Gutes Leben - kulturell-kreative Webzeitschrift

01.05.2008 um 16:58 Uhr

25 Jahre ÖDP (Nachtrag) - »Mensch, Gesellschaft, Eine Welt«

Nachtrag
    2 5  J a h r e  Ö D P

  Die ÖDP wurde 2007  f ü n f u n d z w a n z i g  –   sie blieb eine kleine Partei  –
die aber ihren Platz hat in diesem Land - und die dazu beiträgt, dass Themen, die gehört werden müssen, im Gespräch bleiben.
  Hier -
als Dokumentation  -   einige Gedanken
  des bayrischen Landesvorsitzenden Bernhard Suttner aus seinem Gruß-Wort :

"Politik ist mehr und mehr von Hektik geprägt: Themen werden mit großem Aufwand »hochgekocht« und wenige Wochen später wieder abgelegt. Für mich ist die ödp dazu das Kontrastprogramm: Wir haben jenseits von Moden und kurzfristigen »Mega-Trends« unsere Schwerpunkte gehalten. Wir haben unsere Themen selbstverständlich aktualisiert; aber wir haben sie nicht leichtfertig gewechselt, wie es Schlagzeilen und Meinungsbefragungen jeweils zu verlangen schienen ...
Wir wussten immer, dass die am Mengenwachstum orientierte Wirtschaftsweise die lebenserhaltenden Systeme auf dem Planeten Erde bedroht und in eine schwere Krise steuern wird.
Wir wussten immer, dass die Atomkernspaltung ebenso wie die Manipulation der Gene ein unbeherrschbares, zynisches Abenteuer darstellt.
Wir wussten immer, dass der Einfluss von großen Unternehmen und Wirtschaftsverbänden
auf Gesetzgebung und Parteien die demokratischen Grundstrukturen und das Vertrauen der Menschen in die Verfassungsordnung untergräbt.
Und wir wussten immer, dass sich die Ungerechtigkeiten gegenüber Familien eines Tages
rächen werden...
Die Kurzformel »So leben, dass Zukunft bleibt« begleitet unseren Auftritt seit vielen Jahren.
Sie hat nichts von ihrer Bedeutung verloren. Die Erkenntnis, dass ein falscher Wirtschafts- und Politikstil (und davon abhängig auch ein problematischer Lebensstil vieler einzelner Menschen) die Zukunft und die Lebenschancen künftiger Generationen gefährden wird, hat zur Gründung der ödp geführt. …"

Eine Information über die ÖDP - - >  http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologisch-Demokratische_Partei
Die Website der ÖDP - - >  http://oedp.de/

24.04.2008 um 19:01 Uhr

A t t a c - 10 Jahre Engagement für eine menschlichere Welt

  10 Jahre Engagement für eine menschlichere Welt
   
       –  eine Bewegung mit Zukunft

Attac – eine zunehmend weltweite Bewegung mit der Vision »Eine andere Welt ist möglich« – wurde 1998 in Frankreich gegründet.

Lag der ursprüngliche Fokus von Attac in dem Eintreten für eine demokratische Kontrolle der internationalen Finanzmärkte und der Einführung der Tobin-Steuer –
so hat sich das Netzwerk mittlerweile der gesamten Problematik neoliberaler Globalisierung angenommen.
Komplexe Themen werden auf klare und vermittelbare Forderungen gebracht - und gleichzeitig wird eine fundierte Analyse im Hintergrund geboten.

Seit den Protesten in Genua für eine soziale und ökologische Globalisierung ist die globalisierungskritische Bewegung in aller Munde. 200.000 Menschen sind für soziale und ökologische Gerechtigkeit im Globalisierungsprozess auf die Straßen gegangen. Ihr Protest richtete sich gegen die weltweit wachsende soziale Ungleichheit, gegen eine Globalisierung, die nur an mächtigen Wirtschaftsinteressen orientiert ist.
Mit 90.000 Mitgliedern in 50 Ländern versteht sich Attac als Teil dieser globalen Bewegung.

Auch in Deutschland bildet Attac ein breites gesellschaftliches Bündnis  –
das von ver.di und der GEW über den BUND und Pax Christi bis zu kapitalismuskritischen Gruppen unterstützt wird.
Immer mehr Menschen unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Herkunft werden in den mittlerweile über 250 Attac-Gruppen vor Ort aktiv.
Spätestens, seit Heiner Geissler  von der CDU bei Attac Mitglied wurde, ist deutlich geworden: Jeder, der an eine humanere Welt glaubt, findet hier Möglichkeiten, etwas dafür zu tun.
Der Link zu Attac - - > 
http://www.attac.de/index.php

04.04.2008 um 17:20 Uhr

Deutschland unbekleidet

Die  n a c k t e  D D R
  - ein Stück deutsche Zeitgeschichte  Sommer, Sonne, Nackedeis. FKK in der DDR

Viele DDR-Bürgern vermochten es, sich im Urlaub ein Gefühl der Freiheit zu schaffen -
an einem der zahlreichen FKK-Strände von der Ostsee bis zum Thüringer Wald.
Das frühere Paradies der ostdeutschen Nacktbader wurde jetzt in dem Buch "Sommer Sonne Nackedeis - FKK in der DDR" aus dem Berliner Eulenspiegel Verlag vorgestellt.

Etliche Anhänger der Freikörperkultur scheuten sich nicht, für die Veröffentlichung ihre privaten Fotoarchive zu öffnen.

Nicht nur am Strand, sondern auch beim Kochen, Treffen mit Campingnachbarn, Grillen oder bei freiwilligen Arbeitseinsätzen fielen im Urlaub die Hüllen. 80 Prozent der DDR- Familien hatten nach Angaben des Verlages FKK-Erfahrung. Zehn Prozent der Ostseestrände erkämpften sich die Adams und Evas samt ihren Kindern in der DDR. Die größten Strände hatten sie in Prerow auf dem Darß, in Dranske auf Rügen und in Ückeritz auf Usedom.

Unbekleidete Gegenwart :
Riesenansturm auf FKK-Flieger


"Ein Kunde sprach das Reisebüro »OssiUrlaub.de « zum Thema Nacktfliegen an –
schon bald darauf rannten die Leute dort die Bude ein.
Der kleine Flieger mit 50 Plätzen –
schon Monate vor dem ersten FKK-Flug-Ereignis : völlig ausgebucht.

„Wir könnten jetzt schon mehrere große Flugzeuge mit Fans der Freikörperkultur füllen“, -
sagt der Leiter von »OssiUrlaub «.
Das Flugpersonal soll aus Sicherheitsgründen bekleidet bleiben; die Fluggäste dürfen erst im Flieger die Hüllen fallen lassen und müssen sich kurz vor der Landung wieder anziehen.

Ebenfalls immer beliebter wird der Trend, sich in FKK-Hotels einzumieten und dort nackt in Restaurants zu speisen und in Boutiquen zu bummeln. "Das war vor Jahren eine Marktlücke, so wie
jetzt unsere Nacktflüge eine Marktlücke sind" – so das Reisebüro.   Quelle: dpa

Nackt am (Heim-)Arbeitsplatz

Menschen, die zu Hause arbeiten, sind nicht nur flexibler in der Gestaltung der Arbeitszeiten -
sie sind auch freizügiger in der Wahl der Kleidung.

So sitzt nahezu jeder achte Mann und 7 Prozent der Frauen nackt vor dem heimischen PC.

Dies besagt eine Studie von Insight Express und dem Appliance-Hersteller SonicWall.
Knapp 40 Prozent der Befragten sitzen demnach wenigstens im Sweatshirt vorm Heimarbeitsplatz.
Die restlichen 40 Prozent verrieten ihre diesbezüglichen Vorlieben nicht.

Wenn die Nacktheit der Grund für die gesteigerte Produktivität von Heimarbeitern ist, könnte dies auch Neuerungen für den Büroarbeitsplatz mit sich bringen, so der Nachsatz.

03.04.2008 um 16:02 Uhr

Lidl und kein Ende? Bespitzelungen in Deutschland

Lidl und kein Ende?  Bespitzelungen in Deutschland   

Ein Skandal erschüttert Deutschland :
– der Lebensmitteldiscounter Lidl hat – so entlarvte der "Stern" – seine Mitarbeiter systematisch überwachen lassen.
In vielen Filialen wurde protokolliert, welcher Mitarbeiter wie oft zur Toilette gehe oder wer mit wem womöglich ein Liebesverhältnis habe.
Sogar in persönlichen Mails wurde herumgeschnüffelt.
Für die Bespitzelung hätten von Lidl beauftragte Detektive in den jeweiligen Filialen zwischen zehn und 15 Miniaturkameras installiert.

R e a k t i o n e n :
Grünen - Chefin Claudia Roth hat nach dem Überwachungsskandal bei Lidl zum Boykott des Lebensmitteldiscounters mit Sitz in Neckarsulm aufgerufen. "Niemand ist gezwungen, bei Lidl einzukaufen", sagte die Politikerin dem "Tagesspiegel". Die Verbraucher hätten es in der Hand, Lidl eine Quittung für den unmöglichen und menschenverachtenden Umgang mit den eigenen Mitarbeitern zu geben.
Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, sagte: "Ich werde nicht mehr bei Lidl einkaufen und habe Verständnis für jeden, der das genauso handhabt." FDP-Generalsekretär Dirk Niebel verwies auf die Macht der Verbraucher.  "Ein Imageverlust ist ein scharfes Schwert.  Der Bürger hat das Druckmittel in der Hand."

N e u e  Spitzel - Infos
Die Bespitzelung von Mitarbeitern bei Lidl war nach Informationen der Online-Ausgabe des Hamburger Magazins "stern" kein Einzelfall. Auch Konkurrenten bedienten sich laut "stern.de" vergleichbarer Methoden. Es lägen Protokolle eines Sicherheitsunternehmens vor, das für den Discounter Plus und die Supermarktkette Edeka gearbeitet habe. Auch in diesen Protokollen würden wie bei Lidl detailliert private Angelegenheiten von Mitarbeitern in den Filialen festgehalten, berichtet "stern.de".

Bei solchen Informationen kann einem das Grausen kommen.  Und die  E i n s i c h t :
Es ist notwendig, den Anfängen zu wehren.
  Zeiten von Unfreiheit und Unterdrückung, Überwachung und Bespitzelung haben wir in der Geschichte der Menschheit nun wirklich genug gehabt. 
Der Weg führt nach vorn -  nicht zurück !

31.03.2008 um 16:10 Uhr

Tibet - Jetzt kann nur noch der Protest der internationalen Gemeinschaft helfen !

T  i  b  e  t        -  Jetzt kann nur noch der Protest der internationalen Gemeinschaft helfen !

Die Großmacht China geht mit brutaler Härte gegen protestierende Tibeter vor –
»Kritik aus dem Westen kratzt die Regierung Chinas wenig«  -
   so der Journalist Mayank Chhaya,
der eine autorisierte Biografie des Dalai Lama verfasst hat.

Hier ein Auszug aus einem »Publik Forum –Interview« mit Kelsang Gyaltsen,
dem Vertreter des Dalai Lama in Europa:


?  Was kann der Dalai Lama tun, dessen Vertreter in Europa Sie sind? Befürwortet er den Boykott der Olympischen Spiele … in Peking, wie es der tibetische Jugendverband im Exil schon getan hat?
!  Der Dalai Lama sagt, China als das größte Land der Welt habe das Recht auf die Olympiade. Aber er fügt hinzu, dass die Olympischen Regeln verlangen, dass auch China die Menschenrechte einhält. Dazu haben sich Chinas Regierung und das Olympische Komitee schließlich verpflichtet. Der Dalai Lama erwartet, dass die Weltöffentlichkeit, die Regierungen der ganzen Welt und die Teilnehmer und Besucher der Spiele in Peking gegenüber Chinas Regierung auf die Beachtung der Menschenrechte drängen. China selbst sollte daran interessiert sein, nicht vor der ganzen Welt sein Gesicht zu verlieren.
?  Haben der Dalai Lama und Sie die Hoffnung, dass sich die Lage in Tibet entspannt und die Olympischen Spiele dazu beitragen?
!  Wie haben Hoffnungen, aber auch Befürchtungen. Denn China betreibt seine repressive Politik gegen unser Volk nun schon seit über fünfzig Jahren. Es wäre schrecklich, wenn China dafür sorgen würde, dass sich vor lauter Angst vor dem Freiheitswillen der Tibeter, die Lage in Tibet vor der Olympiade nicht verbessert, sondern verschlechtert. Aber die schrecklichen Ereignisse in diesen Wochen lassen uns Schlimmes befürchten. Jetzt kann uns nur noch der Protest der internationalen Gemeinschaft helfen. Darauf hoffen wir. Denn es muss für jeden Menschen unerträglich sein, dass andere Menschen dafür geschlagen, verhaftet und gefoltert werden, dass sie sich für die politische Freiheit und kulturelle Autonomie einsetzen. … - - -

Was China tut, ist ein Ausdruck von MACHT-Politik, GroßMACHT-Politik –  wie es in früheren Zeiten üblich war: Ein Staat/Land marschiert in einem anderen Land ein .. "erobert" es, verleibt es sich ein – und behauptet dann: das gehört jetzt uns.  Man beachsprucht für sich das (angemaßte) Recht des Stärkeren – egal, was die dort lebenden Menschen – hier: die Tibeter – fühlen und wollen. Solch ein Verhalten ist ein Relikt aus barbarischen Zeiten.
Auch die Bush-Regierung verhält sich ja nicht unähnlich: Bush fällt im Irak ein, dass die UNO das als "völkerrechtswidrig" bezeichnet – kümmert ihn nicht.
Wir sind von einer wirklich demokratischen Welt noch weit entfernt  –  um einer humaneren Zivilisation näher zu kommen, müssen erst einmal die Reste alter Barbarei überwunden werden.

PETITION zur UNTERSTÜTZUNG TIBETS - - > 
http://www.avaaz.org/de/tibet_end_the_violence/98.php/?CLICK_TF_TRACK

18.03.2008 um 14:23 Uhr

Dalai Lama : Chinas Regierung begeht "kulturellen Völkermord" in Tibet

    Dalai Lama :
Chinas Regierung begeht "kulturellen Völkermord" in Tibet

"Es gibt ein Problem in China, ob es die chinesische Regierung nun zugibt oder nicht",
sagt das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama.
Und er nennt das Problem "kulturellen Völkermord".
Seitdem die Chinesen Tibet vor fast 60 Jahren erobert haben, unterdrücken sie die Religion
der Tibeter, den Buddhismus, und siedeln verstärkt chinesische Bauern in der Region an.
Nach Angaben des Dalai Lama sind die Tibeter mittlerweile eine Minderheit im eigenen Land:
"Ein uraltes Kulturerbe ist in ernster Gefahr." Seit Jahren fordern er und die von ihm geführte tibetanische Exilregierung einen Autonomiestatus für die Region.

Angesichts der Zusammenstöße in Tibet Anfang 2008 verlangt der Dalai Lama eine unabhängige Untersuchung durch eine angesehene internationale Organisation.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die Uno auf, sich der Ereignisse in dem streng abgeschotteten Hochland anzunehmen.

Die chinesische Regierung rief einen "Volkskrieg gegen den Separatismus" in der Region aus.
Die Sicherheitsvorkehrungen müssten verschärft und die Unterstützung für den Dalai Lama untergraben werden.
Die tibetische Exilregierung vertritt die Auffassung, dass Tibet zum Zeitpunkt der Invasion durch die chinesische Armee ein unabhängiger Staat gewesen ist, und dass die militärische Invasion und die andauernde Besetzung ein Verstoß gegen internationales Recht und gegen das Recht auf Selbstbestimmung darstellt.

12.03.2008 um 17:13 Uhr

Öffentliche Dienste sind Mehr Wert – »Eine Kampagne gegen das Kaputtsparen«

Öffentliche Dienste sind Mehr Wert  –   »Eine Kampagne gegen das Kaputtsparen«

G e n u g  g e s p a r t      
  – Mobilmachung für einen leistungsstarken Staat

50.000 Pflegestellen weniger in den öffentlichen Krankenhäusern, mehr als 10.000 weniger Stellen in der kommunalen Jugendbetreuung, 1.500 öffentliche Bäder, die wegen Personalmangels geschlossen bleiben und 500 Bahnhöfe, an denen kein Zug mehr hält: Beispiele von vielen – die zeigen, wie Bund, Länder und Gemeinden ihre öffentlichen Dienste seit Jahren kaputt sparen.

Die von dbb beamtenbund, tarifunion und ver.di ins Leben gerufene "Initiative Öffentliche Dienste" macht mobil gegen das staatliche Spardiktat zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger:
Sie bekämpft fortlaufende Haushaltskürzungen, Privatisierungen und weiteren Stellenabbau und setzt sich für eine faire Bezahlung der Beschäftigten in den öffentlichen Diensten ein.
Unter dem Motto "Genug gespart – Öffentliche Dienste sind Mehrwert" sollen darüber hinaus die vielen Leistungen der öffentlichen Dienste dargestellt werden.

"Der Staat darf sich nicht aus seiner Verantwortung stehlen. Alle Bürgerinnen und Bürger nutzen öffentliche Dienste, sie sind unverzichtbar. Hier verwendete Steuergelder kommen allen zugute.
Er hat die Pflicht, öffentliche Dienste zur Verfügung zu stellen – bezahlbar, in guter Qualität und überall erreichbar. Öffentliche Dienste dürfen nicht 'kaputtgespart' werden!"
Diese und andere Botschaften zur Unverzichtbarkeit der öffentliche Dienste sollen in die Öffentlichkeit getragen und breit diskutiert werden.

Die Internetseite der Kampagne - - > 
http://www.genuggespart.de/

26.02.2008 um 15:44 Uhr

'Nicht okay': Bohlen kritisiert DSDS - "Zensur" - er will wohl weiter kränken und beleidigen !

'Nicht okay': Bohlen kritisiert   
DSDS -"Zensur"  -   er will wohl weiter kränken und beleidigen !

Produzent Dieter Bohlen findet es "nicht okay", dass RTL seine Sprüche bei der Castingshow Deutschland sucht den Superstar "zensieren" würde.

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und verschiedene Politiker hatten sich eingeschaltet 
und den Sender für das geschmacklose Format gerügt.
Aufgrund beleidigender Äußerungen und antisozialen Verhaltens gegenüber jugendlichen Teilnehmern musste RTL eine Geldstrafe von 100 000 Euro zahlen.

RTL reagierte - und nahm beispielsweise Bohlen’s Spruch: "Du wirst dein ganzes Leben lang ein scheiß erfolgloser Friseur bleiben!" heraus  –
die Worte "scheiß erfolgloser" sollen von einem Piepton bedeckt worden sein.

Der Spruch "Vielleicht hat der sich gerade einen runtergeholt" wurde in einer darauf folgenden Sendung ganz herausgeschnitten.

"Ich finde das nicht okay", sagte Bohlen gegenüber der "Bild"-Zeitung und klagte über Zensur.
"Die Zuschauer haben einen Anspruch darauf, die Wahrheit zu hören und was ich von den Leistungen der Kandidaten halte."

Die deutschen Fernsehzuschauer sollten sich fragen, ob sie weiter zulassen wollen, dass Einzelne ihre TV-Auftritte dazu missbrauchen dürfen, ihre Mitmenschen zu beleidigen und zu kränken.

13.02.2008 um 15:34 Uhr

Massen-Küssen von Teenagern in Südafrika gegen rigides Gesetz

Übertriebene Gesetze rufen kreative Protestformen hervor  –  geschehen in Südafrika.

Massen - Küssen von Teenagern   
    in Südafrika gegen rigides Gesetz

Südafrikas Teenager proben den Aufstand. Denn seit Ende 2007 hat man ihnen das Schmusen und Küssen verboten.  Auch wenn beide es wollen -  solange sie noch keine 16 Jahre alt sind, gilt ein neues Kussverbot.
Die Betroffenen erklärten aus Protest den Januar zum "Nationalen Kuss-Monat".
Überall im Lande soll samstags auf Massenveranstaltungen drauflosgeknutscht werden.

Den Auftakt des landesweiten Massenküssens gab es in Johannesburg.
Bei gedämpftem Licht fielen sich minderjährige Paare auf einer Eisbahn im Stadtteil Northgate in die Arme.
  Ein Artikel in der Washington Post sprach von der "kissathon" in der Northgate Mall Eisbahn.
Der Protest soll das gesamte Land erfassen. Organisiert wird die Aktion im Internet.

» F a c e b o o k «  macht mobil
Die 14 Jahre alte Frances Murray gründete die Facebook-Gruppe »Everyone against the new kissing law« (Jeder gegen das neue Kuss-Gesetz), die schon bald 15.000 Mitglieder zählte. "Das Gesetz nimmt uns unsere Freiheit der Wahl und richtet sich gegen unsere Menschenrechte", sagt Frances Murray.
ZEHNTAUSENDE der südafrikanischen Jugendlichen drückten online ihre Missbilligung aus.

Das rigide Gesetz ist als Teil eines umfassenderen gesetzlichen Vorgehens gegen den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen gedacht und soll auch die verbreiteten Teenager-Schwangerschaften vermeiden helfen.
Mehrere Organisationen kritisierten die rigide Haltung gegen Teenagerflirts als lächerlich - vom Küssen werde man schließlich nicht schwanger.
Der Kuss-Protest auf der Eisbahn in Johannesburg war von den Medien mit großem Interesse verfolgt worden. Die Behörden verzichteten auf eine Strafandrohung – was die jungen Schmuse-Protestler als ersten Erfolg ihrer Aktion werteten.

30.12.2007 um 17:18 Uhr

Gemeinsame Erklärung zum Gesetzentwurf über die Vorratsdatenspeicherung

Gemeinsame Erklärung zum Gesetzentwurf über die Vorratsdatenspeicherung

Der Gesetzentwurf zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung sieht vor, Telekommunikationsunternehmen
ab 2008 zu verpflichten,  Daten über die Kommunikation ihrer Kunden auf Vorrat zu speichern. 
Zur verbesserten Strafverfolgung soll nachvollziehbar werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E-Mail in Verbindung gestanden hat.
Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden.
Bis spätestens 2009 soll zudem die Nutzung des Internet nachvollziehbar werden.

Eine derart weitreichende Registrierung des Verhaltens der Menschen in Deutschland
halten wir für inakzeptabel. Ohne jeden Verdacht einer Straftat sollen sensible Informationen
über die sozialen Beziehungen (einschließlich Geschäftsbeziehungen), die Bewegungen und die individuelle Lebenssituation (z.B. Kontakte mit Ärzten, Rechtsanwälten, Psychologen, Beratungsstellen) von über 80 Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern gesammelt werden.  
Damit höhlt eine Vorratsdatenspeicherung Anwalts-, Arzt-, Seelsorge-, Beratungs- und andere Berufsgeheimnisse aus und begünstigt Wirtschaftsspionage.
Sie untergräbt den Schutz journalistischer Quellen und beschädigt damit die Pressefreiheit im Kern.
Die enormen Kosten einer Vorratsdatenspeicherung sind von den Telekommunikationsunternehmen zu tragen.
Dies wird Preiserhöhungen nach sich ziehen, zur Einstellung von Angeboten führen und mittelbar auch die Verbraucher belasten.

Untersuchungen zeigen, dass bereits die gegenwärtig verfügbaren Kommunikationsdaten
ganz regelmäßig zur effektiven Aufklärung von Straftaten ausreichen.
Es ist nicht nachgewiesen, dass eine Vorratsdatenspeicherung besser vor Kriminalität schützen würde.
Dagegen würde sie Millionen von Euro kosten, die Privatsphäre Unschuldiger gefährden, vertrauliche Kommunikation beeinträchtigen und den Weg in eine immer weiter reichende Massenansammlung von Informationen über die gesamte Bevölkerung ebnen.
Rechtsexperten erwarten, dass das Bundesverfassungsgericht eine Pflicht zur verdachtslosen Vorrats-
speicherung von Kommunikationsdaten für verfassungswidrig erklären wird.
Außerdem wird erwartet, dass die EG-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung vor dem Europäische Gerichtshof keinen Bestand haben wird. Die Richtlinie verstößt gegen die im Europarecht verankerten Grundrechte und ist in vertragsverletzender Weise zustandegekommen.
Irland hat bereits Klage gegen die Richtlinie erhoben. Der Ausgang dieser Klage sollte zumindest abgewartet werden.

Als Vertreter der Bürgerinnen und Bürger, der Medien, der freien Berufe und der Wirtschaft
lehnen wir das Vorhaben einer Vorratsdatenspeicherung geschlossen ab.
Wir appellieren an die Politik, sich grundsätzlich von dem Vorhaben der umfassenden und verdachtsunabhängigen Speicherung von Daten zu distanzieren.

Unterzeichner (am 22.01.2007):
• Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung
• Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. (BDZV)
• Chaos Computer Club e.V. (CCC)
• Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di
• Deutsche Liga für Menschenrechte e.V.
• Deutsche Vereinigung für Datenschutz (DVD) e.V.
• Deutscher Journalisten-Verband (DJV)
• Deutscher Presserat
• eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.
• Evangelische Konferenz für Telefonseelsorge und Offene Tür e.V.
• Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur e.V. (FFII Deutschland)
• Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF)
• Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherung e.V. (GDD)
• Gustav Heinemann-Initiative (GHI)
• Humanistische Union e.V.
• Internationale Liga für Menschenrechte (ILMR)
• Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V.
• Netzwerk Neue Medien e.V.
• netzwerk recherche e.V.
• Neue Richtervereinigung e.V. (NRV)
• no abuse in internet e.V. (naiin)
• Organisationsbüro der Strafverteidigervereinigungen
• Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e.V. (RAV)
• STOP1984
• Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ)
• Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv)
• Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen e.V. (VDJ)

Weitere Unterzeichner:
• Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP)
• Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi)
• Bundeskoordination Internationalismus (BUKO)
• Bundesverband deutscher Pressesprecher e.V. (BdP)
• Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW)
• Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff)
• Bundesverband junger Autorinnen und Autoren (BVjA)
• Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker e.V. (BUH)
• Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (DAH)
• Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) e.V.
• Deutscher Anwaltverein e.V. (DAV)
• Deutscher Fachjournalisten-Verband (DFJV)
• FREELENS e.V. - Verband der Fotojournalisten
• German Unix User Group e.V. (GUUG)
• Initiative Bayerischer Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger e.V.
• Reporter ohne Grenzen e.V
• Verband der Internet-Cafes Deutschland e.V. (VICD)
• Verband Freier Lektorinnen und Lektoren (VFLL) e.V.
• Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs e.V. (SuMa-eV)
• Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V. (FoeBuD)
• Verein zur Politischen Jugendpartizipation e.V. (VPJ)

30.12.2007 um 16:46 Uhr

Vorratsdatenspeicherung - und das Recht auf Privatsphäre

   Vorratsdatenspeicherung  –   Viele Bürger
sehen Recht auf ein selbstbestimmtes und privates Leben bedroht

Viele Bürger sehen in der totalen Protokollierung von Telefon, Handy, E-Mail und Internet
einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Privatsphäre –
die bislang größte Gefahr für unser Recht auf ein selbstbestimmtes und privates Leben.

Nach einem Gesetz, das CDU, CSU und SPD – gegen die Stimmen von FDP, Grüne und Linke – beschlossen haben, soll ab 2008 nachvollziehbar werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E-Mail in Verbindung gestanden
oder das Internet genutzt hat.   Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort
des Benutzers festgehalten werden. Anonymisierungsdienste sollen verboten werden.

Mit Hilfe der über die gesamte Bevölkerung gespeicherten Daten können Bewegungsprofile erstellt, geschäftliche Kontakte rekonstruiert und Freundschaftsbeziehungen identifiziert
werden.  Auch Rückschlüsse auf den Inhalt der Kommunikation,
auf persönliche Interessen und die Lebenssituation der Kommunizierenden werden möglich.
Zugriff auf die Daten sollen Polizei, Staatsanwaltschaft, Nachrichtendienste und ausländische Staaten
erhalten,
die sich davon eine verbesserte Strafverfolgung versprechen.

Bis dahin durften Telekommunikationsanbieter nur die zur Abrechnung erforderlichen Verbindungsdaten speichern.
Dazu gehören Standortdaten, Internetkennungen und Email-Verbindungsdaten nicht. 
Der Kunde kann verlangen, dass Abrechnungsdaten mit Rechnungsversand gelöscht werden. 
Durch die Benutzung von Pauschaltarifen kann eine Speicherung zudem bisher gänzlich vermieden werden, was etwa für Journalisten und Beratungsstellen wichtig sein kann.
All diese Mechanismen zum Schutz sensibler Kontakte und Aktivitäten würde eine Vorratsdatenspeicherung beseitigen.

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) –
ein bundesweiter Zusammenschluss von Bürgerrechtlern, Datenschützern und Internet
-Nutzern – koordiniert die Arbeit gegen die Vollprotokollierung der Telekommunikation.
Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) - - >
http://www.vorratsdatenspeicherung.de
Presse-Center aktuell - - > http://www.vorratsdatenspeicherung.de/component/option,com_mam  bowiki/Itemid,125/lang,de/
Das Thema bei Wikipedia - - >  http://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung

Eine breitere gesellschaftliche Auseinandersetzung zu diesem Thema ist wünschenswert.

13.12.2007 um 20:58 Uhr

Die Bedrohung des wohlverdienten Ruhestandes

Die Bedrohung des wohlverdienten Ruhestandes   

In ganz Europa wird an der Verlängerung der Lebensarbeitszeit gestrickt - die Konzepte werden unterschiedlich verkauft und durchgesetzt.

"Denn eins ist sicher: die Rente." - Wir erinnern uns an den berühmten Ausspruch von Norbert Blüm, der bis 1998 Arbeitsminister der CDU-Regierung war.
Heute dürfen die Menschen sich allerdings fragen, ob sie noch vor dem Ableben in ihren Genuss kommen dürfen. Nach der Rente mit 67 möchte Wolfgang Schäuble (CDU) das Eintrittsalter weiter anheben …
In Spanien hat die sozialdemokratische Regierung beschlossen, die Menschen "freiwillig" bis 70 arbeiten zu lassen. Doch das müssen sie, wenn sie eine Rente wollen, die minimal den Unterhalt sichern soll.

In Griechenland streiken Bürger gegen eine sog. "Rentenreform" ..  in Frankreich gelang es Sarkozy zunächst,
den Streik auszuhebeln .. ..  
Als "Reformen" bezeichnete Arbeitszeitverlängerungen sind derzeit europaweit in Mode.

Ein Leben nach der Arbeit wurde bislang immer als ein natürlicher und dazugehöriger
Bestandteil des menschlichen Daseins angesehen  -   die Menschen nennen das ihren wohlverdienten Ruhestand.  Eine Zeit, in der Zeit ist - sich Interessen, Hobbys, geistigen Dingen und
allem, was Freude macht ganz zu widmen; sich vielleicht für etwas zu engagieren - und einfach nur zu leben !
Eine gesunde menschliche Gesellschaft sucht die Entwicklung dahin, diese Zeit zunehmend
zu verlängern. Das wäre eine »Existenzweise des Sein's«, wie Erich Fromm es nannte. Es braucht heute Menschen, die in eine andere Richtung denken.

11.12.2007 um 14:21 Uhr

Privatisierung gefährdet Demokratie - »Gesellschaft ...«

Privatisierung gefährdet Demokratie     

Der Neoliberalismus will alles privatisieren, egal ob Bildungsinstitutionen, Stadtwerke oder Gefängnisse.  Ein Gespräch dazu mit dem Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge  -
[telepolis] »Der Neoliberalismus gefährdet die Demokratie und das Gemeinwesen, sagt Christoph Butterwegge, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Köln.
  Der 56-Jährige ist Mitautor
des Mitte August erscheinenden Buches "Kritik des Neoliberalismus" - in dem Butterwegge zusammen mit einer Sozialwissenschaftlerin und einem Ökonomen Grundlagen, Theorien und geschichtliche Hintergründe des "Marktradikalismus" analysiert.    Dabei werden auch unterschiedliche Denkschulen und die Widersprüche einer Wirtschaftsform der "Umverteilung von unten nach oben" dargestellt. Neoliberalismus will den starken Staat und investiert statt in die Sozialleitungen in den Sicherheitspapparat.«   Telepolis sprach mit Butterwegge.

Christoph Butterwegge :  »In politischen Sonntagspredigten raten seine Vertreter den Menschen, mehr für ihre Bildung und Ausbildung zu tun, aber im politischen Alltagsgeschäft sorgen sie dafür, dass der Geldbeutel über den Bildungsstand entscheidet. Bildung wird zur Ware gemacht und gleichzeitig als Wunderwaffe im Kampf gegen die Armut gepriesen.
Man kann aber nicht Bildungs- als Sozialpolitik interpretieren und andererseits von der Schule über den Weiterbildungssektor bis zur Hochschule alle Institutionen dieses Bereichs privatisieren, ohne unglaubwürdig zu wirken. Denn das heißt letztlich, sie für Wohlhabende und die Kinder besser situierter Familien zu reservieren. Je weniger die öffentliche Hand aufgrund einer falschen Steuerpolitik in der Lage ist, die materielle Unterversorgung von Familien zu kompensieren, umso mehr Kinder leiden unter Bildungsarmut. Ausgerechnet die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft, die Kinder, liefert der Neoliberalismus damit endgültig dem Markt aus.«
Quelle: 
http://www.sozialforum-bochum.de/

Christoph Butterwegge/Bettina Lösch/Ralf Ptak: »Kritik des Neoliberalismus«.
VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. 298 Seiten, 12,90 Euro.

12.11.2007 um 16:01 Uhr

Kinder und Jugendliche haben vermehrt psychische Probleme

22 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland gelten als psychisch auffällig.

Kinder und Jugendliche haben vermehrt psychische Probleme 

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland haben psychische Probleme.
Das sagt Joachim Hübner, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger Psychiatrischer Krankenhäuser (BAG), in Hamburg.
"Ängste, Störungen des Sozialverhaltens mit aggressiven Auffälligkeiten und Depressionen
stehen im Vordergrund", ergänzt der Experte.  Besonders betroffen seien Kinder aus Familien mit ungünstigem Familienklima und niedrigem sozioökonomischen Status.

Nach der Bella-Studie des Robert-Koch-Instituts - bei der 2863 Familien von 2003 bis 2006
befragt wurden  -  lägen bei rund 22 Prozent aller Kinder und Jugendlichen Hinweise auf
psychische Auffälligkeiten vor; bei rund 10 Prozent sei von einer psychischen Erkrankung auszugehen.

Diese Entwicklungen konnte der ärztliche Direktor der Asklepios Klinik Nord in Hamburg, C. H. Lammers,
nur bestätigen. "Wir haben immer mehr Jugendliche mit psychischen Auffälligkeiten wie dem Borderline-
Syndrom;   oder dissozialen Störungen, denen das Leid anderer wenig ausmacht", so Lammers.
Ursache seien vor allem gesellschaftliche Entwicklungen wie mehr Armut und mehr Drogen-
und Alkoholmissbrauch. "Kinder trinken immer früher und immer mehr Alkohol."  Wenn
dann noch andere Faktoren hinzukämen, könne das auch zu einer erhöhten Aggressivität
führen, wie in jüngster Zeit auf der Hamburger Reeperbahn geschehen.
"Je früher wir solche Störungen behandeln, desto besser", meinte der Mediziner. – dpa –

Leseempfehlungen:
»Psychische Störungen bei Kindern«  -  von Manfred Link und Emil Wieczorek (RoRoRo)
Wenn Kinder Probleme haben - Psychische Störungen verstehen und wirkungsvoll helfen
- von Manfred Link und Emil Wieczorek (RoRoRo)
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Ein zum Thema passendes Zitat:
Diese ganzen Zerrfiguren von Krankheiten, die gerade heute in unserer hochzivilisierten
Gesellschaft die Oberhand gewinnen, ergeben sich ja aus einer Lebensform, die nicht mehr
richtig zentriert ist.  - Eugen Drewermann -

23.09.2007 um 16:43 Uhr

Myanmar (Burma) – Buddhistische Mönche marschieren für Gerechtigkeit und Freiheit

Myanmar (Burma)     
Buddhistische Mönche marschieren für Gerechtigkeit und Freiheit

Sie tragen keine Waffen, sie sind nur in safranfarbene Tücher gehüllt.
Tausende Mönche wollen in Myanmar – dem früheren Burma – das dort herrschende
grausame Militärregime stürzen.

Bereits einmal führte die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi
eine Massenbewegung zum Sturz der Militärs.
Dieser erste Protest-Versuch endete am 19. September 1988.
Regime-Soldaten metzelten tausend friedliche Demonstranten einfach nieder.

Aung San Suu Kyi steht mittlerweile unter Hausarrest.

Eine neu formierte Gruppe "Gewerkschaft junger Mönche" forderte die Bürger
in allen Landesteilen dazu auf, sich ihrem Protest anzuschließen.
Und die Bevölkerung zeigt offen ihre Unterstützung - Zehntausende schlossen sich dem Freiheitsmarsch
der Mönche an. Andere formten Menschenketten oder sie applaudieren nur.
An der Sule-Pagode im Zentrum der Stadt hielten beherzte Mönche flammende Reden.
Sie sprechen vom Leid und der bitteren Armut der 50 Millionen Bewohner Myanmars.
Und sie fordern den Sturz der Militärs - die seit 1962 das einst reichstes Land Südostasiens
in Grund und Boden gewirtschaftet haben.

Nachts demonstriert das Militärregime noch seine ganze Gewalt. Armeelastwagen patrouillierten
nach Einbruch der Dunkelheit durch die Straßen Rangoons. Auf der Ladefläche schwer bewaffnete Marineinfanteristen, ausgestattet mit Sturmgewehren. Sie bewachen alle strategisch wichtigen Punkte
der Fünf-Millionenstadt.

Myanmar ist nicht nur ein zutiefst buddhistisches Land - die Generäle sind auch überaus abergläubisch.
Sollten bei einem allzu harschen Vorgehen der Sicherheitskräfte Mönche ums Leben kommen, würden
die Generäle sich nach ihren eigenen Vorstellungen den Fluch der Götter zuziehen.
Die Mönche wissen um diese Stärke.
Die rund 500.000 Mönche sind eine moralische Autorität
in dem Land.
Die Geschehnisse in Burma zeigen, wie großer Mut und Widerstand gegen eine Diktatur
aus einer lebendigen spirituellen Tradition erwachsen kann.

Website »Engagierter Buddhismus« - - >
http://www.buddhanetz.org/
Diese Homepage möchte den weltweiten, gesellschaftlich engagierten Buddhismus
vorstellen.
Eine Info über die »Nobelpreisträgerin« - - > http://de.wikipedia.org/wiki/Aung_San_Suu_Kyi
Film - Tipp :  »Rangoon – Im Herzen des Sturms«  von John Boorman 

21.09.2007 um 13:37 Uhr

Gabriele Pauli: Ehe auf Zeit – die CSU wird immer progressiver ;)

   Gabriele Pauli : Ehe auf Zeit
  –  grenzensprengende Ideen  in der CSU

Die progressive Christdemokratin Gabriele Pauli erhitzt(e) die Gemüter
mit nie dagewesenen Ideen:
Sie schlug vor, die Dauer der Ehe auf sieben Jahre zu begrenzen  -  mit Option
auf Verlängerung.  "Für mich ist eine Ehe nicht dazu da, Sicherheit zu bieten - sondern
die Liebe zwischen zwei Menschen zu dokumentieren", so Pauli.
Ehen sollten nach sieben Jahren auslaufen  - 
natürlich mit der Möglichkeit, sie verlängern zu können.
Danach könnten die Partner zu einer Verlängerung um einen bestimmten Zeitraum aktiv Ja sagen,
schlug sie vor.  "Es kann also auch lebenslange Ehen geben."

Nichts im Leben sei auf Dauer sicher  –  es ist inzwischen gesellschaftliche Realität, dass
fast jede zweite Ehe (!)  in Deutschland geschieden wird  -  und der Staat helfe finanziell
weniger denn je.
Durch Ehen auf Zeit könnten zudem Scheidungskosten gespart werden.

Auch ihre Gedanken zum Thema Familie überhaupt sind für Konservative unorthodox:
Familie sei für sie grundsätzlich immer dort, wo Kinder aufwüchsen, nicht nur dort, wo es
eine Ehe mit Kindern gebe.  Da unterscheide sie sich von dem bisherigen Selbstverständnis der CSU.

"Die Menschen sehnen sich nach Werten in der Gesellschaft", sagt Gabriele Pauli.
Nur die Liebe dürfe zählen.  Da dürfe der Staat nicht regeln, wie die Menschen
zusammenleben wollten.
"Das Verständnis von Politik müsste sich nicht nur in der CSU, sondern generell ändern".
"Ich orientiere mich an der Realität des Lebens", begründete sie ihren Vorstoß.
Viele Scheidungsprobleme würden mit der von ihr empfohlenen Begrenzung von Ehen auf sieben Jahre
erst gar nicht entstehen.  Schließlich müssten alle Fragen wie Unterhalt, Zugewinn oder Sorgerecht
für Kinder vorher geklärt werden.

Wie auch immer wir im einzelnen zu ihren Ideen und Vorschlägen stehen –
ist es nicht wunderbar, dass in einer konservativen Partei, wo alles immer so konservativ
sein soll   –   aber hintenrum und unter der Decke es doch anders ist  (wie in anderen
Parteien natürlich auch)  –
dass in einer solch konservativen Partei solch grenzensprengende  kultur'innovative
Ideen  eingebracht werden ??
Das allein – ist einfach schön.

Und wir können mit einem Lächeln die Reaktionen betrachten :
da werden gleich empört "Psychologen und Psychiatern" ins Spiel gebracht;  und sie nicht ernst
genommen: ihre Gedanken seien "so viel Wert, wie der Dreck unter den Fingernägeln."

Gabriele Pauli legt auch einen Finger in die Wunde verbreiteter Doppel-Moral.
Wir erinnern uns an einen Präsidenten der Vereinigten Staaten – der sich von seiner Praktikantin – umgangssprachlich gesagt – einen blasen ließ, und nicht genug Mann war, zu sagen :  "Ich mochte sie,
es war schön und ich stehe dazu."  Vielleicht ja dann dazu: "Und ich liebe meine Frau, und möchte mit
ihr zusammen bleiben."

28.07.2007 um 14:14 Uhr

Geiz erzeugt Sklavenarbeit - Mensch, Gesellschaft, Eine Welt

Geiz erzeugt Sklavenarbeit

Jeden Sommer finden sich massenhaft Sonderangebote auf dem Wühltischen der Discounter : Hosen für sieben Euro, T-Shirts für fünf Euro, Socken für zwei Euro im Dreierpack …
Wie sich das rechnet ?  Darüber denken Kunden auf Schnäppchenjagd lieber nicht nach.


Das Südwind-Institut aus Siegburg befragte Beschäftigte von den Fabriken
in China und Indonesien - 
die unter anderem auch Aldi beliefern.
Nur fünf der Angestellten trauten sich, Auskunft zu geben; um sie zu schützen, veröffentlichten die Forscher
weder ihren Namen noch den der Fabrik, in der sie schufteten.

Die Befragten berichteten, dass sie von 8 bis 22 Uhr arbeiten müssten.
Pro Monat kommen sie auf zwei freie Tage, übernachten müssen sie in Schlafsälen,
deren Betreten und Verlassen nach 22 Uhr verboten ist.
Alle Fabriken verhängen Geldstrafen gegen Beschäftigte, wenn sie zu spät zur Arbeit
kommen oder während der Arbeit essen.

Löhne wurden zum Teil mit monatelanger Verspätung gezahlt.  Somit werden Ausgaben gestreckt
und Arbeitende davon abgehalten, zu kündigen, weil der ausstehende Lohn dann nicht mehr gezahlt wird.
In drei der fünf Fabriken waren auch Kinder unter 16 Jahren beschäftigt.

Aldi gibt an, das Problem erkannt zu haben, und teilte der Süddeutschen Zeitung mit, dass  "wir uns
zusammen mit Lieferanten in einem Dialog befinden mit dem Ziel, Prozesse und Strukturen zur Einhaltung
und Kontrolle nachhaltig verbesserter Arbeitsbedingungen zu entwickeln."  Quelle :  SZ

Überlegung :  ist so eine Form moderner Lohn-Sklaverei nicht auch eine Spielart von Terror ?

20.07.2007 um 16:09 Uhr

Die wirklichen Reformen haben noch nicht stattgefunden - >Mensch – Gesellschaft …<

Die wirklichen Reformen haben noch nicht stattgefunden

- das sagt Karl Lauterbach – einer der renommiertesten Gesundheitsökonomen
und SPD-Bundestagsabgeordneter.
Er hält das gesamte deutsche Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystem für zutiefst ungerecht –
und Deutschland für einen "Zweiklassenstaat".

In seinem nichts beschönigenden Buch »Der Zweiklassenstaat« schreibt er :
"Es ist eine Schande : Statt für einen gerechten Ausgleich zu sorgen, vergrößert
der deutsche Staat die Kluft zwischen Arm und Reich noch."
Sein Standpunkt : Kinder aus armen Familien haben wenig Chancen auf’s Gymnasium zu kommen.
Als Niedrigqualifizierte erledigen sie Jobs, die die Gesundheit stärker gefährden, und werden
dann als Kassenpatienten schlechter versorgt als Privatversicherte.
Ihre Rente fällt nicht nur geringer aus als die der Besserverdienenden, sie zahlen auch mehr
in die Rentenkasse ein, als sie herausbekommen.

"Wir können uns keine Reformpause leisten", sagt er "weil die wirklichen Reformen
noch gar nicht stattgefunden haben."
Im Bundestag stimmte er gegen die Gesundheitsreform der Großen Koalition.
Buchhinweis :  Der Zweiklassenstaat - von Karl Lauterbach (Rowohlt)
   

14.07.2007 um 16:03 Uhr

Persönliches Budget – für Menschen, die Hilfe brauchen

Persönliches Budget – für Menschen, die Hilfe brauchen

Die Idee des persönlichen Budgets ist einfach :
Menschen, die Hilfe brauchen – beispielsweise, weil sie behindert oder chronisch krank sind – können sich die Eingliederungshilfe, auf die sie Anspruch haben, in Geld statt in Sachleistungen auszahlen lassen.

Damit werden sie zu Kunden, die selbst entscheiden, welche Dienstleistungen sie einkaufen und wer sie erbringen soll. Das stärkt die Eigenverantwortung und trägt dazu bei, die Unterstützung an den tatsächlichen Bedarf anzupassen.

In Deutschland wird das Modell seit einigen Jahren erprobt, unter anderem in Sachsen-Anhalt, Hamburg und Baden-Württemberg – mit positiven Erfahrungen :
Die Zahl der Budgetnehmer steigt von Jahr zu Jahr.

Das neue Instrument des Rehabilitationsrechtes ist dennoch hierzulande nach wie vor nicht Wenigen unbekannt.

14.07.2007 um 15:39 Uhr

Pflegebedürftigkeit – ein Thema, das alle angeht

Neues Denken – Neues Handeln
Pflegebedürftigkeit – ein Thema, das alle angeht  

Zwischen Hilfe und Freiheit wählen zu müssen, ist für Viele eine Schreckensvorstellung.
Die Mehrheit der Menschen möchten im Falle ihrer Pflegebedürftigkeit beides :
in den eigenen vier Wänden leben und gleichzeitig die Hilfe bekommen, die sie benötigen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebt nur jeder dritte Pflegebedürftige in einem Heim. Dort werden vor allem Schwerstpflegebedürftige rund um die Uhr betreut. Um sie angemessen zu versorgen, bieten mehr und mehr Träger einen Schwerpunkt an :
Es gibt Altenheime für Demente oder Heime für Palliativpflege, etwa Tumorpatienten.

Zwei Drittel der mehr als zwei Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland leben dagegen zu Hause.
Die Hälfte von ihnen wird – meist von Ehefrauen oder Töchtern – ohne jede Hilfe ambulanter Dienste betreut.
Hier muss sich etwas ändern : Pflegende Angehörige brauchen Beratung und Entlastung;  ihnen fehlen
ausreichende Angebote professioneller Pflege- und Hilfsdienste – z.B. bei der nächtlichen Versorgung.
Und auch die Hilfe zur Selbsthilfe will gelernt sein.  Denn immer noch wird bei Pflegebedürftigen eher
nach Defiziten gefragt – als Ressourcen zu berücksichtigen und zu fördern. 
Für all dies muss mehr Geld fließen.  Das Thema geht alle an, kann jeden betreffen.
Das Ziel lautet schließlich : Soviel Hilfe wie nötig, soviel Freiheit wie möglich.