Mit dem Kopf voran

17.04.2007 um 09:39 Uhr

Kaufe im Lande und nähre dich redlich?

von: steffenh   Stichwörter: Globalisierung

Unter dem Titel "Buy Local" unterhalten sich Russ Roberts und Don Boudreaux im gestrigen EconTalk über Sinn und Unsinn der Idealvorstellung regionalen Wirtschaftens. Die vom Schleier des Geldes etwas umnebelte Vorstellung von der heilen Welt subsistenter regionaler Wirtschaftssysteme vernachlässigt nicht nur die Wohlfahrtseffekte von Spezialisierung und Kostendegression großer Märkte. Vielmehr wird auch die Natur der Tauschwirtschaft, nach der auch überregionaler Konsum letztlich nur durch regionale Gegenleistungen realisiert werden kann, häufig ignoriert. Natürlich hat die Welt der Globalisierung ihre Schattenseiten. Mehr Konkurrenz kann häufigere und mitunter auch schmerzliche Veränderungen individueller Lebensbedingungen mit sich bringen. Effizienzvorteile sowie neue Konsum- und Entwicklungsmöglichkeiten haben für viele ihren Preis. Überregionaler Handel verursacht oder reduziert Umweltprobleme, verbessert oder verschlechtert die Produktqualität. So kann die Reaktion auf das Phänomen Welthandel nicht Protektionismus, sondern muss informierte Konsumentenentscheidung sein.

Wenn Russ Roberts am Ende des Podcasts beklagt, dass mangelndes Wissen über ökonomische Zusammenhänge und schlechte Politik die Wohlfahrtseffekte der Globalisierung der Wirtschaft fesseln, kann ich dem nur zustimmen. Man sollte nur ergänzen, dass schlechte Wirtschaftspolitik nicht nur zu wenig Welthandel, sondern manchmal auch ineffizient viel Welthandel verursacht. Man denke dabei nur an Verkehrssubventionen sowie Exportsubventionen für Landwirtschaft und Industrie. Die Liste ließe sich endlos fortführen...


Diesen Eintrag kommentieren