Lyriost – Madentiraden

09.05.2005 um 13:04 Uhr

Liebe und Verliebtheit

von: Lyriost

Liebe und Verliebtheit

Die berühmten Schmetterlinge im Bauch sind die Voraussetzung für den Menschen, sich einem anderen Menschen über das normale Maß hinaus zuzuwenden und sich ihm zu öffnen. Sie sind Ausdruck der Verliebtheit, aber kein Dauerzustand liebender Menschen, denn diese Gefühle sind flüchtig wie alle Schmetterlinge. Sie lassen sich nirgendwo dauerhaft häuslich nieder.

Erst wenn die beiderseitige Bereitschaft, diese Verliebtheit zum Anlaß zu nehmen, den andern mit allen Konsequenzen als so etwas wie einen absoluten Freund zu betrachten, dazu führt, daß Menschen füreinander Verantwortung übernehmen und für den andern ohne Wenn und Aber da sind, kann ein Transformationsprozeß in Gang kommen, der dazu führt, daß Verliebtheit sanft in tiefempfundene Liebe übergeht.

Wer dies nicht versteht und gefühlsmäßig nicht nachvollziehen kann oder will, weil er das Schmetterlingsgefühl mit Liebe verwechselt, der wird nie in der großen, dauerhaften Liebe ankommen, sondern wieder und wieder auf wechselndem Terrain nach Schmetterlingen jagen und irgendwann resigniert feststellen, daß er die große Liebe nicht gefunden hat. Wie auch, er hat sie mit den falschen Mitteln am falschen Ort gesucht.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenchero schreibt am 09.05.2005 um 13:17 Uhr:Und wenn du in einer dauerhaften Liebe nicht mehr darauf hoffen kannst, hin und wieder Schmetterlinge im Bauch zu empfinden, wird sie nicht von Dauer sein ...
  2. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 13:28 Uhr:Das ist eine schwierige Frage, die jeder für sich selbst beantworten muß, und eine Frage der Prioritätensetzung. Wer eine begrenzte Menge Weintrauben zur Verfügung hat, die gerade ausreicht, um so viel Wein zu erzeugen, wie er braucht, um immer genug zu trinken zu haben, der kann auf Dauer Wein trinken, aber Weintrauben wird es irgendwann nicht mehr geben. Man muß sich wohl entscheiden, beides zusammen scheint nur am Anfang möglich zu sein. Man kann natürlich Wasser trinken und auf Wein verzichten. Doch Wein hält sich länger als Weintrauben. Und er wird mit der Zeit immer reifer und wohlschmeckender.
  3. zitierenchero schreibt am 09.05.2005 um 13:33 Uhr:Ja, das wäre mir lieber.
  4. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 13:38 Uhr:Liebe muß gepflegt werden, wie beim Wein Flaschen regelmäßig gedreht werden müssen usw., analogische Metaphorik funktioniert natürlich immer nur begrenzt, sie soll nur Prinzipielles verdeutlichen.
  5. zitierenchero schreibt am 09.05.2005 um 13:39 Uhr:Un während du pflegst, vergiss nicht auf die Schmetterlinge ...
  6. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 15:52 Uhr:These



    Wenn du dich gehört hättest

    nur wahrgenommen als Ganzes

    und auch mich

    nicht nur Lieblingsgewohnheitsteile

    nicht gelebt das Fremde in dir

    hereingebracht durch Kindheitsmuster

    Konvention Überichgefasel

    hätte ich vielleicht

    nicht zu erklären brauchen

    wäre keine Notwendigkeit

    zum Kämpfen.

    Hörst du dich jetzt?

    Oder gehst du nur

    den bequemen Weg

    der Gewohnheit?

    Keine Veränderung.

    Ich-Statik.

    Kein Weg zum Wir.

    Kein Weg zu dir.

    Nur zum Ego.

    Plattheiten.

    Kann sein.

    Wer weiß.

  7. zitierenBernardo schreibt am 09.05.2005 um 16:07 Uhr:ich - zwei - temporär:

    woher weißt du, was meine Lieblingsgewohnheitsteile

    sind - du meinst mich zu kennen und kennst mich nicht - ich laß nicht schauen, verdecke mit Mauern - zu stärken und

    abzulenken - Interpretationen heisst aufdecken - ich will das nicht - ich wehre mich mit alles, was ich hab - du schreist nach Reflektion: NEIN: warum erkennst du nicht die Angst in mir?



    [ virtuelle Variante ]
  8. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 16:23 Uhr:... ich erkenne sie, aber vielleicht fürchte ich, daß diese Angst dich von innen zerstört. Vielleicht hat sie es bereits geschafft. Und weil diese Angst dein Leben gestaltet – und nicht du selbst. Das läßt sich an deinen Handlungsmustern ablesen.Vielleicht möchte ich dir helfen, diese Angst abzuschütteln, um handlungsfähig zu werden – jenseits von Mustern. Und ich setze mich ebenso deiner Kritik aus, an meinen internalisierten Mustern. Auf zu neuen, temporären Mustern, gemeinsam und jeder für sich. Und wieder gemeinsam. Entwicklungsprozeß statt statischer Widerholung.
  9. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 16:25 Uhr:Sprung aus der selbstgebauten Falle. Nicht von einer Falle in die nächste.
  10. zitierenBernardo schreibt am 09.05.2005 um 16:37 Uhr:indem du mir hilfst bringst du mich wieder in eine Schuld. Ich will frei von Schuld sein. Will nicht wieder in die Abhängigkeit geraten, in der ich ohnehin in meiner Kindheit lange genug war.

    Gib mir Freiheit und ich gebe dir Liebe - könnte sie vielleicht sagen?
  11. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 16:48 Uhr:@ Bernardo X hat \"Freiheit\". Mal sehn, ob X Freiheit will. Ist nicht Voraussetzung von Freiheit auch Einsicht in die Struktur eigener Zwangshandlungen? Wenn Zwang, dann vor allem der eigene.
  12. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 16:57 Uhr:@ Bernardo Was tust du, wenn dir jemand, der dir etwas bedeutet, sagt, er möchte so gern nach dem Süden, und bricht dann nach Norden auf? Was sagst du, wenn jemand sagt, er möchte gern Blumen pflücken, und bucht eine Reise nach Grönland – gar ohne Rückflugticket?
  13. zitierenBernardo schreibt am 09.05.2005 um 17:01 Uhr:nein, Ly, ich habe keine Freiheit. Ich lebe im frühen Gestern. Trage Kampf in mir, überall bestehen zu müssen. Nirgendwo Schwäche zuzulassen. Schwäche ist Niederlage, so einfach ist das. Mich aufzubrechen, heißt, meine Schwäche mir und anderen zu zeigen, nackt und schutzlos zu sein.

    Jahrelang habe ich mein Kissen gedrückt, mich immer gefragt, warum? Habe diese hilflose Frage immer wieder gestellt bis ich gesagt habe, es hat keinen Zweck mehr, dieses \"warum\". Ich brauche für mich einen anderen Ansatz im Leben: will nicht Dinge erkennen, die ich nicht ändern kann. Lebe in einem Bereich, in dem die Verschwommenheit gut tut. Hier akzeptiere ich die Unschärfe und die sorglose Offenheit nicht zu hinterfragen.
  14. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 17:01 Uhr:Freiheit ist nichts als ein großes Wort.
  15. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 17:07 Uhr:Schwäche zeigen ist Größe, keine Niederlage, sondern Sieg über die Kleinen, die sich groß machen. Wir sind alle schwach, und wachsen kann man nur dann wirklich, wenn man sich das eingesteht. Das andere ist Coolness-Gehabe, Machoscheiß. Nie erwachsen werden. Cowboy-und Indianer-Spielen. Die andern an den Marterpfahl.
  16. zitierenBernardo schreibt am 09.05.2005 um 17:07 Uhr:war das DEINE Antwort auf meinen großen Schrei ( Edvard Munch )?
  17. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 17:10 Uhr:Wenn du hier wärest, würde ich dich in den Arm nehmen. Das wäre meine Antwort. Aber ich würde dir leise sagen: Du darfst Schwäche zeigen, es geschieht dir nichts Böses. Im Gegenteil. Dadurch kommen wir uns näher, und auch ich zeige meine Schwäche.
  18. zitierenBernardo schreibt am 09.05.2005 um 17:16 Uhr:Honey, auch auf anderen blogs findest du, wie sie um Liebe kämpfen. Wie sie um den richtigen Weg ringen. Du weißt genau, du schmeißt nicht einfach Jahre ( das ist die blöde Bezeichnung für das, was du wirklich verlierst ) weg, wenn du der Überzeugung bist, er/sie ist es, was du schon immer als kongruent bezeichnetest. Wir alle haben bereits kennengelernt, daß wir uns später gefragt haben, hätte ich nicht dieses oder jenes gemacht und statt dessen ..., dann wäre ...

    Auch ich tu mich unendlich schwer aufzugeben, wie hoffnungslos auch immer.
  19. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 17:19 Uhr:Die Kongruenz versuchen sichtbar zu machen. Sonnenbrillen abnehmen. Für mehr Licht.
  20. zitierenBernardo schreibt am 09.05.2005 um 17:23 Uhr:Ly, du empfindest und antwortest auf der Basis deines Erfahrungshorizontes. Dir ist es keine Schande, ja Schande (!), Schwächen zuzugestehen, Schwächen zu zeigen.



    Ich habe mich vielleicht darin verrannt: die spiegelnde, glänzende, makellose Oberfläche darf nicht zerrbildhaft verdrückt werden, weil die Erfahrungen sagen, das ist der Anfang vom Verlust. [ wir beide werden es umgekehrt empfinden; dass hilft nur nichts ! ]

    Du siehst, ich habe mich in eine Zeit zurückgeschlichen, die ich verschüttet glaubte. Aus der sind mir aber noch Erklärungsraster bekannt, die ich darstellen möchte, um einen neuen Ansatz zu finden.
  21. zitierenBernardo schreibt am 09.05.2005 um 17:27 Uhr:Honey, wir ziehen beide am selben Strick, in dieselbe Richtung, nur mit anderen Worten. Auch ich will loslassen aber in dem Sinne nicht tiefer eindringen zu wollen. Nicht nach Ursachen zu suchen. \"Es\" so zu lassen und die Zeit arbeiten lassen.



    Was, Honey, sind schon 3 Jahre? NIX, angesichts der Komplexe.
  22. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 17:30 Uhr:@ DHL: ... \"sagt, er möchte so gern nach dem Süden\". Von Verschleppen ist keine Rede. Und Partner sind keine Kinder. Und wenn sie dann erzählen, wie oft sie schon in Grönland waren zum Blumenpflücken, haben aber komischerweise nie welche gefunden, was tust du dann?
  23. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 17:32 Uhr:Time is on my side.

  24. zitierenBernardo schreibt am 09.05.2005 um 17:33 Uhr:Ly, bitte, verlangst du nicht zu viel? \"Und Partner sind keine Kinder\"´, ja zum Teil, verdammt. Akzeptiere, daß der zweite Teil nicht verarbeiten konnte und mit sich trägt, was an Schutt und alten Verhaltensweisen noch da ist! Ein richtiger Müllhaufen!
  25. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 17:36 Uhr:@Bernardo, ich verlange nichts. Aber ich bleibe da, wo ich bin, solange ich kann.
  26. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 17:39 Uhr:Schwäche und Stärke zugleich. Ganzheitsgefühl. Ichwir.
  27. zitierenLyriost schreibt am 09.05.2005 um 18:28 Uhr:@ DHL So weit ist es noch lange nicht. Über die Beteiligung des DU habe ich nicht zu entscheiden. Ich mache nur mein Angebot, bin bereit zu Ichwir. Das entspricht meinem Ganzheitsgefühl. Ob das Angebot und dieses Gefühl angenommen wird, weiß ich nicht.

  28. zitierennightlight schreibt am 25.06.2007 um 13:07 Uhr:Der Gedanke ist natürlich richtig, ich bin dennoch davon überzeugt, dass Liebe nichts mit Zeit zu tun hat, egal wie lang dir diese Zeit gegeben ist, wenn auch nur kurz,(ich meine damit nicht, dass sie durch ein Schlussmachen endet, sondern durch den Tod) du wirst dich ewig daran errinnern und es wird dir für immer einen Trost geben, und diese Art Liebe ist mir tausendmal lieber, asl die Liebe, die ein Leben lang bleibt und nur eine freundschaftliche Gewohnheit ist. Aus nicht mehr wissen, wie es ohne den Anderen war, mit einander leben, das finde ich schrecklich, denn irgendwie bleibt man dabei ja doch einsam.
    LG,
    Nicki

    (wenn ich zu ehrlich bin, dann muss man mich zwingen aufzuhören) :-)
  29. zitierenLyriost schreibt am 25.06.2007 um 13:27 Uhr:Ja, Nicki, das verstehe ich. Nur solltest du dir nicht zu sicher sein.Denn all unsere Überzeugungen haben etwas mit unsreren Erfahrungen oder Nicht-Erfahrungen zu tun. Und die kann natürlich jeder nur selber machen. Vielleicht hast du ja in deinem Umfeld diese Erfahrung der "freundschaftlichen Gewohnheit" gemacht. Das ist ein häufiges Phänomen. Ich kenne das auch. Ich glaube nicht, daß Liebe definierbar ist, habe allerdings schon eine Menge Sorten erlebt. Und deshalb weiß ich heute, daß es nirgendwo so viel Täuschung gibt wie bei der Liebe. Man kann weder seinem Verstand noch seinen eigenen Gefühlen trauen. Und denen der anderen noch weniger. Deshalb behilft man sich manchmal mit Idealen. Mein Ideal
    schließt die Dauer mit ein. Schmetterlinge hatte ich genug, aber nur wenig ist von ihnen geblieben. Und ich glaube, das ist ganz gut so.
  30. zitierennightlight schreibt am 25.06.2007 um 14:57 Uhr:Deine letzten beiden Sätze passen auch in meinen Kopf, ebenso die Tatsache, dass es nunmal verschiedene Arten von Liebe gibt, was alles äußerst verwirrend macht.
    Übrigens bin ich mir nie der Dinge sicher, man kann sich gar nichts hundertprozentig sicher sein, meine eigene Meinung, nun ja sie schwankt nicht wirklich, ich lasse mich allerdings leicht vom Gegenteil überzeugen. Das nur als Anmerkung, zu dem, dass ich mir nicht zu sicher sein soll.:-) Ach ja, über Liebe lässt sich genauso gut streiten, wie über Geschmack. Ich kann dir nur meine Definition für Liebe sagen, und doch definiere ich sie ständig neu... na ja, ich bin mit allem dem, was du da sagst mal einer Meinung gewesen, oder werde es irgendwann wieder sein. Schmetterlinge....jaja...die kleinen Tierchen scheinen mich zu verfolgen...
    LG,
    Nicki

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