Lyriost – Madentiraden

10.02.2017 um 19:42 Uhr

Zuviel und zuwenig

von: Lyriost

Zuviel und zuwenig

Immer dann, wenn es heißt, es gäbe zuwenig von irgendwas, kann man sicher sein, daß dem ein Zuviel komplementär ist. Wenn es zum Beispiel in Berlin an Wohnungen mangelt, kann man davon ausgehen, daß zu viele Leute ausgerechnet dort wohnen wollen. Wenn es zuwenig Lkw-Parkplätze an Autobahnen gibt, wird es wohl so sein, daß zu viele Lkws auf diesen Straßen unterwegs sind. Und weil zu wenige Wähler klug wählen, finden sich zu viele bescheuerte Politiker in lohnenden Ämtern.

26.01.2017 um 21:03 Uhr

Unmittelbare Nähe

von: Lyriost

Unmittelbare Nähe

Aus der Ferne betrachtet, sind auch entfernte Orte unmittelbar nebeneinander.

19.01.2017 um 11:17 Uhr

Der innere Schmutz

von: Lyriost

Der innere Schmutz

Wie kommt es, daß mitten in Berlin ein Denkmal gebaut wurde, über das es von Anfang an viel Streit gab? Die Ursache dafür liegt in der gleichen braunvölkischen Nationalromantik, von der auch jene heute beseelt sind, die das Holocaust-Denkmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnen und deutlich machen, daß sie es hinter allem semantischen Mehrdeutigkeitsnebel als schändliches Denkmal betrachten. Schändlich aber ist nicht das Denkmal, sondern das Denken, das ursächlich zu diesem Denkmal geführt hat und auch heute zu nichts Gutem führen wird. Ohne dieses Denken hätte es die unfaßbare Judenvernichtung nicht gegeben. Ob einer solche Reden hält wie AfD-Höcke oder auf einem jüdischen Friedhof Grabsteine beschmiert, für mich ist beides Ausdruck der gleichen schmutzigen Gesinnung.  

17.01.2017 um 15:34 Uhr

Fragen zur Anatomie des toten Winkels

von: Lyriost

Fragen zur Anatomie des toten Winkels

Ist ein begrenzter Horizont mit einer Art totem Winkel eine Wahrnehmungsstörung, hervorgerufen durch unbewußte Selektion? Oder ist die Kurzsichtigkeit Folge von Wahrnehmungseinschränkungen durch bewußte Verweigerung? Oder ist die Engführung des Blicks einfach nur Gewohnheit?

14.01.2017 um 21:22 Uhr

Besuch

von: Lyriost

14.01.2017 um 14:52 Uhr

Betreutes Regieren?

von: Lyriost

Betreutes Regieren?

Man hat den Eindruck, daß viele sich wünschen, es werde in Kürze in den USA so etwas wie betreutes Regieren geben und Treffen mit Putin nicht unter vier Augen, sondern nur unter Aufsicht von Sozialarbeitern, Psychologen und Pressevertretern. Sollte mich wundern, wenn der neue US-amerikanische Präsident sich das gefallen ließe.

12.01.2017 um 15:01 Uhr

Mediendemokratie

von: Lyriost

Mediendemokratie 

Tagesschau online, 12.1., 14.17 Uhr

In dem "Tagesschau"-Beitrag heißt es unter anderem: "Trump hasst und bekämpft alle, die ihn kritisieren. Das darf sich eine Demokratie nicht bieten lassen. Beim nächsten massiven Angriff auf Kollegen sollten die US-Journalisten geschlossen aufstehen und gehen, statt Trump hinterher zu laufen bis an den goldenen Aufzug."

Ich hätte den Beitrag gern dahingehend kommentiert, daß ich angesichts des medialen Kesseltreibens inklusive Fake-News gegen Trump, bereits bevor der im Amt ist, ein gewisses Verständnis für dessen dünnhäutige Reaktionen habe. Leider gab es dazu, obgleich auch ich doch Finanzier der "Tagesschau" bin, keine Möglichkeit, denn die Kommentarfunktion war von Anfang an ausgeschaltet. Von Demokratie reden ist das eine, selbst Demokratie praktizieren das andere.


09.01.2017 um 14:31 Uhr

Lernen

von: Lyriost

Lernen

Unverständnis ist wohlfeil und leichter zu praktizieren, als Verständnis zu erwerben. Oder gar Vernunft. Vernunfterwerb geht nicht ganz so einfach, wie Früchte vom Baum zu pflücken, und ist nicht so bequem, wie danach unter dem Baum zu liegen und darauf zu warten, daß der Heilige Geist uns mit Weltwissen erquicke. 

09.01.2017 um 11:47 Uhr

Überlegung

von: Lyriost

Überlegung

Möchte kein Vogel sein
besonders im Winter 
ja schön das Fliegen
doch ständig im Unwegsamen
kein Weg kein Ziel
und dennoch
kalte Füße

09.01.2017 um 11:33 Uhr

Versuchte Niveaunivellierung

von: Lyriost

Versuchte Niveaunivellierung

Sich selber verstehen sie nur mit Mühe oder gar nicht, von andern jedoch erwarten sie, daß diese sich so äußern, daß auch der Dümmste sie noch mühelos verstehen könne. Als gäbe es dafür nicht die Bild-Zeitung und das Quotenfernsehen. Da werden sie nicht so sehr überfordert. 

09.01.2017 um 09:56 Uhr

Mut zu eigenen Gedanken

von: Lyriost

Mut zu eigenen Gedanken

Wer sich selbst nicht hin und wieder bei einem klugen Gedanken ertappt, glaubt bei jedem Aperçu eines andern, es wäre ein Zitat, und blättert im Büchmann. So war das früher. Heute googelt man.

07.01.2017 um 13:35 Uhr

Warnung vor Klempnern

von: Lyriost

Warnung vor Klempnern

Lange hat es bei den Clintons zu Hause in der Toilette (in den Vereinigten Staaten Waschraum genannt) mächtig gestunken. Man wunderte sich ("so saubere Leute") und fragte sich, wie das sein kann. Nachdem man die Geheimdienste zu Rate gezogen hatte, kennt man nun, wenn auch nur wahrscheinlich, den Grund. Ein gewisser Putin hatte sich, als Sanitärfacharbeiter verkleidet, angeblich mit hoher Sicherheit wahrscheinlich Zugang zu dem Anwesen der Clintons verschafft und vermutlich die Klospülung manipuliert. Diese Russen sind verschlagen, besonders der ehemalige Geheimdienstler Putin, der sich – gegen den Willen der Mehrheit der US-amerikanischen Politelite und, davon abgeleitet, ebenso der europäischen – frech und zutiefst undemokratisch von der Mehrheit der russischen Bevölkerung zum Präsidenten hatte wählen lassen.

Leider gibt es bei all den sicheren Vermutungen, Mutmaßungen und Annahmen sowie Behauptungen ein unwesentliches störendes Detail, und deshalb ist der Untersuchungsbericht auch streng vertraulich: keinerlei Beweis. Als sicher darf allerdings gelten: Die Beinflussung von Wahlen in anderen Ländern, überhaupt jede Einmischung in deren Angelegenheiten ist in den USA traditionell verpönt. Ebenso das Abhören nicht nur feindlich gesinnter Politiker, sondern vor allem auch befreundeter. Und daß man sich in deren Computer einhackt ...
 

06.01.2017 um 13:23 Uhr

Amüsant

von: Lyriost

Amüsant

Am meisten belustigen mich jene, die ihre ganz persönliche Fehlinterpretation des Zeitgeistes mit dem Hegelschen Weltgeist verwechseln. Mir zeigt sich dagegen nur der Michel im Nachthemd mit Zipfelmütze. Oder vielmehr, was von ihm übriggeblieben ist. Was dem einen große Schritte sind, ist dem andern das Trippeln.

05.01.2017 um 18:27 Uhr

Wohnen

von: Lyriost

Wohnen

Wenn mich einer fragt, wo ich wohne, dann sage ich, so vermessen bin ich allemal: Eine Etage über dem Zeitgeist.

05.01.2017 um 09:37 Uhr

Dialogvermeidung

von: Lyriost

Dialogvermeidung

Das Schwierige beim Gespräch mit manchen andern Menschen ist der Umstand, daß diese gar nicht an einem Dialog interessiert sind, ihr Gegenüber überhaupt nicht wahrnehmen, sondern nur monologisierend Selbstbestätigung suchen oder Streit, weil sie mit sich selbst und ihrer Umwelt nicht im reinen sind. Am Gespräch sind sie nur dann interessiert, wenn ihre Auffassungen von der Wirklichkeit nicht in Frage gestellt werden. Dennoch drängen sie in die Öffentlichkeit und sprechen andere an, zum Beispiel, indem sie in einem Forum auftreten. Oft äußern sie sich dort so undeutlich, daß man um mehrere Ecken denken muß, um sie zu verstehen. Das ist mühsam und zeitraubend. Und zum guten Schluß wird einem dann noch unterstellt, es fehle einem an etwas, wenn man sie nicht so verstanden hat, wie sie es gerne hätten. Das kann einen auch sprachlos machen. Soll es das?

04.01.2017 um 16:24 Uhr

Man könnte

von: Lyriost

Man könnte 

Man könnte sprechen
würde man nicht mutmaßen
der andre sei blind

oder ein wenig taubstumm
man könnte auch zuhören

04.01.2017 um 12:06 Uhr

Vorschlag

von: Lyriost

Vorschlag

Man sollte das erbärmliche Ausrufzeichen, besonders dort, wo es gehäuft auftritt, ächten und das wichtigste Satzzeichen, das Fragezeichen, subventionieren. 

03.01.2017 um 20:47 Uhr

Reflektiertes Kritisieren

von: Lyriost

Reflektiertes Kritisieren
  
Über Dummheit im allgemeinen zu sprechen set‌zt ein gewisses Maß an Intelligenz voraus, besser noch Klugheit, viel Erfahrung und Fähigkeit zur Selbstreflexion. Man sollte genau erklären und nachweisen können, worin die Dummheit im einzelnen und im allgemeinen besteht und was gegen ihre spezifischen Ausprägungen spricht.

Weise jedoch ist der, der sich mit Aussagen über die Dummheit anderer zurückhält und sich Gedanken über seine eigenen Irrtümer macht. 

03.01.2017 um 16:41 Uhr

Flüchtig

von: Lyriost

Flüchtig

Unsre Stimmungen
wie das Wetter von heute
im Gestern geflüchtet
herbeigeeilt
morgen vergessen
wie der Wind
in den Weiden

02.01.2017 um 09:37 Uhr

Diskri-Profiling

von: Lyriost

Diskri-Profiling?

Schlimm eingekesselt
hat die böse Polizei
ältere Damen
 
Banker wurden verdächtigt
hatten keinen ruhigen Tag
 
Als täten wir nicht alles
zum Schutz der armen Jugend