Organspende: Mehr Anreize setzen
Der jährliche Bedarf an Organen übersteigt bei weitem das Angebot der in Deutschland freiwillig gespendeten Organe. Jährlich gehen unzählige lebensrettende Organe verloren, weil potentielle Spender keine ausreichenden Anreize verspüren, ihre Organe im Falle ihres Ablebens zur Transplantation zur Verfügung zu stellen.

Dafür gibt es für dieses Dilemma eine recht einfache, die Kontroverse um eine monetäre Vergütung vermeidende Lösung. Hierzu dürften die Organe prioritär nur an die Bedürftigen vergeben werden, die sich vorher selbst zur Organspende bereiterklärt haben. Der Anreiz in der üblicherweise Jahre dauernden Warteschlange einen der vorderen Plätze einzunehmen sollte für eine Entscheidung zur freiwilligen Organspende ausreichen. Dadurch erhöht sich im Zeitverlauf das Angebot an Spenderorganen, die Wartezeiten verkürzen sich und damit die Chance für alle, rechtzeitig ein lebensrettendes Organ zu erhalten. Das meinen jedenfalls Lloyd Cohen und David Undis in ihrem Beitrag The Limits of Altruism and the Power of Self-Interest auf Techcentralstation. Tatsächlich funktioniert diese Idee bereits, wie das Organspendernetzwerk LifeSharers in den USA zeigt.
