indalo

01.09.2017 um 23:41 Uhr

Danke fürs Zuhören

von: indalo

…waren die Worte eines Kollegen, als er das Gelände verließ. Wie so vieles nehme ich es einfach zur Kenntnis. Wundere ich mich noch? Ich weiß es nicht. Er erzählte mir zuvor von seiner Freundin, seiner Exfrau und der Einschulung seines Sohnes. Er saß an den Tisch gelehnt im Raum, seufzte leise und ich fragte „Was los?“ Und er redete. Er erzählte mir seine Gedanken, Sorgen und Gefühle. Ich weiß immerhin schon, dass er einen Sohn hat, seit kurzem auch, dass er nicht mehr mit der Mutter zusammen ist. Dass er ne Freundin hat, das ist mir neu - denn wir kennen uns nicht. Und das scheint wirklich mein Markenzeichen zu sein. Ich kenne meine Kollegen, ich kann sie einschätzen, aber ich weiß privat nichts über sie. Um so irritierender war sein Öffnen. Wir sprachen darüber und letztlich einigten wir uns darauf, dass es das Beste sei, wenn er seine Mutter fragt. Die kennt immerhin beide involvierten Frauen und kann die Situation besser einschätzen. Er telefonierte, ich erledigte was und als ich ihn gehen sah, rief ich ihm die Frage hinterher, was nun das Ergebnis sei. Er kam mit den Worten „du bist ja doch noch da“ zurück, berichtete und ging mit der Aussage im Titel dieses Beitrags. Einige Zeit später ging ich kopfschüttelnd übers Gelände. Was passiert da gerade wieder?

Und es passt zu gestern - oder war es heute? Das Wochenende verbringe ich mit einer Kollegin. Wir sprachen kurz darüber und dann sah ich ihren Freund, wir schauten uns an, und er erzählte mir aus heiterem Himmel von seinen Wochenendplänen. Warum? Warum hat er bloß das Bedürfnis mir das zu erzählen? Nur weil er zum ersten Mal weiß, was ich am Wochenende mache? Um gleich zu ziehen? Oder ist es ihm einfach ein Bedürfnis geworden, mir von sich zu erzählen? Da war doch neulich schon diese Offenbarung…

So drehe ich mich also irgendwie darum, dass meine Kollegen sich mir öffnen, mir anvertrauen, und gleichzeitig steht im Raum, wieso du mir dieses Foto geschickt hast. Von ihr. Obwohl sie nicht einmal von der Existenz dieses Fotos weiß. Auch nicht wissen soll. Aber ich habe es nun auf meinem Handy. Tausend mögliche Gedanken. Sie ziehen nicht durch meinen Kopf. Sie existieren, allzeit bereit gedacht zu werden, doch sie drängen sich nicht auf. Ganz im Gegensatz zu der Feststellung, dass dein sich mir öffnen sich für mich genauso anfühlt wie das meiner Kollegen. Fremd.


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