Lyriost – Madentiraden

22.02.2011 um 10:57 Uhr

Auf den Punkt

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Auf den Punkt

Wer allzu viele Schwerpunkte hat, der wird nicht selten für zu leicht befunden, wenn er – was ihm infolge der Fülle schwerfällt – etwas auf den Punkt zu bringen versucht.

16.02.2011 um 10:53 Uhr

Krieg

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Krieg

Der Krieg ist der Hymnus des Lebens an den Tod. Immer wieder gern gesungen. Noch lieber: singen gelassen.

16.02.2011 um 10:15 Uhr

Gewachsen sein

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Gewachsen sein

Wir sind uns selbst nicht gewachsen – vor allem intellektuell.

19.01.2011 um 10:20 Uhr

Zeitvertreib

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Zeitvertreib

Das Wichtige ist in Zeit und Raum unverborgen verborgen, und ans je nach Perspektive Verborgene oder Unverborgene im Inneren der Zeit gelangen wir nur, wenn wir sie nicht vertreiben. Leider ist gerade das Vertreiben der Zeit unser liebster Zeitvertreib.

18.01.2011 um 17:00 Uhr

Sprachlos

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Sprachlos

Wenn wir auch manchmal sprachlos sind, so sind wir doch nie wortlos.

16.01.2011 um 23:50 Uhr

Populärer Reflex

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Populärer Reflex

Wenn wir mutig mutmaßend, ohne Indizien für das tatsächliche Vorhandensein solcher Gefühle vorweisen zu können, jemandem unterstellen, er sei neidisch auf einen andern, dann stilisieren wir unsere eigenen Neidgefühle zu universellen hoch. Das ist naiv und egozentrisch und eine veritable Selbstentlarvung.

10.01.2011 um 21:38 Uhr

Philosophischer Adel

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Philosophischer Adel

In Deutschland gilt einer nur dann als Philosoph, wenn er Griechisch rückwärts lesen kann, nicht in der Lage ist, einen Fernseher von einem Radiogerät zu unterscheiden, mindestens zwei Warzen im Gesicht hat und darauf achtet, daß bei keinem seiner Bücher die Fünf-Anmerkungen-pro-Seite-Marke unterschritten wird.

DIE ZEIT

10.01.2011 um 12:45 Uhr

Unromantisch gesagt

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Unromantisch gesagt

Dem nüchternen Menschen ist bereits romantische Emphase Kitsch, und dem trunkenen ist die Unterscheidung zwischen Romantik und Kitsch unnötige Geschmäcklerei.

07.01.2011 um 13:15 Uhr

Esoteria

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Esoteria

DIE LINKE ohne Kommunismus, das wäre so wie der Oshoist ohne Erleuchtung.

06.01.2011 um 11:50 Uhr

Moralische Sicht

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Moralische Sicht

Moralisch gesehen ist das Beurteilen anderer mit Hilfe unserer moralischen Kriterien unmoralisch.

05.01.2011 um 08:59 Uhr

Kein Blödsinn

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Kein Blödsinn

Hätten wir gestern weniger Blödsinn gemacht, brauchten wir heute nicht so große Angst vor dem Morgen zu haben.

03.10.2010 um 14:12 Uhr

Verschlucken

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Verschlucken

Man sollte beim Mittagessen nicht an das Abendessen denken, sonst läuft man Gefahr, sich zu verschlucken, was den Genuß ungemein mindert.

23.08.2010 um 11:49 Uhr

In die Breite

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

In die Breite

Wer in die Breite bohren will, braucht einen weichen Bohrer.

16.08.2010 um 15:41 Uhr

Über musikalische Harmonie

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Über musikalische Harmonie

Musikalische Fülle mal von der Leere her betrachtet: Das Wichtigste in der Musik ist nicht das, was wir hören. Die Töne machen nur Geräusch, die Pausen aber erzeugen Melodie und Rhythmus.

15.08.2010 um 21:49 Uhr

Merkwürdigkeit

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Merkwürdigkeit

Je ausgeprägter und umfassender die Dummheit eines in die Zukunft gerichteten Gedankens, desto größer das Verbrechen, das zu begehen selbst intelligente Menschen bereit sind, um diese idiotische Phantasie in die Tat umzusetzen – egal ob es um Krieg, um Geldanhäufung oder zwischenmenschliche Beziehungen geht.

13.08.2010 um 13:15 Uhr

Antisakrale Anwandlung

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Antisakrale Anwandlung

Man muß kein Freund teuflischer Mächte sein, um kanonisierten Heiligen und vor allem deren oft hieratisch daherschreitenden Nacheiferern und Imitatoren mit einer reflexhaften Abscheu zu begegnen.

12.08.2010 um 00:01 Uhr

Meinung und Instinkt

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Meinung und Instinkt

Was die menschliche Art Art am Leben und in einem Zustand der Spannung erhält, ist nicht die hohe Meinung, die wir von uns selbst haben, sondern der "niedere Instinkt", den wir bevorzugt bei unseren unkultivierten Mitmenschen bemerken.

11.05.2010 um 07:51 Uhr

Hühnerprüfung

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Hühnerprüfung

Ein Huhn hört nicht auf, ein Huhn zu sein, nur weil mir seine Eier zu klein erscheinen.

10.05.2010 um 18:09 Uhr

Ohne Taschenrechner

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Ohne Taschenrechner

Der Philosoph ist ein Wissenschaftler ohne Taschenrechner, der lächelt, wenn er das Wort "Wahrheit" hört, und "Unsinn" denkt, wenn einer vom "Sinn" spricht.

04.05.2010 um 09:07 Uhr

Begriffsstutzig

von: Lyriost   Kategorie: Aphorismen

Begriffsstutzig

Der Begriffsstutzige sollte in vielen Fällen besser Begriffsunstutziger genannt werden, denn ein wesentliches Merkmal der sogenannten Begriffsstutzigkeit ist, daß der Stutzige nicht stutzt, wenn er mit etwas – zum Beispiel einem Begriff – konfrontiert wird, was ihn stutzig machen sollte.