig daherkommen. Also werden im folgenden die Großeltern, aus deren Erbmasse das Segelbötchen stammt, von der höheren Warte jugendlicher Selbstüberschätzung gehörig durch den Kakao gezogen, ihre romantische Lebenseinstellung "enttarnt". Verhöhnt, sollte man besser sagen. Zu dieser Verhöhnung gehört die Depersonalisierung im sprachwitzresistenten Dümmlichjargon: "Wir dachten, unsere Großeltern wären unkaputtbar", weil sie nicht, wie andere Alte, "im Lift zu Blut-Lungen- und Stuhluntersuchungen emporgebracht wurden". (Natürlich wird niemand zu einer Stuhluntersuchung irgendwo hingebracht, sondern das Darmmus ins Labor geschickt, doch woher soll ein junger Mensch das wissen? Und Blut-Lungen-Untersuchungen gibt es ebenfalls nur in der Phantasie von medizinisch Unbedarften.) Aber nein: "Totalschaden an Auto und Großeltern."

Der Beitrag ist eine Sammlung von Klischees und nichtdurchdachten sprachlichen Bildern (z. B. "Packung Silikonbrüste" statt Kunsttittenfrau als mißlungene Metonymie). Man merkt, wie verzweifelt um den Anschein von Originalität gekämpft wird.

Bei aller demonstrativen Coolness gibt es aber auch "Tränen auf Pfirsichwangen", Kirschgeruch und pflaumenfarbene und knallpinke Haarentferner und allerlei andere Kitschelemente wie das "Höschen auf dem Kopf" aus dem Handbuch "Wie schreibe ich eine erotische Erzählung?"

Zur Sprache: Das "unkaputtbar" hatte ich bereits erwähnt. "Als wir the first time in meinem Teakholzbett lagen" ist auch nicht ohne, ebensowenig die "ultimative" Traumfrau. Was sollte eine Traumfrau anderes sein als "ultimativ"? Alles schwächelt sprachlich genauso vor sich hin wie inhaltlich. "Urst blöde." Beinahe schon urkomisch.

Die Erzählperspektive ist: "Ich, die ich". Das sagt viel. Rechtschreibung und Zeichensetzung mangelhaft. Auch das sagt einiges.

Am Ende der Geschichte wird als Pointenersatz noch ein Filmzitat aus "The Big Lebowski" aufgeboten: Asche wird verstreut. Doch im Gegensatz zum Film nicht aufs eigene Haupt. Und über der kleinmaritimen Szene brennt nur gratwandernd die "gradwandern"de Sonne und weht die "blöde Böe", aber nicht ein Hauch von Selbstironie. Nicht mal ironisches Fremdeln.

"Welthaltigkeitsfaktor" null Komma fünf von zehn. Es kommen andere Menschen vor, ein Fluzeug wird erwähnt und daß es Hippies ("Sonnenblumenmasche") gegeben hat.

17.11.2009 um 13:26 Uhr

Pinozytose

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Pinozytose

Besser eine dünne Haut als gar keine Permeabilität. Und an einer dicken Haut schleppt man anders schwer.

17.11.2009 um 09:49 Uhr

Welthaltigkeit – Teil II

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken   Stichwörter: open, mike

Zum deutschsprachigen Literaturnachwuchs

Welthaltigkeit – Teil II

Ursprünglich als Instrument für die Beurteilung der Weltwahrnehmung im Roman gedacht, habe ich einen Kriterienkatalog entwickelt, der sich, wie ich meine, auch auf andere Textsorten anwenden läßt. Die zu Text geronnene Weltwahrnehmung eines Schriftstellers, einer Schriftstellerin, eines schreibenden Transsexuellen oder eines textproduzierenden Kindes (ich hoffe, niemanden vergessen zu haben) läßt sich folgendermaßen kategorisieren:

Wahrnehmung und Reflexion der Welt als

1. kosmischem physikalischem Geschehen oder Sein (mit Erkenntnistheorie und Grundlagenwissenschaft, Chaostheorie);
2. ökologisch-evolutionärem Naturgeschehen (mit anthropologischer Entwicklung);
3. politisch-sozial organisiertem und verwaltetem Wirtschaftsgefüge (mit Kampf ums Überleben, um Ideologien, Ressourcen, Macht und Status);
4. historischem Ereignis, kulturell-zivilisatorischem Experiment mit Provisoriumscharakter (mit Entwicklung von Mythos, Religion, Ethik und Moral, mit Geschichtsteleologie, Eschatologie, Utopie);
5. als Heimat oder Unbehaustheit der Subjekte (Ort der Gefährdung des einzelnen und Projektionsfläche seiner Wünsche und Spielplatz zur Bedürfnisbefriedigung);
6. als Entität, die auf ein Tieferes hinweist (mit Seins- und Lebensphilosophie, kollektiven Archetypen, morphischen Feldern etc.)

 

Dieses Schema, dessen Kategorien sich in der Praxis ganz unschematisch überlappen, ja überdecken können, beinhaltet, so meine ich, alle möglichen Perspektiven eines Autors, die er einnehmen könnte, um die Welt zu betrachten und zu beschreiben, gleich ob er sie nun, je nach Erfahrung, Status und Blickwinkel, eher als Schädelspaltanstalt, als Experiment mit offenem Ausgang oder als Vorstufe des Paradieses oder der Hölle wahrnimmt.

Ob er ihre Ränder am Spiegelrand überhaupt bemerkt und wie weit er über die Schreibtischecken und die Cappuccinotasse hinaussieht, das ist, mit diesen Kriterien bewaffnet, leicht in Erfahrung zu bringen, und so haben wir schnell eine Antwort auf die Frage nach der "Welthaltigkeit" eines Textes.

Im weiteren werde ich in den nächsten Monaten die Beiträge des "open mike" mit Hilfe dieser Kriterien auf ihre "Welthaltigkeit" untersuchen. Leider muß ich bereits jetzt darauf hinweisen: Es wird eine recht kurze Betrachtung sein, kein Schwimmen im Meer, sondern nur in einem Teich.

Damit der Weg zum Bad und die Überwindung, ins kalte Wasser zu springen, sich lohnt, habe ich mich entschlossen, der "Welthaltigkeitsprüfung" einige allgemeine Bemerkungen zur Qualität des jeweiligen Textes voranzustellen.

 

Das Buch gibt es hier: Amazon

16.11.2009 um 23:52 Uhr

Zum deutschsprachigen Literaturnachwuchs – Teil I

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken   Stichwörter: open, mike

Zum deutschsprachigen Literaturnachwuchs

Welthaltigkeit – Teil I

"Welthaltig, so Ursula Krechel ... ist dieses Literaturjahr." Und nicht nur sie sprach vom Welthaltigen. Aber was unter "Welthaltigkeit", diesem diffusen Zauberwort der Feuilletons, zu verstehen sein soll und ob es mehr ist als ein ausgelutschtes Anforderungstereotyp des Literaturbetriebs, sagte sie nicht, und auf Nachfrage konnte mir keiner derjenigen, mit denen ich am Abend der Preisverleihung beim diesjährigen "open mike" darüber gesprochen habe, mit etwas anderem als einer Ex-negativo-Definition aufwarten: hinausgehen über die Selbstbespiegelung, heraustreten aus dem Persönlichen, Wahrnehmung der Welt jenseits von Zweierbeziehungsdissonanzen.

Der Begriff "Welthaltigkeit" stammt nicht, wie man glauben könnte, von Heidegger (der spricht von "Welterschließung"), sondern wurde wirkmächtig durch die "Theorie des Romans" von Georg Lukács, dem einflußreichen marxistischen Literaturtheoretiker.

Was aber ist welthaltige Literatur? Wo findet sich Welthaltigkeit? Ist es, wie Klaus Siblewski sagt, das Einfügen einer Erzählung in große welthistorische Kulisse, die für Welthaltigkeit sorgt, oder ist es vielmehr die persönliche Welterschließung des Schreibenden, die im Text deutlich wird? Oder kann Welthaltigkeit gar eine Art antikapitalistischer Realismus sein, die möglichst exakte Beschreibung von Nahrungsaufnahme und Verdauung der Zivilisation als einer "alten Sau mit Zahnfäule", wie Ezra Pound das mal genannt hat? Wäre die Schilderung der Weltreise einer intelligenten Küchenschabe auf einem Bananendampfer ein Zeichen von Welthaltigkeit?

Ursula Krechel und andere haben den Wettbewerbstexten Welthaltigkeit bescheinigt. Ich habe solches trotz großzügiger Definitionsdehnung jedoch nur bei wenigen Texten wahrgenommen. Mir scheint, Welthaltigkeit wird gern mit tatsächlicher oder auch nur vorgetäuschter Weltläufigkeit verwechselt, etwa unmotivierter Anglizismenakkumulation oder exotischer Kulissengestaltung.

 

Nachtrag vom 17. November: Mit Ausnahme der FR ist die Berichterstattung in der Presse weitgehend kenntnisfrei, und überwiegend wird nachgeplappert, was man von Lektoren und Jurymitgliedern aufgeschnappt hat, und freihändig dazugereimt. Den Vogel dabei hat Annabelle Seubert im "Tagesspiegel" abgeschossen, die mitteilt: "Mahlke und Senkel, die beiden vielversprechendsten Talente dieses Open Mike, fielen durch einfache Dialoge und klare Strukturen auf."

Mir ist Matthias Senkel dadurch positiv aufgefallen, daß er auf Dialoge gänzlich verzichtet hat.

 

 

16.11.2009 um 21:50 Uhr

Notgemeinschaft

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Notgemeinschaft

Wir alle träumen
rund um ein Lagerfeuer
das zum Himmel klingt

noch der Fernste Gefährte
als wären wir nicht allein

13.11.2009 um 23:52 Uhr

Stockung

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Stockung

Getrübtes Wasser
gespiegelter Fratzentanz
in den See gespuckt

kein Tag für klare Bilder
wenn die Farben zerfließen
kein Wort schwimmt empor 

13.11.2009 um 16:46 Uhr

Selbstironie

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Selbstironie

Gelegentlich selbstironisch zu sein ist die Ratenzahlung eines Autors für die Versicherung gegen die mögliche üble Nachrede, er nähme sich selbst zu wichtig, und mit diesem Obulus zeigt er, wie wichtig er die andern nimmt. Beides wird er auf Nachfrage selbstverständlich vehement bestreiten und erklären, wichtig sei ihm ausschließlich sein Werk, mit dem er sich voll identifiziere. Ob die Versicherung auch das abdeckt?

12.11.2009 um 21:27 Uhr

Frieden

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Frieden

Das Hohe bückt sich
vom Niedrigen umschlungen
Lichtjagd im Schatten

die dunklen Ringe schwinden
als wollten sie verwehen
wie Laute im Wind

12.11.2009 um 20:51 Uhr

Über Benns "Ptolemäer"

von: Lyriost   Kategorie: Mini-Essays

Über Benns "Ptolemäer"

 

"Das Leben – dies Speibecken, in das alles spuckte, die Kühe und die Würmer und die Huren –, das Leben, das sie alle fraßen mit Haut und Haar, seine letzte Blödheit, seine niedrigste physiologische Fassung als Verdauung, als Sperma, als Reflexe – und das nun noch mit ewigen  Zwecken garniert ..."

 

Das ist die Reduktion des Lebens auf das, was übrigbleibt, wenn man die Diskrepanz zwischen dem tatsächlichem Sein in den Trümmern der Ideologeme und dem idealistischen Denken betrachtet, wenn man sieht, was sich trotz des Kanons der moralischen Werte ereignet hat: Völkerabschlachten. Man mußte 1947 die moralischen Werte nicht mehr in den Mülleimer werfen, denn sie lagen längst darin, und auch wenn sie wieder herausquellen, so sind sie doch auf alle Zeit fragwürdig geworden. Oder richtiger noch: Ihre Fragwürdigkeit trat allen Sehenden vor Augen, aber sie hatten nicht mehr die Kraft, diese zu reiben. Noch Raskolnikow hatte unter seiner Tat gelitten, aber nun war das "moralische Fluidum", wie Benn das nennt, zur Ruhe gekommen.

Was bleibt für Benn, ist individualistische Ästhetisierung in der Nachfolge Spenglers und vor allem Nietzsches. Benn nennt das prismatischen Infantilismus, Kinderspiele auf Erwachsenenniveau. Auch der Schöpfer, so vermutet Benn, hat nicht mehr vor mit den Menschen als "seine übliche Spielerei", und das Gerede von der Menschheit ist nichts als Propaganda ohne jede teleologische Relevanz.  

Dem Irrationalen im Sein ist mit dem Denken nicht beizukommen, deshalb wird das Denken nur noch als eine Art mechanischer Zwang wahrgenommen, und es bietet sich für den einzelnen als Aufgabe (in seiner doppelten Bedeutung) der Ausweg, der keiner ist: sich abzufinden und mit Seeblick zu privatisieren. Und das Spiel der Kunst. Soweit Benns verbittertes Resümee.

Zynismus? Oder Wahrheit? Als wären diese Begriffe antonymisch. Was ist Zynismus? Die Antwort auf diese Frage hängt von der subjektiven Interpretation des Fragenden ab, von seiner Definition, die wiederum abhängig ist davon, wie er Wahrheit definiert. Dem Wahrheitsbesitzer ist jede spöttische Abweichung von seiner Wahrheit Zynismus. Erst recht die kritische Dekonstruktion seiner Wahrheitsbasis. In diesem Fall ist man versucht zu sagen, Benn spricht die Wahrheit auf zynische Art und Weise aus. Aber in Wirklichkeit ist es nur bitterer Sarkasmus, den wir hier sehen. Und Benns Wahrheit ist nur seine Wahrheit, so wie meine meine ist und deine deine; denn die alleinseligmachende Wahrheit propagieren nur Lügner, Gläubige und Verblendete.

Wahrheit ist stets perspektivisch, und nur einer könnte all diese verschiedenen Perspektiven zu einem Ganzen zusammenfassen. Das wäre dann die Wahrheit der Wahrheiten. Wir können das nicht, denn wir sind nur kleine Göttchen oder wären nur winzige Schnipsel vom großen Gott, wenn es ihn gäbe. Aber ob es ihn gibt, das wissen wir nicht.

Siehe auch hier

12.11.2009 um 08:20 Uhr

Auftreten

von: Lyriost

Auftreten

Jeder fliegt wie er kann
niedrig des Ringenden Rang
würdevoll gleiten

Flügel werden nicht verliehen
der Tiger hütet den Schwanz
am Himmel weht Wind

09.11.2009 um 19:53 Uhr

Keine Begegnung

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Keine Begegnung

Von Nord nach Süd
die Himmelskarawanen
herbstgoldumrahmter Kranichflug
nomadengleiche Pilgerscharen

Werden kaum müd
ziehn schrill die Bahnen
trompetenlaut ihr Atemzug
das Flügelschlagen zielerfahren

von Süden nur zwei schlappe Riesen
die donnerplump herniedersinken
im kühlen Stahl nervöses Blinken
am Waldrand warten still die Wiesen

 

inspiriert durch "Flugbahnen"

09.11.2009 um 18:38 Uhr

Selbstbezähmung

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Selbstbezähmung

Der Himmel wie Blei
Wolken Wolken kein Regen
und trockener Wind

schneid klein die großen Worte
zeig weichgefärbte Bilder
fühl Fingerspitzen

09.11.2009 um 12:02 Uhr

Dynamische Exegese und Hermeneutik

von: Lyriost

Dynamische Exegese und Hermeneutik

Je älter und bemooster die Überlieferung, die ja nichts anderes ist als eine ergraute Deutung, um so mehr ist sie es wert, durch Umdeutung entwertet zu werden. Doch auch die Umdeutung sollte offen für entwertende Neuinterpretation sein, damit sich nicht erneut der Nebel des Ergrauten über die Betrachtung senkt. 

09.11.2009 um 09:05 Uhr

Der Teufel und das Weihwasser

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Der Teufel und das Weihwasser

Jeder weiß: Der Teufel meidet das Weihwasser. Doch warum tut er das? Kleriker führen die Zurückhaltung Luzifers auf die Kraft ihrer Lehre zurück. In Wirklichkeit jedoch hat auch der Leibhaftige einen Internetanschluß und weiß, daß sich im Weihwasser trotz oftmals sogar jährlichem Wechsel allerlei Bakterien und garstige Geißeltierchen tummeln.

Hintergrund

08.11.2009 um 22:14 Uhr

Zusammenhalten

von: Lyriost   Kategorie: Gedichte

Zusammenhalten

Sieh wie die Tropfen
erdverbunden im Fluge
aus den Wolken fliehn

zum Quell der Qellen streben
der blauen Heimathäute
glitzerdem Schimmer

08.11.2009 um 13:08 Uhr

Von hinten

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Von hinten

Es gibt Menschen, die bemühen sich nach Kräften, uns einen tiefen Einblick in ihre Vielseitigkeit zu geben. Dabei würden wir sie am liebsten nur von ihrer besten Seite betrachten: von der Hinterseite.