indalo

14.06.2013 um 21:49 Uhr

Ich mache mich auf den Weg

von: indalo

Ich mache mich auf den Weg. Morgen. Nicht so ein morgen, wie der Tag an dem man seine Diät beginnt. Nein, wirklich morgen. Ich schreibe heute, weil ich morgen keine Zeit finden werde. Ich werde aufstehen, mir was zu essen machen, noch fünfmal meinen süßen kleinen Rucksack umschleichen und dann werde ich mich auf den Weg machen. Meinen Weg. Zu mir. Um gleich auf die Frage „Wohin?“ zu antworten.

Es ist ein Abenteuer. Ich bin ausgerüstet, und das sogar gut. Doch was mich erwartet, das weiß ich nicht genau. Mein Umfeld glaubt, dass ich auf meinen Körper hören kann und schon auf mich aufpassen werde. Ich musste es erstaunlich selten sagen, was aber womöglich damit zusammenhängt, dass manche gar nicht wissen, dass ich nicht weiß, wo ich morgen schlafen werde. Irgendwas wird mir einfallen. Die letzte große, bzw. lange Reise begann genauso. Ich machte mich auf den Weg ins Nachbarland, in eine Stadt, wo man hinfährt, ohne Schlafplatz. Und es ergab sich etwas. So wird sich auch die nächste Zeit etwas ergeben. Und sei’s der Himmel. Ich freu mich. Als ich heute die Arbeit verließ, war ich mir bewusst, dass es das letzte Mal für eine längere Zeit sein wird. Ich hüpfte nach Hause mit dem Wissen, dass mein Urlaub beginnt. Das fühlte sich gut an.

Ich habe alles dabei, was ich brauche. Für die Seele und bis auf Nahrung auch alles für den Körper. Die Kilozahl sagt wenig aus, doch ich wurde schockiert angeschaut, als ich sie nannte. Pah, ich trag jeden Tag weit mehr zur Arbeit und zurück. Das ist leicht, mein Rucksack ist ein Fliegengewicht. Und das sollte er auch sein.

Morgen bin ich bei den Nachbarn. Morgen mache ich mich auf den Weg. Meinen Weg.

12.06.2013 um 19:18 Uhr

Ich hab's geschafft

von: indalo

Es ist unglaublich, aber gerade wurde mir klar, dass ich es geschafft habe. Alles, was mir Spaß macht, vereine ich in meinem Berufsleben. Das muss mir erst einmal einer nachmachen.

Letztes Wochenende war ich verreist mit ein paar Freunden, die das gleiche Hobby teilen. Es ist mein Hobby, seit vielen Jahren, und eigentlich noch viel länger. Ich würde auch sagen, dass ich gar nicht so schlecht bin, weiß aber auch, dass es noch zig Leute gibt, die um einiges besser sind. So auch einer dieser Freunde. Und er sagte, was wirklich faszinierend ist. Er ist gut, er ist so gut, dass er damit Geld verdienen könnte. Auf ner Bühne stand er schon vor einigen Jahren. Da hab ich ihn zum ersten Mal gesehen, da hab ich erfahren, was er kann und wie gut er ist. Und er sitzt da, neben mir und grinst. „Irgendwie erstaunlich. Da mach ich das seit Jahren und bin noch nicht auf die Idee gekommen, damit Geld zu verdienen. Und du schon.“ Ja, und ich tu’s. Ich werde für das bezahlt, was mir Spaß macht. Ich hab’s geschafft, und ich bin stolz drauf.

Und heute habe ich etwas organisiert. Ich habe nicht das Gefühl, viel getan zu haben, aber ich hatte die Verantwortung. Und es war gut. Ich bin da so reingerutscht und finde nicht, dass ich das Schulterklopfen verdient habe. Und doch weiß ich, dass ich etwas geleistet habe. Und das Ergebnis hat gestrahlt. Sehr sogar. Manch einer wünschte sich eine Sonnenbrille. Ich bin begeistert und merke, dass das, was ich sonst hobbymäßig für meine Freunde gemacht habe, nun Teil meines Jobs ist. Ich wurde von Kollegen angesprochen, ob ich so etwas nicht auch für sie machen könne. Ich fühle mich gewürdigt und bin wirklich fasziniert, dass das mein Beruf ist. Das, was andere so ungern tun. Arbeiten, jeden Tag. Mich stört das nicht, ich liebe es. Ich gehe darin auf und genieße es, die Person im Hintergrund sein. Nicht auf der Bühne, aber an den Drähten dahinter. So gefällt mir das.

Ich hab schon Karriere gemacht.