Lyriost – Madentiraden

25.11.2009 um 10:08 Uhr

Unverbesserlicher Optimismus

von: Lyriost   Kategorie: Gedanken

Unverbesserlicher Optimismus

Wären wir auch noch so gern endlich reif genug, um Pessimisten sein zu können, zeigt sich doch tagtäglich, wie unverbesserlich optimistisch wir sind: Wir atmen die Luft, hoffend daß wir damit unseren Bedarf an Sauerstoff stillen können, wir gehen des Abends ins Bett in der Hoffnung, am nächsten Tag sei die Welt noch da und wir in der Lage, unsere Ruhestatt zu verlassen und im Leben mitzutun. Wir frühstücken, hoffend, Hunger und Durst zu stillen, und begrüßen die anderen freundlich, auch weil wir davon ausgehen, daß sie uns ebenso wohlgesinnt gegenübertreten wie wir ihnen. Wir sind optimistisch genug, daß die Blechbüchse, in die wir klettern, uns zuverlässig zu dem Ort bringen wird, zu dem wir wollen, ohne an der nächsten Ecke an einer anderen Blechbüchse hängenzubleiben, und wir erwarten nicht, daß uns ein Dachziegel oder ein schlecht gesicherter Blumentopf auf den Kopf fällt, wenn wir auf dem Trottoir an Häusern entlanglaufen.

Noch der, den man Selbstmörder nennt, ist ein unverbesserlicher Optimist, wenn er sich tötet, denn er geht davon aus, daß es ihm nach der Tat bessergehen wird als zuvor.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenGretchen schreibt am 30.11.2009 um 13:21 Uhr:Hallo, Lyriost, wünsche Dir eine schöne und kreative Adventszeit; verzeih, wenn ich hierfür die Kommentar-Funktion verwende ..



    Liebe Grüße
    Gretchen
  2. zitierenLyriost schreibt am 02.12.2009 um 20:11 Uhr:Liebe Gretchen, hab vielen Dank. Auch ich wünsche dir für die nächsten Wochen eine angenehme Kerzenatmoshäre und ein warmes Atelier.

    Liebe Grüße
    Lyriost

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