Lyriost – Madentiraden

27.07.2007 um 08:25 Uhr

Nachsokratisches Denken

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Nachsokratisches Denken

Philosophisches Denken im nachsokratischen Sinne ist ein paradoxer Vorgang, bei dem der Fortschritt darin besteht, sich immer deutlicher seiner Unwissenheit und der Unmöglichkeit der Erkenntnis der letzten Dinge bewußtzuwerden.

Die Ironie dabei ist nicht wie bei Sokrates, daß sich einer dummstellt, um aus anderen die Wahrheit herauszukitzeln, die Ironie besteht vielmehr darin, daß man so redet und tut, als könnte es eine Wahrheit geben, der wir uns annähern, in Wirklichkeit aber weiß, daß wir uns mit jeder Annäherung an das, was wir für Wahrheit halten, von der Erkenntnis entfernen, daß es keine Wahrheit gibt.

Nur ein Spiel.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensternenschein schreibt am 27.07.2007 um 09:08 Uhr:Wissen wird wohl kein Wissen sein, sondern eher Glauben.
    Wir glauben zu wissen, was Sokrates gedacht hat, aber wissen wir es wirklich?
    Wohl eher nicht.
    Wissen zu wollen, kann wohl nur eine Suche sein, eine Suche nach einem Phantom, welches wir glauben jetzt gefasst zu haben, und es ist uns doch wieder entwischt, da es unfassbar, vielleicht auch garnicht vorhanden ist.
    Und doch geben wir uns damit zufrieden, selbst in dem Bewusstsein, dass soviel an Wissen spaeter widerlegt wurde, durch neue Fakten, die neue Unwissenheit ueber uns bringt, bis auch sie widerlegt sind.
    Aber anders und ohne diesen Glauben koennten wir vielleicht nicht existieren, wuerden im Nichtwissen verharren.
    Fuer uns Menschen, wird es wahrscheinlich ausreichen, dieser glaube zu wissen.
    Liebe Gruesse
  2. zitierenLyriost schreibt am 27.07.2007 um 09:16 Uhr:Unfaßbar, vielleicht auch gar nicht vorhanden. Beides möglich. Das ist die Spannung, die wir, diffus (und möglichst leise) glaubend, aushalten müssen. Herzlichen Gruß

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