Mit dem Kopf voran

04.03.2004 um 12:20 Uhr

Oraler Sex kann Krebs auslösen

von: steffenh   Kategorie: Gesundheitspolitik

Wir wussten es ja eigentlich schon immer, oraler Sex kann krebsauslösend sein. Diese Nachricht stammt jetzt nicht von puritanischen Politikern oder aus dem Vatikan. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass oraler Sex dazu beitragen kann den humanen Papillomavirus zu übertragen. Eine Infektion mit diesem Virus kann, was bereits bekannt war, Gebärmutterkrebs auslösen. Neu ist die Erkenntnis über einen Zusammenhangs mit der Virusinfektion und Mundhöhlenkrebs. Krebsforscher aus Lyon  verglichen die Häufigkeit des Vorkommen einer Virusinfektion zwischen Patienten mit Mundhöhlenkrebs und einer gesunden Vergleichsgruppe und fanden einen deutlich signifikanten Zusammenhang. Die Virusinfektion im Genitalbereich tritt relativ häufig auf. Man geht davon aus, das etwa bei jeder dritten Frau bis zum 25. Lebensjahr einmal solch eine Infektion auftritt, ohne aber unbedingt langwierige Konsequenzen zu haben.

 

Die Frage, ob man nun seine Sexpraktiken überdenken sollte, muss man sich trotz dieser Nachricht nicht gleich stellen. Erst einmal ist die Wahrscheinlichkeit prinzipiell Mundhöhlenkrebs zu bekommen bei einem Risiko von 1:10 000 so oder so sehr gering. Dann sind die beiden Faktoren (um noch mal die Raucher unter uns etwas zu verärgern) Rauchen und Alkoholkonsum weit dominanter als die Infektion mit dem Papillomavirus.

Außerdem, zur weiteren Beruhigung, die Wissenschaftler arbeiten bereits daran ein Vaccin gegen den Virus zu entwickeln. Über den HIV-Virus sollte man sich auch heute noch durchaus Gedanken machen, in diesem Falle aber würde ich sagen, man kann weiterhin unbeschwert ein lustvolles und abwechslungsreiches Leben genießen...